Archiv | Wirtschaft

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Badeverbot an der Bevertalsperre: Blaualgen breiten sich stark aus

01 Juli 2025 von Felix Morgenstern

Die anhaltende Hitze und der niedrige Wasserstand zeigen Folgen: Das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises hat bei einer aktuellen Untersuchung eine erhebliche Blaualgenkonzentration an der Bevertalsperre festgestellt. Besonders betroffen sind die Randbereiche des beliebten Naherholungsgebiets.

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Badeverbot an allen vier Badestellen

Aus Sicherheitsgründen hat der Kreis daher ein Badeverbot für alle vier ausgewiesenen Badestellen der Bevertalsperre ausgesprochen. „Der Kontakt mit Blaualgen sollte unbedingt vermieden werden“, warnt das Gesundheitsamt und verweist auf mögliche gesundheitliche Risiken. Blaualgen können Hautreizungen, Bindehautentzündungen und bei Verschlucken auch Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Gesundheitsamt appelliert an Eigenverantwortung

Zudem appelliert die Behörde an die Eigenverantwortung aller Besucherinnen und Besucher. Auch bei Aktivitäten auf dem Wasser, wie Stand-Up-Paddling oder Bootstouren, sollten direkte Berührungen mit dem belasteten Wasser vermieden werden.

Weitere Informationen online

Wie lange das Badeverbot aufrechterhalten bleibt, hängt von der weiteren Entwicklung der Blaualgenkonzentration ab. Der Kreis informiert regelmäßig über aktuelle Messwerte und mögliche Änderungen der Badeverbote.

Alle Details und weitere Hinweise zu den Badegewässern im Oberbergischen Kreis finden Interessierte auf der Internetseite:
👉 www.obk.de/badegewaesser

Damit die Bevertalsperre auch in den kommenden Wochen wieder sicher genutzt werden kann, ist jetzt Rücksicht gefragt – auf die eigene Gesundheit und auf die Wasserqualität des beliebten Freizeitgewässers.

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Haushalt 2025/2026 genehmigt: Rheinisch-Bergischer Kreis erhält grünes Licht ohne Auflagen

25 Juni 2025 von Felix Morgenstern

Die Bezirksregierung Köln hat den Doppelhaushalt für die Jahre 2025 und 2026 sowie das Haushaltssicherungskonzept des Rheinisch-Bergischen Kreises ohne Auflagen genehmigt. Damit bestätigt die Aufsichtsbehörde die solide Finanzplanung des Kreises – ein Schritt, der Landrat Stephan Santelmann als „wichtigen Erfolg“ für die Kreisverwaltung und die Politik wertet.

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Strategischer Kurs wird gewürdigt

„Der Rheinisch-Bergische Kreis stellt sich seiner finanziellen Verantwortung und handelt mit Strategie“, erklärte Landrat Santelmann. Die Bezirksregierung habe die Anstrengungen des Kreises anerkannt und die Finanzplanung vollständig genehmigt – ein positives Signal für die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und allen Partnern im Kreis.

Zwar wurden vom Regierungspräsidium keine Auflagen formuliert, jedoch erwartet die Behörde regelmäßige Informationen über den Fortschritt bei der Umsetzung des Haushaltssicherungskonzepts. Die Entnahme aus der allgemeinen Rücklage sei, so die Aufsichtsbehörde, aus Rücksicht auf die kreisangehörigen Städte und Gemeinden vertretbar.

Kreisumlage steigt 2026 spürbar

Trotz der Genehmigung bleibt die finanzielle Lage angespannt. Für das Jahr 2025 plant der Kreis mit Ausgaben in Höhe von rund 518,9 Millionen Euro bei Einnahmen von 487 Millionen Euro – ein erwartetes Defizit von knapp 32 Millionen Euro, das größtenteils aus Rücklagen gedeckt werden soll.

Im Folgejahr 2026 liegt das Minus mit rund 7,7 Millionen Euro deutlich niedriger, dennoch wird zur Stabilisierung eine Erhöhung der Kreisumlage von 35,50 auf 37,30 Prozent notwendig. Diese Maßnahme belastet die Kommunen, soll aber die Handlungsfähigkeit des Kreises sichern.

