Archiv | Mai 17th, 2026

Schmuck bei Wohnungseinbruch in Bergisch Gladbach gestohlen

17 Mai 2026 von Felix Morgenstern

In Bergisch Gladbach-Frankenforst ist es am Mittwoch (18.03.) zu einem Wohnungseinbruch gekommen. Unbekannte Täter verschafften sich Zugang zu einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus am Wildpfad und entwendeten Schmuck.

Die Bewohnerin bemerkte den Einbruch am Abend, als sie gegen 18:00 Uhr in ihre Wohnung zurückkehrte. Bereits beim Betreten fiel ihr auf, dass mehrere Möbelstücke beschädigt oder verstellt waren. Zudem stellte sie fest, dass Schmuck fehlte. Daraufhin verständigte sie umgehend die Polizei.

Nach ersten Angaben hatte die Frau ihre Wohnung am Morgen gegen 08:00 Uhr verlassen. In diesem Zeitraum müssen sich die bislang unbekannten Täter Zutritt verschafft haben. Wie genau sie in die Wohnung gelangten, ist derzeit noch unklar und Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Die Polizei hat eine Strafanzeige aufgenommen und bittet nun um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer im Tatzeitraum verdächtige Beobachtungen im Bereich des Wildpfads gemacht hat, wird gebeten, sich beim Kriminalkommissariat 2 der Polizei Rhein-Berg unter der Telefonnummer 02202 205-0 zu melden.

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Wieso wir kein reiches Land mehr sind

Wieso wir kein reiches Land mehr sind

17 Mai 2026 von Darian Lambert

Ein Ökonom seziert den deutschen Sinkflug – und sagt, was zu tun wäre.

Stellen Sie sich ein Flugzeug vor: Die Tragflächen flattern, die Stall-Warnung schrillt – aber der Pilot hat Kopfhörer auf und hört Partymusik. So beschreibt der Ökonom Daniel Stelter in seinem neuen Buch „Absturz“ den Zustand der deutschen Wirtschaft. Im Gespräch mit Spieltheoretiker Prof. Christian Rieck legt er offen, warum unser Wohlstand eine Fata Morgana ist, was die Politik seit zwei Jahrzehnten falsch macht – und wie ein Kurswechsel aussehen müsste. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

1. „Ein reiches Land wie Deutschland …“ – ein Trugbild

Nach der Flüchtlingskrise 2015/16 wurde der Satz zur Politikfloskel: „Ein reiches Land wie Deutschland sollte doch …“ – und dann kam, was gerade gefordert wurde. Stelter widerspricht entschieden. Im Vergleich mit Somalia? Ja, sicher. Im Vergleich mit den Eurozonen-Nachbarn? Mitnichten. Schaut man auf das, worauf es ankommt – das Vermögen der Bürger –, ist Deutschland das Schlusslicht.

Abb. 1 – Median-Nettovermögen privater Haushalte in der Eurozone (gerundete Größenordnungen, EZB-HFCS-Daten).

Das Median-Vermögen eines deutschen Haushalts liegt deutlich unter dem in Italien, Frankreich, Spanien oder Belgien. Wir haben nicht weniger Milliardäre als andere – wir haben eine Mitte und einen Unterbau, denen kaum noch etwas bleibt. Hohe Steuern und Abgaben, ein ausgebauter Sozialstaat und vor allem: kaum Möglichkeiten, Vermögen aufzubauen, weil Wohneigentum politisch erschwert statt gefördert wird.

„Unsere Reichen sind nicht reicher als anderswo. Aber unsere Masse hat nichts.“

2. Die Bilanz des Staates ist tiefrot

Ein Staat ist kein Privathaushalt – aber wenn man ihn wie ein Unternehmen bilanzieren würde, sähe es düster aus, so Stelter. Auf der Aktivseite: verfallende Brücken, marode Schulen, ein heruntergewirtschaftetes Bildungssystem, eine Bahn, die Sprichwort geworden ist. Auf der Passivseite: Versprechen über Versprechen – Renten, Pensionen, Pflege, Gesundheit – ohne dass dafür vorgesorgt worden wäre.

Das Beispiel Grundrente: Eingeführt mit dem Hinweis, das seien „nur ein paar Milliarden“. Jedes Jahr. Steigend. Hochgerechnet über die Lebensdauer der Zusage: hunderte Milliarden Euro Verbindlichkeiten, die nirgends in einer offiziellen Bilanz auftauchen. „Schwarze Null“ feiern, während die Substanz aufgezehrt wird – das war über Jahre die deutsche Praxis.

