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Detailed green report highlighting strategies and initiatives aimed at reducing greenhouse gas emissions and promoting climate action for a sustainable future.

Climate Action Tracker warnt: Welt steuert auf 2,7 Grad Erderwärmung zu

14 November 2024 von Felix Morgenstern

Während der aktuellen Klimakonferenz in Baku wurde der neueste Climate Action Tracker veröffentlicht. Dieser Bericht analysiert, welche globalen Temperaturanstiege aufgrund der derzeitigen Klimapolitik zu erwarten sind und wie die einzelnen Staaten im Vergleich abschneiden. UN-Generalsekretär António Guterres betonte dabei eindringlich: „Das Geräusch, das Sie hören, ist die tickende Uhr. Wir befinden uns im letzten Countdown, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Und die Zeit ist nicht auf unserer Seite.“

Detailed green report highlighting strategies and initiatives aimed at reducing greenhouse gas emissions and promoting climate action for a sustainable future.

Gegenläufige Trends gefährden Klimaziele

Niklas Höhne vom NewClimate Institute in Köln, einer der Autoren des Berichts, äußerte sich besorgt: „Alle Länder haben sich immer noch auf die Fahnen geschrieben, das 1,5-Grad-Ziel ernst zu nehmen und 1,5-Grad-kompatible neue Klimaschutzziele vorzulegen. Das ist auch eine gute Intention. Es wird aber langsam sehr, sehr eng.“ Der Climate Action Tracker zeigt zwei gegenläufige Trends auf: Einerseits boomen die erneuerbaren Energien und überraschen jedes Jahr mit einem schnelleren Ausbau als erwartet. „Das ist der positive Trend“, so Höhne. Andererseits werden fossile Energien weiterhin ausgebaut, und der weltweite Energiebedarf steigt. Diese beiden Entwicklungen neutralisieren sich derzeit, wodurch die Emissionen auf hohem Niveau bleiben.

Prognose: 2,7 Grad Erwärmung bis zum Jahrhundertende

Der Bericht prognostiziert einen globalen Temperaturanstieg von 2,7 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts, wenn keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden. „Das ist katastrophal“, warnt Höhne. Anita Engels von der Universität Hamburg unterstreicht die Bedeutung der globalen Finanzströme: „Viele verweisen darauf, dass die Finanzierung und der Ausbau von erneuerbaren Energien rasant ansteigen. Das stimmt. Aber wo wir gleichzeitig wohl enorm gut hinschauen müssen, ist eben, was mit der fortgesetzten und jetzt wieder ausgeweiteten Finanzierung von fossilen Energiequellen passiert.“

Länder im Klimavergleich

Der Climate Action Tracker bewertet auch die Klimaanstrengungen von mehr als 40 Ländern. Länder wie Saudi-Arabien, Russland und die Türkei schneiden dabei schlecht ab, da dort wenig Fortschritte verzeichnet werden. An der Spitze stehen Länder wie Costa Rica, die Europäische Union und das Vereinigte Königreich, obwohl auch hier noch Verbesserungspotenzial besteht.

Dringender Handlungsbedarf bis 2030

Höhne appelliert an die Delegierten der Klimakonferenz: „Um das 1,5-Grad-Ziel tatsächlich noch irgendwie in Reichweite zu halten, müssen wir die Emissionen bis 2030 drastisch verringern.“ Es reiche nicht aus, nur Ziele für das Jahr 2035 vorzulegen; entscheidend seien ambitionierte Maßnahmen in den nächsten sieben Jahren. Nur so könne verhindert werden, dass die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels eintreten.

Fazit: Der aktuelle Climate Action Tracker verdeutlicht die Dringlichkeit entschlossenen Handelns im Kampf gegen den Klimawandel. Trotz positiver Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien bleibt die Herausforderung groß, da gleichzeitig fossile Energien weiter ausgebaut werden. Die kommenden Jahre sind entscheidend, um die globalen Klimaziele noch zu erreichen.

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Many cute puppies locked in the cage

Streit um Kosten: 49 Katzen bringen Tierheim Rhein Berg in Finanznot

13 November 2024 von Felix Morgenstern

Ein Jahr nach dem Tod einer älteren Dame in Kürten schwelt ein Streit zwischen dem Tierheim Rhein Berg und der Gemeinde Kürten um die Kosten für 49 Katzen, die das Tierheim damals aufnehmen musste. Das Tierheim fordert 100.000 Euro, während die Gemeinde Kürten die Zahlung verweigert.

