Das Landgericht Köln bleibt bei seiner Einschätzung: Ein Großhändler darf eine mit Pistaziencreme und Teigfäden gefüllte Schokolade nicht mehr unter der Bezeichnung „Dubai-Schokolade“ verkaufen. Damit setzt sich der klagende Importeur erneut gegen den Vertrieb durch.
Herstellung in der Türkei – Irreführende Bezeichnung
Der Rechtsstreit dreht sich um die Frage, wann eine Schokolade den Namen „Dubai-Schokolade“ tragen darf. Die betroffene Süßware wird in der Türkei produziert. Laut Landgericht Köln sei die Bezeichnung daher irreführend, da sie fälschlicherweise eine Herkunft aus Dubai suggeriere.
Zwar wurde das Produkt ursprünglich in Dubai entwickelt, jedoch werde der Name von Verbrauchern als geografische Herkunftsangabe interpretiert, so die Argumentation des Gerichts. Um Missverständnisse zu vermeiden, könne das Produkt jedoch unter der Bezeichnung „Dubai-Style“ angeboten werden – dieser Zusatz sei für Verbraucher deutlich erkennbar.
Rechtsstreit begann mit Testkauf
Der Fall nahm seinen Anfang, als der klagende Importeur die Schokolade in einem Supermarkt erwarb und den Großhändler daraufhin abmahnte. Da dieser die Abmahnung nicht akzeptierte, landete der Streit vor Gericht – mit nun erneutem Erfolg für den Kläger.
Uneinheitliche Urteile in Deutschland
Nicht nur in Köln wird über die Namensgebung der Schokolade gestritten. Ähnlich entschied das Landgericht Bochum, das einem Online-Händler untersagte, die Süßware unter dieser Bezeichnung zu vertreiben.
Anders fiel jedoch das Urteil des Landgerichts Frankfurt aus: Dort argumentierte das Gericht, dass die Schokolade aus mehreren Bestandteilen bestehe, die aus verschiedenen Ländern stammen könnten. Zudem sei die Verpackung auf Deutsch beschriftet, sodass Verbraucher nicht zwingend eine Herkunft aus Dubai annehmen würden.
Hype um das Produkt flacht ab
Die „Dubai-Schokolade“ sorgte zwischenzeitlich für große Aufmerksamkeit – mit langen Warteschlangen vor Geschäften und einem regelrechten Hype um die exotische Süßigkeit. Doch unabhängig davon, wie weitere Gerichtsentscheidungen ausfallen werden, dürfte der große Ansturm auf das Produkt wohl nicht mehr zurückkehren.
Zehntausende Narren haben am Donnerstag den Straßenkarneval in Nordrhein-Westfalen eröffnet. In den Hochburgen Köln, Düsseldorf, Aachen und Bonn wurde bunt und ausgelassen gefeiert. Trotz der großen Menschenmengen zog die Polizei am Abend eine überwiegend positive Bilanz.
Buntes Treiben in Köln – Polizei zieht erste Bilanz
In Köln verlief der Start in den Straßenkarneval weitgehend ruhig. Die Polizei musste bis in die Abendstunden nur vereinzelt eingreifen. Auch die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdiensten hielten sich auf einem normalen Wochentagsniveau. Mehr als 3.000 Einsatzkräfte von Polizei, Ordnungsamt und privaten Sicherheitsfirmen sowie über 800 Sanitäter sorgten für Sicherheit.
Dennoch gab es einige Vorfälle: Die Polizei leitete 25 Ermittlungen wegen Körperverletzung ein, nahm 14 Personen in Gewahrsam und registrierte vier mutmaßliche Sexualdelikte, die noch untersucht werden. Zwei Frauen erstatteten Anzeige wegen Vergewaltigung – eine Tat soll sich im Zülpicher Viertel, eine weitere in einer mobilen Toilette nahe der Universität ereignet haben.
Das Motto des diesjährigen Karnevals „FasteLOVEnd – Wenn Dräum widder blöhe“ sorgte für eine fröhliche Stimmung in der Stadt. Anders als in den Vorjahren mussten die Zugänge zum Zülpicher Viertel nicht gesperrt werden. Auch in der Altstadt rund um den Heumarkt war es weniger voll als 2023, obwohl das Wetter bis zum Nachmittag trocken und sonnig blieb.
