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KI am Telefon: Bergisch Gladbach testet Sprachassistent Mähnfred

14 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Der städtische KI-Chatbot Mähnfred soll künftig auch am Telefon Fragen beantworten. Vom 12. bis 25. Oktober testet Bergisch Gladbach den neuen Sprachassistenten in der Telefonzentrale und beim Abfallwirtschaftsbetrieb. Der Test soll zeigen, ob die künstliche Intelligenz den Bürgerservice verbessern kann – auch außerhalb der Öffnungszeiten und in mehr als 100 Sprachen.

Wer bei der Stadt Bergisch Gladbach anruft, könnte in diesen Tagen statt eines Mitarbeitenden zunächst eine künstliche Stimme hören: Der städtische Chatbot Mähnfred wird erstmals als telefonischer Sprachassistent erprobt. Mit dem zweiwöchigen Livetest will die Stadt herausfinden, ob die KI häufige Fragen zuverlässig beantworten und die Erreichbarkeit der Verwaltung verbessern kann.

Mähnfred ist bereits von der Internetseite der Stadt bekannt. Dort beantwortet der Chatbot Fragen rund um die Verwaltung. Für den neuen Test greift die Telefonversion auf dieselbe Wissensbasis zurück. Sie soll Informationen künftig auch Menschen zugänglich machen, die lieber zum Telefon greifen oder außerhalb der regulären Servicezeiten anrufen.

Die Stadt betont, dass der persönliche Kontakt nicht ersetzt werden soll. Vielmehr soll die Technik dort unterstützen, wo sie einen praktischen Nutzen bietet.

Telefonzentrale zeitweise komplett auf KI umgestellt

Besonders weit geht der Test in der städtischen Telefonzentrale. Unter der gewohnten Rufnummer 02202 14-0 übernimmt Mähnfred vom 12. bis einschließlich 20. Oktober sämtliche Anrufe. In diesem Zeitraum ist die Telefonzentrale nicht persönlich besetzt. Der Sprachassistent beantwortet allgemeine Fragen zur Stadtverwaltung. Eine Weiterleitung an Mitarbeitende ist in dieser ersten Testphase nicht möglich.

Ab dem 21. Oktober ändert sich das Verfahren: Während der regulären Öffnungszeiten nimmt wieder eine Mitarbeiterin die Anrufe entgegen. Außerhalb dieser Zeiten springt Mähnfred ein.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Mehrsprachigkeit. Der Voice-Bot kann nach Angaben der Stadt in mehr als 100 Sprachen kommunizieren. Damit soll geprüft werden, ob Menschen mit geringen Deutschkenntnissen leichter an Informationen der Verwaltung gelangen.

„Wir wollen mit dem Test ganz konkret herausfinden, wo uns die Technik einen echten Mehrwert bietet – für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für unsere Mitarbeitenden“, erklärt Sascha Kolter, Abteilungsleiter für IT und Zentraler Service. Der persönliche Kontakt solle erhalten bleiben, während die KI zusätzliche Möglichkeiten zur Informationsvermittlung eröffnet.

Mähnfred beantwortet Fragen zu Laub und Reisig

Auch beim Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) wird der Sprachassistent vom 12. bis 25. Oktober getestet. Dort geht es vor allem um Fragen zur Laub- und Reisigabfuhr, die im Herbst besonders häufig eingehen.

Unter der bekannten Telefonnummer für diesen Service nimmt Mähnfred rund um die Uhr Anrufe entgegen und soll wiederkehrende Fragen direkt beantworten. Anders als in der ersten Testphase der Telefonzentrale bleibt beim AWB die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch bestehen. Wer mit einer Mitarbeiterin sprechen möchte, kann dies ausdrücklich verlangen und wird während der regulären Erreichbarkeitszeiten weitergeleitet.

Außerhalb dieser Zeiten kann Mähnfred auf Wunsch auch Anmeldungen zur Laub- und Reisigabholung aufnehmen. Die erforderlichen Angaben werden telefonisch erfasst und anschließend per E-Mail an die zuständigen Mitarbeitenden übermittelt. Anmeldungen sind weiterhin auf den bisherigen Wegen möglich, vorzugsweise per E-Mail.

„Wenn Mähnfred einen Teil der wiederkehrenden Fragen direkt beantworten kann, hilft uns das im Alltag“, sagt Diana Lauszus, Sachgebietsleiterin Abfallsammlung. Der Bereich eigne sich gut für einen überschaubaren Praxistest, da die zusätzlichen saisonalen Anfragen den Arbeitsalltag des AWB im Herbst besonders beanspruchten.

Stadt bittet Bürger um Rückmeldungen

Ob der neue Sprachassistent tatsächlich eine sinnvolle Ergänzung ist, soll sich im laufenden Betrieb zeigen. Die Stadt möchte herausfinden, welche Fragen Mähnfred zuverlässig beantworten kann, wo Probleme auftreten und welche Verbesserungen erforderlich sind.

Bürgerinnen und Bürger können nach einem Telefonat direkt am Ende des Gesprächs Rückmeldung geben. Außerdem nimmt die Stadt Anregungen per E-Mail an digital@stadt-gl.de entgegen.

Die bekannten Telefonnummern bleiben während des gesamten Tests unverändert. Die Anrufe werden lediglich über die bestehende Telefonanlage an den Sprachassistenten weitergeleitet.

Nach dem 25. Oktober sollen die gesammelten Erfahrungen ausgewertet werden. Anschließend will die Stadt prüfen, ob und in welcher Form der telefonische KI-Service künftig eingesetzt werden kann. Beteiligt sind die Stabsstelle Digitalisierung, die städtische IT, die Telefonzentrale und der Abfallwirtschaftsbetrieb.

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Stadtrat im Zeichen der Haushaltssperre

Stadtrat im Zeichen der Haushaltssperre

14 Oktober 2026 von Darian Lambert

Zwölf Millionen Euro fehlen, das Aus der Fahrradstraßen ist vorerst ausgesetzt, und für das Q1 darf weiter gesammelt werden: Was der Rat am Dienstagabend in Bensberg entschieden hat

Am Dienstagmorgen verhängte Kämmerer Thore Eggert eine Haushaltssperre, am Abend musste sich der Stadtrat mit den Folgen befassen. Bevor es ums Geld ging, lieferten sich die Fraktionen allerdings eine lange Auseinandersetzung über die Fahrradstraßen. Einstimmig ließ der Rat das Bürgerbegehren zum Erhalt des Q1 zu, und die Parkgebühren steigen ab Januar.

Zwölf Millionen Euro unter Plan

Die Stadt rechnet für 2026 mit einem Jahresergebnis, das rund zwölf Millionen Euro schlechter ausfällt als im Haushalt geplant. Als Gründe nennt die Verwaltung geringere Steuereinnahmen, höhere Ausgaben in der Jugendhilfe und zusätzliche Abschreibungen auf Investitionen. Kämmerer Eggert hat deshalb bis zum Jahresende eine haushaltswirtschaftliche Sperre angeordnet.

Sie verschärft die Bewirtschaftungsverfügung, die seit dem 2. September gilt, und erfasst nun auch Investitionen. Jede Ausgabe über 1.000 Euro muss vorher einzeln freigegeben werden: Die Kämmerei prüft, der Kämmerer entscheidet. Was nicht zwingend und dringlich ist, wird zurückgestellt. Gesetzliche Pflichtleistungen, etwa im Sozial- und Jugendbereich, und die Gefahrenabwehr bleiben ausgenommen; die Eigenbetriebe trifft die Sperre nicht unmittelbar.

Ablauf und Zeitplan der Haushaltssperre. Grafik: GL Aktuell

Im Rat erläuterte Eggert, ohne Gegensteuern hätte die Stadt die Schwelle für einen Nachtragshaushalt überschritten. Die Kommunalaufsicht sei informiert und halte die Sperre anstelle eines Nachtragshaushalts nach erster Einschätzung für unbedenklich; eine schriftliche Bestätigung stehe noch aus. Ab dem 1. Januar 2027 gilt die vorläufige Haushaltsführung, den Entwurf für den Haushalt 2027 will die Verwaltung im März vorlegen.

Bürgermeister Marcel Kreutz ordnete die Sperre als weiteren Schritt nach Wiederbesetzungssperre und Bewirtschaftungsverfügung ein. Langfristig wolle die Verwaltung ihre Arbeit über Digitalisierung, Prozessmanagement und Aufgabenkritik grundlegend umbauen.

Wie angespannt die Lage ist, zeigt der Schuldenstand: Anfang September lag die Gesamtverschuldung der Stadt bei 575,1 Millionen Euro, rund 85 Prozent mehr als 2022. Gut 178 Millionen Euro davon sind Kassenkredite, mit denen die Stadt laufende Ausgaben finanziert.

Entwicklung der städtischen Gesamtverschuldung seit 2022. Grafik: GL Aktuell

Aus dem Rat kamen viele Nachfragen: Welche Vorhaben werden zurückgestellt, was bedeutet die Sperre für Vereine und freiwillige Zuschüsse, und wer sitzt im angekündigten Abstimmungsgremium „Ältestenrat plus“? Eggert sagte schriftliche Antworten zu, außerdem Zahlen zur Zinslast und eine Übersicht aller freiwilligen Leistungen der Stadt. Frank Samirae (Bürgerpartei GL) forderte, zuerst bei Aufgabenkritik, Digitalisierung und doppelten Strukturen anzusetzen; Steuererhöhungen dürften nur das letzte Mittel sein.

CDU-Antrag zum Personal geht in den Hauptausschuss

Die CDU verlangte vom Bürgermeister ein „qualifiziertes Konzept zur Steuerung und Reduzierung des Personalaufwands“. Auf Antrag von Volt/FWG verwies der Rat das Papier mit großer Mehrheit in den Hauptausschuss, wo die Personalfragen ausführlicher beraten werden sollen. Dagegen stimmte die Bürgerpartei GL, die angesichts der Haushaltslage auf schnelles Handeln drängte.

Zwei Anträge der AfD scheiterten in allen Punkten. Die Fraktion wollte unter anderem eine Haushaltsnotlage feststellen lassen und Ausgaben an eine Freigabe durch den Rat binden; ein zweiter Antrag zielte auf die Belastung durch die Kreisumlage.

Streit um die Fahrradstraßen

Schon vor dem Rathaus war das Thema präsent: Der Fahrradclub ADFC hatte eine symbolische Fahrradstraße aufgebaut und übergab dem Bürgermeister mehr als 1.000 Unterschriften für Fahrradstraßen in der Stadt.

Im Saal ging es um einen Beschluss des Ausschusses für Mobilität und Verkehrsflächen (AMV). Mit den Stimmen von CDU und AfD hatte der Ausschuss Ende September beschlossen, auf Fahrradstraßen zu verzichten. Angekündigt war allerdings nur der Rückbau der früheren Fahrradstraße Nachtigallenstraße/Hasenweg. Das Rechtsamt kam deshalb zu dem Schluss, dass der weitergehende Änderungsantrag den Beratungsgegenstand unzulässig erweitert habe. Kreutz hat den Beschluss beanstandet, damit ist er vorerst ausgesetzt.

Das weitere Verfahren nach der Beanstandung des Bürgermeisters. Grafik: GL Aktuell

Die Debatte darüber dauerte rund eine Stunde. CDU-Fraktionschef Michael Metten warf der Verwaltung „Wortbruch“ vor: Nach dem Gerichtsurteil zu den Fahrradstraßen in Frankenforst habe sie entgegen früherer Zusagen ein externes Büro mit einer Verkehrsuntersuchung beauftragt. Kreutz wies das entschieden zurück, auch Jonathan Ufer (Grüne) widersprach. SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt kritisierte, dass die CDU im Ausschuss eine Vertagung abgelehnt hatte; Martin Freitag (Volt/FWG) beklagte, die kleineren Gruppen hätten keine Gelegenheit gehabt, sich zu beraten.