Überraschender Einsatz: Aus „ein paar“ Katzen werden 49

Vergangenes Jahr kontaktierte die Polizei das Tierheim, um sich um die zurückgelassenen Tiere der Verstorbenen zu kümmern. Vor Ort stellte sich heraus, dass es sich um 49 Katzen und einen Hund handelte, die betreut werden mussten. „Die Tiere waren nicht handzahm und mussten in Einsätzen mit Notdiensten und Lebendfallen gesichert werden,“ erklärt Jennifer Ommer, Leiterin des Tierheims Rhein Berg. Die Einfangaktionen dauerten Wochen und belasteten das Team des Tierheims zusätzlich.

Finanzielle Belastung durch monatelange Pflege

Die Versorgung der Tiere bedeutete für das Tierheim hohe Kosten. Laut dem Tierheim beliefen sich die Ausgaben auf etwa 100.000 Euro – je 50.000 Euro für Tierarztkosten und für Futter und Betreuung der Katzen. „Unsere Mittel reichen noch für etwa zwei Monate“, warnt Vereinsvorstand Karla Brandenburg. Sollte das Geld ausgehen, müsste das Tierheim möglicherweise eine Bankfinanzierung nutzen und seine Gebäude als Sicherheiten einsetzen.

Gemeinde verweist auf bestehende Pauschale

Die Gemeinde Kürten sieht sich nicht in der Pflicht. Laut Bürgermeister Willi Heider seien die Tiere als „Fundtiere“ zu betrachten, für die keine zusätzliche Zahlung erforderlich sei. „Wir zahlen pauschal etwa 20.000 Euro pro Jahr an das Tierheim für Fundtiere,“ so Heider.

Tierheim erwägt rechtliche Schritte

Das Tierheim prüft nun rechtliche Schritte, da die Polizei im Auftrag der Gemeinde handelte. „Es braucht eine Regelung, um solche Fälle künftig abzusichern“, so Ommer.

Positive Seite: Viele Katzen fanden neue Besitzer

Für die Katzen gibt es gute Nachrichten: Die meisten wurden an neue Besitzer vermittelt. Nur drei Tiere warten noch auf ein Zuhause.

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Von der kreativen Idee zum Geschäftsmodell: Online-Seminar für Gründerinnen, Gründer und Start-ups im Rheinisch-Bergischen Kreis

02 November 2024 von Felix Morgenstern

Eine erfolgreiche Unternehmensgründung beginnt mit guter Vorbereitung. Am Dienstag, den 28. November, bietet die Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (RBW) gemeinsam mit der Stadt Wermelskirchen und der VHS Bergisch Land ein Online-Seminar für alle, die sich für eine Existenzgründung interessieren. Die Veranstaltung richtet sich an Gründerinnen und Gründer, Start-ups und Berufstätige aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis, die den Weg in die Selbstständigkeit planen.

RBW-Projektleiter Volker Licht wird als Referent grundlegende Informationen zur Unternehmensgründung vermitteln. Schwerpunkte des Seminars sind die Entwicklung eines Businessplans, die Finanzplanung sowie Praxistipps zu Marketing und Vertrieb für junge Unternehmen. Anhand von Praxisbeispielen gibt Licht wertvolle Einblicke, wie aus einer Geschäftsidee ein erfolgreiches Unternehmen werden kann. Nach dem Vortrag gibt es eine Fragerunde, in der Teilnehmende individuelle Fragen stellen können.

Das Seminar findet online über Zoom statt und beginnt um 18:30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Um eine Anmeldung auf der Webseite der VHS Bergisch Land unter dem Stichwort „Unternehmensgründung“ wird gebeten. Interessierte können sich alternativ telefonisch anmelden unter der Rufnummer 02196/94704-0. Angemeldete Teilnehmende erhalten vorab den Zugangslink per E-Mail.

Die RBW unterstützt seit über 20 Jahren Gründungsinteressierte und begleitet sie auch über die Gründungsphase hinaus. „Eine Unternehmensgründung muss gut durchdacht sein, und dafür stehen wir unseren Gründerinnen und Gründern zur Seite – mit Informationen, Beratung und einer Begleitung in allen Phasen“, erklärt Volker Licht.