Die offizielle Eröffnung fand traditionell am Morgen auf dem Alter Markt statt. Neben dem Kölner Dreigestirn sorgten zahlreiche Bands und Tanzgruppen für Stimmung. Neben den Feierlichkeiten in Kneipen und auf Straßen war auch die Uniwiese für Karnevalisten geöffnet. Diese Fläche soll im kommenden Jahr letztmals für den Straßenkarneval genutzt werden.
Jecke Rathausstürmung in Düsseldorf
In Düsseldorf begann der Karneval pünktlich um 11:11 Uhr mit dem traditionellen Rathaussturm der Möhnen. Die Frauen übernahmen symbolisch die Macht und zogen anschließend durch die Altstadt, wo in zahlreichen Kneipen gefeiert wurde.
Der diesjährige Düsseldorfer Karneval steht unter dem Motto „200 Johr – Hütt on wie et wor“, denn die Landeshauptstadt feiert das 200-jährige Bestehen ihres organisierten Karnevals. Die Polizei- und Rettungskräfte hatten bis zum frühen Abend wenig zu tun. Die Sanitäter konnten sogar einige Einsatzstellen früher abbauen, da sich die Altstadt am Abend schneller leerte als in den Vorjahren.
Aachen feiert mit Rathaussturm und Straßenkarneval
In Aachen wurde „Wieverfastelovend“ um 10:11 Uhr auf dem zentralen Marktplatz eingeläutet. Dort fand eine große Open-Air-Veranstaltung mit dem Karnevalskorps Oecher Storm statt. Die traditionelle Rathausstürmung sorgte für ausgelassene Stimmung in der historischen Altstadt.
Die Polizei verzeichnete einen besonders friedlichen Start in den Straßenkarneval. Neben kleineren Verkehrsunfällen, die jedoch nichts mit den Feierlichkeiten zu tun hatten, gab es keine nennenswerten Einsätze.
Bonn feiert Weiberfastnacht in Beuel
Bonn blickt auf eine lange Karnevalstradition zurück: Bereits 1585 gibt es erste Erwähnungen des närrischen Treibens. Besonders im Stadtteil Beuel hat Weiberfastnacht eine große Bedeutung, da dort vor über 200 Jahren die Tradition des „Wieverfastelovends“ entstand.
Am Morgen startete ein großer Festumzug mit geschmückten Wagen, Fußgruppen und Musikkapellen durch Beuel, der den Stadtteil in eine tanzende Karnevalshochburg verwandelte. Am Mittag erstürmte die Wäscherprinzessin mit ihrem Gefolge das Rathaus und übernahm symbolisch die Macht.
Rund 300 Polizisten waren im Einsatz, um für einen sicheren Ablauf zu sorgen. Das Konzept, Fahrzeuge und Barrieren entlang der Zugstrecke zu platzieren, bewährte sich. Am Abend meldeten die Behörden eine friedliche Bilanz: Nur ein stark alkoholisierter Jeck musste in Gewahrsam genommen werden.
Um die Straßenreinigung zu entlasten, galt in Bonn bis in die frühen Morgenstunden ein Glasverbot. Auch Wildpinkeln wurde streng kontrolliert – wer erwischt wurde, musste mit einer Strafe von 150 Euro rechnen.
Fazit: Ein friedlicher Start in den Straßenkarneval
Die Weiberfastnacht in NRW verlief größtenteils ausgelassen und friedlich. Trotz einiger Einsätze konnte die Polizei eine positive Bilanz ziehen. In Köln gab es zwar einige Vorfälle, doch in Düsseldorf, Aachen und Bonn verlief der Auftakt weitgehend ruhig. Die Jecken feierten mit guter Laune und viel Kreativität den Auftakt des Straßenkarnevals.
Ermittlern des Zollfahndungsamtes Essen ist ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel gelungen. In Zusammenarbeit mit der spanischen Guardia Civil wurde ein führendes Mitglied einer Drogengruppierung in Madrid festgenommen. Die Fahnder beschlagnahmten neben Drogen auch mutmaßlich gefälschte Ausweisdokumente sowie Bargeld im Wert von über 17.000 Euro.
