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Griechische Pein

29 Dezember 2014 von Dirk Sonntag

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Selten wird über Griechenlands Plünderung im „normalen“ Wirtschaftsverkehr gesprochen. Ein Vergleich zwischen heute und gestern zeigt Parallelen. Zur heutigen Situation ein weiterhin aktueller Bericht von Monitor aus 2012 mit griechischen Untertiteln, wie die deutsche Wirtschaft und der deutsche Staat von der „Eurokrise“ kräftig profitiert:

 

 

Eine kurze Zusammenfassung des Textes „Zur Wirtschaftspolitik der deutschen Besatzer in Griechenland 1941-1944, Ausbeutung, die in die Katastrophe mündete“ von Martin Seckendorf zeigt auf, wie die deutsche Wirtschaftspolitik im 2. Weltkrieg Griechenland ruinierte.

 

„Außenhandel“

Parthenon

In der nach dem offenen Raub und Vernichtung bzw. „Übernahme“ griechischer Unternehmen und Banken folgenden Periode wurde die ökonomische Ausnutzung des Landes als Export über den Außenhandel abgerechnet, der auf devisenlosem Verrechnungsverkehr, dem Clearingsystem, basierte, einem kaufmännisch korrekten Anstrich. Da der Abtransport aus Griechenland wert- und mengenmäßig ständig gesteigert wurde, von deutscher Seite aber kaum Gegenlieferungen erfolgten, entstand sehr bald ein Exportüberschuss auf griechischer Seite.  Ab Herbst 1942 war der Bezug von Rohstoffen und Lebensmitteln aus Griechenland wegen der deutschen Schulden im Außenhandel „legal“ nicht mehr möglich. Am 17. September 1942 wurde deshalb die so genannte DEGRIGES von der deutschen Privatwirtschaft gegründet und mit staatlichem Außenhandelsmonopol ausgestattet. Die DEGRIGES manipulierte bei der Verrechnung die Preise. Griechische Ausfuhrgüter nach Deutschland wurden preislich extrem gesenkt und die Preise für deutsche Güter, die nach Griechenland eingeführt werden sollten, stark erhöht. Das hatte vor allem zwei Effekte:
– die deutsche Wirtschaft erreichte sowohl bei der Einfuhr als auch bei der Ausfuhr große finanzielle Vorteile, so genannte „Schleusungsgewinne“
– wegen der künstlichen Preisveränderungen wurde für die deutsche Seite aus 71 Millionen Reichsmark Schulden im Jahr 1942 urplötzlich 20 Millionen Reichsmark Guthaben im Jahr 1943

Besatzungskosten bzw. „Aufbaukosten“

Ab August 1941 musste Griechenland Besatzungskosten zahlen, für die von deutscher Seite der Terminus „Aufbaukosten“ verwendet wurde: 1,021 Mrd. Reichsmark bis Ende 1941, 1942 waren es 2,551 Mrd. Reichsmark. Dem stand ein griechisches Volkseinkommen in Höhe von 756 Millionen Reichsmark gegenüber. So kam es in Griechenland zur höchsten Belastung der Zivilbevölkerung pro Kopf durch Besatzungskosten in allen von Deutschland besetzten Gebieten. Diese Besatzungskosten entsprachen nicht der Bestimmung der Haager Landkriegsordnung, bei der Erhebung von Abgaben die Verhältnismäßigkeit zu den Hilfsquellen des jeweiligen Landes zu wahren. Über diese „Aufbaukosten“ wurden in großem Umfange Ausgaben finanziert, die mit der Besetzung des Landes nichts zu tun hatten.

Auswirkungen

Die griechische Kollaborationsregierung presste die geforderten Leistungen über die Ausdehnung des Banknotenumlaufs aus dem Volk. Bei gleichzeitig sinkender Produktion war eine hohe Inflation und eine zunehmende Verelendung die Folge, das Missverhältnis zwischen Preisen und Löhnen wurde immer größer. Schwere Folgen hatte die deutsche Raubwirtschaft für die Ernährungslage der Griechen. Selbst auf dem Höhepunkt der seit Herbst 1941 einsetzenden Hungerkatastrophe, der mehrere Hunderttausend Menschen zum Opfer fielen, wurden dem Land weiterhin Nahrungsmittel entzogen.

Foto: Parthenon, Fotograf  Onkel Tuca CC BY-SA 3.0 wikicommon

2 Comments For This Post

  1. Schier Says:

    Und heute wird Griechenland durch Sparpakete kaputt gemacht ohne gleichzeitig die Konjunktur zu beleben, was vor Jahren auch Deutschland geraten wurde um wieder hoch zu kommen.Hätte sich Schröder daran gehalten, statt, wie er es tat, gleichzeitig Geldmittel in die Konjunktur zu stecken stünde, laut Dirk Müller „Showdown“, Deutschland heute nicht sehr viel besser da als Griechenland. Der von amerikanischen Großbanken dominierte IWF meint es nicht gut mit Europa, es ist schließlich Konkurrenz für den Dollar. Dabei besitzt Griechenland ein sehr großes Reservoir von Öl und Erdgas, das es finanziell aus dem Schlamassel ziehen würde und obendrein eine eigene Energiequelle für die EU wäre! Zugunsten auch politischer Unabhängigkeit sowohl von Russland als auch den USA. Aber da legen andere die Hand drauf und Griechenland, Deutschland und die restliche EU lassen das geschehen, statt es sich selbst anzueignen! Das erkläre mir mal einer!

  2. Dirk Sonntag Says:

    Zum Buch „Showdown“ von Dirk Müller ein Interview auf Börsenplatz5

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