Köln. Die Stadt Köln steht vor einer weiteren kostspieligen Baumaßnahme: Die Domplatte muss saniert werden. Erste Probebohrungen haben gezeigt, dass die Bausubstanz des ikonischen Areals deutlich stärker angegriffen ist als bisher angenommen. Vor allem Tausalz und eindringende Feuchtigkeit haben dem Beton zugesetzt – mit möglichen Folgen für die Tragfähigkeit der darunterliegenden Tiefgarage aus dem Jahr 1970.

Symbolbild
Schäden an Beton und Stahl
Unter der Domplatte erstreckt sich eine zweigeschossige Tiefgarage. In einem Bereich wurden bereits zwei tragende Säulen verstärkt, da dort sichtbare Schäden entdeckt worden waren. Die Stadt gab daraufhin eine umfassende bautechnische Untersuchung in Auftrag, die nun bestätigt:
- Chloride aus Streusalz haben den Bewehrungsstahl im Beton angegriffen,
- auch Urin und Feuchtigkeit können langfristig die Betonoberflächen beschädigen.
Eine Sanierung ist daher unvermeidbar – auch wenn nach Angaben der Stadt keine akute Gefahr für Besucherinnen und Besucher besteht. Der Aufbau des Weihnachtsmarkts wurde jedoch vorsorglich statisch überwacht.
Komplettabriss nicht vorgesehen
Ein Abriss der Domplatte steht laut Stadtverwaltung nicht zur Debatte. Die historische Gestaltung soll in ihren Grundzügen erhalten bleiben.
Dennoch sieht die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner die anstehende Sanierung als Chance, über eine behutsame Neugestaltung nachzudenken – beispielsweise über eine Wiederherstellung früherer Treppen- und Sichtachsen.
Dass dies jedoch weit über eine reine Sanierung hinausginge, macht die Stadt deutlich: Ein solches Projekt wäre angesichts der haushaltspolitischen Lage derzeit nicht finanzierbar.
Blick in die Tiefgarage: Potential statt Problemraum
Im Zuge der Sanierung soll auch die Nutzung der Tiefgarage überdacht werden. Kritisiert wird seit Jahren:
- Der Mangel an Fahrradstellplätzen,
- sowie der vernachlässigte Zustand eines dort sichtbaren Reststücks der römischen Stadtmauer.
Beides könnte in Zukunft neu gedacht und besser zugänglich gemacht werden – etwa als architektonisches und historisches Highlight.
Kosten folgen – Politik muss entscheiden
Wie teuer die Sanierung wird, steht noch nicht fest. Die Verwaltung arbeitet nun an einer Vorlage für den Stadtrat. Das neue Gremium soll möglichst zeitnah entscheiden, wie umfangreich saniert wird – und mit welchem Budget.