Nun muss der AMV erneut beraten. Bleibt er bei seinem Beschluss, entscheidet der Rat, danach gegebenenfalls die Kommunalaufsicht. Einen Einspruch von SPD, Grünen, Volt/FWG und Linke gegen den Ausschussbeschluss, den die Verwaltung zur Annahme empfohlen hatte, lehnte der Rat später mit 39 zu 32 Stimmen ab, getragen von CDU, AfD, Bürgerpartei GL und Einzelratsmitglied Benno Nuding. Offene Fragen, auch zu möglichen Rechtsmitteln, will die Verwaltung schriftlich beantworten.

Q1: Unterschriften bis zum 23. November

Einstimmig stellte der Rat fest, dass das Bürgerbegehren „Erhaltung des Standorts Quirlsberg 1 für die Jugendarbeit“ zulässig ist. Zu prüfen war dabei nur die rechtliche Form, nicht die Sache selbst, darauf legten Verwaltung und mehrere Redner Wert. Hinter dem Begehren stehen Pfadfinder, die das Gebäude dauerhaft für die Jugendarbeit sichern wollen; der Rat hatte im März einen Neubau für ein „Jugendquartier“ beschlossen.

Bis zum 23. November müssen die Initiatoren nun 4.422 Unterschriften sammeln, fünf Prozent der Wahlberechtigten. Gelingt das, muss sich der Rat erneut mit dem Q1 befassen; folgt er dem Begehren nicht, kommt es zum Bürgerentscheid. Laut Kostenschätzung der Verwaltung kostet eine Sanierung je nach Variante mehrere Millionen Euro, im teuersten Fall mit einem Saal für mehr als 200 Personen rund neun Millionen Euro. Die SPD äußerte die Sorge, ein Erfolg könne zulasten des Schulbaus gehen.

Die nächsten Schritte beim Bürgerbegehren zum Q1. Grafik: GL Aktuell

Parken wird teurer

Ab dem 1. Januar 2027 kostet eine Stunde Parken in Zone 1 zwei Euro statt 1,50 Euro, in Zone 2 1,50 Euro statt einem Euro. Ein Monatsticket kostet künftig 65 Euro, ein Tagesticket sechs Euro. Die Verwaltung begründet die Erhöhung vor allem mit der Umsatzsteuer, die ab 2027 auf Parkgebühren anfällt, und verwies auf die Lenkungswirkung der Gebühren.

Parkgebühren bisher und ab 2027. Grafik: GL Aktuell

Die Bürgerpartei GL warnte vor Folgen für die Ortszentren, die ohnehin mit Leerständen und dem Onlinehandel kämpften, und vermisste eine Stellungnahme von IHK und Einzelhandel. Es passe nicht zusammen, das Parken zu verteuern und es in der Adventszeit dann wieder kostenlos anzubieten. Mit ihrem Vorschlag, die Entscheidung in die Haushaltsberatungen zu verschieben, setzte sie sich nicht durch. Ein Antrag der AfD gegen die Erhöhung wurde mit den Stimmen aller übrigen Fraktionen abgelehnt. Einzelratsmitglied Thomas Santillán verlangte dagegen eine Vollkostenrechnung und eine stärkere Anpassung; seine Änderungsanträge sollen in den Haushaltsberatungen behandelt werden, ebenso eine mögliche weitere Erhöhung zum Ausgleich der Inflation.

Zanders, Museum und Beteiligungen

Einstimmig billigte der Rat das Integrierte Handlungskonzept 2.0 für das Zanders-Areal. Damit kann die Stadt bis Ende Oktober neue Städtebaufördermittel beantragen. Das Paket umfasst 56,7 Millionen Euro bei 60 Prozent Förderung, größter Posten ist die neue Stadtbibliothek. Gebaut ist damit noch nichts: Jede Maßnahme kommt mit belastbaren Kosten erneut in den Rat. Die Bürgerpartei GL gab zu Protokoll, einem Baubeschluss für die Bibliothek nur mit verbindlichem Förderbescheid und bekannten Betriebskosten zuzustimmen.

Auch der Grundsatzbeschluss zur Neukonzeption des Bergischen Museums fand eine Mehrheit. Er gibt die Planung frei; umgesetzt wird nur, wenn mindestens die Hälfte der rund 5,5 Millionen Euro über Fördermittel kommt und der städtische Anteil 2,75 Millionen Euro nicht übersteigt. Die Jahresabschlüsse 2025 von Bädergesellschaft, GL Service und Zanders-Entwicklungsgesellschaft wurden mehrheitlich gebilligt; die Bürgerpartei lehnte den Abschluss der Bäder ab und kritisierte Doppelstrukturen bei den städtischen Beteiligungen. Den geprüften Jahresabschluss 2024 der Stadt nahm der Rat auf einstimmige Empfehlung des Rechnungsprüfungsausschusses an.

Bestätigt wurden außerdem außerplanmäßige Ausgaben von 1,8 Millionen Euro für die städtische IT und die Freigabe von zwei Stellen an der Feuerwehrschule.

Knappe Niederlage für Bürgerpartei-Antrag

Ungewöhnliche Mehrheiten gab es beim Antrag der Bürgerpartei GL, in der Telefonzentrale der Stadt künstliche Intelligenz einzusetzen. Dafür stimmten die Bürgerpartei, nach einer wiederholten Abstimmung die CDU sowie Einzelratsmitglied Nuding. SPD, Grüne, Volt/FWG und AfD lehnten ab, mit 38 zu 32 Stimmen fiel der Antrag durch. Aus den Reihen der Gegner hieß es, man sei nicht inhaltlich dagegen, die Verwaltung setze das Thema ohnehin um; zudem wurde kritisiert, der Antrag sei offenbar mit KI-Hilfe erstellt worden. Tatsächlich testet die Stadt derzeit zwei Wochen lang einen KI-Assistenten am Telefon.

Die beiden knappen Abstimmungen des Abends. Grafik: GL Aktuell

Kurz notiert

  • Straßenreinigung: Über die Umstellung der Gebühr auf die Grundsteuer B wird erst in den Haushaltsberatungen entschieden.
  • Wohnraumschutz: Den Antrag von SPD und Grünen für eine schärfere Wohnraumschutzsatzung hat der Rat in den Hauptausschuss verwiesen.
  • Frankenforster Straße: Zuständig für den Umbau ist der Landesbetrieb Straßen.NRW, der Wegfall der Parkstreifen diene der Verkehrssicherheit. Kreutz will sich dort für den Erhalt zumindest eines Parkstreifens einsetzen.
  • Blitzer: Der mobile Blitzer-Anhänger hat in einem Jahr rund 600.000 Euro eingebracht.
  • Stadthäuser: Der Umzug ins AOK-Gebäude verschiebt sich voraussichtlich auf Mitte 2027.
  • Fluglärm: Eine Antwort des Landes zur Stellungnahme der Stadt an die Fluglärmkommission steht weiter aus.
  • Neue Gesichter: Drei nachgerückte Ratsmitglieder wurden zu Beginn der Sitzung verpflichtet.

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Neun Chefsessel und ein 63-Millionen-Loch

Neun Chefsessel und ein 63-Millionen-Loch

13 Oktober 2026 von Darian Lambert

Aus dem Rathaus · Haushaltssperre 2026

BM Kreutz:
Bin ich Pleite?

Bergisch Gladbach ist so klamm, dass ab sofort jede Ausgabe über 1.000 Euro einzeln genehmigt werden muss. In der Chefetage wurde vorher kräftig aufgestockt: Aus zwei Stellen der Spitzenbesoldung A 16 wurden neun. Warum, will die Verwaltung seit vier Monaten nicht sagen. Ihr Tipp: googeln.

Das Wichtigste vorab Haushaltssperre bis 31. Dezember: Jede gesperrte Ausgabe über 1.000 Euro braucht den Segen des Kämmerers – jetzt auch bei Investitionen.Defizit 2026: geplant 50,9 Millionen Euro, jetzt rund 63 Millionen. Das sind gut 170.000 Euro Miese pro Tag.Ausblick: 2027 droht das Pflicht-Haushaltssicherungskonzept, für 2032 hält die Prognose sogar eine Überschuldung für möglich.Stellenplan seit 2014: plus 44,7 Prozent. Einwohnerzahl: plus 4 Prozent.A 16: von zwei auf neun Stellen. Die mittlere Führungsebene A 14 schrumpft um gut ein Viertel.Unsere Anfragen seit Mai: keine einzige inhaltlich beantwortet.


Pleite verboten, klamm erlaubt

Pleitegehen ist Städten in Nordrhein-Westfalen gesetzlich verboten: Ein Insolvenzverfahren über das Vermögen einer Gemeinde ist nach § 128 der Gemeindeordnung nicht zulässig. Bergisch Gladbach testet gerade, wie nah man trotzdem herankommt.

Kämmerer Thore Eggert hat in Abstimmung mit Bürgermeister Marcel Kreutz eine haushaltswirtschaftliche Sperre nach § 25 Abs. 2 KomHVO NRW angeordnet. Sie gilt bis Silvester und verschärft die Bewirtschaftungsverfügung, die schon seit dem 2. September gilt. Neu ist: Auch Investitionen fallen jetzt darunter.

Für jede gesperrte Ausgabe über 1.000 Euro braucht es vorab eine Einzelfreigabe. Die Kämmerei prüft, der Kämmerer entscheidet. Bis Silvester geht damit jeder Drucker über 1.000 Euro über seinen Schreibtisch.

Grafik 1: So funktioniert die Haushaltssperre. Quelle: TOP-Verteiler 04/2026 der Stadt Bergisch Gladbach vom 13.10.2026.

Die Chefsessel nicht. Gehälter sind Rechtspflicht, vom Bürgerbüro bis zur A-16-Ebene. An der Struktur des Rathauses ändert die Sperre deshalb: nichts.

Der Bürgermeister lässt mitteilen, die Menschen müssten sich „auf ihre Stadt verlassen können“. Stimmt. Verlassen kann man sich vor allem darauf, dass die Sperre keinen einzigen Chefsessel berührt.

Ab dem 1. Januar 2027 folgt nahtlos die vorläufige Haushaltsführung, im Volksmund Nothaushalt. Vom Sperrmodus geht es direkt in den Notbetrieb – ohne Umweg über die Normalität.

Das Loch: rund 63 Millionen Euro

Geplant war für 2026 ein Minus von 50,9 Millionen Euro. Schon dafür musste die Verwaltung knapp 9,5 Millionen Euro „globalen Minderaufwand“ einplanen: eine Einsparung, die erst noch irgendwo gefunden werden muss.

Jetzt erwartet die Stadt ein Ergebnis, das rund zwölf Millionen Euro schlechter ausfällt als geplant. Macht rund 63 Millionen Euro Minus. Das Ziel, beim Defizit unter 50 Millionen zu bleiben, war schon im August Makulatur.

Grafik 2: Das Defizit 2026. Quelle: Stadt Bergisch Gladbach, Haushalt 2026 und Prognose vom 13.10.2026; Berechnung BÜRGERPARTEI GL.

Pro Tag sind das gut 170.000 Euro, pro Kopf rund 550 Euro – vom Säugling bis zur Seniorin. Die Bagatellgrenze der Haushaltssperre reißt die Stadt rechnerisch etwa alle acht Minuten. Auch nachts. Auch sonntags.

Als Gründe nennt die Stadt weniger Steuern, mehr Jugendhilfe und höhere Abschreibungen. Im Hauptausschuss nannte der Kämmerer 13 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer und mindestens sieben Millionen mehr Kreisumlage. Für 2027 rechnet er mit einem Pflicht-Haushaltssicherungskonzept, für 2032 hält die eigene Prognose sogar eine Überschuldung für möglich.

Was ist ein Haushaltssicherungskonzept? Ein Haushaltssicherungskonzept (HSK) wird Pflicht, wenn eine Stadt ihre Rücklagen in größerem Umfang aufzehrt. Die Kommunalaufsicht muss es genehmigen, bis dahin gilt der Nothaushalt. Unter Druck geraten dann vor allem freiwillige Leistungen wie Kultur, Sport und Vereinsförderung.

Und das Personal? Es ist nicht allein schuld. Aber es ist ein dicker Posten, den die Stadt selbst in der Hand hat: Mehr als jeder fünfte Euro der Aufwendungen fließt ins eigene Personal.

