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Bürgerpartei GL lädt zu Expertenvorträgen ins Rathaus ein

29 Mai 2026 von Darian Lambert

Doppel-Informationsveranstaltung: Effektiver Schutz vor Wohnungseinbrüchen und Aufklärung über perfide Betrugsmaschen gegen Senioren

Vorsorge ist besser als Nachsorge – nach dieser bewährten Devise lädt die Bürgerpartei GL alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer hochaktuellen Doppel-Veranstaltung im Rahmen ihrer offenen Mitgliederversammlung ein. Am kommenden Mittwochabend widmet sich die Fraktion im großen Ratssaal gleich zwei brennenden Sicherheitsthemen, die vielen Menschen in Bergisch Gladbach am Herzen liegen: der Einbruchsprävention und dem Schutz vor Kriminalität zum Nachteil von Seniorinnen und Senioren. Experten der Kriminalpolizei werden an diesem Abend praxisnahe Aufklärung leisten.

Teil 1: Einbrechern das Handwerk legen

Angesichts der spürbaren Sorgen vor Wohnungseinbrüchen bietet die Bürgerpartei GL eine Plattform, um fundierte Informationen zu Vorbeugemöglichkeiten aus erster Hand zu erhalten. Fachleute der Polizei werden in einem umfassenden Vortrag zeigen, wie man das eigene Zuhause effektiv schützen kann. Dass Prävention wirkt, belegt die polizeiliche Erfahrung deutlich: Weit über 40 Prozent der Wohnungseinbrüche bleiben im bloßen Versuchsstadium stecken – nicht zuletzt wegen mechanischer und elektronischer Sicherungseinrichtungen. Neben technischer Beratung werden wertvolle Verhaltenstipps vermittelt und aufgezeigt, wie auch aufmerksame Nachbarn Täter abschrecken können.

Teil 2: Zusatzvortrag „KANN MIR NICHT PASSIEREN!“ – UND WAS, WENN DOCH?

Direkt im Anschluss beleuchtet die Polizei eine weitere, besonders perfide Form der Kriminalität. Ob Schockanrufe von vermeintlichen Verwandten, dreiste Täuschungen durch falsche Bankmitarbeiter oder das emotionale Ausnutzen beim sogenannten „Romance Scamming“ (Liebesbetrug im Internet) – die Maschen der Betrüger werden immer professioneller und skrupelloser. Dieser Zusatzvortrag richtet sich gezielt an Senioren sowie an alle Kinder, Enkel und Nahestehende, die ältere Menschen im Alltag begleiten und schützen möchten. Die Experten der Kriminalpolizei erklären die psychologischen Tricks der Täter und geben konkrete Verhaltensregeln an die Hand, um die Betrugsversuche sofort zu durchschauen und richtig zu reagieren.

Bürgerinnen und Bürger haben an diesem Abend umfassend die Gelegenheit, direkt Fragen an die Fachleute der Polizei zu richten. Der Eintritt zu beiden Vorträgen ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstaltungsdaten auf einen Blick:

  • Termin: Mittwoch, 3. Juni 2026
  • Uhrzeit: ab 18:00 Uhr
  • Ort: Rathaus Stadtmitte, Großer Ratssaal
  • Adresse: Konrad-Adenauer-Platz 1, 51465 Bergisch Gladbach

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Drei Mercedes in Bergisch Gladbach aufgebrochen

27 Mai 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

In den Stadtteilen Hebborn und Nußbaum sind am Wochenende gleich drei hochwertige Fahrzeuge der Marke Mercedes Ziel von Autoaufbrechern geworden. Die Polizei ermittelt und bittet nun um Hinweise aus der Bevölkerung.

Wie die Polizei Rhein-Berg mitteilt, wurden am Montagmorgen (26. Mai) insgesamt drei Fälle angezeigt. Zwei der betroffenen Fahrzeuge standen in der Mutzer Straße in Hebborn. Unbekannte Täter schlugen dort jeweils die hinteren Dreiecksfenster ein, um in die Fahrzeuge zu gelangen.

Aus einem der Mercedes entwendeten die Täter das Lenkrad, aus dem zweiten Fahrzeug bauten sie die Mittelkonsole sowie das Tachodisplay aus. Nach Angaben der Besitzer müssen sich die Taten zwischen Samstag (24. Mai), 0.30 Uhr, und Montagmorgen (26. Mai), 8.35 Uhr, ereignet haben.

Auch im Stadtteil Nußbaum schlugen die Täter offenbar nach demselben Muster zu. In der Straße Nußbaumer Bungert wurde ebenfalls ein hochwertiger Mercedes aufgebrochen. Nachdem die Täter ein hinteres Dreiecksfenster eingeschlagen hatten, bauten sie das Lenkrad aus dem Fahrzeug aus.

Der Besitzer hatte seinen Wagen am Montagabend gegen 22 Uhr abgestellt. Am Dienstagmorgen gegen 7.45 Uhr bemerkte er den Einbruch.

