Nach mehr als einem halben Jahrhundert im Dienst des Rheinisch-Bergischen Kreises verabschiedet sich Ingelore Zollondz, liebevoll „Inge“ genannt, in den Ruhestand. Zum 30. November 2024 verlässt die 67-Jährige, die als Büroassistenz eine Institution in der Kreisverwaltung war, das Team des Landrats und der Pressestelle. Mit ihrer unverwechselbaren Art, ihrem großen Herzen und enormen Wissensschatz hinterlässt sie eine bleibende Lücke.

Ein Leben für den Kreis
Mit gerade einmal 15 Jahren begann Zollondz ihre Ausbildung beim Kreis. Sie erinnert sich an ihre Anfänge, die geprägt waren von mechanischen Schreibmaschinen und Stenografie-Kursen: „Damals war alles noch analog, von der Schreibmaschine bis zum Pressespiegel.“ Die Digitalisierung begleitete sie über die Jahrzehnte hinweg – von den ersten PCs bis hin zur nahezu papierlosen Arbeit.
Nach einer kurzen, weniger erfüllenden Phase bei der Stadt Köln kehrte sie 1979 wieder zurück zum Kreis: „Das Wir-Gefühl, die Zusammengehörigkeit und die netten Kolleginnen und Kollegen haben den Kreis immer besonders gemacht.“ Mit ihrer Rückkehr begann eine abwechslungsreiche Zeit, in der sie durch ihre Arbeit im Büro des Landrats und bei der Pressestelle tiefe Einblicke in die Organisation erhielt.
Eine beeindruckende Karriere
Ihre Tätigkeit führte sie durch viele Abteilungen, darunter das Straßenverkehrsamt und zuletzt das Vorzimmer des Landrats. Sie war bei zahlreichen Veranstaltungen und Ehrungen dabei und erlebte, wie sich der Kreis veränderte: „Früher kannte ich fast jeden hier – und ich selbst war bekannt wie ein bunter Hund.“
Trotz des Trubels und der Herausforderungen, die ihre Arbeit mit sich brachte, behielt sie stets den Überblick. Sie betonte, dass die abwechslungsreichen Aufgaben und das gute Arbeitsklima nie Langeweile aufkommen ließen: „Wenn ich mich wieder entscheiden könnte, würde ich jederzeit wieder beim Kreis anfangen.“
Neue Freiheit nach dem 1. Dezember
Auf ihre Pensionierung blickt Zollondz mit gemischten Gefühlen: „Es ist schon komisch, nach so langer Zeit aufzuhören.“ Dennoch freut sie sich auf die freie Zeiteinteilung, den nächsten Urlaub und entspanntes Ausschlafen an verschneiten Wintertagen. Auch das erste Rentnertreffen hat sie fest eingeplant: „Ich werde den Kreis und die Kolleginnen und Kollegen zwar vermissen, aber ich freue mich auch auf die neue Lebensphase.“
Mit Ingelore Zollondz geht nicht nur eine langjährige Mitarbeiterin, sondern auch eine Persönlichkeit, die das Leben in der Kreisverwaltung über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt hat.