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COLOGNE, GERMANY - NOVEMBER 5, 2022: KVB tram in the city center of Cologne

Zu viele Verspätungen und Ausfälle: So plant die KVB Verbesserungen

25 Oktober 2024 von Felix Morgenstern

Seit Mitte September ist die Geduld der Bahnfahrer in Köln besonders strapaziert. Immer häufiger sind Bahnen verspätet oder fallen ganz aus. Besonders betroffen sind die Wochenenden. Jetzt zieht die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) die Notbremse: Ab dem 16. November wird der Fahrplan angepasst. „Wir wollen Schadensbegrenzung für die Fahrgäste betreiben“, erklärte Stefanie Haaks, Vorstandsvorsitzende der KVB. „Es sollen nicht drei oder vier Bahnen hintereinander ausfallen.“

Weniger Fahrten, mehr Stabilität?

Um die Situation zu verbessern, werden einige Stadtbahnlinien ausgedünnt. So wird der Fünf-Minuten-Takt der Linie 1 morgens nur noch zwischen Brück und Moltkestraße angeboten. Auch die Linien 13 und 17 fahren am Abend sowie samstags und sonntags nur noch im 30-Minuten-Takt. Die Linie 19 wird künftig nur noch bis 9 Uhr morgens unterwegs sein. Die Busse bleiben von den Anpassungen unberührt.

Fahrermangel und technische Probleme

Ein wesentlicher Grund für die Ausfälle ist der Personalmangel: Der KVB fehlen 60 Vollzeitfahrer, und viele der aktuellen Mitarbeiter fallen aufgrund von Krankheit aus. Der stressige Schichtdienst führt zudem dazu, dass einige Mitarbeiter in Teilzeit wechseln. Trotz intensiver Bemühungen konnte die KVB erst dieses Jahr alle Ausbildungsplätze für Bahnfahrer vollständig besetzen.

Die Situation wird zusätzlich durch technische Probleme verschärft: Viele der Bahnen der in die Jahre gekommenen Flotte sind defekt. Ersatzteile wie Bremsbeläge oder Stoßstangen sind seit über einem halben Jahr nicht lieferbar, und die neuen Bahnen vom Hersteller Alstom lassen weiter auf sich warten.

Hoffnung auf Besserung

Mit der Fahrplananpassung will die KVB zumindest einen stabilen Betrieb gewährleisten. „Ein stabiler Fahrplan ist immer noch besser als ein unkontrollierter Ausfall“, betonte Haaks. Zudem appelliert sie an die Fahrgäste, ihren Frust nicht am KVB-Personal auszulassen. „Unsere Mitarbeiter sind am wenigsten für die Situation verantwortlich.“

Erst im Frühjahr 2025, wenn die Mülheimer Brücke wieder für den Verkehr freigegeben wird, erwartet die KVB-Chefin eine spürbare Entspannung der Lage. Dann soll es wieder mehr Personal, funktionstüchtige Bahnen und einen verlässlicheren Fahrplan geben.

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Infoveranstaltung: Richtig Heizen mit Holz – Tipps für Ofenbesitzer

22 Oktober 2024 von Felix Morgenstern

Nach dem großen Erfolg der ersten beiden Veranstaltungen im September und Oktober laden das Bergische Energiekompetenzzentrum und :metabolon zu einer weiteren Infoveranstaltung „Richtig Heizen mit Holz“ am 18. November ein. Von 18 bis 20 Uhr erhalten Ofenbesitzerinnen und Ofenbesitzer wertvolle Tipps und aktuelle Informationen rund um das Heizen mit Holz. Veranstaltungsort ist das :metabolon in Lindlar. Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch begrenzt – Interessierte können sich online unter rbk3.rbkdv.de/RichtigHeizen anmelden.

Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit Wald und Holz NRW, der Schornsteinfegerinnung, dem Rheinisch-Bergischen Kreis sowie dem Oberbergischen Kreis organisiert. Ziel ist es, die Teilnehmenden für einen bewussten Umgang mit der Ressource Holz zu sensibilisieren. Dabei stehen Themen wie die gesetzlichen Neuerungen für Einzelfeuerstätten und effizientes, umweltschonendes Heizen im Fokus.