Planungssicherheit für Partner und Projekte

Mit der erteilten Genehmigung kann der Kreis nun verbindlich planen. Davon profitieren sowohl die internen Fachämter als auch externe Partner – etwa soziale Träger, Unternehmen, Organisationen und andere Projektbeteiligte. Die Freigabe schafft die Grundlage für die Umsetzung wichtiger Vorhaben im sozialen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Bereich.

Kritik an fehlender Gegenfinanzierung durch Land und Bund

Ein wiederkehrender Kritikpunkt in der kommunalen Finanzpolitik bleibt bestehen: Immer mehr Aufgaben würden von Land und Bund auf kommunaler Ebene abgeladen – ohne ausreichende Finanzierung. Diese strukturelle Schieflage zählt der Kreis als eine der Hauptursachen für seine schwierige Haushaltslage.

Trotz der erfolgreichen Genehmigung wird die Kreisverwaltung daher weiterhin aktiv an Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung arbeiten. Ziel ist es, auch langfristig finanzielle Stabilität zu gewährleisten – und den Handlungsspielraum für dringend notwendige Zukunftsinvestitionen zu sichern.

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Sommer in Köln: Picknick-Idylle mit Schattenseite – Müllberge in den Parks

23 Juni 2025 von Felix Morgenstern

Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen – und Kölns Parks werden zu Freiluftwohnzimmern. Doch was am Vorabend für sommerliche Leichtigkeit sorgt, hinterlässt am Morgen Spuren: Müll, wohin das Auge reicht. Während viele den Tag danach gemütlich angehen, beginnt für andere schon früh die Arbeit.

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Der Morgen danach: Müll statt Morgentau

Es ist 6:30 Uhr am Aachener Weiher. Zwischen Bierflaschen, Grillresten und weggeworfenen Verpackungen arbeiten sich Mitarbeiter der Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) durch die Spuren der Sommernacht. In orangefarbenen Westen, mit Zangen und Müllsäcken bewaffnet, kehren sie die Wiesen sauber.

„Man glaubt gar nicht, was hier manchmal alles rumsteht“, sagt Ismail Öker, der seit über zehn Jahren bei der sogenannten Picknickreinigung dabei ist. „Heute ist es noch harmlos. Aber an manchen Tagen stehen hier ganze Wohnzimmer: Sofas, Schränke, Tische – einfach abgestellt und zurückgelassen.“

Hitzewelle lockt Tausende in die Parks

Am Samstag erreichten die Temperaturen über 30 Grad. Schon am Nachmittag füllten sich die Grünflächen rund um den Weiher. Kühltaschen, Grills, Musikboxen und Decken wurden ausgepackt – Köln feierte den Sommer. Die Stimmung war ausgelassen, die Wiesen gut besucht bis weit in die Nacht hinein.

Mitten unter den Besuchern: die Grill-Scouts der AWB. Sie informieren, verteilen Müllbeutel und sprechen Parkbesucher direkt an. „Wir erleben oft, dass die Leute dankbar sind“, sagt Grill-Scout Vera Drewke. „Viele denken gar nicht daran, dass sie den Müll mitnehmen sollten. Ein kurzer Hinweis reicht oft schon.“

Verantwortung liegt bei allen

Trotz dieser positiven Reaktionen bleibt am Ende viel Arbeit. Die AWB-Teams müssen früh anfangen, bevor Jogger und Familien die sauberen Wiesen wieder in Beschlag nehmen. „Klar soll jeder Spaß haben dürfen“, meint Öker. „Aber es wäre schön, wenn mehr Menschen auch an den Morgen danach denken würden.“

Was als lauer Sommerabend beginnt, endet allzu oft in einer Mülllandschaft. Der Appell der Stadtreinigung ist klar: Wer den Park nutzt, soll ihn sauber hinterlassen. Denn nur so bleibt Kölns grüne Oase auch in der Hitze lebenswert.

Und sobald der letzte Müllsack verstaut ist, beginnt das Spiel von vorne – bis zur nächsten Sommernacht.

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KVB reagiert auf Missstände in U-Bahn-Stationen: Maßnahmenpaket gegen Übernachtungen und Verschmutzung

10 Juni 2025 von Felix Morgenstern

Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) ziehen Konsequenzen aus den zunehmenden Beschwerden über die Zustände an U-Bahn-Stationen. Vor allem der zentrale Knotenpunkt Appellhofplatz steht im Fokus. Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket will das Unternehmen sowohl die Betriebssicherheit als auch das Sicherheitsgefühl von Fahrgästen und Mitarbeitenden verbessern.

