Sechs Parkplätze für PKW standen bis vor einiger Zeit direkt vor dem Rathaus Stadtmitte zur Verfügung – eine kleine, aber für Bürger und Besucher wertvolle Stellfläche. Heute ist davon nichts mehr übrig. Erst kamen Blumentröge und Fahrradständer, inzwischen prägen graue Betonpfeiler das Bild. Viele Bürger schütteln den Kopf über diese Entwicklung und sehen darin ein Symbol verfehlter Politik.

Händler beklagen Rückgang von Kunden
„Das ist ein Schildbürgerstreich“, klagt ein Anwohner. „Hier hat man funktionierende Parkplätze mit Steuergeld beseitigt, nur um am Ende graue Betonklötze aufzustellen. Für die Bürger bringt das überhaupt keinen Mehrwert.“
Besonders der Einzelhandel leidet. Geschäftsleute berichten von zunehmender Parkplatznot in der Innenstadt, die spontane Einkäufe erschwert. „Viele Kunden fahren einfach weiter, wenn sie nichts finden“, erklärt ein Ladeninhaber. „Gerade die kurzen Haltemöglichkeiten vor dem Rathaus waren für viele ein Segen.“
Kritik an Vorgehen der Stadtverwaltung
Brisant ist auch der Ablauf: Nach Informationen aus Ratskreisen soll die Entfernung der Parkplätze nicht über den Stadtrat beschlossen worden sein. Stattdessen habe man die Maßnahme offenbar im Verwaltungsweg durchgezogen. Als treibende Kraft wird der grüne Beigeordnete Ragnar Migenda genannt.

Für viele Bürger und Politiker ist das ein Unding. „Wenn solche einschneidenden Veränderungen an der Infrastruktur an den gewählten Gremien vorbeigeführt werden, untergräbt das das Vertrauen in die Kommunalpolitik“, so ein Ratsmitglied, das anonym bleiben möchte.
Deutliche Worte von Frank Samirae
Scharfe Kritik kommt vom Ratsmitglied Frank Samirae (Bürgerpartei GL). Er macht die Grünen direkt verantwortlich:
„Die Grünen haben mit dieser Maßnahme einmal mehr bewiesen, dass sie eine autofeindliche Ideologie über die Bedürfnisse der Menschen stellen. Die Parkplätze wurden ohne Beschluss, ohne Rücksprache und ohne Sinn entfernt. Damit schadet man nicht nur den Bürgern, sondern auch dem Handel in unserer Stadt.“
Samirae wirft den Grünen vor, eine „autofeindliche Politik auf Kosten der Bürger“ zu betreiben. „Es ist erschreckend, wie hier Steuergelder verbrannt werden, um am Ende ein paar Betonpfeiler hinzustellen. Von Aufwertung kann keine Rede sein.“

Kosten und Nutzen fraglich
Auch die finanziellen Aspekte stehen in der Kritik. Mehrfach mussten Umbauten vorgenommen werden – zunächst mit Blumentrögen, dann mit Fahrradständern, nun mit Betonpollern. Jede Veränderung verursachte zusätzliche Kosten. Offiziell wird die Maßnahme mit dem Argument „Aufwertung des Rathausumfelds“ begründet. Doch viele Bürger empfinden die neue Gestaltung als trostlos und unattraktiv.
Politische Folgen möglich
Die Kontroverse um die Parkplätze könnte noch lange nachwirken. Viele Anwohner und Händler fühlen sich von der Politik übergangen und fordern Transparenz über die Entscheidungswege. Beobachter sehen in der Affäre auch Sprengstoff für kommende Wahlen.
„Die Menschen wollen keine ideologischen Experimente, sondern pragmatische Lösungen“, so ein Händler. „Wenn sich nichts ändert, werden viele ihr Kreuz künftig anders setzen.“





