Ein Skandal, der auf dem Wertstoffhof geduldet wird.
Wir haben es selbst gesehen, mehrfach – und fotografiert: komplette Kofferraumladungen voll druckfrischer Exemplare des Bergischen Handelsblatt, inklusive aller bezahlten Werbebeilagen, landen regelmäßig und unbehelligt in den Papiercontainern des Wertstoffhofs Kippemühle. Nicht ein paar Restexemplare, nicht beschädigte Ware – ganze Auflagen einzelner Verteilgebiete, nie verteilt, nie gelesen, aber bereits bezahlt.

Und das Erschreckendste: Die Mitarbeitenden der Stadt sehen zu und lassen es geschehen.
Kein Einschreiten, kein Hinterfragen, kein Kontrollmechanismus. „Lass doch den Armen Tropf in Ruhe“ – murmelt ein Bediensteter. Wen wundert es wenn lokaler Handel dann stirbt wenn die Werbung entsorgt wird die er bezahlt hat? Kein Verständnis.
Ein systematischer Vorgang – und ein wirtschaftlicher Schaden für alle, die in dieser Zeitung werben.
Während Unternehmen Tausende Euro für Anzeigen, Prospekte und Beilagen zahlen, verschwinden diese zu Hunderten, manchmal zu Tausenden in den Containern. Wir standen daneben. Wir machten Fotos, sprachen mit den Bediensteten und riefen beim Handelsblatt an. Und dennoch passiert: nichts.

„Von wegen zack und weg“ – hier wird nicht nur Müll entsorgt, sondern Verantwortung
Wer den Wertstoffhof Kippemühle betritt, soll glauben, er betrete ein Vorzeigeprojekt der städtischen Präzisionsarbeit. Orange Warnwesten, klare Abläufe, strenge Trennung. Ein Ort, an dem jeder Joghurtbecher kritisch begutachtet wird, bevor er im richtigen Container landet.
Doch die Realität, die sich im Schatten dieser heilen Fassade abspielt, wirkt wie ein Schlag ins Gesicht jener Bürgerinnen und Bürger, die hier für jeden falschen Restmüllsack zur Kasse gebeten werden.

Denn während Mitarbeitende des Wertstoffhofs akribisch prüfen, ob ein Möbelstück privat oder gewerblich entsorgt wird, können komplette Zeitungsauflagen, die eigentlich verteilt werden müssten, unkontrolliert in Containern verschwinden – auf städtischem Gelände, direkt vor aller Augen.
Ein Schaden, der weit über Altpapier hinausgeht
Es geht nicht um Papier.
Es geht um Arbeitszeitbetrug, Leistungserschleichung, wirtschaftliche Schädigung:
- Werbekunden zahlen für Reichweite, die nie stattfindet.
- Der Verlag verliert Glaubwürdigkeit und Auflage.
- Die lokale Wirtschaft wird getäuscht.
- Die Stadt toleriert, dass ihr Wertstoffhof als Entsorgungsstation für unverteilte Zeitungen missbraucht wird.
Mehrfach haben wir Mitarbeitende darauf angesprochen. Mehrfach haben sich Bürger beim Verlag beschwert. Und dennoch wird der Skandal ignoriert – so konstant wie das Klirren der Presscontainer.
Akribisch sortieren? Ja. Akribisch wegsehen? Auch das.
Der offizielle Narrativ:
Man achte hier auf jedes Detail. Jede Farbdose, jede Batterie, jeder falsch eingeordnete Holzspan werde korrigiert, um Umwelt und Ordnung zu schützen.
Die gelebte Praxis:
Wenn ein Zeitungsverteiler tonnenweise bezahlte Printprodukte in den Container kippt, wird maximal die Tür aufgehalten, aber nicht nachgehakt.
Ein Müllsack Restmüll: 10 Euro.
Zehn Bündel nie verteilter Zeitungen: Kein Kommentar.
Während Bürger belehrt werden, wo Schuhe hingehören und wie man WC-Reiniger korrekt entsorgt, werden an anderer Stelle Tausende Euro Werbegeld im Papiercontainer begraben.
Die Stadt schweigt – und mit ihr das System
Hier werden nicht nur Zeitungen entsorgt.
Hier wird Vertrauen entsorgt.
Hier wird Verantwortung entsorgt.
Hier wird die Glaubwürdigkeit eines ganzen Betriebs entsorgt.
Wenn ein Wertstoffhof sich rühmt, Umwelt und Ordnung in sauber getrennte Bahnen zu lenken, dann muss er ebenso konsequent verhindern, dass städtisches Gelände zum Schauplatz systematischer Arbeitszeit- und Leistungsbetrügereien wird.
Doch stattdessen passiert Folgendes:
Papier wird gepresst, Bürger werden belehrt – und der wahre Skandal landet unter weiteren Tonnen Altpapier.
Was sich nicht wegpressen lässt
Die Gartenbank am Eingang steht dort als Mahnmal für nachhaltigen Konsum.
Doch viel dringender bräuchte dieser Ort ein Mahnmal für ehrliche Arbeit für die lokale Wirtschaft. Denn vom Möbelhaus bis zum Fahrradgeschäft gilt: Wer nicht wirbt der stirbt.
Denn solange unverteilte Zeitungen auf dem Wertstoffhof landen, als wären sie gewöhnliches Altpapier, und solange die Stadt dieses Verhalten zulässt, bleibt eine Frage offen:
Wer sortiert hier eigentlich wen – und wessen Interessen werden wirklich geschützt?


