Die Polizei nahm in allen drei Fällen Strafanzeigen auf. Das zuständige Kriminalkommissariat 3 der Polizei Rhein-Berg sucht nun Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise werden unter der Telefonnummer 02202 205-0 entgegengenommen.

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Edgar Stoffel mit Ehrennadel in Gold ausgezeichnet

27 Mai 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement ist Edgar „Eddi“ Stoffel von der Stadt Bergisch Gladbach mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet worden. Bürgermeister Marcel Kreutz überreichte die Auszeichnung im Rahmen eines Gesprächs mit Jugendlichen des Heilpädagogischen Kinderheims Bensberg sowie Einrichtungsleiterin Dunja Schimpf.

Stoffel ist in Bergisch Gladbach seit vielen Jahren als engagierter Ehrenamtler bekannt. Besonders eng verbunden ist er mit der Eissporthalle Bergisch Gladbach, wo er rund zwölf Jahre lang die Laufzeiten und das Training von Kindern betreute. Seit Mitte der 1980er-Jahre sorgt er zudem als „Nikolaus auf dem Eis“ für leuchtende Kinderaugen. Auch in der Bensberger Schloßstraße organisiert er seit vielen Jahren Nikolausaktionen.

Neben seinem Einsatz für Kinder engagierte sich Stoffel von 2011 bis 2023 auch bei der Bergisch Gladbacher Tafel e.V.. Dort unterstützte er an zwei Tagen pro Woche die Essensausgabe für Bedürftige.

Ein weiterer Schwerpunkt seines ehrenamtlichen Wirkens war der Bensberger Hüttenzauber. Zwischen 2013 und 2023 gehörte Stoffel zur Initiatoren-Gruppe der Veranstaltung, bei der Spenden zugunsten der Tafel gesammelt wurden. Insgesamt kamen dabei 116.500 Euro zusammen.

Besonders am Herzen liegt Stoffel das Heilpädagogische Kinderheim Bensberg. Gemeinsam mit dem Ristorante Italia initiierte er das Projekt „Herzenswünsche“, mit dem Spenden für die Einrichtung gesammelt werden. Darüber hinaus unterstützte er zahlreiche Aktionen, darunter Bücherverkäufe beim Bensberger Herbstfest und beim Stadtfest in Bensberg. In mehreren Jahren flossen zudem Einnahmen aus dem Bensberger Hüttenzauber an das Kinderheim.

Maßgeblich beteiligt war Stoffel auch an der Finanzierung eines Therapiehäuschens für die Einrichtung. Rund 86.000 Euro konnten für das Projekt eingeworben werden, das er organisatorisch und praktisch bis zur geplanten Einweihung im Jahr 2028 begleitete.

Insgesamt sammelte Stoffel im Laufe der Jahre rund 270.000 Euro an Spendengeldern für das Kinderheim. Die Mittel ermöglichen unter anderem Freizeit- und Förderangebote wie Reiten oder Bogenschießen und schaffen besondere Erlebnisse für die Kinder.

Mit der Ehrennadel in Gold würdigt die Stadt Bergisch Gladbach das außergewöhnliche und langjährige soziale Engagement von Edgar Stoffel – insbesondere seinen Einsatz für Kinder und hilfsbedürftige Menschen.

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Kollision in Engstelle: Polizei sucht Mountainbikefahrer nach Unfall in Bergisch Gladbach

23 Mai 2026 von Felix Morgenstern

In Bergisch Gladbach-Lückerath ist es am Donnerstagnachmittag zu einem Zwischenfall zwischen einem Wohnmobil und einem Mountainbikefahrer gekommen. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet nun um Hinweise aus der Bevölkerung.

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall am 22. Mai gegen 16.20 Uhr auf der Graf-Adolf-Straße in Fahrtrichtung Kölner Straße. Ein 49 Jahre alter Mann aus Wuppertal war dort mit seinem Wohnmobil unterwegs, als es in einer Engstelle zu einer Kollision mit einem Radfahrer kam.

Der Mountainbikefahrer geriet dabei gegen den Außenspiegel des Fahrzeugs. Nach bisherigen Erkenntnissen kann laut Polizei nicht ausgeschlossen werden, dass der Mann den Spiegel möglicherweise absichtlich touchierte oder dagegen schlug. Anschließend setzte der Radfahrer seine Fahrt fort und entfernte sich vom Unfallort.

Zeugen beschrieben den Mann als etwa 30 bis 40 Jahre alt, mit dunklen Haaren und einem zotteligen Bart. Zudem soll er sich bei dem Vorfall eine blutende Verletzung an der linken Hand zugezogen haben.

Am Wohnmobil entstand nach Polizeiangaben ein Sachschaden in Höhe von rund 800 Euro.

Das Verkehrskommissariat hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht weitere Zeugen des Vorfalls. Auch der beteiligte Mountainbikefahrer wird gebeten, sich bei der Polizei Rhein-Berg unter der Telefonnummer 02202 205-0 zu melden.

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Einbrecher stehlen Schmuck im Wert von mehreren Zehntausend Euro

22 Mai 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

In Bergisch Gladbach haben Unbekannte bei einem Einbruch in ein Einfamilienhaus hochwertigen Schmuck im Wert eines mittleren fünfstelligen Betrags gestohlen. Die Polizei ermittelt und bittet nun um Zeugenhinweise.

