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Hohe Haftstrafen nach tödlicher Messerattacke auf 15-Jährigen in Köln

23 Dezember 2024 von Felix Morgenstern

Im Prozess um den brutalen Tod eines 15-Jährigen im Kölner Mülheimer Hafen hat das Landgericht Köln die Angeklagten zu hohen Haftstrafen verurteilt. Der 19-jährige Haupttäter, der die tödlichen Messerstiche zugegeben hatte, muss neun Jahre nach Jugendstrafrecht in Haft. Sein 27-jähriger Komplize erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe. Zwei weitere Mitangeklagte wurden ebenfalls verurteilt: Einer zu zwei Jahren Haft, der andere muss sich einer Betreuung unterziehen.

Hintergrund: Eskalation im Drogenmilieu

Die Tat ereignete sich im März dieses Jahres und war Teil eines Konflikts im Drogenmilieu. Der 15-Jährige, der laut Aussagen der Angeklagten als „Läufer“ für einen Dealer tätig war, geriet offenbar in Streitigkeiten, nachdem er für einen anderen Dealer gearbeitet hatte. Am Tattag eskalierte die Situation: Zunächst wurde der Jugendliche vor einer Kneipe bedroht, später entführt und an den abgelegenen Mülheimer Hafen gebracht. Dort endete die „Abreibung“ tödlich, als der 19-Jährige mehrfach auf ihn einstach.

Prozess von Emotionen geprägt

Der Prozess war von großer Emotionalität begleitet. Während einer Entschuldigung des 19-jährigen Hauptangeklagten an die Familie des Opfers unterbrach der Vater des Jugendlichen die Verhandlung lautstark und lehnte die Entschuldigung ab. Auch aus dem Zuschauerraum gab es Schreie und Proteste, was zu mehreren Räumungen des Gerichtssaals führte.

Signalwirkung der Urteile

Die Strafen unterstreichen die Entschlossenheit des Gerichts, Gewalt im Drogenmilieu zu ahnden. Der Oberstaatsanwalt bezeichnete die Tat in seinem Plädoyer als „kaltblütigen Mord“. Die verhängten Strafen, insbesondere die lebenslange Haft für den 27-jährigen Komplizen, sollen auch eine abschreckende Wirkung entfalten. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Gefährdung junger Menschen in kriminellen Strukturen und verdeutlicht die Konsequenzen solcher Taten.

Mit dem Urteil endet ein aufwühlender Prozess, der in Köln für Entsetzen und Trauer sorgte.

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Bahnstrecke zwischen Köln und Aachen nach Güterzug-Unfall wieder freigegeben

21 Dezember 2024 von Felix Morgenstern

Nach wochenlangen Reparaturen können Pendler und Reisende zwischen Köln und Aachen aufatmen: Die Bahnstrecke ist vollständig instand gesetzt, und ab Samstag verkehren sowohl Fernzüge als auch S-Bahnen wieder ohne Umleitungen oder Einschränkungen. Die Regionalzüge fahren bereits seit einiger Zeit regulär.

Hintergrund: Schwerer Güterzug-Unfall bei Kerpen

Der Unfall ereignete sich Ende November, als ein Güterzug bei Kerpen mit einem Bauzug kollidierte. Die Lok und mehrere Waggons entgleisten, was erhebliche Schäden an der Strecke verursachte. Drei Menschen wurden bei dem Zusammenstoß verletzt. Die Ursache des Unfalls ist weiterhin ungeklärt, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Wochenlange Störungen im Bahnverkehr

Der Unfall hatte weitreichende Folgen für den Nah- und Fernverkehr in der Region. Während der Nahverkehr relativ schnell wieder aufgenommen werden konnte, blieben im Fernverkehr Verbindungen lange unterbrochen. Besonders betroffen waren ICE- und Eurostar-Züge, die bis zuletzt umgeleitet wurden oder ausfielen.