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Zunehmende Beschwerden über Müll und Unsicherheit

„Jeder, der mit der KVB unterwegs ist, wird festgestellt haben, dass die Situation zum Teil untragbar geworden ist“, so KVB-Pressesprecher Matthias Pesch. In den vergangenen Monaten häuften sich Beschwerden über starke Verschmutzungen, Fäkalien und offen sichtbaren Drogenkonsum in den Stationen. Besonders nachts nutzen viele wohnungslose Menschen die unterirdischen Anlagen als Schlafplätze – teils sogar zwischen Bahnsteigen und Gleisen.

Testlauf: Station Appellhofplatz wird nachts geschlossen

Als erste konkrete Maßnahme soll die Station Appellhofplatz in der Innenstadt während der nächtlichen Betriebspausen zeitweise geschlossen werden. So will man prüfen, ob dies zu einer spürbaren Verbesserung der Situation führt. Parallel dazu soll die Reinigung deutlich intensiviert werden – mit kürzeren Intervallen und neuartigen Reinigungsmitteln.

Feste Teams für Sicherheit und Ansprechbarkeit

Ein weiterer Baustein des Maßnahmenpakets ist der Einsatz fester Sicherheitsteams an ausgewählten Stationen. Diese sollen nicht nur für mehr Ordnung sorgen, sondern auch als feste Ansprechpartner für Streetworker dienen und so den sozialen Kontakt zu den betroffenen Menschen ermöglichen.

„Mit den Maßnahmen wollen wir in erster Linie einen sicheren Betrieb gewährleisten. Wir wollen aber auch das Sicherheitsgefühl unserer Mitarbeitenden und Fahrgäste und die Aufenthaltsqualität an den Haltestellen verbessern“, erklärt Pesch.

Hilfe statt Verdrängung

Trotz der verschärften Maßnahmen betont die KVB, dass es nicht um eine Verdrängung der Betroffenen geht. Geplant ist auch ein Shuttleservice zu Notschlafstellen, der in enger Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen erfolgen soll. Zudem will man Angebote wie den Kältebus gezielt unterstützen.

Appell an Politik und Gesellschaft

Die Verkehrsbetriebe sehen in der Situation ein gesellschaftliches Problem, das nicht allein durch einzelne Maßnahmen zu lösen sei. Daher richtet die KVB einen Appell an die Politik: Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung könne das Maßnahmenpaket auf Dauer nicht realisiert werden.

Kölnerinnen und Kölner zeigen Verständnis

Bei vielen Fahrgästen stoßen die angekündigten Schritte auf Zustimmung. „Es ist höchste Zeit“, sagt eine Berufspendlerin, die täglich über den Appellhofplatz fährt. „Egal zu welcher Tageszeit – es ist einfach unangenehm dort. Dass dort offen Drogen konsumiert werden, kann nicht der Normalzustand sein.“

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die geplanten Maßnahmen greifen – und ob Kölns U-Bahn-Stationen wieder zu einem Ort werden, an dem sich alle sicher fühlen können.

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Rettungsleitstelle im Rheinisch-Bergischen Kreis modernisiert – Neue IT-Hardware sorgt für mehr Sicherheit und Effizienz

03 Juni 2025 von Felix Morgenstern

Rheinisch-Bergischer Kreis. Die Rettungsleitstelle des Rheinisch-Bergischen Kreises arbeitet ab sofort mit komplett modernisierter IT-Technik. Nach fünf Jahren Dauerbetrieb wurde die zentrale Hardware im laufenden Betrieb vollständig erneuert – ohne Unterbrechung der Einsatzfähigkeit. Die Maßnahme war notwendig, um die hohe Belastung des 24/7-Dienstes zu bewältigen und gleichzeitig aktuelle Anforderungen an IT-Sicherheit und Systemperformance zu erfüllen.

