Archiv | Köln

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Vielfältiger Kulturauftakt ins neue Jahr: Köln startet mit Jazz, Ausstellungen und Erinnerungskultur in den Januar 2026

19 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Der Januar 2026 bietet in Köln einen dichten und facettenreichen Kulturkalender. Mit Festivals, Ausstellungen, Vorträgen, Filmveranstaltungen und Diskussionsformaten laden das Kulturamt, das Historische Archiv mit Rheinischem Bildarchiv sowie das NS-Dokumentationszentrum zu einem anspruchsvollen Start ins neue Jahr ein. Der Schwerpunkt liegt dabei gleichermaßen auf zeitgenössischer Kunst, Musik, Film und einer kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gesellschaft.

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Jazz, Kunst und Film: Starker Jahresbeginn im Kulturamt

Musikalisch eröffnet das Jahr am 10. Januar mit dem renommierten „WINTERJAZZ“-Festival im Stadtgarten und im Club Zimmermanns. Zum 15-jährigen Bestehen präsentieren sich 14 Bands und Projekte auf vier Bühnen. Internationale Jazzgrößen treffen dabei auf die Kölner Szene und machen den Abend zu einem Höhepunkt für Liebhaber improvisierter Musik.

Im Bereich der Bildenden Kunst zeigt die Michael Horbach Stiftung ab dem 11. Januar die Ausstellung „Update Cologne 2026“ mit dem Künstlerduo Dan Dryer. Die ortsbezogenen, skulpturalen Arbeiten aus verfremdeten Alltagsmaterialien laden bis Ende Februar zur aktiven Auseinandersetzung mit Raum, Wahrnehmung und Material ein.

Ebenfalls im Fokus steht die Ausstellung „Down Below“ von Cécile Lemper in der Artothek. Ihre großformatigen Gemälde setzen sich mit Erinnerung, Heimatverlust und familiären Brüchen auseinander und schlagen eine Brücke zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen.

Filmisch widmet sich das Filmhaus Köln im Januar gleich mehreren Themen: Mitte des Monats beleuchtet ein Symposium die Darstellung von Arbeit im Dokumentarfilm. Ende Januar folgt mit der 28. Ausgabe von „STRANGER THAN FICTION“ eines der wichtigsten Dokumentarfilmfestivals Nordrhein-Westfalens, das zahlreiche Premieren und internationale Gäste nach Köln bringt.

Stadtgeschichte und Frauenbewegung im Historischen Archiv

Das Historische Archiv legt im Januar einen thematischen Schwerpunkt auf die Geschichte der Frauenbewegung in Köln. In mehreren Vorträgen werden bislang wenig bekannte Perspektiven beleuchtet, etwa die Rolle von Männern in der ersten Frauenbewegung oder die Bedeutung der „Kölner Frauen-Zeitung“ um 1900.

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Veranstaltung zu Else Falk, einer prägenden Persönlichkeit der Kölner Frauenbewegung, deren Wirken lange in Vergessenheit geraten war. Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion, die historische Entwicklungen mit aktuellen Fragen zu Frauenrechten und Gleichstellung verknüpft.

Erinnerungsarbeit und Gegenwartsfragen im NS-Dokumentationszentrum

Auch das NS-Dokumentationszentrum setzt im Januar wichtige Akzente. Eine Buchvorstellung Mitte des Monats richtet sich gezielt an junge Menschen und thematisiert die Folgen rechtsextremer Gewalt aus der Perspektive Betroffener. Gleichzeitig wird an den ersten NSU-Anschlag in Köln erinnert.

Ende Januar eröffnet eine Intervention in der Dauerausstellung des NS-DOK neue Perspektiven auf die Vermittlung von NS-Geschichte. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, gemeinsam über den heutigen Umgang mit historischen Bildern, Begriffen und Darstellungsformen zu diskutieren.

Den Abschluss bildet eine Tanzperformance in der Synagogengemeinde Köln, die sich mit Leben, Angst und Mitverantwortung im Vichy-Frankreich auseinandersetzt und im Anschluss Raum für vertiefende Gespräche bietet.

Ein Monat voller kultureller Impulse

Mit diesem breit gefächerten Programm unterstreicht Köln im Januar 2026 erneut seine Rolle als lebendige Kulturstadt. Die Veranstaltungen verbinden künstlerische Qualität mit gesellschaftlicher Relevanz und laden dazu ein, sich sowohl mit Gegenwartskunst als auch mit historischen Fragestellungen intensiv auseinanderzusetzen.