Reparaturarbeiten erfolgreich abgeschlossen

Die Reparaturen umfassten den Austausch von 2,2 Kilometern Schienen sowie umfangreiche Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik. Die größte Herausforderung stellte der Austausch von rund 1.800 Betonschellen dar, die speziell angefertigt werden mussten. Die Arbeiten wurden fristgerecht abgeschlossen, sodass der Bahnverkehr auf dieser wichtigen Strecke wieder vollständig aufgenommen werden konnte.

Weitere Arbeiten im kommenden Jahr geplant

Trotz der abgeschlossenen Reparaturen gilt auf dem betroffenen Streckenabschnitt vorerst eine reduzierte Geschwindigkeit für Züge. Anfang 2025 sollen zusätzliche Arbeiten an den Oberleitungen durchgeführt werden, die bis Februar abgeschlossen sein sollen, so die Bahn.

Erleichterung für Reisende

Die Wiedereröffnung der Strecke ist eine große Erleichterung für die Pendler und Reisenden, die in den vergangenen Wochen Geduld und Flexibilität zeigen mussten. Mit dem Abschluss der Arbeiten kehrt auf der Strecke Köln–Aachen ein Stück Normalität zurück.

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Schnellzug vor der Abfahrt im Bahnhof

Teile des Kölner Hauptbahnhofs nach zurückgelassenem Koffer kurzzeitig gesperrt

21 Dezember 2024 von Felix Morgenstern

Am Freitagabend (20.12.) führte ein zurückgelassener Koffer am Kölner Hauptbahnhof zu einer kurzfristigen Sperrung von Bereichen des Bahnhofs. Nach einer gründlichen Überprüfung gab die Bundespolizei jedoch schnell Entwarnung: Der Koffer war leer.

Sicherheitsmaßnahmen nach Fund des Koffers

Der herrenlose Koffer wurde kurz vor 17 Uhr im Hauptgebäude des Hauptbahnhofs entdeckt. In solchen Fällen erfolgt ein standardisierter Ablauf: Der oder die Besitzerin wird zunächst ausgerufen. Da sich jedoch niemand meldete, wurden gegen 17.30 Uhr der Haupteingang des Bahnhofs sowie die Gleise 1 und 2 vorsorglich gesperrt. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass keine Gefahr für Reisende und Mitarbeitende besteht.

Entwarnung und Wiederaufnahme des Betriebs

Nach einer Untersuchung stellte sich heraus, dass der Koffer leer war und keine Gefahr darstellte. Gegen 18.25 Uhr wurden die Sperrungen wieder aufgehoben, und der Betrieb konnte normal fortgesetzt werden.

Erhöhte Sensibilität nach ähnlichen Vorfällen

In den letzten Wochen kam es in Köln mehrfach zu Großeinsätzen aufgrund herrenloser Koffer. So wurde beispielsweise auf einem Weihnachtsmarkt ein Koffer mit Sand entdeckt, der ebenfalls eine Evakuierung auslöste. Angesichts dieser Vorfälle bleibt die Polizei wachsam und ruft dazu auf, Gepäckstücke niemals unbeaufsichtigt zu lassen.

Weitere Ermittlungen eingeleitet

Die Bundespolizei hat angekündigt, die Videoaufnahmen des Bahnhofs auszuwerten, um die Person zu identifizieren, die den Koffer zurückgelassen hat.

Reisende werden weiterhin gebeten, verdächtige Gegenstände sofort der Polizei zu melden, um unnötige Einsätze zu vermeiden und die Sicherheit in öffentlichen Bereichen zu gewährleisten.

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Cologne Cathedral Christmas Market in twilight, Germany. This is the most popular and best-known of all the city markets in front of the famous Cologne Cathedral.

