Archiv | Dezember 24th, 2025

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Russland klagt Düsseldorfer Künstler Jacques Tilly an – Vorverhandlung in Moskau angesetzt

24 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

In Moskau findet an Heiligabend eine erste Vorverhandlung im Strafverfahren gegen den Düsseldorfer Bildhauer und Karnevalswagenbauer Jacques Tilly statt. Russische Behörden werfen dem Künstler vor, aus politischen Motiven heraus falsche Informationen über die russische Armee verbreitet zu haben. Nach Angaben aus russischen Gerichtsunterlagen dient der Termin der Vorbereitung eines möglichen Hauptverfahrens.

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Die Vorverhandlung erfolgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dabei sollen organisatorische Fragen geklärt werden, etwa die Festlegung von Verhandlungstagen und die Benennung möglicher Zeugen. Jacques Tilly selbst wird nicht anwesend sein. Nach eigenen Angaben hat er bislang keine offiziellen Dokumente aus Russland erhalten und von dem Verfahren ausschließlich über Dritte sowie Medienberichte erfahren.

Politische Satire als Auslöser des Verfahrens

Jacques Tilly ist bundesweit bekannt für seine satirischen Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug. Seit vielen Jahren greift er darin aktuelle politische Ereignisse auf und setzt sich kritisch mit internationalen Machtverhältnissen auseinander. Auch die russische Führung war in der Vergangenheit mehrfach Thema seiner Arbeiten, die insbesondere den Angriffskrieg gegen die Ukraine thematisierten.

Die nun erhobenen Vorwürfe stützen sich auf einen Paragrafen des russischen Strafrechts, der seit Beginn des Ukraine-Krieges verstärkt angewendet wird und sich gegen angebliche Falschinformationen über das Militär richtet. Das Verfahren reiht sich damit in eine Vielzahl ähnlicher Fälle ein, die auch Personen außerhalb Russlands betreffen.

Unterstützung aus Düsseldorf und darüber hinaus

In Düsseldorf wird das Vorgehen der russischen Justiz überwiegend als politisch motivierter Einschüchterungsversuch bewertet. Aus der Stadtgesellschaft, der Kulturszene und der Politik erhielt Tilly in den vergangenen Tagen breite Unterstützung. Viele sehen die Anklage als Ausdruck dafür, dass politische Satire internationale Aufmerksamkeit erzielt und Wirkung entfaltet.

Der Künstler selbst hat angekündigt, sich durch das Verfahren nicht von seiner Arbeit abbringen zu lassen. Er will weiterhin politische Themen künstlerisch aufgreifen und sieht in der Anklage eher eine Bestätigung seiner kritischen Auseinandersetzung mit autoritären Strukturen.

Wie es nach der Vorverhandlung weitergeht, ist offen. Ob es tatsächlich zu einem Hauptverfahren kommt und welche rechtlichen Konsequenzen dies hätte, bleibt vorerst unklar.

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Nach Großbrand im Krefelder Hafen: Ermittler schließen Brandstiftung aus

24 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Nach dem verheerenden Brand im Krefelder Hafengebiet liegen erste Ergebnisse der Brandermittlungen vor. Nach aktuellem Stand gehen Polizei und Feuerwehr nicht von einer Straftat aus. Hinweise auf Brandstiftung konnten ausgeschlossen werden. Stattdessen gilt ein technischer Defekt als wahrscheinliche Ursache – möglicherweise hat sich eine alte Batterie innerhalb des Schrottmaterials selbst entzündet. Aufgrund der massiven Zerstörung durch das Feuer wird sich die genaue Brandursache jedoch voraussichtlich nicht mehr abschließend klären lassen.

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Feuer in Recyclingbetrieb löste Großeinsatz aus

Das Feuer war am frühen Montagmorgen im Hafengebiet gemeldet worden. In Brand geraten war ein großer Schrotthaufen auf dem Gelände eines Recyclingunternehmens. Nach Angaben der Feuerwehr handelte es sich um bis zu 800 Tonnen Metall. Menschen kamen bei dem Einsatz nicht zu Schaden, auch Verletzte gab es nicht.