Die Teilnehmer können sich auf informative Vorträge freuen. Wald und Holz NRW wird über die Bedeutung der Ressource Holz sprechen, während die Schornsteinfegerinnung Köln über die aktuellen gesetzlichen Neuerungen für Einzelfeuerstätten aufklärt. Nach den Vorträgen besteht die Möglichkeit, in einer Fragerunde mit den Experten ins Gespräch zu kommen.

Zusätzlich wird es eine praktische Heizvorführung geben, bei der Fachleute des Bergischen Energiekompetenzzentrums zeigen, wie man Holzöfen richtig bedient, um möglichst energieeffizient und umweltschonend zu heizen.

Abgerundet wird die Veranstaltung durch den „Markt der Möglichkeiten“, bei dem an verschiedenen Infoständen des Teams EKKO, der Koordinationsstelle Erneuerbare Energien des Oberbergischen Kreises und des Bergischen Energiekompetenzzentrums offene Fragen beantwortet und persönliche Gespräche geführt werden können.

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Bergisch Gladbach: Abriss oder Erhalt der Stadthäuser? – Diskussion um die Zukunft des Baubestands

21 Oktober 2024 von Felix Morgenstern

In Bergisch Gladbach wird erneut über den Erhalt oder Abriss der alten Stadthäuser diskutiert. Die Gebäude, einst als Finanz- und Kreisgesundheitsamt erbaut, sind im Zentrum der öffentlichen und politischen Debatte. Die Frage lautet: „Denkmal oder Abriss?“

Der Bergische Geschichtsverein Rhein-Berg sorgte im Herbst 2023 mit der Auszeichnung der Gebäude als „Denkmal des Monats“ für Gesprächsstoff. Diese Häuser, die in den 1950er Jahren erbaut wurden, sind durch ihre kunstvollen Details, wie die Mosaiksonnenuhr und das komplett mit Marmor ausgekleidete „schwarze Treppenhaus“, als „ortsbildprägend“ und „schützenswert“ eingestuft. Diese architektonischen Details sind Zeugnisse der aufstrebenden Nachkriegszeit.

Bürger und Geschichtsverein sprechen sich für den Erhalt aus und argumentieren, dass die Gebäude zusammen mit den Bauten um den Konrad-Adenauer-Platz ein wichtiges städtebauliches Erbe darstellen. Dank ihrer Skelettbauweise sind die Gebäude flexibel umgestaltbar, was eine Sanierung ermöglicht.

Der Planungsausschuss der Stadt prüft nun mögliche Zukunftsoptionen für die Stadthäuser, die nach dem geplanten Umzug der Stadtverwaltung in das AOK-Gebäude an der Bensberger Straße im Jahr 2026 frei werden. Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung soll klären, ob eine Sanierung oder ein Teilerhalt sinnvoll ist. Die Gebäude spielen eine wichtige Scharnierrolle zwischen der Innenstadt und dem angrenzenden Zanders-Gelände, das ebenfalls umgestaltet wird.

Ein städtebaulicher Ideenwettbewerb könnte innovative Lösungen für die Zukunft der Stadthäuser bieten. Die Diskussion um den Erhalt bleibt spannend und betrifft nicht nur den Denkmalschutz, sondern auch die städtebauliche Entwicklung der gesamten Innenstadt.

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Young woman putting goods on counter in supermarket

Verbraucherschutz kritisiert unkorrekte Grundpreisangaben im Supermarkt

19 Oktober 2024 von Felix Morgenstern

Verbraucherschutz NRW – Viele Verbraucher haben es vielleicht schon bemerkt: Die Verpackungen vieler Produkte werden kleiner, der Preis bleibt jedoch gleich. Ob bei Schokolade oder Eis – die sogenannte „versteckte Preissteigerung“ wird immer häufiger zum Ärgernis für den täglichen Einkauf. Doch damit nicht genug: Oft passen Supermärkte ihre Grundpreisangaben am Regal nicht entsprechend an, kritisiert die Verbraucherzentrale NRW.

