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Im Bergisches Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe steht die Zukunft ganz im Zeichen der Inklusion: Bei einem Workshop zur baulichen Barrierefreiheit brachten Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen ihre Erfahrungen und Perspektiven direkt in die Planung der Neukonzeption ein.
Blinde und sehbehinderte Menschen, Rollstuhlnutzende, Personen aus dem Autismus-Spektrum sowie Menschen mit kognitiven Einschränkungen diskutierten gemeinsam, wie das bislang nicht barrierefreie Museum künftig für alle zugänglich gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt standen dabei konkrete Alltagserfahrungen – und die Frage, an welchen Stellen Barrieren besonders häufig auftreten.
Grundlage für die Gespräche bildete eine aktuelle Machbarkeitsstudie, die erste Ideen für den Abbau baulicher Hindernisse entwickelt hat. Schnell wurde im Austausch deutlich, wie unterschiedlich die Anforderungen sind – und wie wichtig es ist, diese frühzeitig in die Planung einzubeziehen.
Museumsleiterin Sandra Brauer unterstrich die Bedeutung dieses Ansatzes: Barrierefreiheit sei ein zentrales Element der Neukonzeption und könne nicht allein am Schreibtisch entstehen. Vielmehr gelte es, die Perspektiven der Betroffenen aktiv einzubinden – ganz im Sinne des Leitgedankens der UN-Behindertenrechtskonvention: „Nichts über uns ohne uns.“
Auch die Inklusionsbeauftragte der Stadt, Monika Hiller, betonte den praktischen Nutzen der frühen Beteiligung. Wer Betroffene erst spät einbeziehe, verursache unnötigen Aufwand und zusätzliche Kosten. Durch die enge Zusammenarbeit könne hingegen ein Museum entstehen, das den Bedürfnissen aller gerecht werde.
Die Ergebnisse des Workshops fließen nun direkt in die weitere Entwicklung der Ausstellungskonzeption ein. Unterstützt wird das Projekt unter anderem vom Landschaftsverband Rheinland sowie der Kämpgen-Stiftung. Die Organisation und Durchführung des Workshops begleitete die Servicestelle INBECO für Inklusion in der Freizeit.
Mit dem Beteiligungsformat setzt das Museum ein klares Zeichen: Der Weg zu mehr Barrierefreiheit beginnt nicht erst beim Umbau – sondern bereits bei der Planung.