Drogenboss in Madrid gefasst – Auslieferung nach Deutschland geplant
Gegen den in Spanien festgenommenen Deutschen lag bereits ein internationaler Haftbefehl vor. Nach seiner Vorführung vor dem Haftrichter sitzt er nun in Untersuchungshaft. In Kürze soll er nach Deutschland ausgeliefert werden, wo ihm der Prozess gemacht wird.
Die Ermittlungen laufen bereits seit längerer Zeit. Ende vergangenen Jahres wurde bereits ein anderes Führungsmitglied des Drogenrings, ein Deutsch-Iraker aus Köln, in Georgien festgenommen. Auch er sitzt seitdem in U-Haft.
Drogen, Bargeld, Waffen und Luxusartikel sichergestellt
Die Fahnder hatten bereits im Oktober in einer koordinierten Aktion zehn weitere Beschuldigte festgenommen. Dabei wurde eine enorme Menge an Drogen und Wertgegenständen sichergestellt:
Fast 300 Kilogramm Drogen
Zwei Cannabis-Plantagen
Über 430.000 Euro Bargeld
Gold & Luxusuhren
Waffen, Munition und Sprengstoff
Die Ermittler konnten damit eine der größten Drogenbanden im Ruhrgebiet massiv schwächen.
Ein besonders brisanter Fund war eine Produktionsanlage für THC-haltige Süßigkeiten. Mit dieser Technik konnten Gummibärchen und andere Süßwaren mit dem Cannabis-Wirkstoff versetzt und anschließend über das Internet verkauft werden.
Für die Ermittler ist dies Neuland, denn während Cannabisprodukte häufiger beschlagnahmt werden, ist eine professionelle Produktion von THC-Süßigkeiten in Deutschland bislang selten aufgedeckt worden.
Drogenhandel im großen Stil – Kuriere brachten wöchentlich Nachschub
Der kriminelle Drogenring schmuggelte über Jahre hinweg tonnenweise illegale Substanzen nach Deutschland. Besonders die Niederlande dienten als Nachschubquelle. Wöchentlich überquerten Kuriere mit den Drogen die Grenze und verteilten die Ware deutschlandweit.
Zu den sichergestellten Substanzen gehören unter anderem: ✔ Amphetaminöl im hohen dreistelligen Literbereich ✔ Mehrere Tonnen Cannabis ✔ Kokain, Crystal Meth & Haschisch in großen Mengen
Mit der Festnahme des führenden Mitglieds in Madrid und den bereits erfolgten Verhaftungen dürfte der Drogenring endgültig zerschlagen sein. Die Ermittlungen laufen jedoch weiter, um auch die letzten Strukturen der Organisation aufzudecken.
Am Samstagabend zog der traditionelle Geisterzug durch Köln – doch in diesem Jahr stand nicht nur der alternative Karneval im Mittelpunkt. Die Demonstration richtete sich gegen die geplanten Kürzungen im Kölner Kulturbereich und forderte mehr Unterstützung für Kunst und Kultur in der Stadt.
Tausende demonstrieren kreativ für Kulturförderung
Trotz winterlicher Temperaturen versammelten sich am Samstagabend (22. Februar 2025) über 5.000 Menschen in Köln, um sich am Geisterzug zu beteiligen – deutlich mehr als die ursprünglich angemeldeten 2.000 Teilnehmenden. Verkleidet als Hexen, Geister, Vampire und mystische Wesen, zogen sie mit kreativen Plakaten und Slogans durch die Straßen.
Das Motto des Zuges war in diesem Jahr besonders deutlich: 👉 „Mer bruche Jeld för Kultur, do sin mer Jeister stur.“ („Wir brauchen Geld für Kultur, da sind wir Geister stur.“)
Viele Demonstrierende trugen Schilder mit Botschaften wie „Kein Hokuspokus – Cash für Kultur“ oder „Kunst ist kein Luxus, sondern Lebensqualität“.
