Die Bezirksregierung Köln hat den Doppelhaushalt für die Jahre 2025 und 2026 sowie das Haushaltssicherungskonzept des Rheinisch-Bergischen Kreises ohne Auflagen genehmigt. Damit bestätigt die Aufsichtsbehörde die solide Finanzplanung des Kreises – ein Schritt, der Landrat Stephan Santelmann als „wichtigen Erfolg“ für die Kreisverwaltung und die Politik wertet.

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Strategischer Kurs wird gewürdigt
„Der Rheinisch-Bergische Kreis stellt sich seiner finanziellen Verantwortung und handelt mit Strategie“, erklärte Landrat Santelmann. Die Bezirksregierung habe die Anstrengungen des Kreises anerkannt und die Finanzplanung vollständig genehmigt – ein positives Signal für die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und allen Partnern im Kreis.
Zwar wurden vom Regierungspräsidium keine Auflagen formuliert, jedoch erwartet die Behörde regelmäßige Informationen über den Fortschritt bei der Umsetzung des Haushaltssicherungskonzepts. Die Entnahme aus der allgemeinen Rücklage sei, so die Aufsichtsbehörde, aus Rücksicht auf die kreisangehörigen Städte und Gemeinden vertretbar.
Kreisumlage steigt 2026 spürbar
Trotz der Genehmigung bleibt die finanzielle Lage angespannt. Für das Jahr 2025 plant der Kreis mit Ausgaben in Höhe von rund 518,9 Millionen Euro bei Einnahmen von 487 Millionen Euro – ein erwartetes Defizit von knapp 32 Millionen Euro, das größtenteils aus Rücklagen gedeckt werden soll.
Im Folgejahr 2026 liegt das Minus mit rund 7,7 Millionen Euro deutlich niedriger, dennoch wird zur Stabilisierung eine Erhöhung der Kreisumlage von 35,50 auf 37,30 Prozent notwendig. Diese Maßnahme belastet die Kommunen, soll aber die Handlungsfähigkeit des Kreises sichern.
Planungssicherheit für Partner und Projekte
Mit der erteilten Genehmigung kann der Kreis nun verbindlich planen. Davon profitieren sowohl die internen Fachämter als auch externe Partner – etwa soziale Träger, Unternehmen, Organisationen und andere Projektbeteiligte. Die Freigabe schafft die Grundlage für die Umsetzung wichtiger Vorhaben im sozialen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Bereich.
Kritik an fehlender Gegenfinanzierung durch Land und Bund
Ein wiederkehrender Kritikpunkt in der kommunalen Finanzpolitik bleibt bestehen: Immer mehr Aufgaben würden von Land und Bund auf kommunaler Ebene abgeladen – ohne ausreichende Finanzierung. Diese strukturelle Schieflage zählt der Kreis als eine der Hauptursachen für seine schwierige Haushaltslage.
Trotz der erfolgreichen Genehmigung wird die Kreisverwaltung daher weiterhin aktiv an Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung arbeiten. Ziel ist es, auch langfristig finanzielle Stabilität zu gewährleisten – und den Handlungsspielraum für dringend notwendige Zukunftsinvestitionen zu sichern.