Server, Displays und Netzwerke auf neuestem Stand

„Nach fünf Jahren Dauerbetrieb ist ein solcher Austausch notwendig, um die Verlässlichkeit unserer Systeme zu erhalten und moderne Anforderungen zu erfüllen“, erklärt Werner Eichholz, der in der Leitstelle für die Technik verantwortlich ist. Ersetzt wurden unter anderem Serverkomponenten, Arbeitsplatzrechner, Displaysysteme sowie netzwerkrelevante Hardware. Die eingesetzten Systeme sind nun auf dem neuesten Stand der Technik, um auch künftig einen stabilen und sicheren Leitstellenbetrieb zu gewährleisten.

Umrüstung im laufenden Betrieb

Die Modernisierung erfolgte unter strengen Vorgaben zur Betriebssicherheit – denn ein Ausfall der Leitstelle war zu keiner Zeit eine Option. „Die Einsatzfähigkeit unserer Leitstelle hatte während der gesamten Umrüstphase oberste Priorität“, betont Axel Staehler, Leiter der Leitstelle. Dank einer eng getakteten Projektplanung und der professionellen Zusammenarbeit mit Technikdienstleistern konnte der Austausch der Systeme nahtlos umgesetzt werden.

Zentrale Schaltstelle für Notfälle

Die Rettungsleitstelle ist das Herzstück der Notfallversorgung im Kreisgebiet. Hier gehen 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr alle Notrufe über die 112 ein. Täglich sind das zwischen 350 und 400 Anrufe, darunter rund 150 echte Notrufe und etwa 70 Anfragen für Krankentransporte.

Die Mitarbeitenden entsenden daraufhin Rettungswagen, Notärzte, Krankentransportfahrzeuge oder alarmieren im Bedarfsfall die Feuerwehr. Insgesamt wurden im Jahr 2024 über 47.000 Rettungsdiensteinsätze, rund 12.000 Krankentransporte und etwa 4.200 Feuerwehreinsätze koordiniert.

Zukunftssicher aufgestellt

Mit der nun abgeschlossenen Modernisierung ist die Leitstelle bestens gerüstet für die Herausforderungen der nächsten Jahre. Die stabile technische Basis ist nicht nur entscheidend für die tägliche Arbeit der Einsatzkräfte, sondern auch ein wichtiger Baustein für die Sicherheit und Versorgung der Bürgerinnen und Bürger im gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis.

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Streik bei Ford in Köln: „Wir kämpfen für unsere Zukunft“

16 Mai 2025 von Felix Morgenstern

Köln, 16. Mai 2025 – Erstmals in der Geschichte des Ford-Werks in Köln-Niehl hat ein offizieller Streik begonnen. Die Beschäftigten legen die Arbeit nieder – aus Protest gegen den geplanten massiven Stellenabbau. Für viele ist es der erste Streik ihres Lebens. Für alle ist es ein Zeichen der Verzweiflung – und der Entschlossenheit.

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Historischer Streik am Kölner Standort

Kurz nach sechs Uhr morgens ist der Streikposten vor Tor 24 gut besucht. Rund 30 Beschäftigte haben sich versammelt. Es ist das erste Mal, dass in Köln ein offiziell unterstützter Arbeitskampf bei Ford stattfindet – seit dem „wilden Streik“ von 1973, der damals von türkischen Gastarbeitern ohne gewerkschaftliche Rückendeckung geführt wurde.

Heute stehen Gewerkschaft und Belegschaft geschlossen hinter dem Arbeitskampf. Mit dabei ist auch Dirk Vaas. Seit über 30 Jahren arbeitet er bei Ford in der Qualitätssicherung. Heute sitzt er mit einem Kaffeebecher vor dem Werkstor – im Streik, zum ersten Mal.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal hier sitze und um meine Existenz bangen muss“, sagt er. Vaas gehört zu den 2.900 Beschäftigten, deren Arbeitsplatz laut Ford bis 2027 wegfallen soll.

Ungewisse Zukunft: „Wie ein Stück Vieh behandelt“

Der geplante Stellenabbau trifft das Werk hart. Die neuen Elektromodelle, die in Köln produziert werden, verkaufen sich schwach. Für viele Beschäftigte bedeutet das weniger Arbeit, weniger Perspektive – und letztlich der mögliche Verlust ihres Arbeitsplatzes.

