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Gladbacher Stadtarchiv zieht um

09 März 2016 von admin

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Das Archiv der Stadt Bergisch Gladbach wird an einen neuen Standort umziehen. Im Gustav-Lübbe-Haus, das als neuer Verwaltungsstandort derzeit umgebaut wird, soll das „Gedächtnis der Stadt“ einen neuen Platz erhalten.
Dies hat der Ausschuss für Bildung, Kultur, Schule und Sport am Mittwoch, 2. März 2016, beschlossen. Die Verwaltungsvorlage wurde von der Politik einstimmig angenommen.

Seit 1991 ist das Stadtarchiv teilweise in städtischen und teilweise in angemieteten Räumen untergebracht. Der Mietvertrag für das angemietete Archivmagazin endet am 31. Dezember 2016. „Bei der Einrichtung des Magazins waren diese Räume nur zu einem kleinen Teil belegt“, erklärt Dr. Albert Eßer, Leiter des Stadtarchivs. „Die Raumreserve des Magazins war für den bis Ende 2016 erwarteten Archivgutzuwachs konzipiert. Im Moment sind diese Magazinräume weitgehend genutzt“, so Eßer weiter.  

Um auch die Neuzugänge des Archivs ab 2017 ordentlich unterbringen zu können, sind in der Finanzplanung des Haushalts zusätzliche Einrichtungs- und Mietkosten berücksichtigt worden. Dass zusätzliche Magazinflächen benötigt werden, macht die aktuelle Situation deutlich, wo dies zusätzliche Magazinflächen allerdings entstehen konnte, blieb zunächst unklar.

„Die ehemaligen Gebäude des Gustav-Lübbe-Verlages bieten uns jetzt an einem einheitlichen Standort eine langfristige Unterbringungsperspektive für das Stadtarchiv“, erklärt der Archivleiter.

Einen Ausgangspunkt für die Überlegungen, das ehemalige Verlagsgebäude für Archivzwecke zu nutzen, bildeten die dort im Keller eingebauten, vom Lübbe-Verlag übernommenen Regalsysteme. Diese Kellerräume können unter anderem für die Unterbringung des Zwischenarchivs und der Archivbibliothek, für die Lagerung von Verpackungsmaterialien und für die Übernahme und Reinigung von Akten genutzt werden.

Für die Verwahrung des Archivgutes ist außerdem ein etwa 345 qm umfassender Magazinneubau im früheren Garten des Verlegers geplant. Er soll durch einen Verbindungsgang mit dem geplanten Büro- und Lesesaaltrakt des Archivs im Erdgeschoss des Lübbe-Gebäudes verbunden werden. Der Magazinneubau ist für den Archivgutzuwachs bis etwa 2026 berechnet. Bei Bedarf kann das Archivmagazin erweitert werden, was eine Nutzungsdauer von mindestens 30 Jahren garantieren soll.  

Dr. Albert Eßer sieht in dem Umzug viele Vorteile: „Neben einer sinnvollen und nötigen langfristigen Standortsicherheit ermöglicht diese Planung eine Unterbringung des Archivs in zusammenhängenden Räumen, die den bisherigen Aufwand für Dienstgänge und Transporte zwischen den Archivstandorten überflüssig macht. Gleichzeitig rückt das Archiv näher an die Verwaltung heran. Das erleichtert nicht nur Aktenübernahmen von Verwaltungsdienststellen und die Beratungs- und Koordinierungsfunktion des Stadtarchivs für die Schriftgutverwaltung, sondern erleichtert auch die Kontakte zur Kultur- und Personalabteilung.“ Letztere zählt zu den wichtigsten Nutzern des Zwischenarchivs.

Ein weiterer Pluspunkt: Der neue Standort scheint mehr als das Strundetal gegen Hochwassergefahren gefeit, die bei Starkregen in den Jahren 2000 und 2013 auch das Gebäude des Stadtarchivs betroffen haben. Außerdem ist das Gebäude durch die Buslinie 455 an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen.

„Ein ausreichend großer Lesesaal wird es ermöglichen, Benutzergruppen, insbesondere Schulklassen endlich auch zusammenhängend zu betreuen. Mehrere weiterführende Schulen liegen in fußläufiger Entfernung zu dem geplanten Archivstandort“, freut sich der Fachmann der Verwaltung. Eine Voraussetzung für die gute Nutzbarkeit des Archivs ist die Installation einer ausreichenden IT-Infrastruktur, die durch die vom SEB veranlasste Breitbandanbindung gewährleistet ist. Im Verhältnis zur verfügbaren Fläche sinken die Mietkosten. Dies verdankt sich vor allem dem Umstand, dass am neuen Standort in stärkerem Maße als bisher Kellerräume genutzt werden können.

Das Gustav-Lübbe-Haus war bis zum Wegzug des Verlags im Jahr 2009 Stammhaus des Bastei-Lübbe Verlags. Im Jahr 2014 hat der Stadtentwicklungsbetrieb das Gebäude gekauft. Ein Teil wurde zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut, der andere Teil soll zum Jahresende von der Stadtverwaltung genutzt werden.

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