Nach Angaben der Polizei ereignete sich die Tat bereits am Mittwochnachmittag im Stadtteil Bensberg. Eine 95-jährige Bewohnerin hatte ihr Haus an der Gladbacher Straße gegen 15.40 Uhr verlassen und war etwa 35 Minuten später zurückgekehrt. Dabei bemerkte sie eine beschädigte Fensterscheibe an der Terrassentür, schenkte dem Vorfall zunächst jedoch keine größere Bedeutung und vermutete einen wetterbedingten Schaden.

Erst am folgenden Morgen wurde die Seniorin gemeinsam mit ihrer Familie misstrauisch. Bei einer Kontrolle stellte sie fest, dass mehrere hochwertige Schmuckstücke fehlten. Daraufhin verständigte sie die Polizei.

Die Ermittler entdeckten vor Ort Hebelspuren an einem Nebeneingang sowie ein Loch in der Scheibe der Terrassentür. Nach bisherigem Stand versuchten die Täter zunächst erfolglos, über den Nebeneingang in das Haus zu gelangen. Anschließend verschafften sie sich gewaltsam über die Terrassentür Zutritt zu dem Gebäude.

Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren ein und sicherte Spuren am Tatort.

Auch im Stadtteil Frankenforst kam es am Donnerstag zu einem versuchten Einbruch. Ziel der Täter war eine Doppelhaushälfte an der Kiebitzstraße. Dort entdeckten Beamte Hebelmarken an der Haustür sowie an zwei Küchenfenstern. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Bewohner das Haus gegen 12.45 Uhr verlassen und war etwa eine Stunde später zurückgekehrt. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter bei ihrem Vorhaben gestört wurden und deshalb ohne Beute flüchteten.

In beiden Fällen nutzten die Täter offenbar kurze Abwesenheiten der Bewohner aus. Die Polizei Rhein-Berg bittet daher Zeuginnen und Zeugen, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Umfeld der Tatorte beobachtet haben, sich beim Kriminalkommissariat 2 unter der Telefonnummer 02202 205-0 zu melden.

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Lebensgefahr im Rhein: Köln verschärft Kontrollen gegen illegales Baden

22 Mai 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

Mit den angekündigten sommerlichen Temperaturen wächst in Köln die Sorge vor gefährlichen Badeunfällen im Rhein. Die Stadt erinnert deshalb erneut eindringlich an das seit vergangenem Jahr geltende Badeverbot entlang des gesamten Kölner Rheinufers – und kündigt verstärkte Kontrollen durch das Ordnungsamt an.

Der Rhein gilt als eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Was für viele Menschen an heißen Tagen wie eine schnelle Abkühlung erscheint, kann innerhalb weniger Sekunden lebensgefährlich werden. Besonders tückisch seien die starken und oft unsichtbaren Strömungen, warnt die Stadt. Selbst erfahrene Schwimmerinnen und Schwimmer hätten gegen die Kraft des Flusses kaum eine Chance.

Das Badeverbot erstreckt sich über die gesamte Kölner Rheinlänge von 67,3 Kilometern. Bereits das planmäßige Verweilen in mehr als knöcheltiefem Wasser gilt dabei offiziell als Baden und ist untersagt. Ausnahmen bestehen lediglich für Rettungseinsätze, Übungen von Feuerwehr und Wasserrettungsdiensten, den Wassersport wie Rudern oder Kanufahren, Angelsport sowie ausdrücklich genehmigte Veranstaltungen.

Um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, hat die Stadt entlang des Rheins rund 60 Hinweisschilder installiert. Diese informieren mehrsprachig über das bestehende Badeverbot.

Angesichts des erwarteten Besucheransturms an den Rheinufern will das Ordnungsamt in den kommenden Tagen deutlich mehr Präsenz zeigen. Neben Aufklärungsgesprächen sollen Verstöße künftig konsequenter geahndet werden. Wer trotz Verbots im Rhein badet und dadurch sich oder andere in Gefahr bringt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen.

Die Stadt appelliert deshalb an Bürgerinnen, Bürger und Besucher, auf sichere Alternativen auszuweichen. Zur Abkühlung empfiehlt sie die Nutzung der städtischen Freibäder sowie freigegebener Badeseen in Köln und dem Umland. „Der Rhein ist kein Badegewässer“, betont die Verwaltung erneut.

