Ehrenamt stärkt konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Biber
Rheinisch-Bergischer Kreis. Der Europäische Biber ist zurück an Agger und Sülz – und mit ihm neue Chancen, aber auch neue Aufgaben für Natur- und Artenschutz sowie die kommunale Gefahrenabwehr. Nachdem im Jahr 2023 erstmals wieder Biber im Kreisgebiet nachgewiesen wurden, hat der Rheinisch-Bergischer Kreis sein Bibermanagement kontinuierlich aufgebaut. Mit dem ersten offiziellen Netzwerktreffen der ehrenamtlichen Biberpatinnen und -paten wurde nun ein wichtiger Meilenstein erreicht.

Symbolbild
„Die Rückkehr des Bibers bereichert die Biodiversität und stärkt die Widerstandskraft unserer Landschaft gegenüber Klimaextremen“, betont Kreisveterinär Dr. Thomas Mönig. Gleichzeitig bringe die Ansiedlung des streng geschützten Tieres neue Herausforderungen mit sich, etwa im Hinblick auf Hochwasserschutz, Verkehrssicherheit und den Umgang mit Nutzungskonflikten.
Ehrenamtliche übernehmen Monitoring in den Revieren
Derzeit engagieren sich 15 ehrenamtliche Biberpatinnen und -paten im Kreisgebiet. Sie betreuen jeweils ein Biberrevier und beobachten die Aktivitäten der Tiere vor Ort. Damit leisten sie einen zentralen Beitrag zu einem frühzeitigen und sachlichen Umgang mit möglichen Konflikten. „Ich freue mich sehr über das große Interesse an diesem Ehrenamt“, sagt Biologin Ulrike Wolpers aus dem Veterinäramt. „Viele Augen in der Fläche helfen dabei, neue Biberaktivitäten schnell zu erkennen und Risiken realistisch einzuschätzen.“
Der Europäische Biber steht unter strengem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes und darf weder gestört noch gefangen oder getötet werden. Umso wichtiger sei ein vorausschauendes Bibermanagement, so Dr. Mönig. Zwar sei die Zahl der Reviere mit Paaren und Jungtieren derzeit noch überschaubar, doch die zunehmenden Fraßspuren entlang von Bächen und Flüssen in den vergangenen Jahren zeigten, dass das Thema künftig weiter an Bedeutung gewinnen werde.
Digitale Unterstützung durch „Biber-Monitor“
Bei regelmäßigen Kontrollgängen dokumentieren die Patinnen und Paten ihre Beobachtungen über die interne App-Anwendung „Biber-Monitor“. Entwickelt wurde sie gemeinsam vom Rheinisch-Bergischen Kreis, mehreren Biologischen Stationen, dem Wupperverband sowie dem Aggerverband. Erfasst werden unter anderem angenagte und instabile Bäume, mögliche Überflutungsrisiken durch Dammbauten oder Treibgut, das Gewässer und Bauwerke beeinträchtigen kann.
Besteht ein Gefahrenpotenzial, informiert das System automatisch die zuständigen Stellen. So können Maßnahmen frühzeitig eingeleitet und Konflikte vermieden werden – ein Ansatz, der sich in den vergangenen Monaten bereits bewährt hat.
Austausch und Exkursion beim Netzwerktreffen
Das erste Netzwerktreffen der Biberpatinnen und -paten wurde von allen Beteiligten als sehr positiv bewertet. Neben Fachvorträgen und intensivem Austausch im Technologiepark Bergisch Gladbach stand auch eine gemeinsame Exkursion zu einem Biberrevier im Kreisgebiet auf dem Programm.
Für interessierte Bürgerinnen und Bürger stellt der Rheinisch-Bergische Kreis einen Infoflyer zum Thema Bibermanagement zur Verfügung. Dieser kann online abgerufen oder per E-Mail beim Veterinäramt, Bereich Artenschutz, angefordert werden. Auch für Rückfragen steht das Veterinäramt telefonisch zur Verfügung.