Grafik 3: Personalaufwand im Kernhaushalt. Quelle: Haushaltsbücher 2018, 2023 und 2026, ausgewertet in der Strukturanalyse der BÜRGERPARTEI GL.

Seit 2014 haben sich die Personalkosten fast verdoppelt, von 55,5 auf 110,8 Millionen Euro im Plan 2026. Ein Teil davon sind Tariferhöhungen. Wie groß dieser Teil ist, könnte die Verwaltung beziffern. Die BÜRGERPARTEI GL hat im Mai danach gefragt. Antwort: bis heute keine.

Das Rathaus wächst zehnmal so schnell wie die Stadt

Seit 2014 ist der Stellenplan von 1.056,5 auf 1.528,5 Stellen gewachsen: plus 44,7 Prozent. Die Einwohnerzahl stieg im selben Zeitraum um rund vier Prozent. Das Rathaus wächst also mehr als zehnmal so schnell wie die Stadt, die es verwaltet.

Grafik 4: Stellenplan und Einwohnerzahl 2014 bis 2026. Quelle: Stellenpläne 2014 und 2026; Strukturanalyse der BÜRGERPARTEI GL.

Mit der Personaldichte von 2014 käme die Stadt heute mit rund 1.100 Stellen aus. Im Plan stehen 1.528,5.

Am schnellsten ging es zwischen 2017 und 2022: im Schnitt 5,36 Prozent mehr Stellen pro Jahr. Das liegt genau in dem Korridor, den der britische Marinehistoriker C. Northcote Parkinson schon 1955 beschrieben hat: Verwaltungen wachsen um 5,17 bis 6,56 Prozent im Jahr, egal wie viel Arbeit anfällt.

Parkinson hat das satirisch zugespitzt, aber nicht erfunden. Seine Belege waren echt: Die britische Marine hatte immer weniger Schiffe, die Admiralität immer mehr Beamte. Das galt damals, und es gilt heute – in Bergisch Gladbach steht es im Stellenplan.

Ja, es gibt neue Pflichtaufgaben: Kita-Ausbau, Ganztag, Digitalisierung, Zuwanderung. Die gibt es in Siegen und Neuss aber auch. Dort wuchsen die Stellenpläne bis 2023 um 11,1 und 25,5 Prozent.

Grafik 5: Verwaltungsdichte im Städtevergleich. Quelle: Strukturanalyse der BÜRGERPARTEI GL, Stand 03.05.2026.

Nicht mitgezählt sind die städtischen Töchter: Zanders-Entwicklungsgesellschaft und IPGL planen bis 2028 zusammen 26 Stellen, die in keinem Stellenplan der Stadt auftauchen.

Aus zwei Chefsesseln wurden neun

Den größten Sprung hat die Spitze gemacht. 2014 standen im Stellenplan zwei Stellen der Besoldungsgruppe A 16. Heute sind es neun.

Was ist A 16? A 16 ist die höchste Besoldungsgruppe für Laufbahnbeamtinnen und -beamte. Im Stellenplan heißt das Amt Leitende Direktorin oder Leitender Direktor, in der Regel sind das Fachbereichsleitungen. Darüber kommen nur noch die Wahlbeamten: Bürgermeister und Beigeordnete.

Grafik 6: A-16-Planstellen 2014 und 2026. Quelle: Stellenpläne 2014 und 2026 (Haushaltsplan-Entwurf 2026, S. 399).

Gleichzeitig schrumpfte die mittlere Führungsebene A 14 von 16 auf 11,5 Stellen. 2014 kamen auf eine A-16-Stelle acht A-14-Stellen, heute sind es 1,3. Die Pyramide hat Bauch angesetzt – ganz oben.

Grafik 7: Die Besoldungspyramide 2014 und 2026. Quelle: Stellenpläne Teil A, ausgewertet in der Strukturanalyse der BÜRGERPARTEI GL.

Bergisch Gladbach hat inzwischen mehr Leitende Direktoren als Direktoren: neun zu sechs. Wer hier vom Direktor zum Leitenden Direktor wird, steigt nicht auf, sondern wechselt in die Mehrheit.

Die neunte Stelle kam zuletzt dazu: 2024 standen acht im Plan, seit 2025 sind es neun. Welche, warum und auf welchen Ratsbeschluss hin, hat die BÜRGERPARTEI GL am 10. Juni gefragt. Zwischendurch sollte die Frage nach dem öffentlichen Stellenplan hinter verschlossenen Türen beantwortet werden. Den Antrag der BÜRGERPARTEI GL, sie öffentlich zu behandeln, ließ die Verwaltung ebenfalls unbeantwortet.

Die Antwort im Hauptausschuss am 7. Oktober: keine. Fachbereichsleiter David Sprenger verwies auf eine „formale Antwort“ und darauf, dass er das Organigramm in ungefähr drei Sekunden gegoogelt habe. Wir haben auch gegoogelt. Das Organigramm zeigt Kästchen und Namen. Besoldungsgruppen, Bewertungen, Kosten: Fehlanzeige.

Deshalb noch einmal, zum Mitschreiben und ohne Namen: Welche Funktionen sind mit A 16 bewertet? Wann und wie wurden sie zuletzt bewertet? Was kosten A 15 und A 16 zusammen pro Jahr? Das passt auf eine Seite. Googeln kann man es nicht.

Gespart wird unten. Oben wird gegoogelt.

Ob auch oben gespart wird, belegt die Verwaltung nicht. Wo unten gespart wird, hat sie selbst aufgeschrieben und im Hauptausschuss berichtet:

Tabelle 1: Gespart wird unten. Quelle: Mitteilung zum Personalkostenrahmen (Vorlage 0546/2026) und Hauptausschuss vom 07.10.2026.

Trotzdem reißt die Stadt ihren eigenen Personalkostenrahmen: 2026 um rund 1,15 Millionen Euro, 2027 laut Hochrechnung um rund 4,77 Millionen.

Laut Verwaltung trifft die Wiederbesetzungssperre Führung und Sachbearbeitung gleichermaßen. Beweisen ließe sich das mit einer Liste der Ausnahmen seit Juli. Zugesagt war sie für Oktober. Jetzt soll sie erst mit dem nächsten Halbjahresbericht kommen, weil der Zeitraum zu kurz sei. Ausnahmen zählt man aber nicht in Monaten, sondern in Zeilen.

Chronik: gefragt, vertagt, gegoogelt

Seit Mai fragt die BÜRGERPARTEI GL nach Zahlen zur Personalentwicklung: zwei Anfragen, ein Antrag. Inhaltlich beantwortet wurde bis heute nichts davon. Die Haushaltslage hat sich in dieser Zeit bewegt. Die Antworten nicht.

Tabelle 2: Chronik der Anfragen und der Haushaltslage, Mai bis Oktober 2026.

Was jetzt auf den Tisch muss

Höhere Grund- und Gewerbesteuern sind laut Haushaltsbegleitbeschluss nur das letzte Mittel. Bevor den Bürgerinnen und Bürgern wieder in die Tasche gegriffen wird, gehört die Spitze der Verwaltung auf den Prüfstand. Die BÜRGERPARTEI GL fordert:

  1. Antworten auf die drei Kernfragen zu A 16 – ohne Namen, auf einer Seite und vor den Haushaltsberatungen 2027.
  2. Die Liste der Ausnahmen von der Wiederbesetzungssperre, wie im Juli zugesagt, mit der Angabe, ob Leitungsstellen darunter sind.
  3. Einen Deckel für die Spitze: bis 2030 höchstens so viele A-16-Stellen wie 2018, rund sechs statt neun.
  4. Einen Konzern-Stellenplan, der auch die Töchter zeigt: ZEG, IPGL und Schulbau GmbH.
  5. Fachbereichsleitungen auf fünf Jahre, mit Option auf Verlängerung.

Keiner dieser Vorschläge kostet eine einzige Kita-Stelle. Sie setzen dort an, wo der Stellenplan prozentual am stärksten gewachsen ist: ganz oben.

„Sparen ist glaubwürdig, wenn es oben anfängt“, hat Thomas Klein im Hauptausschuss gesagt. In Bergisch Gladbach fängt Sparen bei 1.000 Euro an. Ob es jemals bei A 16 ankommt, verrät die Verwaltung nicht.

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19 Tage alt, dann die Notbremse: Was der Finanzausschuss über die Stadtkasse verrät

19 Tage alt, dann die Notbremse: Was der Finanzausschuss über die Stadtkasse verrät

09 Oktober 2026 von Darian Lambert

Aus dem Rathaus · Finanzausschuss vom 8. Oktober 2026

Der Haushalt 2026 war gerade erst rechtskräftig, da verhängte der Kämmerer schon eine Bewirtschaftungsverfügung. Der Haushalt 2027 kommt erst im März. Die städtische IT war im September zahlungsunfähig und bekommt 1,86 Millionen Euro nachgeschossen – per Tischvorlage. Dazu: ein Museum für 5,5 Millionen, eine Bibliothek für 35 Millionen, eine kaputte Heizung und ein KI-Telefon, das am Montag startet.

Das Wichtigste vorab:

  • Haushalt 2027: Einbringung erst im März 2027 – bis zur Verabschiedung gilt die vorläufige Haushaltsführung
  • Bewirtschaftungsverfügung seit dem 2. September, 19 Tage nach Rechtskraft des Haushalts; eine Haushaltssperre wird geprüft
  • Schulden: seit 2022 rund 85 Prozent mehr, fast 180 Millionen Euro Kassenkredite – was die Zinsen kosten, konnte die Verwaltung nicht sagen
  • Rathaus-IT: im September zahlungsunfähig, jetzt 1,86 Millionen Euro Nachschlag
  • Bergisches Museum: 230.000 Euro Planung freigegeben, Eigenanteil der Stadt bis 2,75 Millionen Euro – während Vereinen 300-Euro-Zuschüsse gestrichen wurden
  • KI-Telefonzentrale: Test startet am Montag
  • Rathaus Bensberg: Heizung kaputt, Entscheidung erst im Dezember

Erst die Notbremse, dann der Haushalt

Am 14. August wurde der Haushalt 2026 rechtskräftig. Am 2. September erließ Kämmerer Thore Eggert eine Bewirtschaftungsverfügung – nach seinen Worten „die kleine Schwester der Haushaltssperre“. Sie gilt bis Jahresende, trifft vor allem die laufenden Ausgaben und legt sich über die Sparregeln, die in den Fachbereichen ohnehin gelten. Investitionen sind ausgenommen, sollen aber ebenfalls kritisch geprüft werden. Ob für die letzten Wochen des Jahres doch noch eine echte Haushaltssperre nötig wird, entscheidet sich nach einer neuen Prognose bis zur Ratssitzung am 13. Oktober.

Und der nächste Haushalt? Kommt später als gewohnt. Den Entwurf für 2027 bringt die Verwaltung erst im März 2027 ein. Bis er beschlossen ist – also voraussichtlich bis weit ins Frühjahr – fährt die Stadt in der vorläufigen Haushaltsführung, laut Eggert „die strengste Form der Bewirtschaftung“: nur noch das Notwendige, im Zweifel abgestimmt mit der Kommunalaufsicht. Die Begründung des Kämmerers ist bemerkenswert offen: Aus fachlicher Sicht sei es nicht vertretbar, fehlende politische Prioritäten durch Annahmen im Haushalt zu ersetzen. Die Politik soll vorher sagen, was gestrichen wird.

Das ist ehrlich. Vorbereitet werden soll das allerdings in einem neuen, informellen Gremium mit dem Arbeitstitel „Ältestenrat plus“. Wer in dem „Plus“ sitzt, blieb offen. Im Ältestenrat selbst sitzt die BÜRGERPARTEI GL nicht; ihren Antrag, die Ratsgruppen zu beteiligen, hat der Rat im März abgelehnt. Wenn die Weichen für den Haushalt dort gestellt werden, dann nicht von allen, die dafür gewählt wurden.