Erneuter Polizeieinsatz: Weihnachtsmarkt am Heumarkt wegen verdächtigem Koffer geräumt

16 Dezember 2024 von Felix Morgenstern

Am Sonntagabend musste der Weihnachtsmarkt am Heumarkt in der Kölner Altstadt erneut wegen eines zurückgelassenen Koffers evakuiert werden. Nur einen Tag zuvor hatte es einen ähnlichen Vorfall auf dem Weihnachtsmarkt am Rudolfplatz gegeben. Nach intensiver Untersuchung konnte die Polizei jedoch Entwarnung geben: Wie schon am Samstag handelte es sich auch in diesem Fall um einen Koffer mit Sand.

Geordnete Evakuierung am Heumarkt

Der Alarm wurde gegen 19:30 Uhr ausgelöst, woraufhin die Polizei den Weihnachtsmarkt zügig räumte. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nach Angaben des Veranstalters etwa 2.500 Besucher auf dem Gelände. Die Räumung verlief geordnet und ohne Zwischenfälle.

Laut Polizeiangaben war der Koffer besonders auffällig: Er enthielt einen weiteren kleineren Koffer, in dem sich Sand befand. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und eine Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Es wird untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen gibt.

Ähnlicher Vorfall am Rudolfplatz

Bereits am Samstag hatte es einen vergleichbaren Einsatz auf dem Weihnachtsmarkt am Rudolfplatz gegeben. Auch dort war ein verdächtiger Koffer entdeckt worden, der ebenfalls mit Sand gefüllt war. Die Polizei geht davon aus, dass der Koffer absichtlich auf dem gut besuchten Weihnachtsmarkt platziert wurde, um einen Großeinsatz auszulösen.

Ermittlungen laufen

Die Polizei wertet beide Vorfälle als mutwillige Störung der öffentlichen Sicherheit. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Taten wird geprüft, da das Vorgehen in beiden Fällen nahezu identisch war. Neben der Kriminalpolizei wurden Spezialisten hinzugezogen, um den genauen Hintergrund der Taten zu ermitteln.

Auswirkungen auf Weihnachtsmärkte

Die beiden Vorfälle werfen Fragen zur Sicherheit auf den Weihnachtsmärkten in Köln auf. Trotz der Großveranstaltungen betont die Polizei, dass keine akute Gefährdung für die Besucher bestand und die Sicherheitsvorkehrungen auf einem hohen Niveau seien. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, wachsam zu sein und verdächtige Gegenstände sofort zu melden.

Die Organisatoren der Weihnachtsmärkte zeigen sich erleichtert, dass niemand zu Schaden kam, und appellieren an die Vernunft der Bevölkerung: „Solche Aktionen sind kein Spaß, sondern gefährden das Gefühl von Sicherheit auf unseren Weihnachtsmärkten,“ erklärte ein Sprecher des Veranstalters.

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Horrific Traffic Accident Rollover Smoking and Burning Vehicle Lying on its Roof in the Middle of the Road after Collision. Daytime Crash Scene with Damaged Car.

Tödlicher Unfall auf der A3 bei Bad Honnef: Frau von Lkw erfasst

11 Dezember 2024 von Felix Morgenstern

Am Mittwochmorgen ereignete sich auf der A3 zwischen den Anschlussstellen Bad Honnef/Linz und Neustadt/Wied ein tragischer Verkehrsunfall, bei dem eine Frau ihr Leben verlor.

Autofahrerin von Lkw erfasst

Nach Angaben der Polizei hatte die Autofahrerin ihr Fahrzeug kurz hinter der Anschlussstelle am Fahrbahnrand abgestellt und war anschließend aus ihrem Pkw ausgestiegen. Dabei wurde sie von einem herannahenden Lkw erfasst. Trotz schneller Hilfe und Wiederbelebungsversuchen durch Rettungskräfte erlag die Frau noch am Unfallort ihren Verletzungen.

Verkehrsbehinderungen durch Unfallaufnahme

Die Unfallaufnahme führte zu erheblichen Einschränkungen auf der A3. Der Verkehr staute sich über mehrere Kilometer, da Rettungskräfte, Polizei und ein Abschleppdienst vor Ort im Einsatz waren. Es wurde eine großräumige Umleitung eingerichtet, um den Verkehr zu entlasten.

