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Qualitätsoffensive im ÖPNV startet am 10. Dezember

30 November 2017 von Gregor Herzfeld

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Wilmund Opladen, Landrat Stephan Santelmann, Marc Kretkowski und Udo Wasserfuhr präsentierten die Qualitätsoffensive im ÖPNV.

Landrat Stephan Santelmann: „Wir vollziehen einen Paradigmenwechsel“

Für den ÖPNV im Rheinisch-Bergischen Kreis bricht ein neues Zeitalter an. Durch die Qualitätsoffensive, ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember, erhöht sich auf 30 Hauptlinien in der Region der Takt deutlich. So ist es montags bis freitags zwischen 6 Uhr und 21 Uhr viel leichter von A nach B zu gelangen. Für die Verbesserungen in Bergisch Gladbach, Burscheid, Kürten, Odenthal, Overath, Rösrath und Wermelskirchen engagieren sich die Politik des Rheinisch-Bergischen Kreises, die Kreisverwaltung in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden sowie natürlich die Verkehrsunternehmen RVK und wupsi gemeinsam. „Wir vollziehen einen Paradigmenwechsel“, macht Landrat Stephan Santelmann deutlich, „und zwar von einem nachfrageorientierten zu einem angebotsorientierten ÖPNV. Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen dies nutzen und in die Busse einsteigen.“ Die Verkehrsunternehmen RVK und wupsi fahren im Rahmen der Qualitätsoffensive pro Jahr mehr als eine Million zusätzliche Kilometer im Rheinisch-Bergischen Kreis.

„Politik zog für Qualitätsoffensive an einem Strang“


Die geänderten Lebensumstände vieler Menschen sind ein wichtiger Grund für die Qualitätsoffensive. Besonders Arbeitszeiten bis in die Abendstunden, längerer Unterricht an den Schulen und nicht zuletzt der Wunsch, auch nach dem Restaurant- oder Kinobesuch mit dem Bus nach Hause zu fahren, sind Gründe, eine höhere Taktung und damit mehr Busfahrten anzubieten. „Der Politik ist es ein großes Anliegen, den ÖPNV zu stärken“, erklärt Wilmund Opladen, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, „daher haben auch alle an einem Strang gezogen, um den Menschen dieses Angebot zu unterbreiten.“ Aber natürlich spielen auch ökologische Gesichtspunkte eine Rolle. Wenn mehr Menschen in den Bus einsteigen und der Individualverkehr verringert wird, führt dies zu einer Verbesserung der Luftqualität – ein wichtiger Aspekt in Zeiten, in denen Fahrverbote drohen. Auch auf den Straßen soll die Qualitätsoffensive zu einer Entlastung der Situation beitragen, wenn mehr Menschen in den Bus steigen.

Die verbesserte Qualität wird erreicht, indem die Busse in einer höheren Taktung verkehren. Daher werden die Hauptverkehrszeiten auf den Zeitraum von 6 bis 21 Uhr von montags bis freitags ausgeweitet. Bislang galten diese nur von 6 bis 9 Uhr und von 16 bis 18 Uhr. Dann verkehren viele Linien bis zu dreimal die Stunde auf ihren Strecken. Die Linie 454 fährt künftig über Bergisch Gladbach-Herkenrath hinaus bis nach Kürten-Bechen. „Wir verlängern die Stadtbahnlinie 1 auf der Straße bis nach Bechen“, sagt RVK-Prokurist Udo Wasserfuhr und unterstreicht damit, dass die Gemeinde Kürten nun deutlich besser angeschlossen ist. In einem 15-Minuten-Takt ist ab Dezember zudem die Linie 455 zwischen Bensberg-Busbahnhof an der Endhaltstelle der Linie 1 und dem TechnologiePark Bergisch Gladbach unterwegs. Damit kommen circa 2.500 Menschen mit dem Bus leichter an ihren Arbeitsplatz. Die Linien 426 und 427 verlängern künftig den Takt des S-Bahn-Netzes in die Region. Auf der Verbindung zwischen Kürten und dem Bergisch Gladbacher S-Bahnhof gibt es zukünftig immer mindestens einen 20-Minutentakt. Auch am Wochenende ist die Taktfrequenz zukünftig verdichtet. „Dadurch werden Kürten und Odenthal deutlich besser an den Schienenverkehr angebunden“, machte wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski deutlich.

Von Wermelskirchen nach Köln durchgängig im 30-Minuten-Takt


Denn natürlich profitiert auch Odenthal von der Qualitätsoffensive. Die Linie 434 von Bergisch Gladbach über Odenthal und Schildgen nach Köln-Dünnwald bindet die Gemeinde im 20-Minutentakt in beide Richtungen an den Schienenverkehr an. Zum einen an die KVB-Linie 4 in Dünnwald, zum anderen an die S11 in Bergisch Gladbach. Die Linie 260 von Wermelskirchen über Burscheid und Leverkusen nach Köln fährt nun durchgängig im 30-Minuten-Takt und sorgt so für einen häufigeren Anschluss ans Gleis. Generell gelingt durch die Taktverdichtung eine bessere Anbindung an die Schiene, denn auch die Stadtbahnlinie 1 und die RB25 sind häufiger erreichbar.
Zur Kommunikation der Qualitätsoffensive haben die Partner zudem eine Kampagne entwickelt, um die Öffentlichkeit über die vielen neuen Möglichkeiten zu informieren. Im Mittelpunkt steht der Slogan „Der neue Takt für Deinen Bus – Klingt gut!“ Dafür wurden Flyer, Plakate und weitere Werbemaßnahmen entwickelt.

Insgesamt kostet die Ausweitung des Angebots rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Der Rheinisch-Bergische Kreis wird zusammen mit den Verkehrsunternehmen kontinuierlich die Nutzung des neuen Angebotes verfolgen, um bei Bedarf gegebenenfalls auch nachzusteuern.

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