Kulturkürzungen bedrohen die Szene
Veranstalter Erich Hermans betonte im Vorfeld die Dringlichkeit der Aktion: 🗣️ „Die Kürzungen der Stadt sind existenzbedrohend für viele Künstlerinnen und Künstler. Die Kulturszene ist ein zentraler Bestandteil Kölns – wenn das wegbricht, verliert die Stadt ein Stück ihrer Seele.“
Besonders betroffen seien freie Theater, Kunstprojekte, Off-Kulturstätten und kleinere Veranstaltungsorte, die oft nur mit geringen Mitteln auskommen und durch die Einsparungen um ihre Existenz kämpfen müssten.
Politischer Geisterzug mit klarer Botschaft
Seit 34 Jahren findet der Geisterzug statt – seit einigen Jahren bewusst am Samstag vor Weiberfastnacht, um seinen demonstrativen Charakter zu unterstreichen.
Dieses Jahr wurde die Demo zudem genutzt, um ein klares Zeichen für Demokratie zu setzen. Am Vorabend der Wahl gab es zu Beginn und am Ende der Demonstration Kundgebungen, die alle Teilnehmenden dazu aufriefen, wählen zu gehen.
Friedlicher Protest mit starker Wirkung
Trotz der hohen Teilnehmerzahl verlief der Geisterzug absolut friedlich und störungsfrei, wie die Polizei mitteilte. Auch für spontane Teilnehmer gab es keine Hürden – jede*r konnte einfach mitlaufen.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass Kultur und Demokratie in Köln einen hohen Stellenwert haben – und dass die Menschen bereit sind, dafür auf die Straße zu gehen.
Köln und Karneval – das gehört untrennbar zusammen. Und genau wie der Dom oder der Rhein sind es vor allem die Lieder, die die Karnevalszeit prägen. Doch jedes Jahr entstehen hunderte neue Songs, von denen nur wenige den Sprung in die Playlists der Jecken schaffen. Was also macht den perfekten Karnevalshit aus?
Rezept für einen Karnevalskracher
Die Zutaten für einen erfolgreichen Karnevalssong scheinen auf den ersten Blick simpel: eine mitreißende Melodie, ein eingängiger Refrain, kölsche Lebensfreude und eine Prise Melancholie. Ob „Superjeile Zick“, „Viva Colonia“ oder „Leev Marie“ – die erfolgreichsten Hits haben genau diese Mischung und sind in den Kneipen und Sälen nicht mehr wegzudenken.
Aber reicht das allein? Nein, denn die Konkurrenz ist groß. In der Karnevalshochburg Köln gibt es unzählige Bands, die in der Session fast pausenlos von Bühne zu Bühne ziehen. Jedes Jahr werden zahlreiche neue Songs veröffentlicht – und nur wenige davon schaffen es in die Herzen der Jecken.
„Loss mer singe“ – Wo Hits gemacht werden
Lisa Löbach, 26, weiß genau, was einen guten Karnevalshit ausmacht. Sie gehört zum Team von „Loss mer singe“, einer Veranstaltungsreihe, die jedes Jahr in rund 40 Kölner Kneipen stattfindet und neue Karnevalshits ins Rampenlicht rückt. Hier werden die Hits von morgen entdeckt.
„Unsere Gäste bekommen Liedtexte, singen mit und stimmen am Ende ab, welche neuen Songs ihnen am besten gefallen“, erklärt Löbach. Viele heute legendäre Hits wurden hier schon früh gefeiert – darunter „Superjeile Zick“ von Brings, „Pirate“ von Kasalla oder „Dä Plan“ von Cat Ballou.
Von der Küchentisch-Aufnahme zum Partyhit
Jede Session hört sich das „Loss mer singe“-Team bis zu 400 neue Karnevalssongs an, von denen es etwa 20 bis 40 in die engere Auswahl schaffen. „Da sind natürlich einige Perlen dabei – aber auch viele Lieder, die mit dem Handy am Küchentisch aufgenommen wurden“, schmunzelt Löbach.
Trotzdem hat jeder Künstler eine Chance. Egal, ob Newcomer oder etablierte Band – wer glaubt, einen Karnevalshit geschrieben zu haben, kann sich einfach mit einem Song bewerben. „Wir hören uns alles mindestens einmal an“, versichert Löbach.
Wie geht es dann weiter?
