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BELKAW-Deal für die Bürger oder die Stadtkasse?

30 April 2014 von Ramin Farzanehfar

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Zwei wie Tag und Nacht:

Die Stadt hat beschlossen das Versorgungsnetz selbst zu betreiben. Damit die Sicherheit für den Betrieb gewährleistet ist, wurde die Entscheidung getroffen einen Partner mit entsprechender Erfahrung zu gewinnen. An diesem Bewerbungsverfahren haben drei Unternehmen teilgenommen, wobei die Stadtwerke Aachen und die Belkaw sich der Öffentlichkeit präsentiert haben.

Während die Rheinenergie die Belkaw in den letzten 14 Jahren ausgeschlachtet hat, dürfen jetzt die Bürger die Kosten für den Sanierungsbau wieder mit übernehmen.

Die StawAG ist ein Unternehmen das größenmäßig zu Bergisch Gladbach passt. Bergisch Gladbach ist keine Millionenstadt wie Köln. Es käme mit Strukturen ähnlich denen, der kleinen Großstadt Aachen besser zurecht.

Für den Bürger oder die Stadtkasse?

Der Rat hatte seinerzeit einen Beschluss mit Kriterien über die Gewichtung der Angebote der Partner gefasst. Dieses stellt sich wie folgt dar: Einfluss (20%), Nachhaltigkeit (10%), Wirtschaftlichkeit (70%).
Diese Kriterien haben die Bedürfnisse des Bürgers ausgeschlossen.

Im Energie-Gesetz der Bundesrepublik Deutschland stehen andere Kriterien: Sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche, sowie „leitungsgebundene“ Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht..“

Die Stadtwerke Aachen haben neue Tarife versprochen, die im Jahresdurchschnitt 100 € günstiger sind, als die der Belkaw. Warum wurde das nicht berücksichtigt?

Die Dienstleistungen der Unternehmen wurden nicht verglichen. Wie lange sind die Wartezeiten für den Anschluss eines Baugrundstücks an die Versorgungsnetze oder für den Anschluss einer eigenen Solaranlage?

1. Einfluss

Die Rheinenergie will aus steuerlichen Gründen die Mehrheit von 50,1%. Die Stadtwerke Aachen bieten der Stadt Bergisch Gladbach einen Mehrheitsanteil bei einem geringerem Einstiegspreis. Während die Rheinenergie über den Mehrheitsanteil und einen Pachtvertrag zwischen der RNG und der Belkaw alles kontrolliert, bieten die Stadtwerke Aachen Service Leistungen für den Anschluss von Solaranlagen auf einen Klick.

Die Stadt hat keinen Einfluss. Ein Energiekonzern wird mit einer Stadt verflochten, so dass der Kollaps der RWE am Ende alle belastet. Für den Bürger macht es keinen Sinn zu Lasten der eigenen Kontrolle das Steuersparmodell eines Konzerns zu unterstützen. Die Rheinenergie nutzt im Moment den günstigen Gewerbesteuersatz in Bergisch Gladbach, um hier zu versteuern. Die Gewinne aus den Pachtverträgen zwischen Rheinenergie und Belkaw sind lenkbar. Es macht für den Bürger keinen Sinn bei 78 Mio. € der Rheinenergie blind zu vertrauen. Die Wertigkeit des Netzes der Belkaw wurde von der Rheinenergie selbst festgestellt. Hier hätte ein richterliches Gutachten sicher mehr Klarheit gebracht. Warum wurde das nicht in Auftrag gegeben?

2. Nachhaltigkeit

Die Umweltauswirkung kann jeder in den Daten der Unternehmen nachlesen. Der Gesamtstrom –Mix der Rheinenergie hat folgende Werte: CO-Emissionen: 438 g/kWh, Radioaktiver Abfall: 0,0002 g/kWh.

Dagegen stehen die StawaG:
CO-Emissionen: 241 g/kW,h Radioaktiver Abfall: 0,0 g/kWh.

3. Wirtschaftlichkeit

Selbst bei den wirtschaftlichen Kriterien versagt der Rat mit seiner Entscheidung. Als Bewertungskriterium wurde der Barwert gewählt. Betriebswirtschaftlich ein gravierender Fehler. Der Autor ist diplomierter Kaufmann und hat 20 Jahre Erfahrung in der Unternehmensbewertung, sowie zahlreiche Börsengänge begleitet.

Die Barwertmethode wird im Wesentlichen für die Bewertung von Staatsanleihen mit ewiger Laufzeit gewählt. Bei der Belkaw handelt es sich nicht um eine Anleihe. Die Angebote unterscheiden sich durch die unterschiedlichen Anfangsinvestition. Die Stadtwerke Aachen haben 13 Mio. angesetzt, die Belkaw 78 Mio. Dieser Unterschied wird bei der Barwertmethode nicht berücksichtigt. Auch berücksichtigt der Barwert nur die Gewinne für 10 Jahre.
Dabei ist der Barwert für eine ewige Laufzeit. Der Betrachtungszeitraum von 10 Jahren ist zu kurz und unseriös.

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