Eisige Fronten statt fröhlicher Feier: Beim Sommerfest der CDU Rhein-Berg hat sich ein handfester Parteiskandal offenbart. Während Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach tapfer um Haltung bemüht war, spielte sich im Hintergrund ein Drama ab, das die Union in der Region weiter erschüttert.
CDU-Chef verweigert Nähe zu Bosbach
Vor laufenden Kameras und mitten im Gedränge der Gäste sorgte der Kreisparteichef Dr. Hermann-Josef Tebroke für einen Eklat. Ein gemeinsames Foto mit seiner Abgeordneten? „Kommt nicht in Frage, das könnte falsch verstanden werden“, so Tebroke knapp. Ein Affront, der Bosbach sichtbar traf – und die tiefen Risse im Kreisverband öffentlich machte.
Affäre um Scheinrechnung wirft lange Schatten
Der Grund für die demonstrative Distanz: Schwere Vorwürfe gegen Bosbach. Im Raum stehen eine angebliche Scheinrechnung und eine Bargeldübergabe. Zwar weist die Politikerin sämtliche Anschuldigungen strikt zurück – „kein persönlicher Vorteil, kein Schaden für die CDU“ – doch die Staatsanwaltschaft Köln prüft noch immer. Ein Ergebnis könnte schon in den nächsten Wochen folgen.
Brisanter Auftritt am Bierwagen
Zusätzlicher Zündstoff: Der ehemalige CDU-Azubi, der die Vorwürfe selbst ins Rollen brachte, tauchte ebenfalls beim Sommerfest auf – und mischte sich unter die Gäste. Ausgerechnet er, der Bosbach mit seiner Anzeige massiv belastet hatte. „Ich bin CDU-Mitglied, ich muss mich doch nicht verstecken“, verteidigte er sich trotzig. Viele Mitglieder sahen das anders und mieden demonstrativ seine Nähe. „Eine reine Provokation“, war aus Parteikreisen zu hören.
Bosbach hält Fassade aufrecht – Vater stärkt Rücken
Währenddessen versuchte Caroline Bosbach, Haltung zu bewahren. An der Seite ihres Vaters, CDU-Urgestein Wolfgang Bosbach, lächelte sie tapfer und suchte das Gespräch mit Unterstützern. Hinter den Kulissen war jedoch klar: Die Stimmung war vergiftet. Einzelne Weggefährten wie Kirmesmacher Burkhardt Unrau stellten sich demonstrativ an ihre Seite – eine kleine Geste mit großer Symbolkraft.
CDU zwischen Solidarität und Zerreißprobe
Der Parteichef beschwor am Ende die Geschlossenheit: „Die beste Zukunft hat der Rheinisch-Bergische Kreis mit der CDU.“ Doch das Fest, das eigentlich Zusammenhalt demonstrieren sollte, offenbarte vielmehr ein klimatisches Beben in der Partei. Zwischen Abgrenzung, eisiger Distanz und offener Provokation wird immer deutlicher: Der Skandal um Caroline Bosbach ist längst mehr als nur eine persönliche Affäre – er wird zur Belastungsprobe für die CDU Rhein-Berg.





