Als die SPD Bergisch Gladbach im Wahlkampf 2020 um Stimmen warb, versprach sie hoch und heilig: „Wir schaffen genug wohnortnahe Kita-, Tagespflege- und OGS-Plätze, damit jede Familie einen Platz bekommt. Wir werden die Nachfrage bis zum Ende der Wahlperiode zu 100 % abdecken“. Dazu sollte die Kinderbetreuung langfristig kostenfrei werden. Große Worte, die bei vielen Eltern Hoffnung weckten – Hoffnung, die bitter enttäuscht wurde.
Realität: Hunderte fehlende Plätze, Jahr für Jahr
Die nackten Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache:
- 2020/21: Fehlten rund 190 Kita-Plätze.
- 2023/24: Der Engpass erreichte ein neues Ausmaß – bis zu 500 fehlende Plätze.
- 2024/25: Verwaltung sprach von einem rechnerischen „Überhang“, während in Wahrheit viele Familien weiterhin ohne Betreuungsplatz dastanden.
- 2025/26: Prognosen schwanken zwischen 296 und über 500 fehlenden Plätzen, je nach Berechnung. Besonders betroffen sind Refrath, Schildgen, Bensberg und Herkenrath.
Währenddessen müssen Eltern ihre Berufstätigkeit aufgeben oder reduzieren, weil die Stadt es nicht schafft, ihrer Verantwortung nachzukommen. Für viele Familien ist das eine existentielle Bedrohung.
Rechtsanspruch seit 2013 – ein leeres Versprechen der Stadt
Seit dem 1. August 2013 haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz (§ 24 SGB VIII). Dieser Anspruch ist eindeutig: Jedes Kind hat Anspruch auf einen Platz – unabhängig von Kapazitäten oder Haushaltslage.
Doch Bergisch Gladbach bricht dieses Recht regelmäßig. Zahlreiche Eltern mussten in den letzten Jahren vor Gericht ziehen, um den Betreuungsplatz einzuklagen, auf den sie einen Anspruch haben. Und die Stadt verliert diese Prozesse regelmäßig. Die Urteile belegen schwarz auf weiß: Bergisch Gladbach verstößt systematisch gegen geltendes Recht.
SPD-Versprechen – nichts als heiße Luft
Die SPD versprach nicht nur ausreichend Plätze, sondern auch eine langfristige Kostenfreiheit der Betreuung. Beides blieb unerfüllt. Weder gibt es genügend Plätze, noch sind die Beiträge abgeschafft worden.
Statt Verantwortung zu übernehmen, wird schöngerechnet und verzögert. Neubauprojekte kommen nicht oder nur halbherzig voran. Offizielle Zahlen suggerieren „Entspannung“, während Eltern auf Wartelisten verzweifeln.
Kalkül statt Politik – Wähler sollen getäuscht werden
Die SPD hat mit ihren Versprechen bewusst Erwartungen geweckt, die sie nicht erfüllen konnte oder wollte. Anstatt Fehler einzugestehen, setzt sie darauf, dass die Wählerinnen und Wähler die Wahlkampfparolen von 2020 vergessen haben.
Doch die Fakten sind unübersehbar:
- Es gibt einen Rechtsanspruch – seit über zehn Jahren.
- Bergisch Gladbach wird regelmäßig verklagt, weil dieser Anspruch gebrochen wird.
- Die SPD versprach, das Problem zu lösen – tat es aber nicht.
Neues Wahlprogramm 2025–2030: Eingeständnis der eigenen Lügen
Mit ihrem neuen Wahlprogramm 2025–2030 liefert die SPD Bergisch Gladbach den Beweis für ihr eigenes Versagen: Nachdem sie 2020 großspurig versprochen hatte, bis zum Ende der Wahlperiode alle Betreuungsbedarfe zu 100 % abzudecken und die Kita-Betreuung langfristig kostenfrei zu machen, räumt sie nun ein, dass immer noch Plätze fehlen, Neubauten verschleppt wurden und Familien weiterhin Gebühren zahlen. Wenn die SPD heute ankündigt, „den Kita-Ausbau weiter vorantreiben“ zu wollen und lediglich prüft, ob Familien bis 60.000 € Einkommen von Beiträgen befreit werden können, dann ist das nichts anderes als das Eingeständnis, dass die alten Versprechen blanke Lügen waren. Die SPD setzt darauf, dass die Bürger vergessen, wie sie schon 2020 „100 % Versorgung“ und Kostenfreiheit zugesagt hat. Faktisch hat sie die Familien belogen, jahrelang im Stich gelassen und gesteht nun mit ihrem neuen Programm ein, was längst alle wissen: dass sie ihre eigenen Zusagen nie eingehalten hat.
Fazit
Die Kita-Krise in Bergisch Gladbach ist das Ergebnis jahrelanger politischer Untätigkeit – und gebrochener Wahlversprechen. Während die SPD von „100 % Versorgung“ sprach, kämpfen Eltern um jeden einzelnen Platz. Während von Kostenfreiheit die Rede war, zahlen Familien weiterhin Beiträge.
Die Wahrheit ist klar: Die SPD hat Familien nicht nur im Stich gelassen, sondern sie ganz offen belogen – in der Hoffnung, dass es niemand merkt.