Ein Mitarbeiter bringt es auf den Punkt: „Wir sind nicht Teil des Wandels, wir sind das, was aussortiert wird.“ Er will lieber anonym bleiben, wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen. „Ich habe die Schnauze voll“, sagt er deutlich. Einige denken bereits über Abfindungen nach, andere, wie der 34-jährige Vural Köksal, wollen bleiben – und kämpfen. „Ich brauche diesen Job. Ich will eine klare Perspektive und sichere Arbeitsplätze“, fordert er.

Werk steht still, Stimmung ist entschlossen

Während die Produktion ruht, flattern IG-Metall-Fahnen im Morgenwind. Flatterband versperrt die Einfahrt zum Werk. Es gibt belegte Brötchen, Gespräche, aber auch bedrückte Mienen. Die Stimmung ist ernst, aber geschlossen. „Wir sind bereit, bis zum Äußersten zu gehen“, sagt Vaas, der noch immer vor dem Werkstor sitzt. „Ich hoffe einfach, dass ich hier bis zur Rente arbeiten kann.“

Konzernführung hält sich bedeckt

Von Seiten der Unternehmensführung gibt es bislang keine Stellungnahme zum Streik. Aufgrund laufender Verhandlungen will sich das Management derzeit nicht öffentlich äußern.

Doch die Beschäftigten haben ihre Botschaft deutlich gemacht. Der Streik ist für sie nicht nur ein Arbeitskampf – er ist ein Weckruf. Ein Signal, das auch über Köln hinaus Gehör finden soll: Die Zeit des Stillhaltens ist vorbei.

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Rechtliche Betreuung im Fokus – Rheinisch-Bergischer Kreis fördert Fachkräfte und Ehrenamt

14 Mai 2025 von Felix Morgenstern

Mit dem demografischen Wandel steigt auch im Rheinisch-Bergischen Kreis der Bedarf an rechtlicher Betreuung. Immer mehr Menschen geraten in Lebenslagen, in denen sie ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können – sei es durch Alter, Krankheit oder Behinderung. Das Betreuungswesen steht damit vor einer doppelten Herausforderung: Der Bedarf wächst, während gleichzeitig ein Mangel an qualifizierten Berufsbetreuerinnen und -betreuern besteht.

Ehrenamt stärken – Fachkräfte gewinnen

Um dieser Entwicklung aktiv zu begegnen, setzt der Rheinisch-Bergische Kreis gezielt auf die Förderung von Ehrenamt und Fachkräften. Der Kreistag hat im vergangenen Jahr beschlossen, jährlich 14.000 Euro zur Verfügung zu stellen, um Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung ehrenamtlicher, beruflicher und vereinsgebundener Betreuerinnen und Betreuer zu finanzieren. Diese Unterstützung ist Teil einer umfassenden Strategie zur Stärkung des Betreuungssystems.

Umfassendes Maßnahmenpaket geplant

Im Zentrum der Aktivitäten steht ein Maßnahmenpaket, das gezielt auf Information, Qualifizierung und Begleitung ausgerichtet ist. Dazu zählen:

  • Zwei kostengünstige Fortbildungsangebote jährlich für Berufs- und Vereinsbetreuende im Kreis
  • Die Veranstaltungsreihe „Forum Berufsbetreuer“, in Kooperation mit der Stadt Bergisch Gladbach
  • Die Qualifizierungsmaßnahme „Fit für die ehrenamtliche Betreuung“, geplant für 2025

Darüber hinaus gibt es begleitende Angebote wie einen Betreuer-Treff, Informationsveranstaltungen und das Projekt „Netzwerk Hochschulen“, das das Berufsbild unter Studierenden bekannter machen soll. Viele dieser Angebote können sogar kostenneutral realisiert werden.

Sicherheit und Kompetenz für Betreuende

Ziel der Maßnahmen ist es, Betreuende nicht nur zu gewinnen, sondern ihnen auch die nötige Sicherheit und das Wissen zu vermitteln, um ihre Aufgabe verantwortungsvoll ausüben zu können. Das betrifft sowohl ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger als auch hauptamtliche Fachkräfte. Persönliche Beratung, gezielte Aufklärung und regelmäßige Evaluierung der Maßnahmen sorgen für Qualität und Nachhaltigkeit.

Vorsorge statt Betreuung – Aufklärung im Fokus

Auch die Prävention rückt verstärkt in den Fokus: Um rechtliche Betreuungen möglichst zu vermeiden, soll die Nutzung von Vorsorgevollmachten gefördert werden. Der Kreistag hat deshalb die Aufklärungsarbeit der Betreuungsvereine gezielt gestärkt und ein Konzept zur Beratung über Vorsorgemöglichkeiten vorgestellt.

