Die Ankündigung, die Schloßstraße mit einer Schranke für den Verkehr zu sperren, stellte sich jetzt als reine Falschmeldung heraus. Tatsächlich wären solche Pläne nie realisierbar gewesen. Vielmehr drängt sich der Verdacht auf, dass hier künstlich Druck aufgebaut werden sollte, um den ortsansässigen Geschäften Repressalien anzudeuten und ihnen klarzumachen, wer die stärkere Hand in der Stadt führt.

Frank Samirae, ein ortsansässiger Unternehmer, hatte zuvor erfolgreich gegen eine illegal eingerichtete Fußgängerzone in Bensberg geklagt und vor dem Verwaltungsgericht erreicht, dass diese wieder entfernt werden musste. Er war mit seinem EDV-Service in ein Ladenlokal in der Schloßstraße gezogen. Ein Teil der Händlerschaft hatte sich ebenfalls in einer Petition gegen die Fußgängerzone gewehrt, unterstützt von CDU und FDP.
Alexander Felsch, Bürgermeisterkandidat von CDU und FDP, hatte mehrfach auf seinem Instagram-Kanal auf die Entscheidung des Gerichts reagiert und sie als „weiteren Beleg dafür gewertet, dass die ideologische Verkehrspolitik des Beigeordneten Migenda (Grüne) keinem hilft“.
Ob dahinter ein politisches Kalkül steckt, lässt sich nicht beweisen. Zwar regiert in der Stadt derzeit eine rot-grüne Koalition, doch ein direkter Zusammenhang bleibt reine Spekulation. Auch Bürgermeister Frank Stein (SPD), der demnächst nicht mehr zur Wahl antritt, hat sich um dieses Thema offenbar nie gekümmert und keine erkennbaren Impulse dazu gegeben.
So bleibt nur festzuhalten: Die Gerüchte um eine Schranke waren nichts weiter als eine Inszenierung – ein Beispiel dafür, wie leicht sich intransparentes Verwaltungshandeln und politische Mutmaßungen zu einem bedrohlichen Narrativ verweben lassen, das am Ende nur den örtlichen Handel belastet.
Wer dachte, Propaganda gäbe es nur anderswo, der findet sie aber auch ganz lokal vor Ort – und unverblümt.