„Wir leben von der Substanz – und gleichzeitig haben wir politische Projekte gemacht, die viel Wohlstand kosten.“

3. Die „guten Jahre“ waren kein Verdienst

Warum ging es lange so glatt? Zwei externe Faktoren, die mit der deutschen Politik wenig zu tun hatten: Die EZB drückte die Zinsen, was eine Baukonjunktur befeuerte. Und der Euro wertete gegenüber stabilen Währungen massiv ab – ein heimlicher Konjunkturmotor für die exportstarke deutsche Industrie.

Abb. 2 – Der Euro hat seit seiner Einführung 1999 gegenüber dem Schweizer Franken etwa 40 Prozent an Wert verloren. Ein einzigartiger Rückenwind für deutsche Exporteure.

Wer im Lotto gewinnt, sollte sich nicht so verhalten, als gewinne er ab jetzt jeden Monat. Genau das aber tat die deutsche Politik: Sie nahm die guten Jahre als Normalzustand und legte sich teure Projekte zu – Energiewende, Klimaprogramme, ausufernde Sozialleistungen –, als wäre der Rückenwind ewig. Spätestens mit der Wende der EZB-Zinsen, dem Aufstieg Chinas vom Kunden zum Konkurrenten und Trumps Handelspolitik ist diese Rechnung geplatzt.

4. Worauf Wohlstand beruht – und warum alle Säulen bröckeln

Ökonomisch lässt sich Wohlstand auf wenige Faktoren zurückführen: Wie viele Menschen arbeiten, wie produktiv sie es tun, wie viel Energie ihnen zur Verfügung steht, und wie gut sie ausgebildet sind. Stelter sieht in allen vier Bereichen rote Lampen.

Abb. 3 – Vier Säulen, vier rote Karten.

Arbeitskräfte – schrumpfend und falsch angereizt

Die Erwerbsbevölkerung schrumpft demografisch bedingt. Gleichzeitig haben wir das Phänomen der „Lifestyle-Teilzeit“ – und ein Bürgergeld-System, in dem sich Mehrarbeit kaum lohnt. Wer aus dem Bürgergeld in Vollzeit-Arbeit wechselt, zahlt rechnerisch eine Grenzbelastung von rund 85 Prozent. Ein Anreiz, der nicht zur Arbeit, sondern davon weg führt.

Abb. 4 – Was bleibt einem Arbeitnehmer wirklich mehr als einem Bürgergeldempfänger (inkl. Wohnkosten)? In München gerade einmal 2,50 € pro Stunde.

Produktivität – Investitionen stagnieren

Wo Maschinen, Software und Infrastruktur Arbeit produktiver machen, wächst Wohlstand. Doch private Investitionen in Deutschland gehen seit Jahren zurück. Das Potenzialwachstum nähert sich, so die Wirtschaftsweisen, der Null-Linie.

Energie – politisch verteuert und verknappt

Es gibt eine sehr enge Korrelation zwischen Energieeinsatz und BIP pro Kopf. Kein reiches Land der Welt verbraucht wenig Energie – aus dem einfachen Grund, dass Maschinen Energie brauchen. Genau hier hat Deutschland gezielt verknappt und verteuert. Die inländische Stromproduktion ist um rund 20 Prozent gefallen.

Abb. 5 – Inländische Stromproduktion: Wir produzieren ein Fünftel weniger Strom als noch vor wenigen Jahren – und importieren immer mehr.

Bildung – die nächste Generation wird nicht qualifiziert

Während die Zahl der „Einser-Abiturienten“ steigt, weisen PISA und andere Studien dramatische Lücken aus: 45 Prozent der Viertklässler verfehlen die Mindeststandards im Lesen, Schreiben und Rechnen. Bildungsforscher sprechen offen aus, dass diese Kinder ihre Schullaufbahn nicht erfolgreich abschließen werden können – wir produzieren funktionale Analphabeten.

Abb. 6 – Knapp die Hälfte der Viertklässler verfehlt die Bildungsmindeststandards.

Hinzu kommt die Innovationsschwäche: Deutschland ist nicht mehr in der weltweiten Top 10 bei Innovation, schon gar nicht bei Zukunftstechnologien wie KI oder Quantencomputing. Das jüngste DAX-Unternehmen ist SAP – und SAP gibt es seit über 50 Jahren.

5. Die Legende vom kaputtgesparten Staat

Ein zentraler Mythos der politischen Debatte ist: Wir hätten zu wenig investiert, weil die Schuldenbremse zu strikt sei. Stelter rechnet das Gegenteil vor. In den zehn Jahren vor Corona hatte der Bund rund 460 Mrd. € zusätzlich zur Verfügung – aus höheren Steuereinnahmen, Zinsersparnissen durch die Niedrigzinspolitik und sinkenden Arbeitslosenkosten. Investiert wurden davon nur etwa 5 Mrd. €.