Bis zu 300 Einsatzkräfte vor Ort

Zeitweise waren bis zu 300 Feuerwehrleute im Einsatz. Unterstützung kam aus mehreren Nachbarstädten und Kreisen. Vorsorglich wurden vier angrenzende Betriebe evakuiert, Wohngebiete waren nicht betroffen. Die Warnmeldung über die App NINA konnte im Laufe des Einsatzes wieder aufgehoben werden. Am Dienstag durften die Mitarbeitenden der betroffenen Firmen an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig und dauerten bis in die Nacht. Unter anderem wurde Wasser aus dem Rhein eingesetzt. Gegen 2 Uhr nachts rückten die letzten Einsatzkräfte ab, das Feuer galt zu diesem Zeitpunkt als vollständig gelöscht.

Schwierige Bedingungen bei den Löscharbeiten

Erschwert wurden die Arbeiten durch wechselnde Windrichtungen und die enorme Hitzeentwicklung. Der brennende Schrotthaufen musste mit schwerem Gerät auseinandergezogen werden, was das Feuer immer wieder neu anfachte. Zudem kam es zu Verpuffungen, da sich unter dem Material vermutlich auch Batterien aus geschredderten Fahrzeugen befanden.

Um die Lage besser einschätzen zu können, setzten die Einsatzkräfte Wärmebildkameras und Drohnen ein. Zwischenzeitlich bestand zudem die Gefahr, dass eine angrenzende Betonmauer durch die Hitze einstürzt. Diese konnte jedoch rechtzeitig gesichert werden.

Geruchsbelästigung in mehreren Städten

Durch die starke Rauchentwicklung kam es in der Krefelder Innenstadt sowie in mehreren umliegenden Städten zu deutlicher Geruchsbelästigung. Regelmäßige Messfahrten ergaben jedoch keine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung.

Recyclingbetriebe besonders brandgefährdet

Nach Angaben der Feuerwehr ist es nicht das erste Mal, dass es auf dem Gelände des betroffenen Unternehmens zu einem Brand kam. Recyclingbetriebe gelten als besonders anfällig für solche Brände, da sich im Lagergut oft nicht vollständig kontrollierbare Materialien befinden. Selbstentzündungen, etwa durch Batterien oder Akkus, stellen dabei ein erhebliches Risiko dar.

Die Ermittlungen zur genauen Brandursache dauern zwar an, eine strafbare Handlung wird jedoch nach aktuellem Stand ausgeschlossen.

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Häufige Brände in Recyclingbetrieben setzen Branche unter Druck

24 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Brände in Recycling- und Entsorgungsbetrieben sind in Deutschland längst kein Ausnahmefall mehr. Branchenverbände gehen inzwischen von durchschnittlich rund 30 Feuern pro Tag aus. Der jüngste Großeinsatz auf einem Recyclinghof im Krefelder Hafen hat das Ausmaß des Problems erneut deutlich gemacht und eine Debatte über Ursachen, Risiken und notwendige Gegenmaßnahmen befeuert.

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Zunehmende Brandgefahr mit weitreichenden Folgen

Während viele kleinere Brände schnell unter Kontrolle gebracht werden können, häufen sich seit Jahren auch Großbrände mit erheblichem Aufwand für Feuerwehr und Betreiber. Diese Einsätze gefährden Mitarbeitende, Einsatzkräfte und Anwohnende und belasten Umwelt und Infrastruktur. Hinzu kommen massive wirtschaftliche Folgen: Versicherungsbeiträge steigen stark an, Versicherer ziehen sich teilweise ganz aus dem Markt zurück und beschädigte Anlagen lassen sich oft nur mit großem Zeit- und Kostenaufwand wieder instand setzen. In Einzelfällen haben Unternehmen ihren Betrieb nach Bränden sogar vollständig eingestellt.

Die Verbände warnen deshalb vor einer Bedrohung der Entsorgungssicherheit. Recyclingbetriebe sind ein zentraler Bestandteil der Kreislaufwirtschaft – fällt ihre Leistungsfähigkeit weg, hätte das spürbare Folgen für Kommunen, Wirtschaft und Verbraucher.

Akkus, Technik und Trockenheit als Hauptursachen

Als eine der größten Gefahren gelten falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus und Batterien. Sie stecken nicht nur in offensichtlichen Elektrogeräten wie Smartphones oder E-Bikes, sondern auch in Alltagsprodukten wie Spielzeug, Grußkarten oder Einweg-E-Zigaretten. Werden solche Akkus beschädigt, gepresst oder stark erhitzt, können sie sich selbst entzünden und explosionsartige Brände auslösen.

