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Schwere Einschnitte für die Gröner Group – Auswirkungen auf Wohnungsmarkt in Bergisch Gladbach unklar

11 Dezember 2024 von Darian Lambert

Gericht entmachtet Christoph Gröner

Die Krise um den Bauunternehmer Christoph Gröner und sein weit verzweigtes Unternehmensimperium erreicht einen neuen Tiefpunkt. Das Amtsgericht Leipzig hat den prominenten Immobilienentwickler in einem spektakulären Schritt entmachtet. Wie aus einer offiziellen Mitteilung vom 10.12.2024 hervorgeht, wurde Christoph Gröner im Rahmen eines Insolvenzeröffnungsverfahrens das allgemeine Verfügungsrecht über das Vermögen der Gröner Group GmbH entzogen. Derartige Maßnahmen, die als „allgemeines Verfügungsverbot“ bezeichnet werden, sind in Insolvenzverfahren äußerst selten und verdeutlichen die ernste Lage, in der sich die Unternehmensgruppe befindet.

Kein Baubeginn an der Strunde – dafür Insolvenzen

„Harter Eingriff“ erschüttert Gröner-Imperium

Ein führender Insolvenzverwalter äußerte sich gegenüber den Medien zu der Entscheidung: „Das ist ein harter Eingriff, der selten vorkommt.“ Die Gröner Group GmbH, eine der beiden zentralen Dachgesellschaften des Gröner-Firmennetzwerks, ist damit faktisch unter externer Kontrolle gestellt worden. Das Gericht erklärte: „Der Schuldnerin wird verboten, über Gegenstände ihres Vermögens zu verfügen.“ Damit wird Gröner selbst weitestgehend von der Steuerung des Unternehmens ausgeschlossen.

Die Entscheidung wirft weitere Fragen über die Zukunft laufender Bauprojekte auf, insbesondere in Bergisch Gladbach, wo das Wachendorff-Areal ein zentrales Vorhaben der Gruppe darstellt.

Bergisch Gladbach im Fokus: Noch größere Unsicherheiten für das Projekt „An der Strunde“

Die Entmachtung Gröners verstärkt die Unsicherheit rund um das geplante „An der Strunde“-Projekt in Gronau. Mit dem Ziel, 450 dringend benötigte Wohnungen zu schaffen, war das Wachendorff-Areal lange als Hoffnungsträger für den lokalen Wohnungsmarkt angesehen worden. Doch mit der erneuten Eskalation im Gröner-Imperium ist völlig unklar, ob und wie das Projekt fortgesetzt werden kann. Die Stadt Bergisch Gladbach und der Projektentwickler CG RE AG hatten zuletzt Fortschritte für das 1. Quartal 2025 angekündigt – ein Zeitplan, der angesichts der jüngsten Entwicklungen immer unrealistischer erscheint.

Frank Samirae, Stadtrat der Bürgerpartei GL, der bereits frühzeitig vor den Risiken gewarnt hatte, zeigt sich besorgt: „Die Entmachtung Christoph Gröners durch das Amtsgericht Leipzig stellt einen neuen Tiefpunkt dar. Es muss dringend geprüft werden, ob die Stadt rechtzeitig auf die drohende Gefahr reagiert hat. Die Bürgerinnen und Bürger von Bergisch Gladbach können es sich nicht leisten, dass dieses wichtige Bauprojekt endgültig zum Stillstand kommt.“

Stadt Bergisch Gladbach in Zugzwang: Forderungen nach Transparenz und schneller Handlung

Frank Samirae (BGL)

Samirae erneuerte seine Forderung nach umfassender Transparenz und schnellem Handeln seitens der Stadt. Bereits am 7. November 2024 hat er eine Anfrage im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss eingereicht, um die Stadtverwaltung zu Maßnahmen zu drängen. „Es geht jetzt darum, alle rechtlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten auszuloten, um das Projekt ‚An der Strunde‘ zu retten und so den Wohnungsmarkt in Bergisch Gladbach zu entlasten,“ betonte Samirae.

Die Stadtverwaltung steht unter Druck, sich zu den neuesten Entwicklungen zu positionieren und Maßnahmen zur Sicherung der geplanten Bauprojekte einzuleiten.

Ausblick: Bergisch Gladbach in unruhigem Fahrwasser

Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, ob es der Stadt Bergisch Gladbach gelingt, gemeinsam mit den verbleibenden Verantwortlichen der Gröner-Unternehmensgruppe und möglichen neuen Investoren einen Ausweg aus der Krise zu finden. Ohne zeitnahe Lösungen droht der Stillstand auf dem Wachendorff-Areal weiterzugehen – mit weitreichenden Konsequenzen für die gesamte Region.

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