Abb. 7 – Geld war da. Es wurde nur nicht investiert – es wurde verkonsumiert.

Statt in Brücken, Schulen und Digitalisierung floss das Geld in laufende Ausgaben, in Wahlgeschenke und – nach Corona – in eine geradezu hemmungslose Subventionspolitik. Die Subventionen des Bundes haben sich seit 2015 mehr als verdoppelt: von 1,5 auf über 3 Prozent des BIP, das sind rund 60 Mrd. € pro Jahr.

Abb. 8 – Subventionen haben sich seit 2015 mehr als verdoppelt. Eine Industriepolitik der Symbolik.

„Wir haben die Schulden gemacht – aber nicht investiert. Und die Reformen, die wir vermeiden wollten, kommen trotzdem.“

6. Zu viele Erben? Nein – zu wenige Aufsteiger

In der politischen Debatte heißt es regelmäßig, Deutschland habe ein Erbenproblem: Etwa 75 Prozent der deutschen Milliardäre seien Erben. Die Frage ist nur: Wo ist das Problem? International liegt der Anteil bei rund einem Drittel. Wir haben nicht zu viele Erben. Wir haben zu wenige Aufsteiger.

Abb. 9 – Die Verteilung zeigt das Problem: Es fehlt an wirtschaftlicher Dynamik.

Das ist ein Symptom für ein Land, in dem Unternehmertum unter Generalverdacht steht und in dem ein erfolgreiches Start-up den Standort wechselt, sobald es absehbar wird, dass es wirklich Geld verdient. Stelter berichtet von Venture-Capital-Gebern, die heute Büros in New York und Kalifornien aufmachen – nicht, um dort zu investieren, sondern um deutsche Gründer dorthin zu begleiten.

7. Warum nicht gegengesteuert wird: Die Realitätsverweigerung

Wenn die Diagnose so klar ist – warum handelt die Politik nicht? Stelters Antwort: Weil ein Großteil der öffentlichen Debatte die Realität nicht anerkennt. Bestseller propagieren Selbstkasteiung („wir müssen leben wie in den 70ern“), Talkshows lassen Energiepolitik fast nur noch von Atomkraftgegnern erklären, und über Wirtschaft wird kaum noch ernsthaft geredet – wenn doch, dann meist über Verteilung, nicht über Schaffung.

Das Bild vom Piloten, der Partymusik hört statt der Stall-Warnung, trifft die Lage genau. Dabei ist der „Kipppunkt“, den Klimaforscher beim Klima beschwören (und der dort wissenschaftlich umstritten ist), bei der Wirtschaft längst da – mittendrin.

„Die Welt lacht sich nicht nur schlapp – sie sagt: Da haben wir das Modell, das nicht funktioniert.“

8. Was zu tun wäre – die Reformagenda

Stelter bleibt nicht bei der Klage. Sein Buch hat ein ganzes Kapitel mit konkreten Vorschlägen. Die wichtigsten im Überblick:

Abb. 10 – Sechs Reformbaustellen für einen ehrlichen Kurswechsel.

Sozialstaat: Negative Einkommensteuer statt 500 Einzelleistungen

Der Bund verteilt heute über 500 verschiedene Sozialleistungen – kein einzelner Beamter überblickt das System noch. Vorschlag: Eine negative Einkommensteuer nach dem Vorbild des US-„Earned Income Credit“. Wer wenig verdient, bekommt vom Staat etwas hinzu – aber auf jeder Stufe lohnt sich Mehrarbeit. Kein 85-Prozent-Sprung, keine Antragsformulare für die Sonnenblende am Kinderwagen. Weniger Bürokratie, mehr Anreize, mehr Würde.

Energiepolitik: Markt statt Plan, Speicher statt Subvention

Schluss mit subventionierten Windrädern im windarmen Süden. Erneuerbare ja – aber zu Marktpreisen, mit echtem Speicherausbau, der den Tag-Nacht-Spread nutzt. Kernkraft als Option neu diskutieren, statt sie aus ideologischen Gründen abzuwürgen, während Frankreich mit Atomstrom Stahl produziert und Rechenzentren ansiedelt.