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, um die genauen Umstände des Unfalls zu klären. Der Fahrer des Lkw wurde vor Ort betreut und steht unter Schock.

Appell an Verkehrsteilnehmer

Die Polizei bittet alle Verkehrsteilnehmer um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme, insbesondere bei Gefahrensituationen auf Autobahnen. Das Verlassen eines Fahrzeugs auf der Fahrbahn ist extrem gefährlich und sollte nur im Notfall erfolgen.

Die A3 ist eine der meistbefahrenen Autobahnen in Deutschland, und Vorfälle wie dieser verdeutlichen die Bedeutung von Sicherheitsmaßnahmen für alle Beteiligten.

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A woman raises her hand in a stop gesture, with her focused features suggesting personal boundaries or a privacy message

Projekt „Edelgard schützt“ erhält Rheinlandtaler für Einsatz gegen Gewalt an Frauen

09 Dezember 2024 von Felix Morgenstern

Das Kölner Projekt „Edelgard schützt“ wurde für sein Engagement zur Sicherheit von Frauen und Mädchen mit dem Rheinlandtaler 2024 ausgezeichnet. Die Initiative, die nach den Übergriffen in der Silvesternacht 2015 ins Leben gerufen wurde, erhielt die Ehrung, die mit 1.000 Euro dotiert ist, für ihren Einsatz, Schutz und Unterstützung für Betroffene sexualisierter Gewalt bereitzustellen.

Schutzorte und mobile Hilfe

„Edelgard schützt“ bietet Frauen und Mädchen in unangenehmen oder bedrohlichen Situationen Schutz und Unterstützung. Über 200 Cafés, Geschäfte, Bars und Clubs in Köln haben sich dem Projekt angeschlossen und fungieren als Schutzorte. Diese sind auf einer interaktiven Stadtkarte verzeichnet und durch Sticker in Schaufenstern leicht erkennbar.

Während Großveranstaltungen wie dem Straßenkarneval ist das „Edelgard-mobil“ im Einsatz – ein Bus, der als mobile Anlaufstelle dient und Betroffenen in akuten Situationen Schutz und Hilfe bietet.

Finanzielle Unsicherheit trotz Anerkennung

Trotz der Ehrung steht die Zukunft des Projekts auf unsicheren Beinen. Die Finanzierung für 2025 ist bislang unklar, und die Stadt Köln hat bisher nur 40.000 Euro zugesagt – zu wenig, um die neu gegründete Koordinierungsstelle weiterzuführen. Diese ist jedoch zentral für die Organisation von Helferinnen und Helfern sowie die Professionalisierung des Projekts. Eine Entscheidung über den städtischen Haushalt und damit über die Zukunft von „Edelgard schützt“ wird erst im Februar 2025 erwartet.

Systemischer Handlungsbedarf im Gewaltschutz

Nicht nur „Edelgard schützt“ kämpft mit finanziellen Engpässen. Frauenhäuser und Beratungsstellen bundesweit sind ebenfalls unterfinanziert. Familienministerin Lisa Paus plant ein Gewaltschutzgesetz, das den Schutz von Frauen und Mädchen verbessern und die Finanzierung von Einrichtungen wie Frauenhäusern sicherstellen soll.

„Das Gewalthilfegesetz könnte unsere Arbeit enorm erleichtern“, betont Suna Tanis von der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser NRW. Sie hofft, dass das Gesetz verabschiedet wird, um dringend benötigte finanzielle Mittel bereitzustellen. Der Gesetzesentwurf steht jedoch auf der Kippe, da die Bundesregierung für seine Verabschiedung auf Unterstützung aus der Opposition angewiesen ist.