Ein erfolgreicher Karnevalssong muss in den Kneipen und Sälen funktionieren – doch heute ist auch das Streaming entscheidend. Wer es in die Playlists der Jecken schafft, hat gute Chancen, dass sein Song zum Dauerbrenner wird.
Der perfekte Karnevalshit entsteht also nicht nur durch eine gute Melodie, sondern auch durch die richtige Präsentation. Und vielleicht wird der nächste große Hit gerade in einer kleinen Kölner Kneipe entdeckt.
Seit dem vergangenen Wochenende gilt auf dem Brüsseler Platz in der Kölner Innenstadt ein Verweilverbot – und das sorgt für Diskussionen. Die Stadt Köln setzt damit ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster um, das die Einhaltung der Nachtruhe zwischen 22 Uhr und 6 Uhr vorschreibt.
Ordnungsamt setzt Verweilverbot durch
Am Freitagabend informierten Mitarbeiter des Ordnungsamtes Menschen, die auf Bänken oder Pflanzkübeln saßen, über die neue Regelung. Ein Durchqueren des Platzes ist weiterhin erlaubt, doch längeres Verweilen nicht.
„Das Ordnungsamt hat uns gesagt, wir müssen bis 22 Uhr weg sein“, berichtet ein junger Mann, der sich mit einem Freund auf ein Bier getroffen hatte. Wer bleibt, riskiert ein Zwangsgeld von mindestens 100 Euro.
Auch die Außenbereiche der Kneipen und Restaurants müssen nun um 22 Uhr schließen – zuvor war das erst um 23:30 Uhr der Fall.
Anwohner erkämpften das Verbot
Seit Jahren beschweren sich Anwohner über den nächtlichen Lärm auf dem Brüsseler Platz. Einer von ihnen, Karl Josef Wallmeyer, kämpft seit über zehn Jahren für die Einhaltung der Nachtruhe:
„Wir haben hier alles versucht: Gespräche, Vermittlungen, Kulturangebote – es hat nichts gebracht. Wenn Hunderte Menschen hier trinken und feiern, ist es einfach zu laut.“
Messungen des Ordnungsamtes zeigten regelmäßig Werte über 60 Dezibel, was laut Stadt zu hoch ist. Deshalb habe man sich letztlich für das Verweilverbot entschieden, so Ordnungsamtsleiter Ralf Mayer.
Kritik von jungen Leuten und Kneipenbesuchern
Während Anwohner das Verbot begrüßen, sorgt es bei Kneipenbesuchern für Unverständnis. Eine Gruppe von Studentinnen kritisiert:
„Wenn Anwohner sich gestört fühlen, sollen sie doch wegziehen. Das ist doch die Innenstadt! Hier gehört es dazu, dass Menschen sich treffen und etwas trinken.“
Auch Gastronomen sehen das Verbot skeptisch. Der Verlust der Außenbereiche ab 22 Uhr bedeutet für viele Kneipen eine finanzielle Einbuße.
Erstes Wochenende ohne größere Zwischenfälle
Am ersten Wochenende kontrollierte das Ordnungsamt den Brüsseler Platz bis spät in die Nacht. Rund 250 Menschen wurden angesprochen, verließen aber freiwillig den Platz. Ein Zwangsgeld musste nicht verhängt werden.
Am Samstagabend allerdings berichteten Anwohner, dass sich erneut Gruppen auf dem Platz versammelten. Laut Stadt Köln war das Ordnungsamt bis 1:30 Uhr im Einsatz, um für Ruhe zu sorgen.
Ob das Verweilverbot langfristig durchgesetzt werden kann und welche Auswirkungen es auf das Kölner Nachtleben haben wird, bleibt abzuwarten.
Plastikverschmutzung im Rhein ist ein massives Umweltproblem – täglich treiben Millionen winziger Partikel durch den Fluss. Forschende der Universität Bonn untersuchen nun, woher die Plastikteilchen kommen und wie sie in den Fluss gelangen.