Wie ernst die Lage ist, ließ Eggert nebenbei durchblicken: Bei den großen Gewerbesteuerzahlern fragt er inzwischen jedes Jahr eine Art „Gewinnwarnung“ ab, die mittelständischen Betriebe teilen den Konjunkturoptimismus aus Berlin bisher nicht, und der Kreiskämmerer hat sich wegen der Kreisumlage gemeldet – Millionen, die obendrauf kommen. Thomas Klein, der die BÜRGERPARTEI GL im Finanzausschuss vertritt, warnte davor, Wachstumsprognosen in die Planung einzurechnen: Solche Annahmen gehörten mit größter Vorsicht behandelt.

„Eine Notbremse nach 19 Tagen, ein Haushalt, der erst im März kommt, und eine IT, die im September kein Geld mehr hatte – das ist Fahren auf Sicht. Wer jetzt Prioritäten setzen will, muss alle an den Tisch holen und nicht nur die Fraktionen im Ältestenrat“, sagt Frank Samirae, Vorsitzender der Ratsgruppe BÜRGERPARTEI GL.

Schulden: Die Zinsen kennt keiner

Seit 2022 ist die Gesamtverschuldung der Stadt um rund 85 Prozent gestiegen; fast 180 Millionen Euro davon sind Kassenkredite – der Dispo der Stadt. Klein wollte wissen, was das kostet: Wie hoch ist die Zinslast 2026 und 2027? Was bedeutet ein Prozentpunkt mehr? Und wie viel der neuen Schulden seit 2023 ist in Investitionen geflossen, wie viel in den Dispo?

Antwort der Verwaltung: Aus dem Stand nicht zu sagen, man reiche eine Berechnung nach. Bis zur Ratssitzung am Dienstag werde das „nicht komplett“ zu schaffen sein. Dabei hatte ein Ausschussmitglied schon in der vorigen Sitzung genau diese Angaben erbeten; geliefert wurde bisher nur der Schuldenstand. Dass eine Stadt mit diesem Schuldenberg ihre Zinslast nicht beziffern kann, sagt über den Haushalt mehr als jede Prognose.

1,86 Millionen für die IT – per Tischvorlage

Die unangenehmste Nachricht des Abends lag als Tischvorlage auf den Plätzen: Die städtische IT braucht bis Jahresende rund 1,86 Millionen Euro zusätzlich. Der zuständige Abteilungsleiter sagte es ungeschminkt: Im September sei man „zahlungsunfähig“ gewesen; Rechnungen aus laufenden Verträgen ließen sich nur über eine interne Umschichtung bezahlen. Die Gründe: Lizenzen für Fachanwendungen und Support, die statt der üblichen anderthalb bis zwei Prozent plötzlich 15 Prozent teurer wurden; der Microsoft-Rahmenvertrag, für den die Stadt immer mehr Lizenzen braucht, weil immer mehr Beschäftigte digital arbeiten; Leasingraten für ein Speichersystem von 2,2 Millionen Euro; Server für die Virtualisierung der Arbeitsplätze; Ausstattung für das neue Stadthaus; und eine neue Software für das Ordnungsamt, weil die alte zum Jahreswechsel ausläuft. Gedeckt wird das unter anderem mit Geld für Mobilitätsstudien, das in diesem Jahr ohnehin nicht mehr ausgegeben wird – und mit der Gewerbesteuerumlage, die sinkt, weil die Gewerbesteuer einbricht. Ein trauriger Deckungsvorschlag.

Zuständig für die IT ist übrigens der Bürgermeister – das stellte der Kämmerer klar, bevor es ums Geld ging. Wie sich die Digitalisierungskosten in den letzten Jahren entwickelt haben, soll der Hauptausschuss nun in einer Übersicht bekommen. Ein Ausschussmitglied brachte die passende Frage mit: ob die versprochene „Digitalisierungsrendite“ nicht eher eine Umverteilung an die Softwarekonzerne ist.

Die BÜRGERPARTEI GL hat die Vorlage abgelehnt – nicht, weil die IT kein Geld braucht, sondern wegen des Verfahrens: elf Seiten, ausgeteilt am Platz, keine Lesezeit, Abstimmung. Klein erklärte, er sehe sich außerstande, über etwas abzustimmen, das er nicht lesen konnte. Eine Zusage gab es immerhin: Tischvorlagen sollen künftig vorab digital bereitgestellt werden, auch wenn es kurzfristig wird.

Museum: 5,5 Millionen, Deckel 2,75 – und 300 Euro für Vereine

Für die Neukonzeption des Bergischen Museums sollten die Planungsphasen 1 bis 3 freigegeben werden, rund 230.000 Euro. Die Verwaltung braucht den Beschluss bis zum 31. Oktober, sonst verfallen die Fristen für Förderanträge beim Landschaftsverband. Eingebaut sind zwei Bremsen: mindestens 50 Prozent Förderung, sonst wird nicht gebaut, und ein Deckel von 2,75 Millionen Euro für den Anteil der Stadt.

Die SPD wollte sich vor den Haushaltsberatungen nicht festlegen und nur mitgehen, wenn auch die Planungskosten zu 90 Prozent gefördert werden. Aus CDU und Grünen und von der Verwaltung kam Widerspruch: Kommunen im Haushaltssicherungskonzept bekämen höhere Förderquoten, teils bis 90 Prozent, und die Kostenbremse sei ja eingebaut.

Klein setzte den Kontrast: Selbst mit 50 Prozent Förderung bleiben knapp drei Millionen Euro bei der Stadt – einer Stadt, die gerade über eine Haushaltssperre nachdenkt und Vereinen Zuschüsse von 300 Euro gestrichen hat. Sein Vorschlag: erst die marode Elektrik in Ordnung bringen, dann sehen, was Fördermittel hergeben. Die Verwaltung widersprach: Das Projekt stamme aus dem „Museumslabor“ mit Bürgerbeteiligung, und bei einem alten Gebäude sei es mit der Elektrik allein nicht getan. Der Kämmerer räumte ein, dass die 230.000 Euro in Anführungszeichen verschwendet wären, falls die Förderung ausbleibt – dann hieße es eben „Daumen hoch oder Daumen runter“. Beschlossen wurde die Vorlage mit dem Zusatz, dass die Verwaltung sich um möglichst hohe Förderung bemüht. Die BÜRGERPARTEI GL hat sich enthalten.

35 Millionen für eine Bibliothek – und ein Deckel, den noch keiner kennt

Klein stellte die Grundsatzfrage: Wie passen Museum, Bibliothek und die übrigen Investitionsabsichten zu dem Investitionsdeckel, den der Kämmerer ankündigt? Eggerts Antwort: Der Deckel soll Abschreibungen und Zinsen auf ein Maß begrenzen, mit dem die Stadt lange leben kann. Projekte in Kleinstpakete zu zerlegen, helfe nicht – dann würden sie zu laufendem Aufwand und schlügen direkt ins Ergebnis durch. Was unter den Deckel passt und was nicht, entscheiden die Haushaltsberatungen.

Zur Größenordnung: Im integrierten Handlungskonzept steht die neue Stadtbibliothek als „dritter Ort“ mit 35 Millionen Euro brutto, Preissteigerungen eingerechnet. Bei 60 Prozent Förderung blieben 14 Millionen Euro an der Stadt hängen. Das stehe so in der Tabelle der Vorlage, antwortete die Verwaltung auf Kleins Frage. Ob es zusammenpasst, steht da nicht.

Parkgebühren: 50 Cent für den Fiskus, der Rest später

Ab 2027 muss die Stadt auf Parkgebühren Umsatzsteuer abführen. Die Verwaltung will die Gebühren deshalb um 50 Cent pro Stunde anheben, damit unterm Strich nichts fehlt – und hatte zugleich eine Debatte über eine Anpassung an die Inflation angestoßen. Die CDU fragte nach den Folgen für Einzelhandel und Gewerbesteuer; die Kämmerei hält sie für sehr gering und fände aus ihrer Sicht auch höhere Gebühren zumutbar. Aus dem Ausschuss kam die Gegenfrage, was Brötchentaste und kostenlose Parktage die Stadt kosten – und die Nachfrage, ob die Kämmerei genauso kritisch hinschaut, wenn der zuständige Beigeordnete Parkplätze in der Innenstadt streicht. Dazu kam keine Antwort. Beschlossen wurde auf Vorschlag des Kämmerers nur der Umsatzsteuer-Ausgleich; wann die Gebühren zuletzt erhöht wurden und was eine Anpassung an die Inflation brächte, soll die Kämmerei zu den Haushaltsberatungen nachliefern.

Straßenreinigung über die Grundsteuer? Die Verwaltung würde die Straßenreinigungsgebühren am liebsten abschaffen und die Kosten über den Grundsteuer-Hebesatz hereinholen – weniger Aufwand, aus ihrer Sicht gerechter. Die CDU sah das anders: Das wäre zwischendurch eine Grundsteuererhöhung, und die Umverteilung produziere Zufallsergebnisse. Kleine Läden zahlten weniger, große Betriebe deutlich mehr, und für das Zanders-Gelände zahlte die Stadt sich selbst, hieß es aus dem Ausschuss. Vertagt in die Haushaltsberatungen; umsetzbar wäre das laut Kämmerer dann frühestens 2028.

KI am Telefon: Montag geht’s los

Nachgehakt hat die BÜRGERPARTEI GL bei ihrem Antrag zur KI-Telefonzentrale. Im Hauptausschuss hatte die Verwaltung erklärt, ein Voicebot werde intern getestet und bald mit echten Anrufen erprobt – im Zwischenbericht zur Digitalisierung stand davon nichts. Klein fragte: Ab wann, für welche Bereiche, was kostet der Test, aus welchem Topf, und woran wird der Erfolg gemessen? Die Antwort: Der Test mit echten Anrufen startet, Stand jetzt, am Montag und läuft zwei Wochen; die Stadt kündigt ihn per Pressemitteilung an. Finanziert wird er zunächst aus dem Digitalisierungsbudget. Kosten, Umfang und Erfolgskriterien will die Verwaltung erst nach dem Test nennen. Wir halten nach: Wartezeiten, nicht angenommene Anrufe, Entlastung der Zentrale – daran muss sich der Bot messen lassen.

Solar auf Schuldächern: 16 Jahre Anlauf, dann Scheibchen

Im Fachausschuss war im April eine Photovoltaikanlage mit 420 Kilowatt auf den Otto-Hahn-Schulen beschlossen worden. Jetzt teilt die Verwaltung mit, dass sie in Abschnitten unter 100 Kilowatt baut – so bleibt sie unter der Schwelle, ab der Strom direkt vermarktet werden muss. Ein Ausschussmitglied rechnete vor: Sinkt die Schwelle mit dem neuen EEG wie geplant auf 25 Kilowatt, ist die Anlage mit dieser Methode 2041 fertig. Fachbereichsleiterin Alexandra Meuthen hielt dagegen: Einen Zeitplan, nach dem alles 2026 fertig wird, habe es nie gegeben; ein erster Abschnitt laufe, die Anlage rechne sich in etwa vier Jahren, und vor der Direktvermarktung scheue man sich nicht. Der Kämmerer ergänzte: Ab einer gewissen Größe gelte die Stadt als Energieversorger, mit allem Regulierungsaufwand, der dazugehört.

Kleins Einwand war grundsätzlicher: Dass sich Solaranlagen auf städtischen Dächern rechnen, sei seit Jahren bekannt – die ersten Anträge dazu seien über 16 Jahre alt. Das umfangreiche Papier der Verwaltung enthalte nichts Neues; die einzige Frage sei, warum das nicht längst passiert ist. Seine Nachfrage, ob die großen Hallendächer nicht auch Warmwasser und Heizung versorgen könnten, verwies die Sitzungsleitung in den Fachausschuss. Vier Jahre Amortisation, 16 Jahre Anlauf: Das ist die Bilanz.

