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Tartufo

10 Juli 2013 von B. J.

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Mir ist heiß, ein Tartufo muss her, kühl und kalt. Es wartet bereits geduldig auf mich im Kühlschrank, bis ich es vernasche, es schmilzt bei meinem Anblick dahin, es ist jederzeit verfügbar. Ein Tartufo zeigt sich mir nur von seiner besten Schokoladenseite, oben sitzt keck eine betörend rote Kirsche auf, pastellfarbenes, zartes Vanilleeis rundet sanft den bitterscharfen Kakao, der fein geraffelt die weiche Kugel streichelt. Und ich berühre es mit einem silbernen Löffel, langsam zergeht es auf meiner tastenden Zunge, und wieder und wieder tauche ich den silbernen Löffel ein, zwei-, dreimal hintereinander, ich komme nicht mehr los, dringe bis zum weichen Kern, der sich pulsierend auf meinem Löffel ergießt, und alles um mich herum wallt sich zu einem riesigen Tartufo, den ich verschlinge und der mich verschlingt.

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