Mit dem Ausbau und der Weiterentwicklung des Betreuungswesens setzt der Rheinisch-Bergische Kreis ein klares Zeichen: Die rechtliche Betreuung soll auf sicheren, professionellen und zugleich bürgernahen Füßen stehen – zum Wohle der Menschen in allen Lebenslagen.

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Streckensperrungen bei der Bahn: Pendler in NRW müssen Geduld mitbringen

10 Mai 2025 von Felix Morgenstern

Aktuell kommt es in Nordrhein-Westfalen zu zahlreichen Einschränkungen im Bahnverkehr. Grund dafür sind Stellwerksarbeiten, die zu mehreren Streckensperrungen rund um Köln sowie zwischen Solingen und Düsseldorf geführt haben. Betroffen sind Tausende Pendlerinnen und Pendler, die nun auf Schienenersatzverkehr mit Bussen ausweichen müssen.

Längere Fahrzeiten – neue Wegeplanung erforderlich

Durch den Einsatz von Bussen verlängert sich die Fahrzeit erheblich. Manche Ersatzbusse fahren ohne Zwischenstopp von Bahnhof zu Bahnhof, andere halten in fast jeder Ortschaft entlang der Strecke. Wer also morgens zur Arbeit, zur Schule oder in die Universität muss, sollte deutlich mehr Zeit einplanen.

Was passiert, wenn ich zu spät zur Arbeit komme?

Die sogenannte Wegerisikoregelung besagt: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tragen das Risiko, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen – auch bei Streckensperrungen oder Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr. Kommt man zu spät, darf der Arbeitgeber den Lohn für die ausgefallene Zeit kürzen. Bei wiederholter Verspätung kann dies sogar zu einer Abmahnung oder im Extremfall zu einer Kündigung führen.

Informationspflicht gegenüber dem Arbeitgeber

Wer absehen kann, dass er verspätet eintrifft, sollte umgehend den Arbeitgeber informieren – idealerweise per Telefon oder E-Mail. Diese sogenannte Meldepflicht ist entscheidend, um arbeitsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Fahrgastrechte bei Verspätungen

Inhaberinnen und Inhaber des Deutschlandtickets können ab einer Verspätung von 60 Minuten eine Entschädigung in Höhe von 1,50 Euro pro Fall erhalten. Diese kann beim ServiceCenter Fahrgastrechte oder direkt beim zuständigen Eisenbahnverkehrsunternehmen beantragt werden. Es gilt jedoch eine Bagatellgrenze: Beträge unter vier Euro werden nicht ausgezahlt, können aber gesammelt werden.

Wichtig: Die Nutzung von ICE-Zügen ist bei Streckensperrungen nicht automatisch erlaubt. Bei einem regulären Nahverkehrsticket bleibt der Fernverkehr ausgeschlossen.

Was bei Baustellenfahrplänen zu beachten ist

Im Fall von geplanten Bauarbeiten veröffentlicht die Bahn sogenannte Baustellenfahrpläne. Wird dieser neue Fahrplan eingehalten – auch wenn die Fahrzeit länger ist – besteht kein Anspruch auf Entschädigung. Nur wenn der Baustellenfahrplan selbst nicht eingehalten wird, greift die Entschädigungsregelung.

Unterstützung vor Ort und digitale Hilfe

An größeren Bahnhöfen wie Köln, Bonn, Euskirchen und Horrem stellt die Bahn derzeit zusätzliche Servicekräfte zur Verfügung. Hinweisschilder und Bodenmarkierungen sollen Reisenden dabei helfen, die Ersatzhaltestellen der Busse schnell zu finden. Informationen zu aktuellen Fahrplänen, Ersatzverbindungen und Änderungen finden sich außerdem online auf den bekannten Bahnplattformen.

Wer auf die Bahn angewiesen ist, braucht in den kommenden Tagen vor allem Geduld – und gute Planung.