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Waschbär zum Abschluss: Kunst an Kölner Litfaßsäulen endet mit starkem Statement

19 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Mit einem auffälligen neuen Motiv verabschiedet sich die Motivreihe 2025 des Projekts „Kunst an Kölner Litfaßsäulen“ aus dem öffentlichen Raum. Ab Freitag, 19. Dezember 2025, zeigt der Berliner Künstler Markus Willeke sein Werk „Racoon“ auf allen 27 Kunst-Litfaßsäulen im Kölner Stadtgebiet. Bis Mitte Februar 2026 wird der Waschbär Passantinnen und Passanten im Alltag begegnen – neugierig, verspielt und mit direktem Blick.

Ein Waschbär als Sinnbild unserer Zeit

Der dargestellte Waschbär windet sich scheinbar lebendig um die Litfaßsäule und zieht mit seiner Präsenz die Aufmerksamkeit auf sich. Das Motiv entstammt einem mehrteiligen Werkzyklus, in dem sich Willeke mit invasiven und zugleich bedrohten Tierarten auseinandersetzt. Die Wahl des Waschbären ist dabei bewusst: Er steht exemplarisch für die komplexen Folgen menschlichen Handelns auf ökologische Systeme.

Malerei zwischen Kontrolle und Auflösung

Charakteristisch für Willekes Arbeit ist die sogenannte Nass-in-Nass-Technik mit wässrigen Tuschefarben. Dabei verschwimmen Konturen, Farbflächen geraten in Bewegung und Formen lösen sich teilweise auf. Die Motive bewegen sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Diese Ästhetik ist nicht nur Stilmittel, sondern inhaltlicher Kommentar: Sie verweist auf den schwindenden Einfluss des Menschen auf natürliche Prozesse und auf die Fragilität bestehender Gleichgewichte im Zeichen des Klimawandels.

Kunst als Reaktion auf gesellschaftlichen Wandel

In seinen Arbeiten reagiert Markus Willeke auf ökologische und gesellschaftliche Veränderungen. Seine Bilder zeigen Wesen, die zugleich lebendig, schemenhaft und bedroht wirken. Durch das bewusste Ausreizen der Materialgrenzen entstehen dynamische Bildräume, die sich einer eindeutigen Interpretation entziehen und zum Nachdenken anregen – mitten im urbanen Alltag.

Künstler mit Wurzeln in Köln

Markus Willeke studierte Malerei an der Kunstakademie Münster und war dort Meisterschüler. In den 1990er Jahren lebte er in Köln, bevor er 2002 nach Berlin zog. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt und sind heute Teil bedeutender Sammlungen, darunter die Sammlung des Landes Nordrhein-Westfalen, das Von der Heydt-Museum Wuppertal sowie das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin.

Ausblick auf die Motivreihe 2026

Parallel zum Abschluss der diesjährigen Reihe laufen bereits die Vorbereitungen für 2026. Aus rund 80 eingereichten Entwürfen hat eine Jury mehrere Künstlerinnen und Künstler ausgewählt, deren Arbeiten im kommenden Jahr die Kölner Litfaßsäulen gestalten werden. Die Bandbreite reicht von grafischen und malerischen Arbeiten bis hin zu fotografischen und gesellschaftlich reflektierenden Motiven.

Damit bleibt das Projekt „Kunst an Kölner Litfaßsäulen“ auch weiterhin ein fester Bestandteil des kulturellen Stadtbildes – als niedrigschwelliges Kunstangebot, das überrascht, irritiert und den öffentlichen Raum neu erfahrbar macht.

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Rostiger Baukran nach Jahren aus dem Kölner Stadtbild verschwunden

19 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Im Kölner Stadtteil Sülz ist ein jahrelanges Ärgernis für die Anwohnenden endlich beseitigt worden: Ein ungenutzter und stark verrosteter Baukran an der Linzer Straße wurde nach 13 Jahren abgebaut. Der Kran stand seit einem gescheiterten Bauvorhaben direkt vor einem Wohnhaus und hatte über Jahre hinweg das Straßenbild geprägt – und belastet.