Rathaus Bensberg: Heizung kaputt, Beschluss im Dezember

Im Technischen Rathaus in Bensberg läuft nur noch einer von zwei Heizkesseln – ausgerechnet der, der nur Lastspitzen abfangen sollte. Fachbereichsleiterin Meuthen rechnet täglich mit dem Ausfall. Betroffen sind nicht nur abendliche Ausschusssitzungen, sondern eine dreistellige Zahl von Beschäftigten, die im Kalten sitzen. Im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung eine Gasheizung vorgeschlagen und war damit zurückgepfiffen worden; jetzt legt sie eine Kombination aus Wärmepumpe und Gas vor. Fernwärme käme zu spät, die neuen Komponenten ließen sich später anderswo einsetzen. Entschieden wird im Dezember. Klein: Man hätte auch früher entscheiden können, damit nicht so lange gefroren wird. Ein Jahr Hin und Her hat das Gutachten gekostet. Den Preis zahlen die, die drin arbeiten.

Kurz notiert

Kanalsanierung: Ein Paket von Kanal- und Straßenbauvorlagen – Altenberger-Dom-Straße, Lückerather Weg, Industrieweg, Rosenthaler Weg und weitere – trug die Begründung „größtenteils wasserrechtlich verpflichtend“. Klein wollte wissen, welche Maßnahmen die Stadt wirklich nicht ablehnen kann; wenn es um Millionen geht, reicht „größtenteils“ nicht. Die Leiterin des Abwasserwerks sagte zu, die Formulierung zu präzisieren: Alles, was im Abwasserbeseitigungskonzept steht, sei gesetzlich zwingend. Für den nächsten Abschnitt der Altenberger-Dom-Straße gilt: erst Trinkwasser, dann Kanal, dann Straße – mindestens eine Fahrspur bleibt lange gesperrt.

Jahresabschluss einer städtischen Tochter: Die SPD fragte, warum der Überschuss vorgetragen und nicht an die Stadt ausgeschüttet wird, die auf ein Haushaltssicherungskonzept zuläuft. Aus der Verwaltung antwortete niemand. Abgestimmt wurde trotzdem. Kleins Frage, ob der Wirtschaftsplan der Gesellschaft öffentlich vorgelegt wird, vertagte die Sitzungsleitung.

Wiederbesetzungssperre: Die Übersicht, bei welchen Stellen die Sperre aufgehoben wurde, hatte die Verwaltung im Juli für Oktober zugesagt und im Hauptausschuss auf den nächsten Halbjahresbericht verschoben. Die BÜRGERPARTEI GL fragt schriftlich nach.

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Googeln Sie doch selbst – wie das Rathaus eine Ratsanfrage abbügelt

Googeln Sie doch selbst – wie das Rathaus eine Ratsanfrage abbügelt

08 Oktober 2026 von Darian Lambert

Aus dem Rathaus · Hauptausschuss vom 7. Oktober 2026

Seit vier Monaten liegt der Stadtverwaltung eine Anfrage der BÜRGERPARTEI GL zur Führungsebene im Rathaus vor. Die Antwort im Hauptausschuss: Es gibt keine. Dafür den Tipp, im Internet zu suchen. Währenddessen wächst das Haushaltsloch, Beschäftigte warten monatelang auf Verstärkung, und beim Hitzeschutz gibt es Bilder statt Preise.

Das Wichtigste vorab:

  • A-16-Anfrage: komplett abgelehnt – keine Zahlen, keine Fundstelle
  • Ein Einzelratsmitglied nennt den Umgang mit Ehrenamtlichen „respektlos“
  • Haushalt: 13 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer, 7 Millionen mehr Kreisumlage – zusätzlich zum Defizit von rund 50 Millionen Euro
  • Personal: 56 unbesetzte Stellen, sechs Monate Sperre, psychologische Beratung schon im Sommer ausgeschöpft
  • Hitzeschutz: KI-Bilder ohne Preisschild
  • Feuerwehrschule: im März gesperrt, im Oktober entsperrt, nächste Woche geprüft

Eine Anfrage, null Antworten

Worum es geht: Der Stellenplan 2026 weist neun Stellen der Besoldungsgruppe A 16 aus. Das ist die oberste Stufe der Laufbahnbeamten – darüber kommen nur noch Beigeordnete und Bürgermeister. Die BÜRGERPARTEI GL hat am 10. Juni schriftlich gefragt: Welche Funktionen stecken dahinter? Nach welchem Verfahren und wann wurden sie bewertet? Was kosten sie, über die Jahre gerechnet? Und wo ist das aktuelle Organigramm?

Thomas Klein, der die Gruppe im Hauptausschuss vertritt, brachte die Fragen dort vor, wo sie hingehören: bei der Beratung des Personalkostenrahmens. „Sparen ist glaubwürdig, wenn es oben anfängt“, sagte Klein. Namen wolle die Gruppe ausdrücklich nicht wissen. Es gehe um Zahl, Bewertung und Kosten von Leitungsstellen – also um Dinge, die ohnehin in den Stellenplan gehören, den der Rat beschließt.

Die Verwaltung blockte ab. Fachbereichsleiter David Sprenger erklärte, auf die Anfrage gebe es eine „formale Antwort“ – und die bedeute, dass die Verwaltung nicht antworte. Kleins Darstellung sei „falsch“, die Wiederbesetzungssperre treffe Führung und Sachbearbeitung nach fachlichen Kriterien gleichermaßen. Und das Organigramm? Dafür habe er für eine Suchanfrage „ungefähr drei Sekunden“ gebraucht. Wer eine Fachbereichsleitung bekomme, entscheide ohnehin der Hauptausschuss, nachzulesen im Ratsinformationssystem. Zu verbergen habe die Verwaltung nichts.

Drei Sekunden Google – und dann?

Wir haben es ausprobiert. Stimmt: Wer googelt, findet den Verwaltungsgliederungsplan der Stadt (PDF, Stand April 2026: https://www.bergischgladbach.de/verwgliederungsplan.pdfx). Wer dagegen die Suchfunktion auf bergischgladbach.de nutzt, findet: nichts. Null Treffer, für jeden Begriff – sogar für „Bürgerbüro“.

Und der Plan selbst? Zeigt Kästchen: den Bürgermeister, drei Dezernate, zehn Fachbereiche, deren Abteilungen und die Namen der Leitungen. Was er nicht zeigt: welche Stellen mit A 16 bewertet sind, wann und nach welchem Verfahren das zuletzt geprüft wurde, und was diese Ebene die Stadt jedes Jahr kostet. Genau das war die Frage. Ein Organigramm ersetzt keine Zahl.

Über jede einzelne Zahl lässt sich streiten. Nicht streiten lässt sich, wenn gar nicht geantwortet wird. Die Zahlen liegen im Rathaus vor. Dass sie nicht auf den Tisch kommen, ist eine Entscheidung. Wer nichts zu verbergen hat, kann die Tabelle auch liefern.

Die BÜRGERPARTEI GL stellt die drei Kernfragen deshalb noch einmal – auf einer Seite, ohne Namen: Welche Funktionen sind mit A 16 bewertet? Wann und wie wurden sie zuletzt bewertet? Was kosten A 15 und A 16 zusammen pro Jahr? Das Argument „zu umfangreich“ fällt damit weg.

„Respektlos gegenüber dem Ehrenamt“

Unterstützung kam von außerhalb der Gruppe. Ein Einzelratsmitglied erinnerte daran, dass Ehrenamtliche ohne Fraktionsapparat auf Antworten angewiesen sind – es reiche ja schon, zu sagen, wo etwas zu finden sei. Sein Urteil über die Antworten der Verwaltung: „respektlos gegenüber unserer ehrenamtlichen Tätigkeit“. Dem ist wenig hinzuzufügen.

Unten wird gespart. Und oben?

Die Zahlen aus der Mitteilung zum Personalkostenrahmen (Vorlage 0546/2026):

  • 2026 liegt die Stadt trotz aller Maßnahmen rund 1,15 Millionen Euro über dem Personalkostenbudget.
  • Für 2027 liegt die Hochrechnung rund 4,77 Millionen Euro über dem Deckel von 95,9 Millionen Euro.
  • Zum 31. August waren 56 Stellen im Kernhaushalt unbesetzt.
  • Freie Stellen bleiben grundsätzlich sechs Monate gesperrt. Befristete Verträge laufen aus, ihre Zahl sank von 85 auf 77. Beförderungen gibt es nur noch zu zwei Stichtagen. Neue Altersteilzeit: ausgesetzt.

Was das konkret heißt, war in der Sitzung zu hören. In der Verkehrsplanung hat ein Sachgebietsleiter gekündigt – die Stelle bleibt wegen der Sperre vorerst leer. Und die Stunden, die die Stadt extern für psychologische Krisenberatung ihrer Beschäftigten eingekauft hat, waren laut Verwaltung schon im Sommer verbraucht. Belastbare Aussagen dazu, wie es den Beschäftigten geht? Gebe es noch nicht, so die Verwaltung. Der Indikator spricht für sich.

„Wer bei den Menschen spart, die jeden Tag für die Bürgerinnen und Bürger da sind, muss zeigen, dass er oben genauso genau hinschaut. Genau das verweigert die Verwaltung gerade“, sagt Frank Samirae, Vorsitzender der Ratsgruppe BÜRGERPARTEI GL.

Über jede frei werdende Stelle entscheidet laut Verwaltung zunächst eine interne Arbeitsgruppe. Ausnahmen von der Sperre soll es nur geben, wenn Sicherheit oder Schutz von Menschen auf dem Spiel stehen – Feuerwehr, Jugendschutz – oder wenn eine Stelle ihr Geld selbst erwirtschaftet; die heiklen Fälle landen beim Verwaltungsvorstand. Wie viele Ausnahmen es seit Juli gab und ob Leitungsstellen darunter waren, sagt die Verwaltung nicht. Dabei hatte sie im Hauptausschuss am 8. Juli einen Sachstandsbericht für die Oktobersitzung zugesagt – darin werde, so die Niederschrift (TOP Ö 5), „auch dargestellt, bei welchen Stellen die Wiederbesetzungssperre aufgehoben worden sei“. In der Vorlage zum Personalkostenrahmen ist daraus eine Vertagung geworden: Die Übersicht kommt erst mit dem nächsten Halbjahresbericht, Begründung: zu kurzer Betrachtungszeitraum. Nur: Wer Ausnahmen zählen will, braucht dafür keinen langen Zeitraum, sondern eine Liste. Die BÜRGERPARTEI GL fragt deshalb im Finanzausschuss am 8. Oktober nach – und erinnert bei der Gelegenheit an die Zusage vom Juli.

Das Loch wird größer

Thomas Klein fragte den Kämmerer, wie hoch das Defizit 2026 und 2027 ausfällt, wann der Rat sich mit dem Haushaltssicherungskonzept befasst und ob Steuererhöhungen geplant sind. Beigeordneter Thore Eggert nannte Eckwerte: 13 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer, mindestens sieben Millionen Euro mehr Kreisumlage – zusätzlich zu den rund 50 Millionen Euro Defizit, mit denen die Stadt ohnehin rechnet. Konkreter wurde es nicht. Ein neues Gremium solle die nächsten Sparmaßnahmen erarbeiten; ob Steuern steigen, sei Sache des Rates – später.

Volt/FWG wünschten sich eine Kurzfassung, die den Sparkurs auch für Menschen ohne Kämmerei-Hintergrund verständlich macht. Die sei in Arbeit, so Eggert – und komme, wenn der Haushalt 2027 beschlossen ist. Verstehen dürfen die Bürgerinnen und Bürger den Sparkurs also hinterher.

Zur Erinnerung: Der Rat hat im März im Haushaltsbegleitbeschluss festgelegt, dass Erhöhungen von Grund- und Gewerbesteuer „zu vermeiden“ sind und nur „als letztes Mittel“ in Frage kommen. Letztes Mittel heißt: Vorher gehört alles auf den Tisch. Auch die Führungsebene.

Hitzeschutz: Bilder statt Preise

Beigeordneter Ragnar Migenda zeigte seine Ideen für eine kühlere Innenstadt: Entsiegelung, mehr Bäume, Verschattung, Nebel- und Kühlelemente. Die Bilder dazu waren KI-generiert, die Bäume darauf größer als in Wirklichkeit – das räumte Migenda selbst ein. Was fehlte: Kosten, Unterhalt, Prioritäten. Mehrere Fraktionen forderten, zuerst ein Budget festzulegen.