Antonia Brandstädter von der Verbraucherzentrale erklärt: „Ein typisches Beispiel ist ein bekannter Hersteller, der im Februar 2024 die Füllmenge einer beliebten Eissorte von 900 auf 825 Milliliter reduzierte, ohne den Preis zu senken. Solche Tricks, die den Kunden weniger Produkt für den gleichen Preis bieten, sind mittlerweile weit verbreitet.“

Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird der Vergleich zwischen verschiedenen Produkten so immer schwieriger. Um den Preis pro Kilo, Liter oder 100 Gramm zu vergleichen, sind eigentlich die Grundpreisangaben am Regal vorgesehen. Diese sind gesetzlich vorgeschrieben und sollen den direkten Vergleich ermöglichen, ohne dass man selbst aufwendig rechnen muss. Doch eine aktuelle Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW zeigt, dass viele Supermärkte diese Pflichtangaben vernachlässigen.

Bei einer Überprüfung von 86 Produkten in 19 Märkten stellten die Verbraucherschützer fest, dass in der Hälfte der Fälle die Grundpreisangaben falsch oder unvollständig waren. Besonders bei der untersuchten Eismarke fehlte in etwa 50 Prozent der Märkte die korrekte Grundpreisangabe. „Es ist leider kein Einzelfall, dass diese Angaben entweder fehlen oder so klein gedruckt sind, dass sie kaum lesbar sind“, so Brandstädter weiter.

Für die Verbraucher bedeutet dies: Man bekommt weniger Produkt zum gleichen Preis, und die wichtigen Preisinformationen zur Orientierung im Regal sind häufig falsch oder fehlen komplett. Das macht den Vergleich verschiedener Produkte schwierig, und viele Verbraucher bemerken die versteckten Preiserhöhungen nicht sofort.

Die Verbraucherzentrale NRW fordert nun, dass Händler ihre Grundpreisangaben regelmäßig überprüfen und korrekt auszeichnen. „Verbraucher sollten sich darauf verlassen können, dass die Angaben am Regal stimmen und gut lesbar sind“, betont Brandstädter. „Wir appellieren auch an die Kunden, auf diese Angaben zu achten und bei Unstimmigkeiten Beschwerde einzulegen.“

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen deutlich, dass Handlungsbedarf besteht, um sicherzustellen, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden und die Verbraucher transparent und fair informiert werden.

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New modern apartment building with balconies and blue sky

Hunderte Wohnungen zu wenig: Wohnungsbau bleibt drängendes Thema in Bergisch Gladbach

17 Oktober 2024 von Felix Morgenstern

Bergisch Gladbach – Der Mangel an Wohnungen, insbesondere an gefördertem Wohnraum, bleibt eine der größten Herausforderungen in Bergisch Gladbach. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie haben dies erneut bestätigt. Die Reaktionen aus der Politik zeigen, dass die Parteien unterschiedliche Ansätze verfolgen, um den Wohnungsbau zu fördern und der Wohnraumknappheit entgegenzuwirken.

Harald Henkel (CDU), stellvertretender Fraktionsvorsitzender, sieht den Abbau von Vorschriften und flexiblere Regelungen als Lösungsansatz: „Der Wohnungsbau kann nur durch den Abbau starrer Quoten, wie beim sozialen Wohnungsbau, beschleunigt werden, da diese private Investoren abschrecken. Flexiblere Quoten würden den Wohnungsbau eher fördern. Zudem muss die Stadtverwaltung Bauanträge schneller bearbeiten.“

Ähnlich äußerte sich auch Dorothee Wasmuth von der FDP: „Die Digitalisierung der Bauantragsprozesse und der Verzicht auf starre Quoten für den sozialen Wohnungsbau sind für die FDP entscheidende Punkte. Diese Maßnahmen könnten den Wohnungsbau in Bergisch Gladbach vorantreiben, anstatt Investoren abzuschrecken.“

Dem entgegnet Klaus W. Waldschmidt, Fraktionschef der SPD, dass vor allem der Mangel an bezahlbarem und gefördertem Wohnraum das zentrale Problem sei: „Immer mehr Wohnungen fallen aus der Sozialbindung, und Neubauten richten sich fast ausschließlich an das obere Preissegment. Unter Bürgermeister Frank Stein wurden jedoch bereits wichtige Schritte eingeleitet. Die Stadt hat wieder Grundstücke für den Wohnungsbau erworben und der Baulandbeschluss vom Januar 2023 schreibt vor, dass künftig 30 Prozent des neu entstehenden Wohnraums gefördert werden.“

