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Weihnachten und Neujahr in Bergisch Gladbachs Partnerstädten: Ein Blick über Grenzen hinweg

19 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Während sich Bergisch Gladbach auf die Festtage vorbereitet, wird auch in den Partnerstädten rund um den Globus Weihnachten und der Jahreswechsel begangen – allerdings mit ganz unterschiedlichen Bräuchen, Ritualen und Bedeutungen. Die Traditionen spiegeln kulturelle Vielfalt, religiöse Prägungen und nicht zuletzt die aktuellen Lebensumstände der Menschen wider.

Stille Hoffnung und Zusammenhalt in der Ukraine

Partnerstadt Butscha

In der Ukraine sind Weihnachten und Neujahr vor allem von Besinnlichkeit und familiärem Zusammenhalt geprägt. Im Mittelpunkt stehen einfache Rituale, Kerzenlicht, Gespräche und traditionelle Speisen wie Kutia. Der Heilige Abend markiert einen Neuanfang, bei dem weniger äußere Festlichkeit als vielmehr innere Hoffnung zählt. Auch der Weihnachtsbaum zum Jahreswechsel – oft klein oder symbolisch – steht für das Weitergehen des Lebens. Wünsche richten sich weniger auf Materielles als auf Frieden, Gesundheit und Kraft für das kommende Jahr.

Licht in schwierigen Zeiten im Heiligen Land

Partnerstadt Beit Jala

In der Region um Bethlehem wird Weihnachten trotz politischer Spannungen und großer Herausforderungen als Fest der Hoffnung gefeiert. Nach Jahren der Einschränkungen kehren Lichter, Prozessionen und Gesänge zurück. Besonders symbolträchtig ist der wieder aufgestellte Weihnachtsbaum in Bethlehem, der Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Region anzieht. Weihnachten wird hier als gemeinschaftliches Fest verstanden, an dem Menschen unabhängig von Religion oder Herkunft teilnehmen.

Kulinarischer Glanz in Frankreich

Partnerstädte Bourgoin-Jallieu und Joinville-le-Pont

In Frankreich steht an Weihnachten das festliche Essen im Mittelpunkt. Am 25. Dezember versammeln sich Familien zu einem opulenten Mahl, dessen süßer Höhepunkt häufig die traditionelle Schokoladenbiskuitrolle bildet. Geschenke bringt der Père Noël in der Nacht. Auch Silvester wird mit einem ausgedehnten Festessen gefeiert, begleitet von Konfetti und ausgelassener Stimmung.

Symbolik und Brauchtum in Litauen

Partnerstadt Marijampole

In Litauen beginnt Weihnachten am Abend des 24. Dezember und dauert bis zum 26. Dezember. Der festlich gedeckte Tisch erinnert mit Heu unter der weißen Tischdecke an die Geburt Jesu. Zwölf fleischlose Gerichte symbolisieren die Apostel und die Monate des kommenden Jahres. Zum Jahreswechsel lebt ein alter Brauch fort: Wer als erste Person nach Mitternacht ein Haus betritt, soll Glück und Wohlstand bringen.

Lichter und Feuerwerk in den Niederlanden

Partnerstadt Velsen

Das wichtigste Geschenkfest in den Niederlanden ist der Sinterklaas am 5. Dezember. Weihnachten selbst wird ruhig im Familienkreis am ersten und zweiten Weihnachtstag begangen. Silvester, bekannt als Oud en Nieuw, ist dagegen laut und lebendig – mit Feuerwerk, Oliebollen und geselligem Beisammensein. Ab dem Jahreswechsel 2026/2027 wird privates Feuerwerk allerdings landesweit verboten sein.

Tiefe Traditionen in Schlesien

Partnerstadt Pszczyna

In der schlesischen Region gehört eine Weihnachtskrippe in jedes Haus. Der Heilige Abend ist reich an Ritualen: Nach dem Lesen der Heiligen Schrift und dem Erscheinen des ersten Sterns beginnt das Festessen. Eine besondere Rolle spielt der Karpfen – seine Schuppe im Portemonnaie gilt als Glücksbringer für das neue Jahr. Die Geschenke bringt das Christkind, die Nacht endet traditionell mit dem gemeinsamen Besuch der Christmette.

Chanukka als Fest des Lichts in Israel

Partnerstadt Ganey Tikva

In Israel steht zur Winterzeit das jüdische Lichterfest Chanukka im Mittelpunkt. Acht Tage lang wird jeden Abend eine weitere Kerze entzündet – als Symbol der Hoffnung und des Glaubens an die Kraft des Lichts. Auch wenn Weihnachten keine zentrale Rolle spielt, finden sich in Israel dennoch Weihnachtsmärkte und Konzerte, die die kulturelle Vielfalt des Landes widerspiegeln.

Gemeinsamer Nenner trotz Vielfalt

So unterschiedlich die Bräuche auch sind, eines verbindet die Partnerstädte Bergisch Gladbachs: Der Wunsch nach Gemeinschaft, Hoffnung und einem guten Start ins neue Jahr. Die Traditionen zeigen, wie vielfältig das Feiern sein kann – und wie stark kulturelle Wurzeln und aktuelle Lebensrealitäten die Festtage prägen.

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