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Ursprünglich sollte der Kran für den Ausbau von Dachgeschosswohnungen eingesetzt werden. Nachdem die Stadt das Vorhaben wegen Verstößen gegen die Baugenehmigung untersagt hatte, blieb der Kran dennoch stehen. Seit 2019 war er ungenutzt, rostete zunehmend und nahm den Bewohnerinnen und Bewohnern nicht nur die Sicht, sondern auch das Gefühl von Sicherheit.

Sicherheitsbedenken und wachsender Unmut

Mit der Zeit wuchs die Sorge in der Nachbarschaft. Besonders bei Sturm wurde der Kran als potenzielle Gefahr wahrgenommen, da er offenbar nicht mehr regelmäßig überprüft wurde. Auch die Nähe zu einer Schule am Ende der Straße verstärkte die Bedenken. Viele Anwohnende fühlten sich durch das massive Baugerät in ihrem Alltag eingeschränkt.

Der Unmut mündete schließlich in einer gemeinsamen Initiative: Eine Petition mit mehr als 60 Unterschriften wurde bei der Stadt eingereicht. Damit machten die Anwohnenden deutlich, dass sie den jahrelangen Zustand nicht länger hinnehmen wollten.

Ordnungsamt greift ein – Kran wird entfernt

Nach Prüfung der Situation schaltete sich das Ordnungsamt der Stadt Köln ein und stufte den Kran ebenfalls als Gefahrenquelle ein. Der Eigentümer des Grundstücks wurde aufgefordert, das Baugerät zu entfernen. Anfang Dezember wurde zunächst der Kran eingefahren, nun folgte der vollständige Abbau.

Für die Nachbarschaft bedeutet dies das Ende einer langen Geduldsprobe. Der Blick aus den Fenstern ist wieder frei, und das Sicherheitsgefühl ist zurückgekehrt. Aus dem gemeinsamen Ärger war über die Jahre sogar ein nachbarschaftlicher Zusammenhalt entstanden – nun endet das Kapitel mit einem sichtbaren Erfolg.

Ein Zeichen für Bürgerengagement

Der Abbau des Krans zeigt, dass beharrliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern Wirkung zeigen kann. Nach über einem Jahrzehnt ist der rostige Baukran Geschichte – und die Linzer Straße hat ein Stück Lebensqualität zurückgewonnen.

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Russland leitet Strafverfahren gegen Düsseldorfer Satirekünstler Jacques Tilly ein

19 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Ein russisches Gericht hat ein Strafverfahren gegen den Düsseldorfer Karnevalswagenbauer und Satirekünstler Jacques Tilly eingeleitet. Anlass sind mehrere öffentlich gezeigte Arbeiten, in denen Tilly den russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisch und provokant darstellt. Der Fall sorgt international für Aufmerksamkeit und wirft Fragen zum Umgang Russlands mit politischer Kunst und Meinungsfreiheit auf.

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Vorwurf: Verbreitung angeblicher Falschinformationen

Nach Berichten russischer Medien wurde das Verfahren Mitte Dezember bei einem Moskauer Gericht eingereicht. Grundlage ist ein Paragraf des russischen Strafgesetzbuchs, der kurz nach Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine eingeführt wurde. Er stellt die angebliche Verbreitung falscher Informationen über die russischen Streitkräfte unter Strafe und wird seither regelmäßig gegen Kritiker des Kremls angewendet.

Dem Künstler wird vorgeworfen, mit seinen satirischen Darstellungen die russische Armee zu diffamieren und den Präsidenten zu beleidigen. Eine erste Anhörung ist für Ende Dezember angesetzt.

Einschüchterung mit Signalwirkung

Menschenrechtsorganisationen und russlandkritische Initiativen werten das Vorgehen als gezielten Einschüchterungsversuch. Russland geht seit Jahren auch außerhalb seiner Landesgrenzen gegen Personen vor, die sich kritisch zum staatlichen Handeln äußern. Bereits mehrfach wurden Menschen in Abwesenheit verurteilt, etwa wegen regimekritischer Inhalte in sozialen Netzwerken.

Besonders betroffen sind Menschen mit familiären oder beruflichen Bezügen nach Russland. Wer in den Fokus der Justiz gerät, muss bei einer Einreise mit erheblichen Konsequenzen rechnen. Fachleute sehen darin eine bewusste Strategie, um kritische Stimmen auch im Ausland zum Schweigen zu bringen.