Auch Theresia Meinhardt von Bündnis 90/Die Grünen hebt die Bedeutung der Nachverdichtung und neuer Bauprojekte hervor: „Wir stehen vor der Herausforderung, dass wenig bebaubare Flächen zur Verfügung stehen und die Nachfrage stetig steigt. Mit der Bebauung des Zandersgeländes und des Wachendorff-Geländes sollen in den nächsten 20 Jahren über 2.000 neue Wohneinheiten entstehen. Dennoch ist uns bewusst, dass der Bedarf nur schwer gedeckt werden kann.“

Aus Sicht der Stadtverwaltung betont Ragnar Migenda, Beigeordneter der Stadt, den Bedarf an mehr Baugenehmigungen und die Notwendigkeit von schnelleren Verfahren: „Wir benötigen jährlich Baugenehmigungen für 300 bis 400 Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau. Projekte auf großen Baugrundstücken wie dem Zanders- und dem Wachendorff-Gelände bieten Potenzial. Es gibt bereits viele Interessenten, doch wir müssen die Genehmigungsverfahren beschleunigen und den Dialog mit Architekten und Bauherren verbessern.“

Zusätzlich thematisierte Migenda die Problematik des Wohnungsleerstands und die Zweckentfremdung von Bestandswohnungen. „Auf Bundesebene fehlen 400.000 Wohnungen, während gleichzeitig 600.000 Baugenehmigungen ungenutzt bleiben. Das ist bedenklich. In Bergisch Gladbach gibt es zwar noch keine alarmierende Entwicklung, doch wir prüfen die Einführung einer Zweckentfremdungssatzung. Gerade die Nutzung von Wohnungen als Monteursunterkünfte oder Airbnb muss in einem vernünftigen Rahmen bleiben.“

Die verschiedenen Ansätze der Parteien und der Verwaltung zeigen, dass die Lösung der Wohnraumproblematik viele Facetten hat – von flexiblen Quoten und Digitalisierung über die Nachverdichtung bis hin zur Regulierung des Leerstands. Wie die unterschiedlichen Maßnahmen in der Praxis greifen werden, bleibt abzuwarten.

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2024-10-09 Musikschule(1)

Bergisch Gladbach: Unterrichtsgebühren der Max-Bruch-Musikschule steigen ab 1. Januar 2025

14 Oktober 2024 von Felix Morgenstern

Bergisch Gladbach – Ab dem 1. Januar 2025 müssen Schülerinnen und Schüler der Städtischen Max-Bruch-Musikschule mit höheren Unterrichtsgebühren rechnen. Hintergrund dieser Maßnahme ist ein Urteil des Bundessozialgerichts aus dem Jahr 2022 (das sogenannte „Herrenberg-Urteil“), das dazu führt, dass die Musikschule künftig ausschließlich festangestellte, sozialversicherungspflichtige Lehrkräfte beschäftigen muss. Die damit verbundenen höheren Betriebskosten machen eine Erhöhung der Unterrichtsgebühren unumgänglich.

In der Ratssitzung am 1. Oktober 2024 wurden die notwendigen Schritte zur Bewältigung der Mehrkosten beschlossen. Ab dem 1. Januar 2025 steigen die Unterrichtsgebühren um 15 %. Darüber hinaus wird für erwachsene Schülerinnen und Schüler ab 25 Jahren ein Erwachsenenzuschlag eingeführt. Die aktualisierte Gebührentabelle wird auf der Webseite der Musikschule unter www.musikschule-gl.de veröffentlicht.

Die letzte Entgelterhöhung fand im Jahr 2008 statt, was die diesjährige Anpassung nach langer Zeit notwendig macht. Die Schulleitung betont jedoch, dass dies nicht leichtfertig entschieden wurde. „Wir wissen, dass die Erhöhung für viele Familien und Schüler eine finanzielle Belastung darstellt“, erklärte Agnes Pohl-Gratkowski, Leiterin der Musikschule. Um Härtefälle abzumildern, weist die Musikschule auf verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten hin: Geschwisterermäßigungen, die Hilfe durch den Förderverein in besonders schwierigen Fällen oder die Möglichkeit, statt einer höheren Gebühr eine verkürzte Unterrichtszeit zu wählen.

