Archiv | Februar 19th, 2026

ChatGPT Image 19. Feb. 2026, 12_13_36

Rheinisch-Bergischer Kreis: Jeder Zweite wohnt im Eigentum – doch junge Erwachsene drohen abgehängt zu werden

19 Februar 2026 von Felix Morgenstern

Region liegt deutlich über dem Bundesschnitt – Verbände fordern schnelle staatliche Förderung für Haus- und Wohnungskauf

Simbolbild

Hohe Eigentumsquote im Kreis

Im Rheinisch-Bergischen Kreis leben ungewöhnlich viele Menschen mietfrei in den eigenen vier Wänden. Rund 70.300 Wohnungen werden von ihren Eigentümern selbst genutzt, darunter sowohl Einfamilienhäuser als auch Eigentumswohnungen. Etwa 26 Prozent der Eigentümer wohnen in einer Eigentumswohnung.

Das geht aus einer regionalen Wohnungsmarktanalyse des Pestel-Instituts hervor, die im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) erstellt wurde. Demnach liegt die Wohneigentumsquote im Kreis bei 50,5 Prozent – deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 43,5 Prozent.

„Deutschland ist insgesamt ein Mieter-Land und landet im europäischen Vergleich beim Wohneigentum nur auf dem vorletzten Platz“, erklärt Pestel-Ökonom Matthias Günther.


Junge Erwachsene können sich Eigentum kaum leisten

Trotz der vergleichsweise hohen Quote verschärft sich die Lage für jüngere Menschen. Besonders betroffen sind die 25- bis 40-Jährigen – rund 49.500 Menschen in dieser Altersgruppe leben im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Nach Einschätzung der Wissenschaftler können sich immer weniger von ihnen ein Haus oder eine Eigentumswohnung leisten.
„Die eigenen vier Wände stehen zwar weiterhin ganz oben auf der Wunschliste. Doch die klassische Nestbauer-Generation ist beim Wohneigentum zur Verlierer-Generation geworden“, sagt Günther. Viele seien gezwungen, dauerhaft zur Miete zu wohnen.


Kritik an abgeschafften Förderprogrammen

Der Baustoff-Fachhandel macht fehlende staatliche Unterstützung verantwortlich.
„Mit dem Ende von Eigenheimzulage und Baukindergeld wurde die effektive Förderung praktisch eingestellt“, kritisiert BDB-Präsidentin Katharina Metzger.

Die Verbände fordern deshalb ein neues Förderprogramm:

  • direkte Zuschüsse als Startkapital für Erstkäufer
  • ein staatliches Niedrigzinsprogramm
  • einfacher Zugang auch mit wenig Eigenkapital
  • möglichst unbürokratische Beantragung

Wer Eigentum erwerben wolle, müsse zwar über Jahre finanzielle Abstriche machen, betont Metzger. Dafür entstehe langfristig mietfreies Wohnen.


Planungssicherheit gefordert

Auch die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) verlangt langfristige Zusagen vom Staat.
„Es braucht eine Marathon- und keine Sprint-Förderung. Wer heute spart, muss sich auch in mehreren Jahren noch auf die Unterstützung verlassen können“, sagt DGfM-Vorsitzender Hannes Zapf.

Die Verbände appellieren an Bundestagsabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen, die im Koalitionsvertrag angekündigte Förderung rasch umzusetzen. Ohne klare Signale bleibe der Traum vom Eigenheim für viele auf Eis.


Bedeutung fürs Alter

Neben der aktuellen Wohnungsfrage sehen Experten auch soziale Folgen im Alter. Eigentum wirke wie eine zusätzliche Altersvorsorge.
„Wohnarmut im Alter ist vor allem Mieterarmut“, so Pestel-Ökonom Günther. Besonders bei den in Rente gehenden Baby-Boomern zeige sich: Sinkendes Einkommen bei gleichzeitig steigenden Mieten könne zu finanziellen Problemen führen. Eigentümer kämen deutlich besser über die Runden.


Fazit:
Der Rheinisch-Bergische Kreis gehört zwar zu den Regionen mit überdurchschnittlich viel Wohneigentum. Doch gerade junge Erwachsene verlieren zunehmend den Zugang zum Immobilienmarkt. Verbände warnen vor langfristigen sozialen Folgen – und drängen auf schnelle staatliche Förderung, damit der Traum vom Eigenheim nicht zur Ausnahme wird.

Kommentare (0)

ChatGPT Image 19. Feb. 2026, 12_03_25

Köln plant Ausbau des Stadtbahnnetzes – Finanzierung bleibt größte Hürde

19 Februar 2026 von Felix Morgenstern

Köln. Die Stadt Köln hat den Mobilitätsausschuss über den aktuellen Stand der Weiterentwicklung des Stadtbahnnetzes informiert. Zahlreiche Projekte sollen den öffentlichen Nahverkehr in den kommenden Jahren leistungsfähiger und barriereärmer machen. Gleichzeitig macht die Verwaltung deutlich: Ohne gesicherte Finanzierung bleiben viele Zeitpläne unter Vorbehalt.

Symbolbild

Finanzlage erschwert Planung

Nach Angaben des Dezernats für Mobilität stellt die angespannte Haushaltslage sowohl die Stadt als auch die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) vor große Herausforderungen. Steigende Kosten im ÖPNV erschweren es den Kommunen zunehmend, Betrieb und Ausbau aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Im Rahmen des Ergebnissicherungskonzepts der Stadtwerke Köln wird derzeit diskutiert, dass die KVB ein festgelegtes maximales jährliches Defizit nicht überschreiten dürfen. Welche konkreten Auswirkungen dies auf den Ausbau des Netzes haben wird, ist noch offen.


Projekte bis 2035

Trotz finanzieller Unsicherheiten plant die Stadt mehrere zentrale Maßnahmen bis zum Jahr 2035:

  • Ausbau der Ost-West-Achse – längere 90-Meter-Züge auf der Linie 1 zur Kapazitätserhöhung
  • Bahnsteigverlängerungen auf den Linien 4, 13 und 18 für 70-Meter-Züge
  • Verlängerung der Linie 7 bis Köln-Zündorf Süd (Ranzeler Straße)
  • Stadtbahnanbindung von Rondorf und Meschenich („StadtBahn Süd“)
  • Mehr Barrierefreiheit durch höhere Bahnsteige und neue Aufzüge an Haltestellen

Diese Maßnahmen sollen vor allem das Fahrgastaufkommen besser bewältigen und den Zugang zum Nahverkehr erleichtern.


Perspektiven nach 2035 und 2040

Darüber hinaus plant die Stadt langfristige Erweiterungen des Netzes:

  • neue Stadtbahnanbindung „Mülheim Süd“ sowie Stammheim/Flittard
  • linksrheinische Gürtelverlängerung der Linie 13
  • Verlängerung der Linie 17 über Niederkassel nach Bonn mit Anschluss an die Linie 7

Weitere politische Prüfaufträge werden derzeit noch bewertet und sind noch nicht als konkrete Projekte definiert.


Fazit

Die Stadt verfolgt weiterhin ambitionierte Ziele für den Ausbau des Stadtbahnnetzes. Entscheidend bleibt jedoch die Finanzierung: Erst wenn diese gesichert ist und Prioritäten festgelegt sind, lassen sich verbindliche Zeitpläne festlegen.

Kommentare (0)

Advertise Here
Advertise Here
Februar 2026
M D M D F S S
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
232425262728