Dabei verlangt der Haushaltsbegleitbeschluss ausdrücklich, dass Eigenanteile, Kostenrisiken und Folgekosten „verbindlicher Bestandteil aller Vorlagen“ sind. In dieser Vorlage: nichts davon. Konkret ist bisher nur, dass bis Jahresende 20 bis 21 große Bäume gepflanzt werden, unter anderem vor dem Rathaus. Vorschläge mit Preisschild will die Verwaltung zu den Haushaltsberatungen nachliefern. Wir schauen dann nach, ob das Preisschild dranhängt.

Feuerwehrschule: gesperrt, entsperrt, geprüft – in dieser Reihenfolge

Im März hatte der Rat zwei Stellen der Feuerwehrschule mit Sperrvermerken belegt – so lange, bis die Prüfung der Schule abgeschlossen ist. Jetzt sind die Sperren wieder weg; auf Antrag der SPD wurde darüber öffentlich beraten statt hinter verschlossenen Türen. Die CDU sieht inzwischen keinen Bedarf mehr für die Sperre. Den Zwischenbericht zur Prüfung bekommt der Rechnungsprüfungsausschuss allerdings erst in der kommenden Woche auf den Tisch. Gut für die Feuerwehr. Für die Verlässlichkeit von Sparbeschlüssen weniger.

KI am Telefon: Verwaltung testet schon

Die BÜRGERPARTEI GL hatte einen Antrag für eine KI-gestützte Telefonzentrale eingebracht – für kürzere Wartezeiten und bessere Erreichbarkeit. Die Verwaltung erklärte, ein Voicebot werde intern getestet und solle bald in kleinem Rahmen mit echten Anrufen erprobt werden; die Telefonzentrale werde neu aufgestellt. Der Antrag sei damit „durch Verwaltungshandeln umgesetzt“. Wenn das stimmt, hat der Antrag seinen Zweck erfüllt. Wann der Test startet und was er bringt, fragen wir nach.

Bürgerbegehren Q1: Entscheidung vertagt

Ein Bürgerbegehren will das Q1 am Quirlsberg für die Jugendarbeit erhalten. Der Hauptausschuss fasste keinen Beschluss – die Vorlage der Verwaltung nannte nicht einmal die Frage, über die abgestimmt werden soll. Offene Punkte sollen bis zur Ratssitzung am 13. Oktober geklärt werden. Die Frist für die Unterschriften läuft laut Verwaltung am 23. November ab; ob sie rechtlich haltbar ist, wurde in der Sitzung bezweifelt. Die BÜRGERPARTEI GL unterstützt, dass die Bürgerinnen und Bürger über die Zukunft des Q1 mitentscheiden.

Kurz notiert

Fahrradstraßen: Den Beschluss des Verkehrsausschusses, mit dem die CDU mithilfe der AfD das Fahrradstraßenkonzept gekippt hat, hat der Bürgermeister beanstandet. Die Umsetzung ist ausgesetzt, es folgt die Schleife: Rat am 13. Oktober (Information), Verkehrsausschuss am 1. Dezember, voraussichtlich Rat am 15. Dezember, notfalls Kommunalaufsicht. Erst durchdrücken, dann kassieren, dann monatelang warten.

Straßenbenennung in Gronau: vertagt. Vorher soll der Ältestenrat informell beraten. Dort sitzt die BÜRGERPARTEI GL nicht mit am Tisch – ihren Antrag, die Ratsgruppen zu beteiligen, hat die Ratsmehrheit im März abgelehnt. Vorbesprochen wird also weiter dort, wo nicht alle dabei sind.

Digitalisierung: Welche digitalen Dienste tatsächlich laufen und welche nur geplant sind, reicht die Verwaltung schriftlich nach.

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STADTSPIEL

STADTSPIEL

21 September 2026 von Darian Lambert

Die Stadt als Spielbrett

Kaufen, bauen, abstimmen – und am Ende gewählt werden: Das neue Stadtspiel GLAD-O-POLIS 2.0 ist ab sofort kostenlos online. Ein Rundgang über das Brett.

Hebborn für 1.400 Euro, Refrath für 3.200, Schloss Bensberg für 4.000: In GLAD-O-POLIS 2.0 ist Bergisch Gladbach zu haben. Das Stadtspiel der Wählergemeinschaft Bürgerpartei GL ist seit heute unter gladopolis.de spielbar – kostenlos, ohne Anmeldung, auf dem Computer genauso wie auf dem Handy. Wer allein spielt, bekommt Computergegner; bis zu vier Menschen können sich ein Gerät teilen.

Vom Hinterzimmer bis zum Wahltag: das Spielbrett von GLAD-O-POLIS 2.0. Grafik: Bürgerpartei GL

Von Bärbroich bis Schloss Bensberg

Wer schon einmal ein Grundstücksspiel gespielt hat, findet sich sofort zurecht. Gewürfelt wird mit zwei Würfeln, auf freien Feldern darf man kaufen, auf fremden zahlt man Miete, und wer alle Ortsteile einer Farbe besitzt, darf bauen. Aus Bauvorhaben wird irgendwann ein Leuchtturmprojekt – so heißt im Spiel, was anderswo ein Hotel wäre.

Die 22 Ortsteile sind in acht Farbgruppen sortiert. Am günstigsten sind Bärbroich und Herrenstrunden mit je 600 Euro, am teuersten ist Schloss Bensberg. Dazwischen liegen Paffrath, Schildgen, die Hauptstraße, Moitzfeld, Refrath und all die anderen. Die S-Bahnhöfe Bergisch Gladbach, Duckterath und Refrath sowie der Busbahnhof Bensberg sind die Verkehrsknoten, Strom und Wasser die Versorger. Und auf zwei Feldern wird kassiert: bei der Grundsteuer B und beim Straßenausbaubeitrag.

Was kostet Bergisch Gladbach? Die Kaufpreise im Spiel – Ähnlichkeiten mit echten Bodenpreisen sind rein zufällig. Grafik: Bürgerpartei GL

Die Währung, die zählt

Der entscheidende Unterschied zu den bekannten Vorbildern: Gewonnen hat nicht, wer am Ende am meisten besitzt. Nach einer festen Zahl von Runden ist Wahltag, und dann wird ausgezählt. Jedes Leuchtturmprojekt bringt vier Stimmen, jeder Verkehrsknoten zwei, jeder Ortsteil eine. Für 10.000 Euro auf dem Konto gibt es gerade einmal eine Stimme.

Am meisten wert ist die zweite Währung des Spiels: die Bürgergunst. Man bekommt sie in der Bürgersprechstunde, mit dem Ehrenamtspreis, bei der Müllsammelaktion in der Nachbarschaft oder mit dem Bolzplatz, den man mit den Anwohnern selbst baut. Jede Marke zählt am Wahltag drei Stimmen. Verlieren kann man sie auch – etwa durch einen Shitstorm, weil man „bürgerfreundlich“ und „investorenfreundlich“ verwechselt hat.

Was am Wahltag zählt: die Endabrechnung von GLAD-O-POLIS 2.0. Grafik: Bürgerpartei GL

Warum der Reichste selten gewinnt

Die Regeln sind so gebaut, dass der reine Immobilienweg knapp nicht reicht. Ein Rechenbeispiel: Spielerin A besitzt sechs Ortsteile, drei davon mit Leuchtturmprojekten, dazu zwei Bahnhöfe und 20.000 Euro Bargeld – zusammen gut 60.000 Euro Vermögen, aber nur zwei Marken Bürgergunst. Spieler B hat vier bescheiden bebaute Ortsteile, einen Bahnhof, 5.000 Euro und 13 Marken Bürgergunst. A kommt auf 36 Stimmen, B auf 49. A ist mehr als viermal so reich – gewählt wird B.

Reich ist nicht gleich gewählt: ein Rechenbeispiel nach den Spielregeln. Grafik: Bürgerpartei GL

Das Hinterzimmer

Wer auf dem Feld „Berufung in den Ältestenrat“ landet, muss ins Hinterzimmer. Dort zieht man nicht mehr, kassiert aber jede Runde 500 Euro Sitzungsgeld aus der Stadtkasse. Mieten einnehmen, bauen und handeln darf man weiterhin – das Geschäft läuft also weiter. Der Haken: Jede Runde im Hinterzimmer kostet eine Marke Bürgergunst. Wer am Ende die meisten Runden dort verbracht hat, trägt die Klüngel-Krone und verliert sechs Stimmen. Herauskommen kann man mit einem Pasch, mit einer „Transparenzerklärung“ für 1.000 Euro oder mit der Karte „Formfehler in der Satzung“.

Daumen hoch, Daumen runter

Auf zwei Feldern des Bretts tagt der Rat. Wer dort landet, zieht einen Antrag, und dann stimmen alle ab – auch diejenigen, die schon pleite sind. Denn wer pleitegeht, scheidet in GLAD-O-POLIS 2.0 nicht aus, sondern wird sachkundiger Bürger und stimmt weiter mit.

Die zwölf Anträge haben es in sich. Die „Hebesatz-Anpassung“ macht die Grundsteuer teurer, bringt den Ja-Stimmern aber sofort Geld – und kostet sie Ansehen. Die „Investorenfreundliche Bauleitplanung“ halbiert die Kosten für Leuchtturmprojekte. „Rettet das Freibad“ belastet die Stadtkasse und macht alle beliebter. Und beim „Neuen Verwaltungsgebäude“ kassiert der Antragsteller 5.000 Euro als Bauherr, verliert dafür aber drei Marken Bürgergunst. Alle Stimmen werden gleichzeitig aufgedeckt. Wer für das Prestigeprojekt gestimmt hat, sieht jeder.

Drei Ratskollegen aus dem Rechner

Wer allein spielt, bekommt es mit drei Computergegnern zu tun, die sich deutlich unterscheiden. Der Investor kauft fast alles, baut bis zum Leuchtturmprojekt und bleibt gern im Hinterzimmer, solange das Sitzungsgeld fließt. „Wachstum ist auch eine Form von Bürgernähe“, sagt er. Die Amtsinhaberin wägt ab, baut mit Maß und kauft sich nach einer Runde aus dem Hinterzimmer frei: „Das haben wir im Ausschuss bereits ausführlich behandelt.“ Der Bürgernahe schließlich kauft nur, was er sich leisten kann, stimmt für Transparenz und Bürgerhaushalt und fragt zuverlässig: „Haben wir die Anwohner eigentlich mal gefragt?“ Kurz vor der Wahl schalten alle drei in den Wahlkampfmodus – dann zählt plötzlich nur noch die Bürgergunst.

Aus dem Kartenstapel

52 Karten liegen in vier Stapeln: Bürgeranträge, Ratsbeschlüsse, Anträge für die Ratssitzung und – für alle, die es bissig mögen – Klüngelkarten fürs Hinterzimmer. Die Ratsbeschlüsse kommen meist als Rechnung: Gebührenerhöhung, Kreisumlage, Straßensanierung genau vor dem eigenen Grundstück. Und manchmal passiert einfach nichts: „Dein Antrag wird zur weiteren Beratung in den Fachausschuss verwiesen.“

Vier von 52 Karten: der Verwaltungsalltag als Spielregel. Grafik: Bürgerpartei GL

Ein Wappen mit Selfie

Das Logo ist ein parodiertes Stadtwappen. Aufbau wie im Original – grüner Schild, silberner Zinnenbalken, oben der Löwe, unten der Hirsch –, aber mit neuen Requisiten. Der gekrönte Bergische Löwe grinst in ein Smartphone, auf dem er selbst zu sehen ist, und hält eine Tasse Kaffee. Am Geweih des müden Hirsches hängen Akte, Formular, Stempel und ein rotes Band. Darunter der Wahlspruch: „Pro crastinatione et bureaucratia“ – für das Aufschieben und die Bürokratie. Die Stadt kann beruhigt sein: Ein amtliches Wappen ist es nicht.

„Pro crastinatione et bureaucratia“: das Logo von GLAD-O-POLIS 2.0. Kein amtliches Wappen der Stadt Bergisch Gladbach. Grafik: Bürgerpartei GL

Warum ein Spiel?

