Der Weihnachtsmarkt „Markt der Engel“ auf dem Kölner Neumarkt steht in der laufenden Adventszeit in der Kritik. Anlass ist der Einsatz eines Pferdes, das regelmäßig über das Marktgelände geführt wird. Auf dem Rücken des weißen Tieres sitzt eine als Engel verkleidete Person, die Hufe sind goldfarben bemalt. Während viele Besucher die Inszenierung als Teil der festlichen Atmosphäre wahrnehmen, äußern Tierschutzorganisationen deutliche Bedenken.

Symbolbild
Tierschützer sehen Belastung für das Tier
Nach Einschätzung von Tierschützern ist der Einsatz von Pferden auf stark frequentierten Weihnachtsmärkten problematisch. Pferde gelten als sensible Fluchttiere, die auf große Menschenmengen, laute Geräusche und intensive Lichteffekte mit Stress reagieren können. Hinzu kommt die Sorge, dass ein erschrecktes Tier unkontrolliert reagieren und damit auch Besucherinnen und Besucher gefährden könnte. Feste und Märkte werden von den Kritikern grundsätzlich als ungeeignete Orte für Tiere angesehen.
Nach Angaben von Beobachtern ist der berittene Engel kein einmaliges Ereignis. Laut Programm findet der Auftritt regelmäßig statt, unter anderem an festen Wochentagen. Auch von weiteren Tieren, die auf dem Markt präsentiert werden, ist die Rede.
Veterinärmediziner äußert grundsätzliche Bedenken
Auch aus fachlicher Sicht wird der Einsatz von Tieren auf Großveranstaltungen kritisch bewertet. Veterinärmediziner weisen darauf hin, dass das Verhalten von Tieren in unübersichtlichen und lauten Situationen nie vollständig vorhersehbar sei. Sowohl äußere Reize als auch unkontrollierbare Reaktionen des Publikums könnten Stress oder Panik auslösen. Zudem sei häufig unklar, wie die Tiere trainiert wurden und ob sie gesundheitlich für solche Einsätze geeignet seien.
Ein weiterer wichtiger Punkt aus medizinischer Sicht ist der verantwortungsvolle Umgang mit den Tieren. Es müsse ausgeschlossen sein, dass Tiere medikamentös beruhigt werden, um sie für Veranstaltungen einsetzbar zu machen. Die Bemalung der Hufe wird hingegen als unproblematisch eingeschätzt, sofern ausschließlich ungiftige und leicht abwaschbare Farben verwendet werden.
Veranstalter verweist auf Erfahrung und Betreuung
Der Veranstalter des Weihnachtsmarktes weist darauf hin, dass der Pferde-Einsatz fachkundig begleitet werde. Nach eigenen Angaben wird man dabei von erfahrenen Pferdekennern unterstützt. Kritik von Tierschutzorganisationen habe es in der Vergangenheit bereits mehrfach gegeben.
Die Diskussion zeigt, dass der Einsatz von Tieren auf öffentlichen Veranstaltungen zunehmend kritisch hinterfragt wird. Zwischen traditioneller Inszenierung, Sicherheitsaspekten und dem Wohl der Tiere bleibt das Thema auch über die Weihnachtszeit hinaus umstritten.