Daneben spielen auch unsachgemäß entsorgte Gasflaschen, technische Defekte an Maschinen sowie wirtschaftliche Engpässe eine Rolle. Fehlende Investitionen in Wartung und Sicherheitstechnik sowie Personalmangel erhöhen das Risiko zusätzlich. Besonders im Sommer verschärfen Trockenheit und Hitze die Lage, da viele Materialien schneller Feuer fangen und sich Brände rascher ausbreiten.

Forderungen an Politik und Betriebe

Die Branche sieht Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen. Betreiber setzen zunehmend auf moderne Brandschutzkonzepte, darunter automatisierte Löschanlagen, KI-gestützte Frühwarnsysteme und regelmäßige Schulungen. Gleichzeitig richten die Verbände klare Forderungen an die Politik. Dazu zählen die Einführung eines Batteriepfandes, eine verpflichtende Kennzeichnung von Produkten mit Batterien oder Akkus, ein Pfand- oder Verbotssystem für Einweg-E-Zigaretten sowie eine herstellerfinanzierte Absicherung für Recyclingbetriebe im Schadensfall.

Erste Gespräche mit dem Bund haben bereits stattgefunden, weitere sollen folgen. Ziel ist es, die Zahl der Brände spürbar zu senken und die Entsorgung langfristig abzusichern.

Auch Verbraucher tragen Verantwortung

Ein wichtiger Hebel liegt zudem bei den Bürgerinnen und Bürgern. Viele Geräte gehören nicht in die Restmüll- oder Recyclingtonne, sondern müssen als Elektroschrott entsorgt werden – auch dann, wenn der Akku leer erscheint. Kleine Elektrogeräte können häufig im Handel zurückgegeben werden, größere Geräte müssen beim Neukauf vom Händler kostenlos angenommen werden.

Nur durch das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Verbrauchern lässt sich die Brandgefahr in Recyclingbetrieben nachhaltig reduzieren – und damit ein zentraler Pfeiler der Kreislaufwirtschaft sichern.

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Kölner Lehrer fordert kostenloses Schulessen für alle Kinder

24 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

An der Katharina-Henoth-Gesamtschule im Kölner Stadtteil Höhenberg zeigt sich täglich ein Problem, das weit über die Schule hinausreicht: Viele Schülerinnen und Schüler kommen hungrig in den Unterricht. Für manche ist das Mittagessen in der Mensa die einzige warme Mahlzeit des Tages – andere verzichten ganz darauf oder teilen sich das Essen mit Mitschülern. Der Hunger wirkt sich spürbar auf Konzentration, Lernfähigkeit und das soziale Miteinander aus.

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Hunger als Teil des Schulalltags

Lehrer Numan Sarrac kennt diese Situationen seit Jahren. Seit 15 Jahren unterrichtet er an der Schule und erlebt, wie eng schulische Leistungen und die soziale Lage der Familien miteinander verbunden sind. Immer wieder wird deutlich, dass fehlende Mahlzeiten nicht nur ein gesundheitliches, sondern auch ein pädagogisches Problem darstellen. Kinder, die hungrig sind, können dem Unterricht oft kaum folgen und ziehen sich zurück.

Petition für ein kostenloses Schulessen

Aus diesen Erfahrungen heraus hat Sarrac eine landesweite Petition gestartet. Sein Ziel: ein kostenloses Mittagessen für alle Kinder in Nordrhein-Westfalen. Innerhalb kurzer Zeit haben mehr als 12.000 Menschen das Anliegen unterstützt. Die Forderung trifft einen Nerv, ist jedoch politisch umstritten. Fachleute schätzen, dass ein flächendeckendes kostenloses Schulessen Kosten von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr verursachen würde. Für Sarrac ist dies dennoch eine notwendige Investition, um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen und gleiche Bildungschancen zu schaffen.

Schulen versuchen gegenzusteuern

An der Katharina-Henoth-Gesamtschule wird bereits versucht, den akuten Bedarf abzufedern. Mithilfe privater Spenden bietet die Schule ein kostenloses Frühstück an. Dieses Angebot lindert die Not am Morgen, ersetzt jedoch keine verlässliche Mittagsversorgung. Auch die Schulleitung sieht langfristigen Handlungsbedarf und plädiert zumindest für kostenlose Mahlzeiten an Schulen in sozial besonders belasteten Stadtteilen.