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Jahrzehntelanger Einsatz für Inklusion

19 Mai 2026 von Felix Morgenstern

Hildegard Allelein erhält die Ehrennadel in Gold der Stadt Bergisch Gladbach

(Symbolbild)

Große Anerkennung für ein außergewöhnliches Engagement: Während der Mitgliederversammlung des Vereins „einfach gemeinsam e.V.“ hat Bürgermeister Marcel Kreutz Hildegard Allelein mit der Ehrennadel in Gold der Stadt Bergisch Gladbach ausgezeichnet. Damit würdigt die Stadt ihren jahrzehntelangen Einsatz für die Rechte und die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Allelein begann bereits 1991 ihre Tätigkeit bei der Stadt Bergisch Gladbach. Sechs Jahre später wurde sie zur Behindertenbeauftragten ernannt – ein Amt, das sie maßgeblich selbst prägte und weiterentwickelte. Unter ihrer Mitwirkung setzte die Stadt wichtige Zeichen für mehr Inklusion. Einen besonderen Einfluss auf ihre Arbeit hatte der Beitritt Bergisch Gladbachs zur „Erklärung von Barcelona“, die das Recht von Menschen mit Behinderung auf gleichberechtigte Teilhabe betont und Kommunen in die Verantwortung nimmt.

Zu den wichtigsten Meilensteinen ihrer beruflichen Laufbahn zählen der Aufbau tragfähiger Netzwerke sowie die Einführung zentraler Maßnahmen wie der Satzung zur Wahrung der Belange von Menschen mit Behinderung und des Aktionsplans Inklusion. Beide Projekte haben die kommunale Behindertenpolitik in Bergisch Gladbach nachhaltig geprägt.

Doch nicht nur beruflich setzte sich Allelein für Inklusion ein. Über mehr als drei Jahrzehnte engagierte sie sich zusätzlich ehrenamtlich. Beim „CBF I Club behinderter Menschen und ihrer Freunde Rheinisch Bergischer Kreis e.V.“ war sie von 1997 bis 2019 aktiv, ab 2014 zudem als Vorsitzende des Vereins. In dieser Zeit entstand unter anderem das „Café Grenzenlos – Begegnung für ALLE“, das bis heute Raum für Austausch und Begegnung schafft.

Auch am Aufbau der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstelle (EUTB) war Allelein maßgeblich beteiligt. Die Beratungsstelle gilt bis heute als wichtige Anlaufstelle für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen.

2019 gründete sie gemeinsam mit weiteren erfahrenen Akteuren aus der Behindertenhilfe den Verein „einfach gemeinsam e.V.“. Dort engagiert sie sich weiterhin aktiv – unter anderem bei der Organisation von Veranstaltungen wie dem Karnevalscafé, dem Adventscafé oder dem Aktionstag für Menschen mit Behinderung.

Mit der Verleihung der Ehrennadel in Gold würdigt die Stadt Bergisch Gladbach eine Frau, die sich über Jahrzehnte hinweg mit großem persönlichen Einsatz für eine inklusivere Gesellschaft starkgemacht hat. Ihr Wirken hat die Entwicklung hin zu mehr Teilhabe und Barrierefreiheit in der Stadt entscheidend mitgestaltet.

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Wieso wir kein reiches Land mehr sind

Wieso wir kein reiches Land mehr sind

17 Mai 2026 von Frank Samirae

Ein Ökonom seziert den deutschen Sinkflug – und sagt, was zu tun wäre.

Stellen Sie sich ein Flugzeug vor: Die Tragflächen flattern, die Stall-Warnung schrillt – aber der Pilot hat Kopfhörer auf und hört Partymusik. So beschreibt der Ökonom Daniel Stelter in seinem neuen Buch „Absturz“ den Zustand der deutschen Wirtschaft. Im Gespräch mit Spieltheoretiker Prof. Christian Rieck legt er offen, warum unser Wohlstand eine Fata Morgana ist, was die Politik seit zwei Jahrzehnten falsch macht – und wie ein Kurswechsel aussehen müsste. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

1. „Ein reiches Land wie Deutschland …“ – ein Trugbild

Nach der Flüchtlingskrise 2015/16 wurde der Satz zur Politikfloskel: „Ein reiches Land wie Deutschland sollte doch …“ – und dann kam, was gerade gefordert wurde. Stelter widerspricht entschieden. Im Vergleich mit Somalia? Ja, sicher. Im Vergleich mit den Eurozonen-Nachbarn? Mitnichten. Schaut man auf das, worauf es ankommt – das Vermögen der Bürger –, ist Deutschland das Schlusslicht.

Abb. 1 – Median-Nettovermögen privater Haushalte in der Eurozone (gerundete Größenordnungen, EZB-HFCS-Daten).

Das Median-Vermögen eines deutschen Haushalts liegt deutlich unter dem in Italien, Frankreich, Spanien oder Belgien. Wir haben nicht weniger Milliardäre als andere – wir haben eine Mitte und einen Unterbau, denen kaum noch etwas bleibt. Hohe Steuern und Abgaben, ein ausgebauter Sozialstaat und vor allem: kaum Möglichkeiten, Vermögen aufzubauen, weil Wohneigentum politisch erschwert statt gefördert wird.

„Unsere Reichen sind nicht reicher als anderswo. Aber unsere Masse hat nichts.“

2. Die Bilanz des Staates ist tiefrot

Ein Staat ist kein Privathaushalt – aber wenn man ihn wie ein Unternehmen bilanzieren würde, sähe es düster aus, so Stelter. Auf der Aktivseite: verfallende Brücken, marode Schulen, ein heruntergewirtschaftetes Bildungssystem, eine Bahn, die Sprichwort geworden ist. Auf der Passivseite: Versprechen über Versprechen – Renten, Pensionen, Pflege, Gesundheit – ohne dass dafür vorgesorgt worden wäre.