Ein starkes Zeichen für Betroffene

Die Verleihung des Rheinlandtalers setzt ein wichtiges Zeichen für die Bedeutung von Projekten wie „Edelgard schützt“. Sie zeigen, wie zivilgesellschaftliches Engagement Frauen und Mädchen in Notsituationen zur Seite stehen kann – und wie dringend langfristige Unterstützung durch gesicherte finanzielle Mittel benötigt wird.

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Fronleichnam, Messe vor dem Kölner Dom

Erfolg für Kardinal Woelki im Rechtsstreit gegen Boulevardzeitung

09 Dezember 2024 von Felix Morgenstern

Kardinal Rainer Maria Woelki hat im Streit gegen die Bild-Zeitung erneut vor Gericht gesiegt. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln untersagte der Zeitung, weiter zu behaupten, der Kardinal habe Missbrauchsvorwürfe absichtlich geheim gehalten. Mit dem Urteil ist der Rechtsstreit rechtskräftig beendet.

Hintergrund des Verfahrens

Der Fall dreht sich um Vorwürfe gegen den ehemaligen Sternsinger-Präsidenten Winfried Pilz, der 2019 verstorben ist. Laut Bild-Bericht vom Juli 2022 habe Woelki seit seinem Amtsantritt 2014 bewusst Informationen über Pilz zurückgehalten und damit gegen seine Dienstpflichten verstoßen. Diese Behauptung konnte das Blatt jedoch nicht belegen.

Kardinal Woelki erklärte unter Eid, er habe sich erst im Juni 2022 intensiv mit den Vorwürfen beschäftigt. Vor Woelkis Amtszeit hatte bereits sein Vorgänger, Kardinal Meisner, versäumt, das Bistum Dresden-Meißen über die Vorwürfe gegen Pilz zu informieren. Pilz hatte seinen Ruhestand in diesem Bistum verbracht.

Gericht: Behauptungen unbelegt

Das OLG urteilte, dass die Formulierung der Bild-Zeitung eine verdeckte Behauptung darstellt, für die es keine Beweise gibt. Bereits in erster Instanz hatte das Landgericht Köln die Vorwürfe der Zeitung als unbelegt zurückgewiesen.

Rechtskräftiges Urteil ohne Revision

Mit dem Urteil des Oberlandesgerichts ist der Fall endgültig abgeschlossen. Da der Streitwert bei 20.000 Euro liegt, ist eine Revision vor dem Bundesgerichtshof nicht möglich. Der Sieg vor Gericht stärkt die Position Woelkis in einem ohnehin belasteten Umfeld von Vorwürfen und öffentlicher Kritik.

Der Fall unterstreicht die Bedeutung sorgfältiger Recherche und klarer Beweislage in der Berichterstattung über sensible Themen wie den Umgang mit Missbrauchsvorwürfen in kirchlichen Institutionen.

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Güterzug-Unfall bei Kerpen: Regionalzüge nehmen Betrieb wieder auf

26 November 2024 von Felix Morgenstern

Nach dem schweren Güterzug-Unfall auf der Strecke zwischen Köln und Aachen gibt es gute Nachrichten für Pendler: Seit Dienstagmorgen verkehren die Regionalexpress-Linien RE 1 und RE 9 wieder. Die Züge nutzen die intakten S-Bahngleise, um die Unfallstelle zwischen Horrem und Düren zu umfahren. Dennoch kommt es zu Verzögerungen, da die Züge in diesem Abschnitt langsamer fahren müssen.

S-Bahn-Betrieb bleibt eingeschränkt

Während die RE-Linien wieder weitgehend unterwegs sind, bleibt der Betrieb der S-Bahn-Linien S 12 und S 19 weiter eingeschränkt. Diese enden und beginnen derzeit überwiegend in Horrem, einige Züge auch in Sindorf. Teilweise fallen Verbindungen ganz aus.

Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass eine vollständige Freigabe der Strecke frühestens nach einer weiteren Begutachtung der Schäden durch Fachleute erfolgen kann. Diese Untersuchung ist für Mittwoch geplant.

Erhebliche Schäden an der Strecke

Der Unfall, bei dem ein Güterzug mit einem Bauzug kollidierte, hat schwere Schäden verursacht. Mehrere Hundert Meter Gleise und Schwellen müssen erneuert werden. Zudem sind vier beschädigte Betonmasten der Oberleitung auszutauschen. Seit Samstag ist die Bahn mit der Bergung der entgleisten Waggons beschäftigt, die teils mithilfe schwerer Kräne gehoben werden.

Auswirkungen auf Fern- und Nahverkehr

Neben dem Regionalverkehr ist auch der Fernverkehr betroffen: ICE-Züge und der Eurostar zwischen Aachen, Brüssel und Paris verkehren nur eingeschränkt. Auch Nahverkehrsverbindungen zwischen Köln und Aachen bleiben beeinträchtigt. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet, um den Pendlern Alternativen zu bieten.

Schwerverletzter Lokführer und glückliche Umstände

Beim Unfall in der Nacht auf Freitag wurden drei Menschen verletzt, darunter der Lokführer schwer. Die Feuerwehr Kerpen war mit 85 Einsatzkräften vor Ort, um Verletzte zu retten und potenzielle Gefahren durch die geladenen Chemikalien zu prüfen. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass keine gefährlichen Stoffe ausgetreten waren.

Unfallursache noch ungeklärt

Die genaue Ursache des Zusammenstoßes wird weiterhin untersucht. Offensichtlich war der Bauzug auf der Strecke unterwegs, ob stehend oder langsam fahrend, ist bislang nicht bekannt. Der Güterzug erfasste den Bauzug und entgleiste. Wäre anstelle des Güterzugs ein Personenzug betroffen gewesen, hätte das Unglück noch weitaus dramatischer ausfallen können.

Weitere Informationen für Reisende

Aktuelle Infos zu Zugverbindungen und Ersatzverkehr sind über die Online-Auskunft der Deutschen Bahn abrufbar. Pendler sollten weiterhin mit Verzögerungen und Ausfällen rechnen, bis die Strecke vollständig instand gesetzt ist.

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Ford plant Dagenham Essex uk car Plant.

Protest bei Ford in Köln: 2000 Mitarbeiter legen spontan Arbeit nieder

22 November 2024 von Felix Morgenstern

Am Donnerstag kam es in den Kölner Ford-Werken zu einem spontanen Arbeitsausstand: Rund 2000 Beschäftigte versammelten sich vor der Europazentrale des Unternehmens in Köln-Niehl. Hintergrund war eine Sitzung des Wirtschaftsausschusses, bei der die Geschäftsführung den Betriebsrat über geplante Stellenstreichungen informierte.

Geplante Stellenstreichungen sorgen für Unmut

Ford hatte angekündigt, 2900 Stellen abbauen zu wollen. Die Belegschaft reagierte empört, als diese Pläne in der Sitzung konkretisiert wurden. Die Mitarbeiter zogen vor die Halle A, in der die Sitzung stattfand, und machten ihrem Unmut lautstark Luft. Nach einer Ansprache des Betriebsratsvorsitzenden Benjamin Gruschka löste sich die Versammlung nach etwa zehn Minuten auf.

Betriebsrat erhebt schwere Vorwürfe

In einer anschließenden Mitteilung an die Belegschaft kritisierte der Betriebsrat die Pläne der Geschäftsführung scharf. Er sprach vom „massivsten Angriff auf die Mitarbeitenden in der Ford-Geschichte“ und bemängelte das Fehlen eines nachhaltigen Zukunftskonzepts. Die Arbeitnehmervertreter erwarten, dass die Geschäftsführung nicht nur einzelne Stellen streichen, sondern ganze Bereiche schließen will. Besonders betroffen könnten das Produktionswerk, der Werkzeugbau, das Ersatzteilzentrum und das Entwicklungszentrum sein.

