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Bergisch Gladbacher Jugendamt mit der Kamera begleitet

06 Juni 2016 von admin

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Dokumentation am 8. Juni im WDR-Fernsehen

Jolanta Mirski ist seit 23 Jahren in der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach angestellt, davon 18 Jahre lang im Jugendamt. Damit gehört die Sozialarbeiterin unter ihren 20 Kolleginnen und Kollegen zu denen mit der längsten Erfahrung im „Allgemeinen sozialen Dienst“, der Stelle, die über das Wohl der Kinder wacht, wenn die elterliche Fürsorge nicht mehr funktioniert oder unterstützt werden muss. Dokumentarfilmer Wolfram Seeger hat sie und ihren jungen Kollegen Uwe Jendrach zwei Jahre lang bei der täglichen Arbeit mit der Kamera begleitet. Am Mittwoch, dem 8. Juni um 23.25 Uhr wird die 90-minütige Dokumentation „Im Jugendamt“ nun im WDR-Fernsehen ausgestrahlt, nachdem sie Anfang Mai bereits Premiere auf dem Filmfestival DOK.fest in München hatte.

Wolfram Seeger ermöglicht mit einfühlsam beobachtender Kamera den Zutritt zu einer Welt, die normalerweise durch das hohe Gut des Jugendschutzes im Verborgenen bleibt und auch bleiben muss. Die Folge ist allerdings oft genug ein schlechtes Image der Bezirkssozialarbeit. Häufig wird den Jugendämtern vorgeworfen, entweder zu früh und zu viel einzugreifen – oder zu spät und zu wenig. Es ist eine äußerst schmale Grenze zwischen Kindesrecht und Elternhoheit, zwischen notwendigen Schutzmaßnahmen und dem Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung. Der Film von Wolfram Seeger gestattet den seltenen Blick hinter die Kulissen und ermöglicht den Zuschauern, sich selbst ein Bild über die komplexe Arbeit im Jugendamt zu machen.

Auch Klienten kommen hier zu Wort: die junge Mutter zum Beispiel, die ihre Kindheit selbst im Heim verbracht hat; mit 24 Jahren bekam sie eine Tochter, und das war „kein Wunschkind“. Die Beziehung ging auseinander, heute ist sie alleinerziehend und lebt in Bergisch Gladbach. Das Jugendamt hat eine Familienhelferin mit der Betreuung beauftragt und begleitet sie auch vor das Familiengericht, als der leibliche Vater das alleinige Sorgerecht für sich beantragt.

Jolanta Mirski gibt sich keinen Illusionen hin über die Begrenztheit ihrer Hilfemaßnahmen. „Man kann die Leute unterstützen, man kann Impulse geben, aber dass sie sich verändern, dass müssen sie schon selbst machen.“ Einen umfassenden Schutz der Kinder wird sie nie leisten können. Über allem schwebt immer die Angst, etwas falsch zu machen, etwas zu übersehen zu haben; dass einem Kind in ihrer Zuständigkeit etwas angetan werden könnte.

Nicht nur die Lebensgeschichte ihrer Klienten, auch die Lebensgeschichte von Jolanta Mirski ist Thema der Langzeitbeobachtung von Wolfram Seeger. Am Ende der Dreharbeiten räumt sie ihr Büro und wechselt innerhalb der Stadtverwaltung zur Betreuung von Flüchtlingen.

Wolfram Seeger:

„Im Jugendamt“
Dokumentation, 90 Minuten
WDR Fernsehen
Mittwoch, 8. Juni 2016, 23.25 Uhr

http://exit-seeger.de/filmografie/im-jugendamt/

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