Das Beispiel Grundrente: Eingeführt mit dem Hinweis, das seien „nur ein paar Milliarden“. Jedes Jahr. Steigend. Hochgerechnet über die Lebensdauer der Zusage: hunderte Milliarden Euro Verbindlichkeiten, die nirgends in einer offiziellen Bilanz auftauchen. „Schwarze Null“ feiern, während die Substanz aufgezehrt wird – das war über Jahre die deutsche Praxis.

„Wir leben von der Substanz – und gleichzeitig haben wir politische Projekte gemacht, die viel Wohlstand kosten.“

3. Die „guten Jahre“ waren kein Verdienst

Warum ging es lange so glatt? Zwei externe Faktoren, die mit der deutschen Politik wenig zu tun hatten: Die EZB drückte die Zinsen, was eine Baukonjunktur befeuerte. Und der Euro wertete gegenüber stabilen Währungen massiv ab – ein heimlicher Konjunkturmotor für die exportstarke deutsche Industrie.

Abb. 2 – Der Euro hat seit seiner Einführung 1999 gegenüber dem Schweizer Franken etwa 40 Prozent an Wert verloren. Ein einzigartiger Rückenwind für deutsche Exporteure.

Wer im Lotto gewinnt, sollte sich nicht so verhalten, als gewinne er ab jetzt jeden Monat. Genau das aber tat die deutsche Politik: Sie nahm die guten Jahre als Normalzustand und legte sich teure Projekte zu – Energiewende, Klimaprogramme, ausufernde Sozialleistungen –, als wäre der Rückenwind ewig. Spätestens mit der Wende der EZB-Zinsen, dem Aufstieg Chinas vom Kunden zum Konkurrenten und Trumps Handelspolitik ist diese Rechnung geplatzt.

4. Worauf Wohlstand beruht – und warum alle Säulen bröckeln

Ökonomisch lässt sich Wohlstand auf wenige Faktoren zurückführen: Wie viele Menschen arbeiten, wie produktiv sie es tun, wie viel Energie ihnen zur Verfügung steht, und wie gut sie ausgebildet sind. Stelter sieht in allen vier Bereichen rote Lampen.

Abb. 3 – Vier Säulen, vier rote Karten.

Arbeitskräfte – schrumpfend und falsch angereizt

Die Erwerbsbevölkerung schrumpft demografisch bedingt. Gleichzeitig haben wir das Phänomen der „Lifestyle-Teilzeit“ – und ein Bürgergeld-System, in dem sich Mehrarbeit kaum lohnt. Wer aus dem Bürgergeld in Vollzeit-Arbeit wechselt, zahlt rechnerisch eine Grenzbelastung von rund 85 Prozent. Ein Anreiz, der nicht zur Arbeit, sondern davon weg führt.

Abb. 4 – Was bleibt einem Arbeitnehmer wirklich mehr als einem Bürgergeldempfänger (inkl. Wohnkosten)? In München gerade einmal 2,50 € pro Stunde.

Produktivität – Investitionen stagnieren

Wo Maschinen, Software und Infrastruktur Arbeit produktiver machen, wächst Wohlstand. Doch private Investitionen in Deutschland gehen seit Jahren zurück. Das Potenzialwachstum nähert sich, so die Wirtschaftsweisen, der Null-Linie.

Energie – politisch verteuert und verknappt

Es gibt eine sehr enge Korrelation zwischen Energieeinsatz und BIP pro Kopf. Kein reiches Land der Welt verbraucht wenig Energie – aus dem einfachen Grund, dass Maschinen Energie brauchen. Genau hier hat Deutschland gezielt verknappt und verteuert. Die inländische Stromproduktion ist um rund 20 Prozent gefallen.

Abb. 5 – Inländische Stromproduktion: Wir produzieren ein Fünftel weniger Strom als noch vor wenigen Jahren – und importieren immer mehr.

Bildung – die nächste Generation wird nicht qualifiziert

Während die Zahl der „Einser-Abiturienten“ steigt, weisen PISA und andere Studien dramatische Lücken aus: 45 Prozent der Viertklässler verfehlen die Mindeststandards im Lesen, Schreiben und Rechnen. Bildungsforscher sprechen offen aus, dass diese Kinder ihre Schullaufbahn nicht erfolgreich abschließen werden können – wir produzieren funktionale Analphabeten.

Abb. 6 – Knapp die Hälfte der Viertklässler verfehlt die Bildungsmindeststandards.

Hinzu kommt die Innovationsschwäche: Deutschland ist nicht mehr in der weltweiten Top 10 bei Innovation, schon gar nicht bei Zukunftstechnologien wie KI oder Quantencomputing. Das jüngste DAX-Unternehmen ist SAP – und SAP gibt es seit über 50 Jahren.