Manta-Netze im Einsatz zur Probenentnahme
Um den Plastikgehalt im Rhein genau zu analysieren, setzen die Wissenschaftler spezielle Strömungsmessgeräte und feinmaschige Netze ein. Student Leo Ringel vom Geografischen Institut der Uni Bonn hat in den vergangenen Monaten an mehreren Stellen zwischen Köln und Bonn Proben genommen. Dabei wurde der Fluss mit sogenannten Manta-Netzen untersucht, die Mikroplastik und andere Partikel aus dem Wasser filtern. Zusätzlich wurden Sand- und Schlammproben vom Ufer analysiert.
Das Ergebnis ist alarmierend: Plastikpartikel wurden in nahezu jeder Probe gefunden. Besonders auffällig war, dass rund 50 Prozent der gefundenen Kunststoffpartikel Granulatkügelchen waren – ein starker Hinweis auf industriellen Kunststoffrohstoff.
Woher kommt das Plastik?
Die Herkunft dieser Plastikpartikel ist noch nicht abschließend geklärt. Laut den Forschenden gibt es mehrere mögliche Quellen:
Granulat aus der Kunststoffindustrie: Thermoplastische Kügelchen, die normalerweise als Rohstoff zur Produktion von Plastikprodukten genutzt werden, könnten durch unsachgemäße Lagerung oder Unfälle in den Rhein gelangen.
Kunststoffböden auf Sportplätzen und Spielplätzen: Die Gummi- oder Kunststoffgranulate, die oft für Bodenbeläge verwendet werden, könnten durch Regenwasser in den Fluss gespült werden.
Allgemeine Plastikverschmutzung: Weitere Plastikfragmente und Folienstücke stammen vermutlich aus Abfällen, die unachtsam entsorgt oder bei Hochwasser von den Ufern in den Rhein gespült wurden.
Forschungsprojekt soll ausgeweitet werden
Um die Ursachen der Plastikverschmutzung im Rhein noch präziser zu bestimmen, planen die Forschenden eine Erweiterung der Studie. „Wir müssen über einen längeren Zeitraum und in größerem Umfang Proben nehmen, um genauere Rückschlüsse ziehen zu können“, erklärt Katja Höreth vom Geografischen Institut der Uni Bonn.
Durch eine detaillierte Untersuchung der Kunststoffzusammensetzung und mögliche Kooperationen mit weiteren Wissenschaftlern soll ermittelt werden, welche Maßnahmen gegen die Plastikbelastung im Rhein ergriffen werden können. „Nur wenn wir genau wissen, wo das Plastik herkommt, können wir gezielt Lösungen entwickeln, um die Verschmutzung zu reduzieren“, so Höreth weiter.
Plastikverschmutzung im Rhein – ein weltweites Problem
Der Rhein gehört laut Umweltorganisationen zu den am stärksten plastikbelasteten Flüssen der Welt. Eine Greenpeace-Studie aus dem Jahr 2023 ergab, dass bei Dormagen täglich mehr als 250 Millionen Plastikpartikel durch den Fluss treiben. Diese Mikroplastikpartikel gefährden nicht nur das Ökosystem des Rheins, sondern gelangen über die Nahrungskette auch in Tiere und letztlich den Menschen.
Mit ihren Untersuchungen leisten die Wissenschaftler der Uni Bonn einen wichtigen Beitrag, um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen. Die Hoffnung liegt darauf, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, um die Einträge von Plastik in den Rhein zu minimieren oder ganz zu verhindern.
Die Titanic ist in Köln-Ehrenfeld „angekommen“ – zumindest als Ausstellung. Ab heute können Besucher in eine der berühmtesten Tragödien der Geschichte eintauchen. Die immersive Ausstellung setzt auf große Emotionen und eine spektakuläre Darstellung des legendären Luxusdampfers.
Eine Reise in die Vergangenheit
Besucherinnen und Besucher erleben die Titanic auf besondere Weise: 360-Grad-Projektionen, nachgebaute Räume in Originalgröße und aufwendige Soundeffekte sorgen dafür, dass sie sich direkt an Bord des Schiffes wähnen. Vom Dampf des Maschinenraums bis zum sich nähernden Eisberg – die Inszenierung lässt die letzte Fahrt des „unsinkbaren“ Schiffes lebendig werden.
„Wir haben viel aus dieser Katastrophe gelernt. Solche Ausstellungen halten die Erinnerung wach und machen Geschichte greifbar“, sagt Malte Fiebing-Petersen, Vorsitzender des Deutschen Titanic-Vereins.