Politische Satire als Auslöser

Jacques Tilly ist über die Grenzen Düsseldorfs hinaus für seine politisch zugespitzten Karnevalswagen bekannt. Immer wieder greift er aktuelle internationale Konflikte auf und setzt sie satirisch um. In den vergangenen Jahren entstanden mehrfach Werke, die den russischen Präsidenten als Aggressor im Ukraine-Krieg zeigen. Auch internationale Aktionen, etwa vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag, sorgten für Aufmerksamkeit.

Dass ein ausländischer Künstler wegen satirischer Kunst strafrechtlich verfolgt wird, gilt als deutlicher Angriff auf die Kunst- und Meinungsfreiheit.

Verfahren wohl ohne praktische Folgen

Juristische Experten gehen davon aus, dass das Verfahren vor allem symbolischen Charakter hat. Eine tatsächliche Durchsetzung gegen einen in Deutschland lebenden Künstler erscheint unwahrscheinlich. Dennoch entfaltet der Schritt politische Wirkung: Er verdeutlicht den Anspruch des russischen Staates, Kritik am eigenen Handeln auch jenseits der Landesgrenzen zu unterdrücken.

Der Fall macht deutlich, wie sehr politische Satire und künstlerische Freiheit in autoritären Systemen unter Druck geraten – und welche Bedeutung sie in demokratischen Gesellschaften weiterhin haben.

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Stadt Köln plant erstes Suchthilfezentrum in der Innenstadt

19 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Die Stadt Köln plant die Einrichtung ihres ersten Suchthilfezentrums in der Innenstadt. Vorgesehen ist ein Standort am Perlengraben an der Wilhelm-Hoßdorf-Straße, unweit des Neumarkts. Über die konkrete Umsetzung soll der Rat der Stadt Köln in seiner Sitzung am 5. Februar 2026 entscheiden. Der Standort ist das Ergebnis eines umfassenden Prüfverfahrens, bei dem zahlreiche Flächen und Gebäude untersucht wurden.

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Entscheidend für die Auswahl waren unter anderem die Nähe zum Neumarkt, ein ausreichender Abstand zu Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie eine möglichst geringe Belastung für Anwohnende, etwa durch eine durchdachte Gestaltung der Zugangswege.

Antwort auf verschärfte Drogensituation

Das geplante Suchthilfezentrum ist ein zentraler Baustein des Kölner Suchthilfekonzeptes, das im Sommer 2025 weiterentwickelt wurde. Hintergrund ist die deutlich angespannte Situation rund um die offene Drogenszene in Köln. Insbesondere der stark zunehmende Crack-Konsum hat in den vergangenen Monaten zu einer sichtbaren Verschärfung der Lage geführt – mit gravierenden Folgen für Betroffene ebenso wie für den öffentlichen Raum.

Suchthilfezentren sollen schwerstabhängigen Menschen Schutz bieten und ihnen ermöglichen, in einer sicheren Umgebung zu konsumieren. Gleichzeitig verfolgen sie das Ziel, Konsum und Begleiterscheinungen aus dem öffentlichen Raum zu verlagern.

Geplanter Betrieb rund um die Uhr

Nach aktuellen Planungen soll das neue Suchthilfezentrum über einen integrierten Drogenkonsumraum verfügen und perspektivisch täglich rund um die Uhr geöffnet sein. Die Stadt prüft derzeit verschiedene Bauformen, darunter eine modulare Fertigbauweise oder eine Containerlösung, um eine möglichst schnelle Umsetzung zu ermöglichen. Ziel ist es, den Betrieb bereits im kommenden Jahr aufzunehmen.

Entlastung für den öffentlichen Raum

Mit dem neuen Angebot will die Stadt sowohl suchtkranken Menschen besser helfen als auch die Situation im Umfeld des Neumarkts spürbar verbessern. Die derzeitige Lage gilt als belastend für alle Beteiligten – für Betroffene ebenso wie für Anwohnende, Gewerbetreibende und Passantinnen und Passanten.

Durch das Suchthilfezentrum sollen Betreuung, medizinische Unterstützung und soziale Hilfen gebündelt angeboten werden. Gleichzeitig soll der öffentliche Raum sicherer und sauberer werden.