„Politik wirkt von außen oft wie ein Spiel, dessen Regeln keiner erklärt“, sagt Frank Samirae, Vorsitzender der Wählergemeinschaft Bürgerpartei GL und Ratsmitglied. „Wir haben die Regeln aufgeschrieben – und ein bisschen zugespitzt. Wer nach einer Partie über den Nothaushalt schimpft, hat mehr über Kommunalfinanzen verstanden als nach jedem Haushaltsbericht.“

Die Satire zielt auf Verfahren, nicht auf Menschen: Im ganzen Spiel kommt kein echter Name vor.

Warum „2.0“

Die Idee stammt ursprünglich nicht von der Bürgerpartei GL. Schon zur Kommunalwahl 2014 hatte die Wählergemeinschaft Demokrative14 ein Bergisch Gladbacher Politikspiel namens GLAD-O-POLIS vorgestellt. Die Bürgerpartei GL hat die Idee aufgegriffen und weiterentwickelt – daher die 2.0 im Namen. „Wir fanden die Idee so gut, dass wir sie neu und, wie wir finden, noch ein Stück besser umgesetzt haben“, sagt Samirae. „Den Kolleginnen und Kollegen der Demokrative14 sagen wir ausdrücklich Danke für die Idee.“

Fünf Tipps für die erste Partie

  1. Orange und Rot zuerst. Die Ortsteile kurz hinter dem Hinterzimmer – Hand, Paffrath, Katterbach, Schildgen, Gronau und die Hauptstraße – werden am häufigsten betreten. Wer dort baut, kassiert.
  2. Bürgergunst ist die härtere Währung. Jede Marke ist am Wahltag drei Stimmen wert – mehr als ein Bauvorhaben und mehr als 10.000 Euro Bargeld.
  3. Das Hinterzimmer rechnet sich selten. 500 Euro Sitzungsgeld pro Runde klingen gut, bis man die verlorene Gunst und die Klüngel-Krone gegenrechnet.
  4. In der Ratssitzung zählt, wie man abstimmt. Manche Anträge bringen Geld, kosten die Ja-Stimmer aber Ansehen. Nicht jeder profitable Antrag ist ein guter.
  5. Den Wahlkalender im Blick behalten. Jede Runde über LOS bringt den Wahltag näher. Wer in der Schlussphase Geld übrig hat, zahlt es in die Stadtkasse ein – das bringt Bürgergunst.
Mitspielen GLAD-O-POLIS 2.0 ist kostenlos unter gladopolis.de spielbar – ohne Anmeldung, ohne Werbung, auf Computer, Tablet und Smartphone. 1 bis 4 Personen an einem Gerät, freie Plätze übernehmen Computergegner. Eine Partie dauert 45 bis 90 Minuten.

Das Spiel in Zahlen. Grafik: Bürgerpartei GL

Ähnlichkeiten mit dem Rat der Stadt Bergisch Gladbach sind selbstverständlich rein zufällig.

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KoKo bekommt ein Zuhause im Netz: Traditionsmarke startet unter koko1938.de

KoKo bekommt ein Zuhause im Netz: Traditionsmarke startet unter koko1938.de

20 September 2026 von Darian Lambert

Fast hundert Jahre Geschichte, ein gewonnener Markenstreit gegen Chanel und ein Duft, den in Ostdeutschland Generationen sofort wiedererkennen: KoKo ist zurück – und hat ab sofort eine eigene Webseite. Unter koko1938.de erzählt der Bergisch Gladbacher Unternehmer Frank Samirae die Geschichte des Erfrischungsmittels erstmals vollständig und verlinkt direkt auf den Verkauf.

Geboren aus dem Mangel

Die Geschichte beginnt 1938 in Erfurt. Die Gebrüder Strasser entwickeln ein Erfrischungs-, Belebungs- und Anregungsmittel – entstanden aus der Not heraus, als sich die Versorgungslücken des Zweiten Weltkriegs im Alltag immer deutlicher bemerkbar machen. Das historische Werbeplakat jener Jahre wirbt selbstbewusst mit dem Wort „altbewährt“, und genau das wird KoKo in den folgenden Jahrzehnten auch.

In der DDR ist das Fläschchen fester Bestandteil von Drogerien und Apotheken. Hergestellt wird es in einer kleinen Fabrik in der Erfurter Liebknechtstraße. 1956 erfolgt die offizielle Registrierung beim VEB Deutsches Hydrierwerk Rodleben in Roßlau. Ein Hauch auf die Schläfen, in den Nacken oder unter die Nase – KoKo gehört zum Alltag wie die Kaufhalle an der Ecke.

Als der Kommissar für KoKo warb

Den endgültigen Bekanntheitsschub bringt das Fernsehen: Peter Borgelt, dem Publikum als Kommissar aus dem „Polizeiruf 110″ vertraut, wirbt im DDR-Fernsehen für das Produkt. KoKo wird zu einer der bekanntesten Marken im Osten Deutschlands.

Nach der Wiedervereinigung dreht sich der Wind. Das Erfrischungsmittel verschwindet nach und nach aus den Regalen, der Markt sortiert es aus. 2001 fällt der Schlussstrich: Die Marke wird beim Deutschen Patent- und Markenamt gelöscht. Was bleibt, wandert unter Liebhabern von Hand zu Hand – Restbestände, Sammlerstücke, Erinnerungen.

Eine Vorlesung, ein Opa und eine fixe Idee

Dass die Geschichte hier nicht endet, hat mit einem Rheinländer zu tun. Frank Samirae kennt KoKo aus den Erzählungen seines Großvaters, der das Fläschchen einst aus der DDR mitgebracht hatte. Zu Stundentenzeiten erfährt er in einer Vorlesung zum Markenrecht beiläufig, dass die Marke abgemeldet worden ist. Geld hat er damals keines – die Idee aber lässt ihn nicht mehr los.

Fast fünfzehn Jahre später, mitten in der Corona-Pandemie 2020, macht er ernst. Seine IT-Firma stellt damals auf die Produktion von Desinfektionsmitteln um, und beim Arbeiten fällt ihm die Parallele auf: Auch die Gebrüder Strasser hatten KoKo in einer Krise entwickelt. Gemeinsam mit seinem Team und Fachleuten analysiert Samirae die ursprüngliche Zusammensetzung und stellt sie in altbewährter Form wieder her – Ethanol, Minzöl, Menthol, Anisöl. Wochenlange Recherche, Tests, Nachjustieren. Dann steht die Rezeptur.

David gegen Goliath

Die schwierigste Hürde ist am Ende nicht die Chemie, sondern das Markenrecht. Gegen die Neuanmeldung beim DPMA legt ausgerechnet der französische Luxuskonzern Chanel Widerspruch ein – wegen angeblicher Verwechslungsgefahr mit „Coco Chanel“. In der ersten Runde hat Chanel Erfolg.

Mit Unterstützung des Kölner Markenrechtsanwalts Dr. Lucas Brost führt Samirae den Streit weiter, mit zwei Argumenten: KoKo ist ein eigenständiger Fantasiename, und KoKo ist ein Stück deutsche Geschichte, das es zu bewahren gilt. Das Bundespatentgericht folgt dieser Auffassung, Chanel zieht den Widerspruch zurück. Der Name gehört wieder dorthin, wo er seit 1938 hingehört.

Die Webseite: die ganze Geschichte auf einen Blick

Seit Dezember 2025 ist die erste Serie der Neuauflage online erhältlich. Was bislang fehlte, war ein eigener Ort im Netz. Den gibt es ab heute: koko1938.de.

Die Seite führt durch die komplette Chronik in fünf Stationen – von Erfurt 1938 über die Registrierung 1956 und die Markenlöschung 2001 bis zur Wiederentdeckung und der heutigen Neuauflage. Zu sehen sind das historische Werbeplakat der Gebrüder Strasser, Illustrationen aus dem KoKo-Faltblatt im Stil der Fünfzigerjahre und die neue Bildwelt zwischen Schnee, Eis und frostiger Minze. Dazu kommen alle Produktdetails, Anwendungs- und Sicherheitshinweise, häufige Fragen und ein direkter Weg zum Angebot.

Technisch bewusst schlank gehalten: keine Cookies, kein Tracking, kein Einwilligungsbanner. Wer möchte, schaltet per Klick die Hintergrundmusik zu – stummgeschaltet ist sie standardmäßig.

So kommt man an KoKo

Die Neuauflage kommt in einer handlichen Aluminium-Sprühflasche mit Pumpzerstäuber, 50 ml, hergestellt in Deutschland – damals Erfurt, heute Monheim am Rhein. Das Etikett greift das historische Design auf: schwarze Wortmarke auf kräftigem Gelb, fein gezeichnete Minzblätter.

Der Verkauf läuft weiterhin über eBay, Versand bundesweit per DHL. Der Preis liegt bei 19,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer, zuzüglich Versandkosten – das entspricht einem Grundpreis von 39,98 Euro je 100 Milliliter. Der Kauf-Button auf koko1938.de führt direkt zum Angebot.

Für 2026 ist der nächste Schritt geplant: KoKo soll schrittweise in den stationären Handel, in Lifestyle-Shops, ausgewählte Parfümerien und Concept Stores. Nicht als Nostalgie-Nische, sondern als eigenständige Marke mit Charakter.


KoKo auf einen Blick
Traditionsmarke seit 1938, entwickelt in Erfurt von den Gebrüdern Strasser · 1956 beim VEB Deutsches Hydrierwerk Rodleben registriert · 2001 beim DPMA gelöscht · seit 2020 von Frank Samirae rekonstruiert und neu angemeldet · 50 ml Sprühflasche, 19,99 Euro inkl. MwSt. (39,98 Euro / 100 ml), zzgl. Versand · Webseite: koko1938.de

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ACI: Kaum Rechte Themen auf die Tagesordnung zu setzen

ACI: Kaum Rechte Themen auf die Tagesordnung zu setzen

18 September 2026 von Darian Lambert

Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration hat sich eine Geschäftsordnung gegeben, die hinter dem Muster des Landesintegrationsrates zurückbleibt. Die stärkste Liste im Ausschuss legte fünf Korrekturen vor – alle aus ebendiesem Muster. Alle wurden abgelehnt.

Rund zweieinhalb Stunden tagte der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration (ACI) am Donnerstagabend im Großen Sitzungssaal des Rathauses Gladbach. Am Ende stand mit 11 zu 5 Stimmen eine neue Geschäftsordnung – und eine Grundsatzfrage, die über diesen Ausschuss hinausweist: Wie viel Minderheitenrecht verträgt ein Gremium, das ausdrücklich der Teilhabe dienen soll?

Worum gestritten wurde

Der ACI ist kein gewöhnlicher Fachausschuss. Zwei Drittel seiner Mitglieder werden von den Bürgerinnen und Bürgern direkt gewählt, ein Drittel entsendet der Rat. Bei der Wahl wurde Alle für Bergisch Gladbach mit 1.177 Stimmen und 31,44 Prozent stärkste Kraft, vor dem Bündnis für Vielfalt und Chancengleichheit (1.050 Stimmen, 28,04 Prozent), der LIL (13,86 Prozent), der Wählergruppe Cultura (10,44 Prozent), der Einzelbewerberin Khachatrian (8,68 Prozent), Unsere Stimme für Integration (6,06 Prozent) und dem Einzelbewerber Cirhigiri (1,47 Prozent).

Anders als im Stadtrat treten hier keine Parteien mit Fraktionsstatus an, sondern überwiegend parteiungebundene Listen. Genau daran entzündete sich der Streit. Die beschlossene Geschäftsordnung verlangt in § 2 für das Setzen eines Tagesordnungspunktes ein Fünftel der Mitglieder. Die Mustervorlage des Landesintegrationsrates NRW, auf die sich die Verwaltungsvorlage selbst beruft, verlangt an gleicher Stelle lediglich drei Mitglieder – und eine Frist von zehn Arbeitstagen statt drei Wochen.