Zwischen Fakten und Hollywood-Fiktion
Die Ausstellung räumt mit vielen Mythen auf. So gab es etwa keine Absperrgitter zur dritten Klasse, die in der berühmten Hollywood-Verfilmung eine dramatische Rolle spielten. „Diese Gitter sind eine Erfindung des Films. Sie tauchen auf keinem Deckplan auf und wurden bei Wracktauchgängen nie gefunden“, erklärt Fiebing-Petersen.
Dennoch kommen Filmfans auf ihre Kosten: Das berühmte blaue Amulett, das in James Camerons Blockbuster eine zentrale Rolle spielt, ist ebenso Teil der Ausstellung wie eine Station, an der Besucher die berühmte Szene an der Bugspitze nachstellen können.
Kritik an immersiven Erlebniswelten
Während die Ausstellung viele Menschen begeistert, gibt es auch Kritik: Museen und Gedenkstätten stehen zunehmend in Konkurrenz zu spektakulären Erlebniswelten, die auf Effekte statt auf Original-Exponate setzen. Tatsächlich sind historische Fundstücke rar – zu den wenigen echten Relikten zählen eine Kohleprobe aus dem Titanic-Kessel und eine originale Speisekarte vom Tag des Untergangs.
Dennoch spricht das Konzept vor allem jüngere Generationen an, die Geschichte nicht nur lesen, sondern erleben wollen. Die Titanic-Ausstellung in Köln ist noch bis Ende Juni zu sehen. Der Eintritt kostet 28 Euro für Erwachsene.
Ein harmloses Stück Wiese sorgt für massiven Ärger in Köln-Dellbrück. Grundstücksbesitzer Folker Deinert staunte nicht schlecht, als er den neuen Grundsteuerbescheid erhielt: Statt bisher 115 Euro pro Jahr soll er plötzlich 3.389 Euro zahlen. Der Grund? Seine unbebaubare Wiese wird nun wie Bauland bewertet.
Exorbitante Steuersteigerung durch neue Bewertung
„Ich bin fast umgefallen“, berichtet Deinert, als er den Bescheid vor wenigen Wochen erhielt. Seine 2.000 Quadratmeter große Wiese im Landschaftsschutzgebiet sei eigentlich wertlos – zumindest, wenn es um eine Bebauung geht. Doch laut Finanzamt soll sie nun den Wert von Bauland haben, was eine drastische Erhöhung der Steuer mit sich bringt.
Der neue Bescheid basiert auf dem Messbetrag, den das Finanzamt für die Berechnung der Steuer ansetzt. Während dieser für Deinerts Grundstück zuvor 22,72 Euro betrug, wurde er jetzt auf 658,07 Euro erhöht – eine Steigerung um das Dreißigfache.
Gutachten zur Korrektur? Kaum bezahlbar
Die Oberfinanzdirektion Münster äußerte sich nur allgemein zu solchen Fällen: Eigentümer könnten durch ein Sachverständigengutachten nachweisen, dass der Wert zu hoch angesetzt wurde. Doch das Problem:
„So ein Gutachten kostet mindestens 2.500 Euro – und es ist nicht mal sicher, dass es akzeptiert wird.“ Folker Deinert, Betroffener aus Köln-Dellbrück
Ein finanzielles Risiko, das viele Eigentümer nicht eingehen können oder wollen. Zudem seien fehlerhafte Flurstück-Zuschnitte der Bewertungsgrundlage laut Deinert nicht so einfach zu korrigieren.
Tausende Einsprüche gegen Steuerbescheide in Köln
Deinerts Fall ist kein Einzelfall: Knapp 70.000 Kölner haben bereits Einspruch gegen ihre Grundsteuerbescheide eingelegt. Laut Haus & Grund Rheinland-Westfalen sind viele Grundstücke betroffen, die zu Unrecht als bebaubar eingestuft wurden.
„Das Bewertungsverfahren, das hier in NRW angewandt wird, ist fehleranfällig“, kritisiert Experte Erik-Uwe Amaya. Besonders in Hanglagen, Naturschutzgebieten oder auf anderweitig nicht nutzbaren Flächen führe die Berechnung zu völlig unrealistischen Steuerforderungen.
