Nach rund 800 Jahren ist Schluss: Die Rheinfähre zwischen Düsseldorf und Meerbusch hat am Freitag ihre letzte Fahrt absolviert. Für viele Menschen in beiden Städten war die Überfahrt über den Rhein fester Bestandteil des Alltags – ob auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder für Ausflüge am Wochenende. Mit der Einstellung des Betriebs endet nun eine lange Tradition, die Generationen geprägt hat.

Symbolbild
Personalmangel als Hauptgrund für das Aus
Der entscheidende Grund für das Ende des Fährbetriebs ist der anhaltende Personalmangel. Trotz intensiver Suche konnten keine neuen Mitarbeitenden gewonnen werden, um den Betrieb dauerhaft aufrechtzuerhalten. Die Arbeit an Bord gilt als anspruchsvoll und zeitintensiv: Neben den regulären Fahrten fallen regelmäßig Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an, oft auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten. Unter diesen Bedingungen ließ sich der Betrieb zuletzt nicht mehr wirtschaftlich und organisatorisch sichern.
Ein Familienbetrieb mit langer Geschichte
Mit der letzten Fahrt endet auch ein bedeutendes Kapitel Familiengeschichte. Über Jahrzehnte hinweg wurde die Fähre von derselben Familie betrieben. Der letzte Fährmann stand mehr als 40 Jahre selbst am Steuer, insgesamt prägte seine Familie den Betrieb rund 60 Jahre lang. Für ihn und viele Stammgäste war die Fähre weit mehr als ein Verkehrsmittel – sie war ein Stück Heimat und gelebte Tradition.
Bedeutend für Alltag und Freizeit
In den vergangenen Jahrzehnten transportierte die Motorfähre werktags vor allem Schülerinnen und Schüler, Beschäftigte der Kaiserswerther Kliniken sowie Besucherinnen und Besucher der Messe. An den Wochenenden nutzten zahlreiche Ausflügler die Verbindung, um bequem zwischen Düsseldorf und Meerbusch zu pendeln. Die Fähre war damit nicht nur praktisch, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des regionalen Lebens.
Städte prüfen mögliche Lösungen
Der Abschied fällt vielen schwer – auch den Kommunen. Die Städte Düsseldorf und Meerbusch wollen prüfen, ob es Perspektiven für einen Erhalt oder eine Wiederbelebung der Fährverbindung gibt. Gespräche dazu sollen im Januar aufgenommen werden. Ob sich eine Lösung findet, ist derzeit offen.
Ein Stück Geschichte geht zu Ende
Mit der Einstellung des Fährbetriebs verschwindet ein Stück regionaler Geschichte, das den Rhein über Jahrhunderte hinweg als verbindendes Element erlebbar gemacht hat. Die Fähre verband nicht nur zwei Ufer, sondern auch Menschen, Erinnerungen und den Alltag einer ganzen Region.