Zudem wird den Nutzern der Musikschule ein Sonderkündigungsrecht zum 1. Januar 2025 eingeräumt, sollten sie mit der Erhöhung nicht einverstanden sein. Andernfalls wird der Einzug der neuen Gebühren automatisch am 15. Januar 2025 erfolgen.

„Wir hoffen, dass die Maßnahmen auf Verständnis stoßen und freuen uns gleichzeitig, dass unsere Lehrkräfte nun in festen, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten können“, so Pohl-Gratkowski weiter.

Die Musikschule wird alle Nutzerinnen und Nutzer postalisch über die Neuerungen informieren und ihnen die entsprechenden Schritte zur Verfügung stellen.

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Medienkompetenz vor Ort: Lehrkräfte lernen praxisnahen Umgang mit Digitalisierung und KI

11 Oktober 2024 von Felix Morgenstern

Bergisch Gladbach – Künstliche Intelligenz im Unterricht einsetzen, Fake News erkennen, Cybermobbing thematisieren und das Programmieren lernen: Diese und viele weitere Themen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Medienkompetenzrahmen NRW vor Ort“, die am Schulzentrum Im Kleefeld stattfand. Rund 160 Lehrkräfte aus dem gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis nahmen daran teil, um Wege kennenzulernen, wie sie ihre Schülerinnen und Schüler sicher und selbstbestimmt durch die digitale Welt führen können.

Organisiert wurde der Fachtag von der Medienberatung NRW, den Medienberatern der Bezirksregierung Köln für den Rheinisch-Bergischen Kreis und dem Regionalen Bildungsnetzwerk Rhein-Berg. Ziel der Veranstaltung war es, Medienbildung systematisch in den Unterricht zu integrieren. Der Medienkompetenzrahmen NRW, der Schulen dabei unterstützt, Schülerinnen und Schüler auf die digitale Welt vorzubereiten, stand dabei im Mittelpunkt.

Einblicke in die Praxis: Workshops zu KI, sozialen Netzwerken und Programmieren

Den Auftakt bildete die Keynote von Professor Jan Boelmann, der betonte: „Die Digitalisierung hat das Lernen nicht neu erfunden, aber es verändert sich.“ Viele didaktische Ansätze bleiben relevant, müssten jedoch angepasst werden, so Boelmann. Besonders hob er hervor, dass Schülerinnen und Schüler lernen müssen, kritisch mit KI-generierten Inhalten umzugehen und diese zu hinterfragen.

In insgesamt 23 Workshops befassten sich die Lehrkräfte mit den sechs zentralen Themenbereichen des Medienkompetenzrahmens NRW: „Bedienen und Anwenden“, „Informieren und Recherchieren“, „Kommunizieren und Kooperieren“, „Produzieren und Präsentieren“, „Analysieren und Reflektieren“ sowie „Problemlösen und Modellieren“. Die praxisnahen Angebote boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, selbst zu experimentieren und neue digitale Methoden für den Unterricht zu erproben.

Medienkompetenz gegen Radikalisierung und Fake News

Ein besonderer Fokus lag auf dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz. In einem Workshop konnten die Lehrkräfte verschiedene KI-Tools ausprobieren und lernten, wie diese gezielt im Unterricht eingesetzt werden können. Auch der Umgang mit sozialen Netzwerken, insbesondere TikTok, wurde thematisiert. Die Lehrkräfte erfuhren, wie sie Plattformen pädagogisch nutzen können, um die Medienkompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler zu stärken.

Ein weiterer Workshop griff das Thema „Radikalisierung im Netz“ auf. Hier wurden Strategien von Extremistinnen und Extremisten im Internet diskutiert und wie Lehrkräfte Jugendlichen helfen können, gefährliche Inhalte zu erkennen und sich davor zu schützen. Der Workshop „Fakten gegen Fakes“, der vom Recherchenetzwerk Correctiv angeboten wurde, zeigte den Lehrkräften, wie sie Fake News aufdecken und ihren Schülerinnen und Schülern beibringen können, Informationen kritisch zu hinterfragen.

Technik in den Unterricht integrieren

Lehrkräfte aus Grundschulen setzten sich mit Robotersystemen auseinander, die den Kindern spielerisch das Programmieren beibringen sollen. Auch für Kinder mit Förderbedarf gab es spezielle Angebote, um sie auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorzubereiten. Dabei wurden neue Methoden vorgestellt und in der Praxis erprobt.

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