5. Die Legende vom kaputtgesparten Staat

Ein zentraler Mythos der politischen Debatte ist: Wir hätten zu wenig investiert, weil die Schuldenbremse zu strikt sei. Stelter rechnet das Gegenteil vor. In den zehn Jahren vor Corona hatte der Bund rund 460 Mrd. € zusätzlich zur Verfügung – aus höheren Steuereinnahmen, Zinsersparnissen durch die Niedrigzinspolitik und sinkenden Arbeitslosenkosten. Investiert wurden davon nur etwa 5 Mrd. €.

Abb. 7 – Geld war da. Es wurde nur nicht investiert – es wurde verkonsumiert.

Statt in Brücken, Schulen und Digitalisierung floss das Geld in laufende Ausgaben, in Wahlgeschenke und – nach Corona – in eine geradezu hemmungslose Subventionspolitik. Die Subventionen des Bundes haben sich seit 2015 mehr als verdoppelt: von 1,5 auf über 3 Prozent des BIP, das sind rund 60 Mrd. € pro Jahr.

Abb. 8 – Subventionen haben sich seit 2015 mehr als verdoppelt. Eine Industriepolitik der Symbolik.

„Wir haben die Schulden gemacht – aber nicht investiert. Und die Reformen, die wir vermeiden wollten, kommen trotzdem.“

6. Zu viele Erben? Nein – zu wenige Aufsteiger

In der politischen Debatte heißt es regelmäßig, Deutschland habe ein Erbenproblem: Etwa 75 Prozent der deutschen Milliardäre seien Erben. Die Frage ist nur: Wo ist das Problem? International liegt der Anteil bei rund einem Drittel. Wir haben nicht zu viele Erben. Wir haben zu wenige Aufsteiger.

Abb. 9 – Die Verteilung zeigt das Problem: Es fehlt an wirtschaftlicher Dynamik.

Das ist ein Symptom für ein Land, in dem Unternehmertum unter Generalverdacht steht und in dem ein erfolgreiches Start-up den Standort wechselt, sobald es absehbar wird, dass es wirklich Geld verdient. Stelter berichtet von Venture-Capital-Gebern, die heute Büros in New York und Kalifornien aufmachen – nicht, um dort zu investieren, sondern um deutsche Gründer dorthin zu begleiten.

7. Warum nicht gegengesteuert wird: Die Realitätsverweigerung

Wenn die Diagnose so klar ist – warum handelt die Politik nicht? Stelters Antwort: Weil ein Großteil der öffentlichen Debatte die Realität nicht anerkennt. Bestseller propagieren Selbstkasteiung („wir müssen leben wie in den 70ern“), Talkshows lassen Energiepolitik fast nur noch von Atomkraftgegnern erklären, und über Wirtschaft wird kaum noch ernsthaft geredet – wenn doch, dann meist über Verteilung, nicht über Schaffung.

Das Bild vom Piloten, der Partymusik hört statt der Stall-Warnung, trifft die Lage genau. Dabei ist der „Kipppunkt“, den Klimaforscher beim Klima beschwören (und der dort wissenschaftlich umstritten ist), bei der Wirtschaft längst da – mittendrin.

„Die Welt lacht sich nicht nur schlapp – sie sagt: Da haben wir das Modell, das nicht funktioniert.“

8. Was zu tun wäre – die Reformagenda

Stelter bleibt nicht bei der Klage. Sein Buch hat ein ganzes Kapitel mit konkreten Vorschlägen. Die wichtigsten im Überblick:

Abb. 10 – Sechs Reformbaustellen für einen ehrlichen Kurswechsel.

Sozialstaat: Negative Einkommensteuer statt 500 Einzelleistungen

Der Bund verteilt heute über 500 verschiedene Sozialleistungen – kein einzelner Beamter überblickt das System noch. Vorschlag: Eine negative Einkommensteuer nach dem Vorbild des US-„Earned Income Credit“. Wer wenig verdient, bekommt vom Staat etwas hinzu – aber auf jeder Stufe lohnt sich Mehrarbeit. Kein 85-Prozent-Sprung, keine Antragsformulare für die Sonnenblende am Kinderwagen. Weniger Bürokratie, mehr Anreize, mehr Würde.

Energiepolitik: Markt statt Plan, Speicher statt Subvention

Schluss mit subventionierten Windrädern im windarmen Süden. Erneuerbare ja – aber zu Marktpreisen, mit echtem Speicherausbau, der den Tag-Nacht-Spread nutzt. Kernkraft als Option neu diskutieren, statt sie aus ideologischen Gründen abzuwürgen, während Frankreich mit Atomstrom Stahl produziert und Rechenzentren ansiedelt.

Politik: Bundestag verkleinern, Term Limits, „Politiker-Führerschein“

Stelter fordert eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Vielfalt im Parlament: weniger Berufspolitiker, mehr Menschen, die einmal selbständig oder sozialversicherungspflichtig außerhalb des öffentlichen Sektors gearbeitet haben. Plus: Term Limits (etwa drei Legislaturperioden), maximal zwei Amtszeiten für Minister und Kanzler. Und: keine staatliche NGO-Finanzierung mehr, die zur Beschäftigungsgarantie für ausscheidende Politiker wird.