Eigentümer müssen vorerst zahlen
Doch bis eine Lösung gefunden wird, müssen Betroffene erst einmal zahlen. Laut Haus & Grund sind die meisten Eigentümer verpflichtet, die Bescheide fristgerecht zu bedienen. Nur in absoluten Ausnahmefällen könne bei der Stadt eine Ratenzahlung oder Zahlungsaussetzung beantragt werden.
Für viele Betroffene, wie auch Bruno Lemancik aus Bocklemünd, eine bittere Pille:
„Jetzt muss ich viel Geld für ein Grundstück bezahlen, das ich nicht mal nutzen kann.“
Klage gegen das Grundsteuermodell läuft
Der Bund der Steuerzahler NRW hat bereits Klage eingereicht und will bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Ziel ist es, das aktuell angewendete Grundsteuermodell für verfassungswidrig erklären zu lassen.
Doch der Prozess könnte sich über Jahre hinziehen. Bis dahin bleibt Eigentümern wie Folker Deinert und tausenden anderen Kölnern nichts anderes übrig, als weiterhin überhöhte Steuern zu zahlen – und zu hoffen, dass die Gerichte am Ende für sie entscheiden.
Das erste Teilstück der neuen Leverkusener Autobahnbrücke feiert seinen ersten Geburtstag. Während der Verkehr auf der wichtigen Rheinquerung inzwischen deutlich flüssiger läuft, bleibt eine zentrale Frage weiterhin ungeklärt: Warum kam es kürzlich zu gefährlichen Eisablagerungen auf den Pylonen?
Baufortschritt trotz Herausforderungen im Zeitplan
Nicole Ritterbusch, Brückenbau-Chefin der Autobahn GmbH, zeigt sich zufrieden mit dem Baufortschritt. Trotz einiger Verzögerungen durch Hochwasser und einen tödlichen Unfall beim Abriss der alten Brücke sollen die Baufirmen das Projekt weiterhin bis zur geplanten Fertigstellung 2028 abschließen können.
Der Abriss der alten Brücke ist nahezu vollständig abgeschlossen. Übrig sind nur noch einige mit Schadstoffen belastete Stahlteile, die derzeit umweltgerecht behandelt werden. Auf der Kölner Rheinseite haben die Arbeiten für das zweite Teilstück bereits begonnen. In den kommenden Monaten soll nachts neuer Stahl angeliefert werden – eine Maßnahme, die Anwohner in Merkenich möglicherweise durch Lärm zu spüren bekommen.
Die Freigabe der ersten Brückenhälfte vor einem Jahr war für viele Verkehrsteilnehmer eine Erleichterung. Nach Jahren mit Sperrungen für Lkw, provisorischen Begrenzungen und kilometerlangen Staus auf der A1, hat sich die Situation auf dem Kölner Autobahnring spürbar entspannt.
„Die Brücke hat die Situation rund um Köln deutlich entschärft.“ Nicole Ritterbusch, Autobahn GmbH
Rätsel um gefährliches Eis – Autobahn GmbH bleibt vage
Am 9. Januar kam es jedoch zu einem völlig unerwarteten Problem: Herabstürzende Eisplatten von den Pylonen beschädigten mehrere Fahrzeuge. Die Feuerwehr sah sich gezwungen, die A1 kurzfristig zu sperren – ausgerechnet am Freitagnachmittag, mitten im Berufsverkehr. Feuerwehrleute mussten in 60 Metern Höhe mit einem Hubwagen das Eis von den Pylonen entfernen.
Warum sich dort überhaupt Eis gebildet hat, ist weiterhin unklar. Brücken werden normalerweise so konstruiert, dass Eisablagerungen auf Pylonen oder Tragseilen vermieden werden. Doch die Autobahn GmbH schweigt bisher zu den Ursachen.
„Erst nach einer gründlichen Untersuchung werden Gegenmaßnahmen bekannt gegeben.“
Bis dahin bleibt offen, wie sich solche Vorfälle in Zukunft vermeiden lassen – und ob die neue Brücke möglicherweise ein Konstruktionsproblem hat.