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Neue Schutzvitrine für historische Lokomobile: Regionales Engagement bewahrt Technikgeschichte

12 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Industrie- und Agrargeschichte ist im Bergischen Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe nun dauerhaft geschützt: Die historische Lokomobile von 1907 wurde in der Museumsscheune in einer eigens angefertigten Acrylglasvitrine untergebracht. Die neue Konstruktion bewahrt das seltene Exponat künftig zuverlässig vor Staub, Feuchtigkeit und Verschmutzung.

Seltenes Zeugnis früher Technikgeschichte

Bei der Lokomobile handelt es sich um eine frühe, fahrbare Arbeitsmaschine, die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts als mobile Energiequelle genutzt wurde. Zunächst dampfbetrieben, später auch mit Verbrennungsmotoren ausgestattet, kam sie unter anderem auf größeren Höfen zum Antrieb von Dreschmaschinen sowie im Bergbau zum Einsatz.

Das Exemplar aus Bensberg ist besonders, da es über ein hölzernes Fahrgestell verfügt und damit als Vorläufer moderner Traktoren gilt. Heute zählt die Lokomobile zu den seltenen erhaltenen Originalen dieser Art und besitzt hohen technikgeschichtlichen Wert.

Spenden aus der Region machen Projekt möglich

Der Bau der Schutzvitrine wurde durch die Unterstützung zweier regionaler Partner ermöglicht. Metten Stein+Design stellte Materialien für die neue Standfläche im Wert von rund 1.000 Euro zur Verfügung. Die Bensberger Bürgerstiftung unterstützte das Projekt mit 2.000 Euro für den Ankauf der benötigten Vitrinenmaterialien.

Die Idee zur neuen Schutzlösung stammt von engagierten Ehrenamtlichen des Museums. Die Umsetzung übernahm das Werkstattteam des Hauses, das die Vitrine passgenau anfertigte.

Ehrenamtliches Engagement als tragende Säule

Besonders hervorgehoben wird das große Engagement der Ehrenamtlichen, die nicht nur die Idee zur Vitrine entwickelten, sondern auch zahlreiche Stunden in die sorgfältige Reinigung und behutsame Reparatur des Motors investierten. Der Förderverein des Museums betont, dass das Projekt ohne diesen Einsatz in dieser Form nicht realisierbar gewesen wäre.

Die neue Vitrine dient dabei nicht nur dem Schutz eines wertvollen Ausstellungsstücks, sondern steht auch sinnbildlich für das Zusammenspiel von Ehrenamt, regionalen Unternehmen und Stiftungen bei der Bewahrung des kulturellen Erbes.

Wieder für Besucher zugänglich

Die Lokomobile ist ab sofort wieder uneingeschränkt in der Scheune des Bergischen Museums zu sehen und kann während der regulären Öffnungszeiten besichtigt werden. Mit der neuen Schutzvitrine bleibt dieses außergewöhnliche Zeugnis bergischer Technikgeschichte auch für kommende Generationen erhalten.

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