Haushalt: 100 Mrd. € Einsparpotenzial

Allein 60 Mrd. € pro Jahr ließen sich aus den verdoppelten Bundessubventionen herausschneiden – das sind keine Steuerprivilegien, sondern direkte Zahlungen, oft für klimapolitische Symbolpolitik. Weitere Einsparungen: weniger NGO-Förderung, weniger Auslandszahlungen in der akuten Krise, ein insgesamt schlankerer Staat.

Vermögen: Bürger zu Eigentümern machen

Großbritannien hat unter Thatcher die staatlichen Wohnungen an die Mieter verkauft – und damit eine Nation von Eigentümern geschaffen. In Berlin gilt heute das genaue Gegenteil: ein Umwandlungsverbot, das verhindert, dass aus Mietern Eigentümer werden. Stelter plädiert für Kreditgarantien des Staates, damit auch normale Haushalte Wohneigentum erwerben können. Wer Eigentum hat, denkt langfristiger – und politisch anders.

9. Was bedeutet das für uns in Bergisch Gladbach?

Die Diagnose Stelters klingt nach Berlin – ist aber bis in jede Kommunalverwaltung spürbar. Wer in Bergisch Gladbach beobachtet, wie Bauprojekte stocken, wie Schulgebäude saniert werden müssen, wie energieintensive Betriebe ihre Standortentscheidungen überdenken, wie Fachkräfte fehlen, der sieht: Die bundespolitischen Weichenstellungen entscheiden über unsere kommunalen Spielräume.

Drei Punkte sind für unsere Stadt besonders relevant:

  • Energiekosten. Wer im Bergischen Land produziert, hat keinen Atomstrom-Vorteil und keine US-Subventionen. Wenn Bundespolitik Energie verteuert, verlieren auch unsere Betriebe.
  • Bildung. Ob unsere Kinder lesen, rechnen und schreiben können, entscheidet sich in den Grundschulen – also an einer Stelle, die wir kommunal direkt mitgestalten.
  • Wohneigentum. Die Frage, ob junge Familien in Bergisch Gladbach Eigentum bilden können, hängt nicht nur an den Grundstückspreisen, sondern an einer Vielzahl bundes- und landespolitischer Hürden – Grunderwerbsteuer, Bauvorschriften, Förderpolitik.

Als Bürgerpartei GL werden wir auch in den kommenden Sitzungen darauf drängen, dass die Stadt mit dem, was sie selbst entscheiden kann, einen nüchternen Beitrag zu mehr Substanz statt Symbolik leistet: solide Haushaltsführung, ehrliche Prioritäten in der Infrastruktur, eine pragmatische Liegenschafts- und Wohnungspolitik.

10. Fazit: Noch ist der Absturz nicht vollzogen

Das Buch heißt „Absturz“, hat aber den Untertitel „So retten wir Deutschland“. Genau das ist die Botschaft. Stelter ist kein Untergangsprophet, sondern ein Warner. Die Tragflächen flattern, die Stall-Warnung schrillt, der Sinkflug läuft – aber wir sind noch nicht aufgeschlagen. Es braucht jetzt einen Kanzler und ein Parlament, die nicht weiterhin die Partymusik aufdrehen, sondern die Warnsignale ernst nehmen.

„Wir können es noch schaffen. Aber wir müssen die Anreize ändern – und die Realität anerkennen.“

Quellen und Hintergrund

Gespräch zwischen Prof. Christian Rieck (YouTube-Kanal „Prof. Rieck“) und Daniel Stelter zum Buch „Absturz – So retten wir Deutschland“. Weitere Werke Stelters u. a. „Das Märchen vom reichen Land“ (2018) sowie der Podcast und Blog „Beyond the Obvious“. Zahlenangaben auf Basis von EZB-HFCS-Daten (Privatvermögen), Bundesfinanzbericht (Subventionen), IQB-Bildungstrend (Schulleistungen) sowie Aussagen Stelters im Gespräch.

Über den Autor Frank Samirae ist Vorsitzender der Ratsgruppe Bürgerpartei GL im Stadtrat Bergisch Gladbach. Der Beitrag fasst zentrale Thesen des Gesprächs zwischen Prof. Christian Rieck und Daniel Stelter zum Buch „Absturz“ zusammen und ordnet sie kommunalpolitisch ein.

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Tankstellen-Mitarbeiter stoppt Räuber in letzter Sekunde – Vier Festnahmen in Burscheid

15 Mai 2026 von Felix Morgenstern

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Ein versuchter Raubüberfall auf eine Tankstelle in Burscheid ist am Mittwochabend spektakulär gescheitert. Dank des mutigen Eingreifens eines Mitarbeiters konnten zwei Täter direkt am Tatort überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Insgesamt nahm die Polizei vier Männer vorläufig fest.

Nach Angaben der Polizei betraten gegen 22:20 Uhr zwei maskierte Männer den Verkaufsraum einer Tankstelle an der Höhestraße. Unter Vorhalt eines Pfeffersprays wollten sie Bargeld aus der Kasse erbeuten. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich neben dem Kassierer auch zwei Kunden im Verkaufsraum.