Politik: Bundestag verkleinern, Term Limits, „Politiker-Führerschein“

Stelter fordert eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Vielfalt im Parlament: weniger Berufspolitiker, mehr Menschen, die einmal selbständig oder sozialversicherungspflichtig außerhalb des öffentlichen Sektors gearbeitet haben. Plus: Term Limits (etwa drei Legislaturperioden), maximal zwei Amtszeiten für Minister und Kanzler. Und: keine staatliche NGO-Finanzierung mehr, die zur Beschäftigungsgarantie für ausscheidende Politiker wird.

Haushalt: 100 Mrd. € Einsparpotenzial

Allein 60 Mrd. € pro Jahr ließen sich aus den verdoppelten Bundessubventionen herausschneiden – das sind keine Steuerprivilegien, sondern direkte Zahlungen, oft für klimapolitische Symbolpolitik. Weitere Einsparungen: weniger NGO-Förderung, weniger Auslandszahlungen in der akuten Krise, ein insgesamt schlankerer Staat.

Vermögen: Bürger zu Eigentümern machen

Großbritannien hat unter Thatcher die staatlichen Wohnungen an die Mieter verkauft – und damit eine Nation von Eigentümern geschaffen. In Berlin gilt heute das genaue Gegenteil: ein Umwandlungsverbot, das verhindert, dass aus Mietern Eigentümer werden. Stelter plädiert für Kreditgarantien des Staates, damit auch normale Haushalte Wohneigentum erwerben können. Wer Eigentum hat, denkt langfristiger – und politisch anders.

9. Was bedeutet das für uns in Bergisch Gladbach?

Die Diagnose Stelters klingt nach Berlin – ist aber bis in jede Kommunalverwaltung spürbar. Wer in Bergisch Gladbach beobachtet, wie Bauprojekte stocken, wie Schulgebäude saniert werden müssen, wie energieintensive Betriebe ihre Standortentscheidungen überdenken, wie Fachkräfte fehlen, der sieht: Die bundespolitischen Weichenstellungen entscheiden über unsere kommunalen Spielräume.

Drei Punkte sind für unsere Stadt besonders relevant:

  • Energiekosten. Wer im Bergischen Land produziert, hat keinen Atomstrom-Vorteil und keine US-Subventionen. Wenn Bundespolitik Energie verteuert, verlieren auch unsere Betriebe.
  • Bildung. Ob unsere Kinder lesen, rechnen und schreiben können, entscheidet sich in den Grundschulen – also an einer Stelle, die wir kommunal direkt mitgestalten.
  • Wohneigentum. Die Frage, ob junge Familien in Bergisch Gladbach Eigentum bilden können, hängt nicht nur an den Grundstückspreisen, sondern an einer Vielzahl bundes- und landespolitischer Hürden – Grunderwerbsteuer, Bauvorschriften, Förderpolitik.

Als Bürgerpartei GL werden wir auch in den kommenden Sitzungen darauf drängen, dass die Stadt mit dem, was sie selbst entscheiden kann, einen nüchternen Beitrag zu mehr Substanz statt Symbolik leistet: solide Haushaltsführung, ehrliche Prioritäten in der Infrastruktur, eine pragmatische Liegenschafts- und Wohnungspolitik.

10. Fazit: Noch ist der Absturz nicht vollzogen

Das Buch heißt „Absturz“, hat aber den Untertitel „So retten wir Deutschland“. Genau das ist die Botschaft. Stelter ist kein Untergangsprophet, sondern ein Warner. Die Tragflächen flattern, die Stall-Warnung schrillt, der Sinkflug läuft – aber wir sind noch nicht aufgeschlagen. Es braucht jetzt einen Kanzler und ein Parlament, die nicht weiterhin die Partymusik aufdrehen, sondern die Warnsignale ernst nehmen.

„Wir können es noch schaffen. Aber wir müssen die Anreize ändern – und die Realität anerkennen.“

Quellen und Hintergrund

Gespräch zwischen Prof. Christian Rieck (YouTube-Kanal „Prof. Rieck“) und Daniel Stelter zum Buch „Absturz – So retten wir Deutschland“. Weitere Werke Stelters u. a. „Das Märchen vom reichen Land“ (2018) sowie der Podcast und Blog „Beyond the Obvious“. Zahlenangaben auf Basis von EZB-HFCS-Daten (Privatvermögen), Bundesfinanzbericht (Subventionen), IQB-Bildungstrend (Schulleistungen) sowie Aussagen Stelters im Gespräch.

Über den Autor Frank Samirae ist Vorsitzender der Ratsgruppe Bürgerpartei GL im Stadtrat Bergisch Gladbach. Der Beitrag fasst zentrale Thesen des Gesprächs zwischen Prof. Christian Rieck und Daniel Stelter zum Buch „Absturz“ zusammen und ordnet sie kommunalpolitisch ein.

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