IG Metall und Betriebsrat warnen vor weiteren Belastungen

Die IG Metall wies darauf hin, dass ein solch drastischer Stellenabbau nicht mit der aktuellen Arbeitsbelastung vereinbar sei und forderte die Einhaltung des Arbeitsschutzgesetzes. Der Betriebsrat äußerte Zweifel daran, dass der Stellenabbau durch bloßes „Ausdünnen“ in allen Bereichen umsetzbar sei, und kündigte Widerstand gegen mögliche Schließungen an.

Blick auf die kommende Betriebsversammlung

Klarheit über die genauen Pläne der Geschäftsführung könnte eine Betriebsversammlung in der kommenden Woche bringen. Dort werden bis zu 8000 Mitarbeiter erwartet. Für die Belegschaft steht viel auf dem Spiel: Es geht nicht nur um Arbeitsplätze, sondern auch um den Erhalt zentraler Unternehmensbereiche, die für die Zukunft des Standorts Köln entscheidend sind.

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car factory conveyor workers assembling cars

Kurzarbeit bei Ford in Köln: Mitarbeiter blicken besorgt in die Zukunft

22 November 2024 von Felix Morgenstern

In dieser Woche sind rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ford-Werks in Köln-Niehl in Kurzarbeit. Bis Weihnachten werden insgesamt drei Wochen Produktionspause eingelegt – ein besorgniserregendes Signal für viele Beschäftigte, deren berufliche Zukunft zunehmend unsicher erscheint.

Elektromodelle ohne Abnehmer

Grund für die Kurzarbeit sind die schleppenden Verkaufszahlen der Elektromodelle „Explorer“ und „Capri“. Hikmet Karacay, der seit 2013 bei Ford arbeitet und in der Materialbeschaffung tätig ist, beschreibt die aktuelle Lage ernüchternd: „Anfangs hat man das in der Produktion nicht mitbekommen. Da hat man normal die Stückzahl produziert. Jetzt stehen die hier rum, ohne Abnehmer.“ Die unverkauften Fahrzeuge stapeln sich auf den Werksparkplätzen – ein Sinnbild für die Schwierigkeiten des Unternehmens.

Tradition und Unsicherheit

Karacay, der aus einer Familie mit langer Ford-Tradition stammt, spürt die wachsende Unsicherheit unter den Beschäftigten. „Die Leute kommen immer häufiger zu mir, vor allem diejenigen, die gerade eine junge Familie gegründet haben oder finanzielle Verpflichtungen eingegangen sind“, sagt der 31-Jährige, der sich ehrenamtlich in der IG Metall engagiert. Die ständigen Krisen der letzten Jahre haben das Vertrauen in die berufliche Sicherheit erschüttert.

Forderungen an die Politik

Für Karacay ist klar: Eine nachhaltige Verbesserung der Lage erfordert Unterstützung durch die Politik. Er fordert finanzielle Anreize, um die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen anzukurbeln. „Es braucht Prämien für Elektroautos, und die Ladeinfrastruktur muss dringend ausgebaut werden. Ohne diese Rahmenbedingungen sehe ich schwarz für die Autoproduktion in Köln-Niehl“, erklärt er. Auch für das kommende Jahr zeigt er sich wenig optimistisch, dass die Kurzarbeit beendet werden kann.

Die Zukunft der Autoproduktion in Köln

Die Lage bei Ford steht exemplarisch für die Herausforderungen der gesamten Automobilbranche. Der Umstieg auf Elektromobilität, die globale wirtschaftliche Unsicherheit und der schleppende Ausbau der Infrastruktur setzen Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen unter Druck. Wie es mit der Autoproduktion in Köln weitergeht, wird entscheidend davon abhängen, ob Politik und Wirtschaft gemeinsam Lösungen finden können, um den Standort zu sichern und die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zu stärken.

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