Weitere Informationen und Beteiligung

Ausführliche Informationen zur Weiterentwicklung des Suchthilfekonzeptes sowie Hintergründe zum geplanten Suchthilfezentrum sind im Ratsinformationssystem der Stadt Köln einsehbar. Zusätzlich stellt die Stadt auf einer eigenen Informationsseite Fragen und Antworten zum Projekt bereit.

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Nach Oberleitungsschaden: Bahnverkehr zwischen Köln und Düsseldorf wieder aufgenommen

18 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Nach stundenlangen Einschränkungen ist die wichtige Bahnverbindung zwischen Köln und Düsseldorf seit Mittwochabend wieder frei. Ein Schaden an der Oberleitung hatte den Zugverkehr auf einer der meistbefahrenen Strecken in Nordrhein-Westfalen weitgehend lahmgelegt und für erhebliche Verspätungen sowie Ausfälle gesorgt.

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Strecke seit Mittwochabend wieder befahrbar

Gegen 20 Uhr meldete die Deutsche Bahn die Behebung der Störung. Seitdem verkehren S-Bahnen und Regionalzüge wieder größtenteils planmäßig. Im Fernverkehr kam es jedoch auch im weiteren Verlauf des Abends noch zu Verzögerungen, da sich der Zugverkehr erst nach und nach normalisieren musste.

Regionalzug mehrere Stunden blockiert

Auslöser der massiven Beeinträchtigungen war ein liegen gebliebener Regionalzug der Linie RE1 im Düsseldorfer Süden. Der Zug kam am Vormittag zwischen den Stationen Benrath und Reisholz zum Stillstand, nachdem die Oberleitung beschädigt worden war. Rund 500 Fahrgäste befanden sich zu diesem Zeitpunkt an Bord.

Da sich der Zug etwa 600 Meter von der nächsten Haltestelle entfernt in einem weitläufigen Gleisbereich befand, gestaltete sich die Situation für die Reisenden besonders schwierig. Zunächst musste die Oberleitung stromlos geschaltet und gesichert werden, bevor weitere Maßnahmen möglich waren.

Aufwendige Evakuierung der Fahrgäste

Die Evakuierung des Zuges nahm mehrere Stunden in Anspruch und konnte erst am Nachmittag abgeschlossen werden. Neben der Lage des Zuges erschwerte auch die Anwesenheit mobilitätseingeschränkter Fahrgäste die Räumung. Einsatzkräfte organisierten schließlich Busse, um die Reisenden vom Einsatzort abzutransportieren.

Auswirkungen auf den Bahnverkehr

Während der Sperrung kam es auf der gesamten Strecke zwischen Köln und Düsseldorf zu erheblichen Verspätungen, Zugausfällen und Umleitungen. Besonders der Berufs- und Pendlerverkehr war stark betroffen. Mit der Freigabe der Strecke entspannte sich die Lage am Abend allmählich.

Die Deutsche Bahn arbeitet nach eigenen Angaben daran, die noch bestehenden Folgeverspätungen vollständig abzubauen und den Fahrplanbetrieb wieder zu stabilisieren.

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Rat beschließt nächste Schritte für umfassende Schulbaumaßnahmen in Köln

18 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am Dienstag, 16. Dezember 2025, wichtige Weichen für den weiteren Ausbau und die Sanierung der Kölner Schullandschaft gestellt. Im Mittelpunkt stand ein umfangreiches Maßnahmenpaket, mit dem der bauliche Zustand von insgesamt 56 Schulstandorten systematisch untersucht werden soll. Ziel ist es, den konkreten Sanierungs- und Raumbedarf dieser Schulen zu ermitteln und darauf aufbauend tragfähige Konzepte für die kommenden Jahre zu entwickeln.

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Voruntersuchungen als Grundlage für Planung und Finanzierung

Alle 56 ausgewählten Standorte waren bereits 2024 im Rahmen von Standortanalysen bewertet worden. Diese hatten ergeben, dass an sämtlichen Schulen eine Generalsanierung notwendig ist. Nun sollen vertiefende Voruntersuchungen folgen, um den tatsächlichen baulichen Zustand, pädagogische Anforderungen sowie mögliche zusätzliche Raumbedarfe detailliert zu erfassen.