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Freibäder in NRW unter Druck – Personalnot erschwert Start in die Sommersaison

10 Mai 2025 von Felix Morgenstern

Zum Auftakt der Freibadsaison herrscht in vielen Städten Nordrhein-Westfalens nicht etwa Vorfreude, sondern Ernüchterung: Zahlreiche Freibäder kämpfen mit massivem Personalmangel – teils müssen Öffnungszeiten eingeschränkt, vereinzelt ganze Bäder geschlossen werden. In Steinfurt etwa bleibt das Außenbecken im Stadtteil Borghorst vorerst zu, ebenso wie das Hallenbad für vier Wochen. Grund: fehlendes Fachpersonal.

Fachkräftemangel hat sich verschärft

Die Ursachen liegen tiefer. Peter Harzheim, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Schwimmmeister, verweist auf die Nachwirkungen der Corona-Pandemie. In der Zeit monatelanger Schließungen haben sich viele Badmitarbeitende beruflich neu orientiert – mit langfristigen Folgen. Gleichzeitig fehle es an Nachwuchs: „Die Arbeitszeiten am Wochenende oder abends schrecken viele junge Menschen ab“, erklärt Harzheim. Bundesweit werden laut seinen Schätzungen bis zu 3.000 Fachkräfte in Bädern vermisst.

Verkürzte Öffnungszeiten und improvisierte Lösungen

In kleineren Städten wie Lengerich, Tecklenburg oder Lienen mussten Öffnungszeiten bereits gekürzt werden. In anderen Kommunen werden kreative Wege gesucht, um den Badebetrieb aufrechtzuerhalten. In Köln etwa kommen in dieser Saison rund 60 Saisonkräfte zum Einsatz – größtenteils ausgebildete Rettungsschwimmer, teils aber auch unerfahrene Aushilfen. Für Harzheim ein zweischneidiges Schwert: „Bei Unfällen trägt der Betreiber die Verantwortung – auch für unzureichend geschultes Personal.“

Großstädte besser vorbereitet – doch Wettbewerb bleibt hart

Großstädte wie Köln, Bielefeld oder Duisburg sind derzeit besser aufgestellt. Frühzeitig wurden Aushilfskräfte angeworben, teils mit attraktiven Angeboten: 15 Euro Stundenlohn, Deutschlandticket, Mitarbeiterevents. In Duisburg sicherte im letzten Jahr eine Social-Media-Kampagne die Öffnung der Freibäder – auch dieses Jahr setzen viele Betreiber auf kreative Personalgewinnung.

Ausblick bleibt angespannt

Klar ist: Der Kampf um qualifizierte Rettungsschwimmer wird in den kommenden Jahren nicht einfacher. Wer keinen verlässlichen Personalstamm hat, läuft Gefahr, Badegäste zu verlieren – oder im schlimmsten Fall Badeunfälle nicht verhindern zu können. Für viele Freibäder heißt es deshalb: improvisieren, werben – und hoffen, dass der Sommer nicht ins Wasser fällt.

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Ein Autotraum wird zum Albtraum – und endet vor Gericht mit einem Donnerschlag gegen Tesla und Sixt

Ein Autotraum wird zum Albtraum – und endet vor Gericht mit einem Donnerschlag gegen Tesla und Sixt

05 Mai 2025 von Darian Lambert

Ein spektakulärer Gerichtsfall am Oberlandesgericht Köln wirft ein düsteres Licht auf die Geschäftspraktiken von Tesla und Sixt – und zeigt, wie aus einem über 150.000 € teuren Hightech-Fahrzeug ein fast dreijähriger Leidensweg für den Kunden wurde. Im Zentrum des Falls: der Tesla-Fahrer, der ein sogenanntes Montagsauto kaufte – ein Fahrzeug, das ständig defekt war, mehrfach zur Reparatur musste und dabei für Schlagzeilen sorgte.

Doch das war erst der Anfang.

Tesla-Service in der Kritik: lange Wartezeiten, keine Ersatzwagen

Nachdem sein Tesla immer wieder ausfiel, wandte sich der Tesla-Fahrer an Tesla für Reparaturen. Die Wartezeiten waren lang, die Ersatzteilsituation prekär. Tesla stellte keine eigenen Ersatzfahrzeuge bereit – sondern buchte kurzerhand Mietwagen bei der Sixt GmbH & Co. KG, die dem Tesla-Fahrer zur Verfügung gestellt wurden. Dieser nahm sie entgegen, nachdem Tesla diese auf als Ersatzwagen gebucht hatte für den Tesla Kunden in der Eigenschaft als Fahrer aber: – wie sich später herausstellte, ohne sie zu bezahlen.

