Nach dem Oberleitungsschaden auf der stark frequentierten Bahnstrecke zwischen Köln und Düsseldorf mussten rund 500 Fahrgäste eines Regionalexpresses der Linie RE1 am Mittwoch über mehrere Stunden in einem liegengebliebenen Zug ausharren. Erst nach knapp fünf Stunden war die Evakuierung abgeschlossen. Die Hintergründe zeigen, wie komplex solche Einsätze auf freier Strecke sind.

Symbolbild
Zug blieb auf offener Strecke stehen
Der Regionalexpress war gegen 10.30 Uhr im Düsseldorfer Süden zwischen den Stationen Benrath und Reisholz zum Stillstand gekommen. Ursache war eine beschädigte Oberleitung, die auf dem Zug lag. In einem solchen Fall darf der Zug aus Sicherheitsgründen zunächst nicht verlassen werden, da weiterhin Lebensgefahr durch Strom besteht. Erst nachdem die Oberleitung stromlos geschaltet und geerdet ist, können weitere Maßnahmen eingeleitet werden.
Sicherheitsmaßnahmen verzögerten Evakuierung
Nach dem Stillstand wurde umgehend die Leitstelle informiert, die wiederum die zuständigen Stellen im Schienennetz einschaltete. Parallel rückten Notdienste und Einsatzkräfte an. Da sich der Zug jedoch mitten in einem größeren Gleisbereich befand, war eine Evakuierung besonders anspruchsvoll. Zudem befanden sich unter den Fahrgästen auch mobilitätseingeschränkte Personen sowie Menschen mit gesundheitlichen Problemen, was zusätzliche Vorsicht erforderte.
Unwegsames Gelände erschwerte Einsatz
Vor Ort stellte sich heraus, dass das umliegende Gelände durch dichtes Gebüsch und Sträucher kaum passierbar war. Bevor die Fahrgäste sicher zu Ersatzbussen begleitet werden konnten, mussten erst Wege freigerodet und geeignete Übergänge geschaffen werden. Auch diese Arbeiten nahmen Zeit in Anspruch.
Ersatzbusse verspätet am Einsatzort
Zusätzlich verzögerte sich die Evakuierung, weil die angeforderten Busse zunächst nicht rechtzeitig eintrafen. Sie steckten im Straßenverkehr fest und konnten erst später zur Unfallstelle gelangen. Nachdem ein Teil der Fahrgäste abtransportiert worden war, standen zeitweise keine weiteren Busse mehr zur Verfügung, sodass sich die Räumung weiter in die Länge zog.
Bahnverkehr weiter beeinträchtigt
Gegen 15.15 Uhr war die Evakuierung schließlich beendet. Die Auswirkungen des Vorfalls waren jedoch noch bis in die Abendstunden spürbar: Auf der gesamten Strecke zwischen Köln und Düsseldorf kam es weiterhin zu Verspätungen und Einschränkungen im Bahnverkehr.
Der Vorfall zeigt, wie schnell technische Defekte im Bahnnetz zu langwierigen und komplexen Einsätzen führen können – insbesondere dann, wenn Züge auf freier Strecke zum Stillstand kommen und zahlreiche Sicherheitsfaktoren berücksichtigt werden müssen.