Für diese weitergehenden Untersuchungen hat der Rat 6,6 Millionen Euro freigegeben. Mit dem Geld sollen externe Fachplanungs- und Sachverständigenbüros beauftragt werden, die unter anderem Bauzustände erfassen und bewerten. Erst nach Abschluss dieser Phase können belastbare Kosten- und Zeitpläne erstellt werden.

Konzepte bis Ende 2026 vorgesehen

Auf Basis der Untersuchungsergebnisse soll die Stadtverwaltung bis zum dritten Quartal 2026 konkrete Vorschläge zur Umsetzung und Finanzierung der Sanierungen vorlegen. Dabei werden auch Fragen zur zukünftigen Nutzung der Schulstandorte, mögliche Veränderungen im Schulplatzbedarf sowie Potenziale zur Nachverdichtung geprüft. Eine Priorisierung der Maßnahmen erfolgt zudem unter Berücksichtigung der finanziellen Leistungsfähigkeit des städtischen Haushalts.

Insgesamt verfügt die Stadt Köln über 291 städtische Schulstandorte, sodass das Maßnahmenpaket einen wichtigen, aber ersten Schritt in einer langfristigen Strategie zur Sicherung und Weiterentwicklung der schulischen Infrastruktur darstellt.

Machbarkeitsstudien für fünf weitere Schulen

Parallel dazu hat der Rat die Kölner Schulbaugesellschaft mbH beauftragt, für fünf weitere Schulstandorte Machbarkeitsstudien sowie Stufenpläne für energetische Sanierungen zu erstellen. Betroffen sind:

  • die katholische Hauptschule am Großen Griechenmarkt
  • die Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung an der Zülpicher Straße
  • das Berufskolleg 14 (Außenstelle Perlengraben)
  • die Gemeinschaftsgrundschule an der Adolph-Kolping-Straße
  • das Maximilian-Kolbe-Gymnasium in Köln-Porz

Diese Studien sollen klären, wie die Gebäude baulich und energetisch zukunftsfähig weiterentwickelt werden können.

Langfristige Perspektive für Kölns Schulen

Mit den Beschlüssen setzt die Stadt Köln auf eine strukturierte und vorausschauende Herangehensweise im Schulbau. Ziel ist es, langfristige Lösungen für Sanierung, Nutzung und Finanzierung zu entwickeln und damit die Voraussetzungen für moderne Lernorte und eine stabile Schulentwicklung in allen Stadtteilen zu schaffen.

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Stadt Köln erhöht Parkgebühren in städtischen Tiefgaragen und Parkhäusern

18 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Autofahrerinnen und Autofahrer in Köln müssen sich auf höhere Parkentgelte in mehreren städtischen Tiefgaragen und Parkhäusern einstellen. Der Rat der Stadt Köln hat am Dienstag, 16. Dezember 2025, beschlossen, die Gebühren in neun zentral gelegenen Anlagen anzupassen. Die neuen Tarife sollen nach aktuellem Planungsstand ab dem 1. Februar 2026 gelten.

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Betroffen sind die Tiefgaragen Am Dom, Breslauer Platz/Hauptbahnhof, Groß St. Martin, Philharmonie, Kaiser-Wilhelm-Ring, Mülheim, Kalk und Neptunplatz sowie das Parkhaus Am Zoo.

Parken bleibt günstiger als in privaten Garagen

Bisher lag der durchschnittliche Stundentarif in diesen Parkhäusern bei rund 1,44 Euro. Künftig wird er auf etwa 2,10 Euro pro Stunde angehoben. Nach Angaben der Stadt liegen die neuen Preise weiterhin unter dem Niveau vieler umliegender, nicht städtischer Parkquartiere. Die Erhöhung ist Teil der Haushaltskonsolidierung, die der Rat im Rahmen des Doppelhaushalts 2025/2026 beschlossen hatte.

Die genannten Parkhäuser befinden sich im Eigentum der Stadt Köln oder – wie die Tiefgarage Groß St. Martin – in Teileigentum. Gemeinsam bilden sie den Betrieb gewerblicher Art „Tiefgaragen und Parkhäuser“.

Abrechnung im 20-Minuten-Takt

Die Parkgebühren werden weiterhin je angefangene 20 Minuten berechnet und sind durch einen Tageshöchstsatz gedeckelt. Je nach Standort steigen sowohl der 20-Minuten-Tarif als auch der maximale Tagespreis. Während in der Tiefgarage Am Dom die Tarife unverändert bleiben, erhöhen sich die Gebühren in den übrigen Anlagen teilweise deutlich.