Was folgte, ist kaum zu fassen: Fast drei Jahre nach Beginn der Mietwagennutzung verklagte Sixt den Tesla-Fahrer persönlich auf Zahlung der Mietkosten in Höhe von 22.983,02 € – obwohl die Fahrzeuge eindeutig von Tesla organisiert worden waren.

OLG Köln setzt Zeichen: Kein Vertrag zwischen Sixt und Kunde – Klage abgewiesen

Nach einem ersten Urteil zugunsten von Sixt vor dem Landgericht Köln (Az.: 2 O 262/22), wandte sich der Tesla-Fahrer mit Unterstützung seines Anwalts Immo Debuschewitz an das Oberlandesgericht Köln. Und dort kippte der 15. Zivilsenat unter dem Vorsitz von Richterin Richter das Urteil am 3. April 2025 in letzter Instanz (Az.: 15 U 170/24).

In den Urteilsgründen heißt es deutlich: „Es lässt sich […] nicht feststellen, dass der Beklagte – sei es im eigenen Namen oder im Namen der Streithelferin [Tesla] – auf Abschluss von Mietverträgen gerichtete Willenserklärungen abgegeben hat.“ Die Richter urteilten, dass allein durch das Abholen der Fahrzeuge und das Unterschreiben auf einem digitalen Display kein wirksamer Mietvertrag zwischen Sixt und dem Beklagten zustande gekommen ist. Der Tesla-Fahrer habe – nachweislich – lediglich als Fahrer gehandelt und auf dem Display sei auch nur „Fahrer“ angezeigt worden, nicht „Mieter“.

Auch der Versuch von Sixt, die Unterschriften als Vertragsabschlüsse auszulegen, scheiterte – die technische Rekonstruktion, was dem Tesla-Fahrer auf dem Display tatsächlich angezeigt wurde, konnte nicht erbracht werden. Das Gericht kritisierte, dass Sixt auch trotz entsprechender Hinweise nicht darlegen konnte, „wie diese Ausdrucke technisch zustande gekommen sind“.

Tesla ließ den Kunden hängen – fast bis zum finanziellen Ruin

Besonders brisant: Die eigentliche Verantwortung für die Buchung und Bezahlung der Fahrzeuge lag bei Tesla, das sich als sogenannte „Streithelferin“ auf Seiten von Sixt dem Prozess anschloss – und dabei kein gutes Bild abgab. Tesla hatte nach Aussage des Tesla-Fahrers die Fahrzeuge im Rahmen eines Rahmenvertrags mit Sixt gebucht – aber offenbar nie bezahlt. So wurde der ohnehin schon geschädigte Kunde von einem schlecht funktionierenden Fahrzeug zusätzlich in finanzielle Bedrängnis gebracht, obwohl er selbst keinerlei Vertragsverhältnis mit Sixt hatte.

Rückgabe des Fahrzeugs nach separatem Verfahren

Bemerkenswert ist auch: Das ursprünglich gelieferte Fahrzeug konnte der Tesla-Fahrer – in einem separaten Verfahren – erfolgreich an Tesla zurückgeben. Die Mängel am Fahrzeug und die mangelhafte Abwicklung durch Tesla waren so gravierend, dass das Gericht dem Kunden auch dort recht gab.

Der Fall zeigt in erschreckender Klarheit, wie ein globaler Konzern wie Tesla nicht nur mit massiven Qualitätsproblemen kämpft, sondern auch juristische Risiken auf seine Kunden abzuwälzen versucht. Dass Tesla keine eigenen Leihwagen zur Verfügung stellt, die Kosten dann aber unbezahlt lässt und die Rechnung dem Kunden aufbürdet, spricht Bände.

Für den Tesla-Fahrer ging die Geschichte nach fast drei Jahren doch noch gut aus – aber der emotionale, zeitliche und finanzielle Schaden war erheblich.

Wer mit dem Gedanken spielt, ein Fahrzeug von Tesla zu kaufen, sollte sich nicht nur über Reichweite und Software informieren – sondern auch über die Qualität des Kundendienstes und die Geschäftspraktiken des Unternehmens.

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