Frank Samirae, der für Alle für Bergisch Gladbach im Ausschuss sitzt, rechnete das in der Sitzung vor: Im Ergebnis erreiche kaum eine der angetretenen Listen dieses Quorum aus eigener Kraft. „Wenn wir Themen erarbeiten und nicht wahrnehmen dürfen, dann können wir auch zu Hause bleiben“, sagte er. Und weiter: Das Quorum „widerspricht dem Demokratiegedanken“, den der Landesintegrationsrat für gewählte Gremien zugrunde lege. Im Stadtrat diene die Zwanzig-Prozent-Regel dazu, dass sich Ratsmitglieder überparteilich zusammenfinden müssten sofern es kein Antrag einer Fraktion im Stadtrat ist; auf einen Ausschuss aus Einzellisten übertragen, wirke dieselbe Hürde als Ausschluss.

Fünf Korrekturen – alle aus dem Muster, alle abgelehnt

Der Änderungsantrag von Alle für Bergisch Gladbach verfolgte ein bemerkenswert bescheidenes Ziel: Die Geschäftsordnung sollte dort, wo sie hinter der Mustervorlage zurückbleibt, an diese angeglichen werden. Konkret ging es um

  • eine Regelung zur Erstattung von Reisekosten für Fortbildungen und Sitzungen des Landesintegrationsrates,
  • das Recht auf eine persönliche Bemerkung und persönliche Erklärung,
  • das Recht jedes einzelnen Mitglieds, vor einer Abstimmung die zahlenmäßige Feststellung des Ergebnisses zu verlangen,
  • eine allgemeine Auffangklausel, wonach im Zweifel die Geschäftsordnung des Rates sinngemäß gilt,
  • die Absenkung des geforderten Kosten- und Finanzierungsnachweises bei Anträgen auf das Maß der Mustervorlage, die eine Begründung genügen lässt.

Kein einziger dieser Punkte ist eine Erfindung der Antragsteller. Alle fünf stehen im Muster des Landesintegrationsrates. Alle fünf sind kostenneutral. Alle fünf wurden in getrennten Abstimmungen abgelehnt, überwiegend mit Mehrheiten von acht bis zwölf gegen fünf bis sechs Stimmen.

Zuvor war auch ein Antrag eines anderen Ausschussmitgliedes gescheitert, die Sitzung kurz zu unterbrechen, um eine Verständigung zu suchen. Der Vorschlag, den Text vorab in einem Arbeitskreis gemeinsam durchzugehen, fand ebenfalls keine Mehrheit – mit dem Argument, die Verwaltung könne nicht auch noch Arbeitskreise organisieren.

Was die Vertagung im Juni gebracht hat

Bemerkenswert ist, was in der Debatte unterging: Die Kritik derselben Liste hatte im Juni bereits Wirkung gezeigt. Samirae hob das ausdrücklich hervor und dankte der Verwaltung für die Überarbeitung.

Der erste Entwurf hätte jede sogar Anfrage eines Mitglieds an die Verwaltung von der Zustimmung eines Drittels der Mitglieder abhängig gemacht. Diese Hürde ist gestrichen; das Fragerecht ist wieder ein Recht jedes Einzelnen. Ebenfalls gestrichen wurde die Vorgabe, dass Anträge und Anfragen „im Einklang mit der Präambel“ stehen müssen – eine inhaltlich-politische Wertung, die auf der Verfahrensebene nichts zu suchen hat. Und die missverständliche Formulierung „Antiislamismus“ wurde durch die klare Wendung gegen „Islamfeindlichkeit“ ersetzt, wie sie das Muster vorsieht.

Wer wissen will, wozu Opposition in einem solchen Gremium gut ist, findet hier die Antwort. Es waren diese Einwände, die aus einem schlechten Entwurf einen brauchbaren gemacht haben. Dass die Mehrheit im zweiten Anlauf nicht bereit war, die verbliebenen fünf Lücken zu schließen, bleibt der eigentliche Vorgang des Abends.

Der Streit um § 24 Aufenthaltsgesetz

Schon unter Tagesordnungspunkt 5 hatte die Sitzung einen Grundsatzkonflikt offengelegt. Die Verwaltung hatte eine Anfrage des Ausschussmitglieds Lilit Khachatrian schriftlich beantwortet: Der vorübergehende Schutz für ukrainische Geflüchtete nach § 24 Aufenthaltsgesetz endet nach aktuellem Stand am 4. März 2027. Khachatrian hatte angeregt, Ausländerbehörde, Jobcenter und Agentur für Arbeit gemeinsam in den Ausschuss einzuladen. Die Antwort verwies auf die Bundeszuständigkeit – und schloss mit dem Satz, im ACI dürften „nur Themen behandelt werden, die die Stadt direkt betreffen“.

Diese Pauschalität wurde im Ausschuss von mehreren Seiten zurückgewiesen. Richtig sei, dass über die Verlängerung der Bund entscheide, so Samirae. Die Folgen aber träfen unmittelbar die Stadt: 417 Menschen aus der Ukraine sind derzeit in städtischen Unterkünften untergebracht; betroffen wären Unterbringung, Leistungsgewährung, Schulen und soziale Beratung. Die beschlossene Geschäftsordnung selbst hält in der Präambel fest, dass sich der ACI mit allen Angelegenheiten der Gemeinde befasst, und § 9 erlaubt ausdrücklich, Sachverständige hinzuzuziehen. Auch Ausschussmitglied Klein kritisierte, die Antwort der Verwaltung habe auf einen Einzelpunkt abgezielt und den eigentlichen Kern der Anfrage nicht berührt.

Ein halbes Jahr vor dem Stichtag hat die Stadt damit keine Antwort darauf, wie die Betroffenen informiert und begleitet werden sollen.

Zahlen, die niemand gern liest

Unter Tagesordnungspunkt 9 berichtete die Verwaltung über Geflüchtete und Obdachlose. Die Erfüllungsquote nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz liegt bei 94,44 Prozent, bei der Wohnsitzauflage bei 69,73 Prozent. Das entspricht einer offenen Aufnahmeverpflichtung von 136 beziehungsweise 237 Personen, zusammen 373. Dem stehen bei 1.575 Plätzen und 1.251 untergebrachten Personen rund 320 freie Plätze gegenüber. Rechnerisch ist der Puffer damit aufgebraucht, sobald die Bezirksregierung die Untererfüllung abruft.

Bei den unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten besteht weiterhin eine Untererfüllung von 14 Plätzen. Die Hermann-Löns-Hallen sind leergezogen und können derzeit nicht belegt werden; der Umbau setzt eine neue Unterbringungsstrategie voraus. Jene Strategie hatte die Verwaltung im Frühsommer vorgelegt, nach Kritik aus der CDU zurückgezogen – und bis heute nicht erneut eingebracht. Der Stillstand ist damit kein Versehen, sondern das Ergebnis einer politischen Blockade, über die im Ausschuss niemand sprechen wollte.

Was bleibt

Die Geschäftsordnung tritt heute am Tag nach der Beschlussfassung in Kraft. Ab der nächsten Sitzung gelten drei Minuten Redezeit und zwei Wortmeldungen je Tagesordnungspunkt. Für das Setzen eigener Themen braucht es künftig ein Fünftel der Mitglieder.

Ein Ausschuss, der für Chancengerechtigkeit steht, hat sich Regeln gegeben, die strenger sind als das, was der Landesintegrationsrat seinen Gremien empfiehlt. Viele Wählerinnen und Wähler, die der stärksten Liste ihre Stimme gaben, dürfen fragen, was ihr Votum in diesem Gremium noch bewirkt.

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HFS-System der Feuerwehr Bergisch Gladbach

Feuerwehr Bergisch Gladbach beendet Einsatz beim Waldbrand in Hürtgenwald

17 August 2026 von Vladlen Stolz

Der mehrtägige Einsatz der Feuerwehr Bergisch Gladbach beim Waldbrand in Hürtgenwald im Kreis Düren geht dem Ende entgegen. Der seit Freitag eingesetzte Wasserförderzug hat am Sonntag mit dem Rückbau seiner technischen Anlagen begonnen.

HFS-System der Feuerwehr Bergisch Gladbach

Nach Angaben der Feuerwehr wurden zuletzt nur noch geringe Wassermengen sporadisch angefordert. Daraufhin gab die Einsatzleitung am Sonntagmittag grünes Licht für den Abbau des Wasserfördersystems. Die Einsatzkräfte demontieren nun die umfangreichen technischen Komponenten und Schlauchleitungen. Anschließend soll die Einheit nach Bergisch Gladbach zurückkehren.

Der beim Löschzug 6 Paffrath/Hand stationierte Wasserförderzug NRW war seit Freitag in Hürtgenwald im Einsatz und unterstützte dort die Löscharbeiten.

Bereits am Samstagabend wurde die ebenfalls eingesetzte Bereitschaft V des Regierungsbezirks Köln vollständig aus dem Einsatz herausgelöst und durch andere überörtliche Einheiten ersetzt. Die Feuerwehr Bergisch Gladbach stellte dafür das Tanklöschfahrzeug TLF 3000 des Löschzuges 10 Refrath einschließlich Besatzung.

Während des rund 24-stündigen Einsatzes wechselten sich ehrenamtliche Kräfte aus nahezu allen Einheiten der Feuerwehr Bergisch Gladbach bei der Besetzung des Fahrzeugs ab. Das Tanklöschfahrzeug und seine Besatzung befinden sich bereits wieder in Bergisch Gladbach. Die Bereitschaft V ist inzwischen wieder vollständig einsatzbereit. Eine erneute konkrete Anforderung liegt derzeit nicht vor.

Trotz des überörtlichen Einsatzes war die Gefahrenabwehr im Stadtgebiet Bergisch Gladbach nach Angaben der Feuerwehr jederzeit sichergestellt. Ausreichend Einsatzkräfte und Fahrzeuge standen weiterhin für mögliche Einsätze vor Ort zur Verfügung.

Ein großer Teil der in Hürtgenwald eingesetzten Feuerwehrleute war ehrenamtlich tätig. Die Feuerwehr Bergisch Gladbach dankte den Einsatzkräften sowie deren Familien und Arbeitgebern für die Unterstützung und kurzfristige Verfügbarkeit über mehrere Tage.

Nach der Rückkehr des Wasserförderzuges sollen die eingesetzten Fahrzeuge und Geräte unmittelbar wieder für weitere Einsätze vorbereitet werden.

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Grundschulmeisterschaften 2026: Sport und Teamgeist in Bergisch Gladbach

Grundschulmeisterschaften 2026: Sport und Teamgeist in Bergisch Gladbach

24 Juli 2026 von Darian Lambert

Laufen, springen, kicken: An zwei Sporttagen im Juli haben Bergisch Gladbachs Grundschulkinder bei den Grundschulmeisterschaften 2026 Teamgeist und starke Leistungen gezeigt. Den Auftakt machte die Leichtathletik, zwei Tage später folgte das große Fußballturnier.

Am 6. Juli verwandelte sich die BELKAW Arena in eine Wettkampfstätte für den Nachwuchs: Mehr als 250 Kinder aus zehn Grundschulen traten bei sommerlichen Temperaturen im 50-Meter-Lauf, im Weitsprung und im Schlagballwurf an, dazu ein 800-Meter-Lauf. Den ersten Platz holte sich die GGS Katterbach vor der GGS An der Steinbreche und der EGS Bensberg. Die Siegerehrung übernahmen Dr. Berger von der BELKAW – die als Sponsorin auftrat – und die stellvertretende Bürgermeisterin Opiela; als Kampfrichter halfen Sporthelferinnen und Sporthelfer des NCG.

Am 8. Juli stand der Fußball im Mittelpunkt: 17 Mannschaften aus 14 Grundschulen kämpften um den Titel. Mit viel Spielfreude und fairen Begegnungen sorgten die Kinder für einen lebendigen Turniertag. Den Grundschulmeistertitel sicherte sich die GGS an der Strunde vor der GGS Hebborn und der KGS Frankenforst.

Bei allen Platzierungen standen vor allem Bewegung, Gemeinschaft und Fair Play im Vordergrund. Die Stadt dankte allen teilnehmenden Schulen, Lehrkräften, Betreuenden und Helferinnen und Helfern, die die beiden Tage möglich gemacht haben.

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