So steigt beispielsweise der 20-Minuten-Tarif in den Tiefgaragen Breslauer Platz, Groß St. Martin und Philharmonie von 0,60 auf 0,80 Euro, der Tageshöchstsatz von 18 auf 24 Euro. In den Parkhäusern Mülheim, Kalk, Neptunplatz und im Parkhaus Zoo verdoppelt sich der 20-Minuten-Tarif von 0,30 auf 0,60 Euro, während der Tageshöchstsatz künftig bei 18 Euro liegt.

Sondertarife bleiben unverändert

Einige Sonderregelungen bleiben von der Anpassung unberührt. Das Tagesticket für Zoobesucherinnen und -besucher kostet weiterhin vier Euro. Auch der Veranstaltungstarif in der Tiefgarage Philharmonie für Konzertgäste bleibt mit 2,50 Euro bestehen.

Einführung Anfang 2026

Die Stadt plant, die neuen Parkentgelte zum nächstmöglichen Zeitpunkt umzusetzen. Nach derzeitiger Planung sollen die angepassten Tarife ab 1. Februar 2026 gelten. Bis dahin bleiben die bisherigen Gebühren unverändert.

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Kritik am Pferde-Einsatz auf dem Kölner Weihnachtsmarkt am Neumarkt

17 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Der Weihnachtsmarkt „Markt der Engel“ auf dem Kölner Neumarkt steht in der laufenden Adventszeit in der Kritik. Anlass ist der Einsatz eines Pferdes, das regelmäßig über das Marktgelände geführt wird. Auf dem Rücken des weißen Tieres sitzt eine als Engel verkleidete Person, die Hufe sind goldfarben bemalt. Während viele Besucher die Inszenierung als Teil der festlichen Atmosphäre wahrnehmen, äußern Tierschutzorganisationen deutliche Bedenken.

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Tierschützer sehen Belastung für das Tier

Nach Einschätzung von Tierschützern ist der Einsatz von Pferden auf stark frequentierten Weihnachtsmärkten problematisch. Pferde gelten als sensible Fluchttiere, die auf große Menschenmengen, laute Geräusche und intensive Lichteffekte mit Stress reagieren können. Hinzu kommt die Sorge, dass ein erschrecktes Tier unkontrolliert reagieren und damit auch Besucherinnen und Besucher gefährden könnte. Feste und Märkte werden von den Kritikern grundsätzlich als ungeeignete Orte für Tiere angesehen.

Nach Angaben von Beobachtern ist der berittene Engel kein einmaliges Ereignis. Laut Programm findet der Auftritt regelmäßig statt, unter anderem an festen Wochentagen. Auch von weiteren Tieren, die auf dem Markt präsentiert werden, ist die Rede.

Veterinärmediziner äußert grundsätzliche Bedenken

Auch aus fachlicher Sicht wird der Einsatz von Tieren auf Großveranstaltungen kritisch bewertet. Veterinärmediziner weisen darauf hin, dass das Verhalten von Tieren in unübersichtlichen und lauten Situationen nie vollständig vorhersehbar sei. Sowohl äußere Reize als auch unkontrollierbare Reaktionen des Publikums könnten Stress oder Panik auslösen. Zudem sei häufig unklar, wie die Tiere trainiert wurden und ob sie gesundheitlich für solche Einsätze geeignet seien.

Ein weiterer wichtiger Punkt aus medizinischer Sicht ist der verantwortungsvolle Umgang mit den Tieren. Es müsse ausgeschlossen sein, dass Tiere medikamentös beruhigt werden, um sie für Veranstaltungen einsetzbar zu machen. Die Bemalung der Hufe wird hingegen als unproblematisch eingeschätzt, sofern ausschließlich ungiftige und leicht abwaschbare Farben verwendet werden.

Veranstalter verweist auf Erfahrung und Betreuung

Der Veranstalter des Weihnachtsmarktes weist darauf hin, dass der Pferde-Einsatz fachkundig begleitet werde. Nach eigenen Angaben wird man dabei von erfahrenen Pferdekennern unterstützt. Kritik von Tierschutzorganisationen habe es in der Vergangenheit bereits mehrfach gegeben.