Als einer der Täter über den Verkaufstresen sprang, reagierte der Mitarbeiter geistesgegenwärtig: Er zog den Mann am Arm, brachte ihn zu Boden und hielt ihn fest. Gleichzeitig gelang es ihm, die Eingangstür zu blockieren, sodass auch der zweite Täter nicht fliehen konnte.

Bis zum Eintreffen der alarmierten Polizeikräfte wurden beide Männer im Verkaufsraum festgehalten. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um einen 20-Jährigen und einen 26-Jährigen aus Grevenbroich. Beide standen nach ersten Erkenntnissen unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln.

Die Polizei stellte außerdem den mutmaßlich als Tatfahrzeug genutzten VW sicher. Die daran angebrachten Kennzeichen waren zuvor gestohlen worden.

Im Zuge der Fahndung trafen Beamte wenig später in der Nähe zwei weitere Männer im Alter von 27 und 28 Jahren in einem Opel an. Das Fahrzeug hatte die Tankstelle kurz zuvor passiert. Die beiden Grevenbroicher wurden als mögliche Mittäter ebenfalls vorläufig festgenommen.

Von allen vier Beschuldigten wurden Mobiltelefone als mögliche Beweismittel sichergestellt. Zudem ordnete die Polizei Blutproben an: sowohl bei den beiden Hauptverdächtigen als auch beim 28-jährigen Fahrer des Opel, der ebenfalls unter Drogeneinfluss gestanden haben soll. Nach bisherigen Erkenntnissen besitzt der Mann zudem keine gültige Fahrerlaubnis.

Der Tankstellenmitarbeiter erlitt bei dem Gerangel leichte Verletzungen und wurde zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Maßnahmen kamen alle vier Tatverdächtigen zunächst wieder auf freien Fuß. Gegen sie wird nun wegen verschiedener Delikte ermittelt.

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Q1 bleibt – Bergisch Gladbach plant neues Jugendzentrum für das Zanders-Areal

15 Mai 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

Die Zukunft des Jugendzentrums Q1 sorgt in Bergisch Gladbach seit Tagen für Diskussionen. Berichte über eine mögliche Auflösung des Q1 hatten bei Bürgerinnen und Bürgern sowie in der Politik für Verunsicherung gesorgt. Nun stellt die Stadtverwaltung klar: Das Q1 soll nicht verschwinden – vielmehr wird gemeinsam an einer grundlegenden Neuausrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit gearbeitet.

Seit Juni 2025 befinden sich die Stadt Bergisch Gladbach, die evangelische Kirchengemeinde und das Q1 in Gesprächen über die Zukunft der Jugendarbeit in der Innenstadt. Ziel sei es, bestehende Angebote weiterzuentwickeln und an die Anforderungen des neuen Quartiers auf dem Zanders-Areal anzupassen.

Im Mittelpunkt stehen dabei der neue „Gleispark“ sowie perspektivisch die „Zentralwerkstatt“, die künftig als sozio-kulturelles Zentrum dienen soll. Dort sollen junge Menschen nicht nur einzelne Freizeitangebote nutzen können, sondern aktiv an der Gestaltung und Aneignung des neuen Quartiers beteiligt werden. Die Stadt betont ausdrücklich, dass die Zentralwerkstatt kein exklusiver Standort für ein Jugendzentrum werden soll. Vielmehr sei eine gemeinschaftliche Nutzung der Räume als Teil einer generationenübergreifenden Quartiersentwicklung vorgesehen.

Ein erster Schritt ist bereits erfolgt: Seit der Eröffnung des Gleisparks am 9. Mai 2026 bietet das Q1 dort offene Angebote für Kinder und Jugendliche an. Parallel dazu wird gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde geprüft, ob zusätzlich ein fester Standort in der Innenstadt geschaffen werden kann.

Die Verwaltung betrachtet die Zukunft des Q1 dabei aus zwei Perspektiven: zum einen als Teil der sozialen Entwicklung des Zanders-Areals, zum anderen im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Beide Bereiche werden innerhalb des Fachbereichs Jugend und Soziales eng miteinander abgestimmt.

Klar ist allerdings auch: Das bisherige Q1 wird in seiner heutigen Form langfristig nicht unverändert bestehen bleiben. Die Stadt macht jedoch deutlich, dass dies keineswegs das Ende der offenen Jugendarbeit in der Innenstadt bedeutet. Stattdessen soll ein modernes, sozialräumlich ausgerichtetes Jugendzentrum entstehen, das den Bedürfnissen junger Menschen im neuen Stadtquartier gerecht wird.

Konkrete politische Beschlüsse zur zukünftigen Unterbringung des Q1 gibt es derzeit noch nicht. Sobald belastbare Konzepte und Rahmenbedingungen vorliegen, will die Verwaltung die weiteren Schritte transparent in die politischen Gremien einbringen.

Die Stadt kündigt an, den Prozess gemeinsam mit allen Beteiligten weiterhin offen und konstruktiv zu gestalten.

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