Ein strukturelles Problem mit landesweiter Dimension

Die Schule in Höhenberg weist den höchsten sozialen Belastungsindex in Köln auf. Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler stammt aus Familien mit geringem Einkommen, viele sind auf staatliche Unterstützung angewiesen. Landesweit gilt etwa jedes fünfte Kind in Nordrhein-Westfalen als armutsgefährdet. Der Blick nach Köln zeigt damit exemplarisch ein gesamtgesellschaftliches Problem: Schulhunger ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck wachsender Kinderarmut.

Die Petition für kostenloses Schulessen hat die Debatte neu angestoßen. Sie macht deutlich, dass es nicht nur um Ernährung geht, sondern um Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe und die Frage, wie viel soziale Verantwortung Politik und Gesellschaft übernehmen wollen.

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Ein Jahr starke Vernetzung für psychische Gesundheit: Gemeindepsychiatrischer Verbund zieht Bilanz

24 Dezember 2025 von Felix Morgenstern

Unter dem Motto „Gestalten – Partizipieren – Verbinden“ feierte der GPV Rheinisch-Bergischer Kreis sein einjähriges Bestehen und präsentierte Erfolge in der Vernetzung von Hilfsangeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Meilenstein für die gemeindepsychiatrische Versorgung

Im Kreishaus Heidkamp wurde das einjährige Bestehen des Gemeindepsychiatrischen Verbunds (GPV) im Rheinisch-Bergischen Kreis gefeiert. Die Veranstaltung stand unter dem Zeichen intensiver Zusammenarbeit, Austausch und Zukunftsplanung. „Mit dem GPV haben wir ein starkes Fundament gelegt für eine zukunftsfähige Zusammenarbeit in der gemeindepsychiatrischen Versorgung“, betonte Gesundheitsdezernent Jürgen Langenbucher. Ziel sei es, bestehende Hilfsangebote besser zu vernetzen und Versorgungslücken zu schließen.

Hilfe für die Seele – direkt vor Ort

Der GPV ist ein freiwilliger Zusammenschluss von inzwischen 14 Partnern, die im Bereich der sozialpsychiatrischen Versorgung aktiv sind – darunter soziale Einrichtungen, Kliniken, Beratungsstellen und Behörden. Er koordiniert niedrigschwellige, wohnortnahe Hilfen für Menschen mit psychischen Erkrankungen, ihre Angehörigen sowie Fachkräfte. Dabei geht es nicht nur um medizinische Versorgung, sondern auch um soziale, präventive und rehabilitative Maßnahmen – mit dem Ziel, soziale Teilhabe, Lebensqualität und Selbstständigkeit der Betroffenen zu stärken.

Digitale Netzwerkkarte macht Hilfe sichtbar

Besonders hervorgehoben wurde der digitale Sozialatlas „Motiv Mensch“, der als interaktive Netzwerkkarte die Vielzahl an Angeboten im Kreis sichtbar macht. Ergänzt wird das Angebot durch Informationsflyer sowie Inhalte auf der Webseite des Rheinisch-Bergischen Kreises. So erhalten Betroffene und Angehörige schnell Orientierung und Zugang zu passenden Hilfsangeboten.

Landesweite Förderung und hohe Qualitätsstandards

Der GPV wird durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW im Rahmen des Projekts „Verankerung von Gemeindepsychiatrischen Verbünden in NRW“ gefördert. Die Qualität der Arbeit orientiert sich an den Standards der Bundesarbeitsgemeinschaft der GPVen, in der der Verbund Mitglied ist.

Breite Unterstützung im Kreis

Zu den Kooperationspartnern gehören unter anderem das Gesundheitsamt, Alpha e.V., Caritas, Diakonie, Die Kette e.V., das Evangelische Krankenhaus Bergisch Gladbach, das Klinikum Oberberg sowie das Jobcenter Rhein-Berg. Die enge Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg ist ein zentrales Element des Erfolgsmodells.

Fazit: Gemeinsam für mehr psychische Gesundheit

Mit dem GPV wurde im Rheinisch-Bergischen Kreis ein zukunftsweisendes Netzwerk geschaffen, das Menschen mit psychischen Erkrankungen auf vielfältige Weise unterstützt – verlässlich, vernetzt und nah am Menschen.

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