Die Diskussion zeigt, dass der Einsatz von Tieren auf öffentlichen Veranstaltungen zunehmend kritisch hinterfragt wird. Zwischen traditioneller Inszenierung, Sicherheitsaspekten und dem Wohl der Tiere bleibt das Thema auch über die Weihnachtszeit hinaus umstritten.

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Stadt Köln lockert Haushaltssperre – Finanzlage bleibt angespannt

15 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Die Stadt Köln stellt ihre Finanzplanung für die kommenden Jahre neu auf. In dieser Woche informiert die Stadtverwaltung die politischen Gremien über eine aktualisierte Prognose der Haushaltsentwicklung. Auf dieser Grundlage läuft die seit längerem bestehende Haushaltssperre zum 31. Dezember 2025 aus. Ab dem Jahr 2026 kehrt die Stadt jedoch zu einer restriktiven Haushaltsbewirtschaftung zurück.

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Deutliche Haushaltsverschlechterungen absehbar

Die aktuellen Berechnungen zeigen, dass sich die finanzielle Situation der Stadt Köln in den kommenden Jahren weiter zuspitzen dürfte. Bereits für das Jahr 2026 wird mit einer zusätzlichen Belastung des Haushalts in Höhe von rund 78 Millionen Euro gerechnet. Hinzu kommt ein globaler Minderaufwand von 45 Millionen Euro, der ebenfalls erwirtschaftet werden muss.

In der mittelfristigen Finanzplanung fallen die Prognosen noch deutlich negativer aus:
Für 2027 werden Verschlechterungen von rund 182 Millionen Euro erwartet, für 2028 etwa 256 Millionen Euro und für 2029 rund 259 Millionen Euro.

Keine formale Haushaltssperre für 2026

Trotz der angespannten Lage verzichtet die Stadt für das Jahr 2026 zunächst auf eine erneute formale Haushaltssperre. Ausschlaggebend dafür sind zusätzliche Konsolidierungsmaßnahmen, die kurzfristig eingeleitet wurden. Dazu zählen unter anderem eine dem Rat separat vorgeschlagene Grundsteuererhöhung, eine strikte Priorisierung von Investitionen sowie eine weiterhin enge Ausgabenkontrolle in den städtischen Dienststellen.

Statt einer Haushaltssperre greift ab 2026 wieder das Instrument der restriktiven Haushaltsbewirtschaftung, das bereits vor Einführung der Sperre angewendet wurde.

Strenge Kontrolle, aber Spielräume für wichtige Bereiche

Im Rahmen der restriktiven Haushaltsbewirtschaftung werden alle Ausgaben weiterhin laufend auf ihre rechtliche und zeitliche Notwendigkeit überprüft. Die bestehenden Konsolidierungsvorgaben für die Dienststellen bleiben bestehen. Gleichzeitig sollen jedoch freiwillige Förderungen, die für den Erhalt wichtiger Strukturen notwendig sind, weiterhin möglich sein.

Eine deutliche Entlastung gibt es für die Bezirksvertretungen: Die bezirksorientierten Mittel, über die die neun Bezirksvertretungen verfügen, sollen im Jahr 2026 nicht mehr beschränkt werden.

Finanzielle Herausforderung bleibt bestehen

Trotz des Auslaufens der Haushaltssperre bleibt die finanzielle Lage der Stadt äußerst angespannt. Die Stadtspitze betont, dass es sich lediglich um eine begrenzte Entlastung handelt und Köln weiterhin weit von einer stabilen Haushaltslage entfernt ist. Die kommenden Jahre werden daher von weiteren Sparanstrengungen und schwierigen Entscheidungen geprägt sein.

Information der politischen Gremien

Der Finanzausschuss wird am Montag, 15. Dezember 2025, über die neue Bewirtschaftungsverfügung informiert. Am Dienstag, 16. Dezember 2025, folgt die Unterrichtung des Stadtrats. Die entsprechenden Unterlagen sind im Ratsinformationssystem der Stadt Köln einsehbar.

Mit dem Schritt zurück zu einer restriktiven Haushaltsbewirtschaftung versucht die Stadt Köln, trotz wachsender finanzieller Belastungen handlungsfähig zu bleiben und zentrale Strukturen zumindest vorerst zu sichern.

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