Archiv | November 22nd, 2025

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Geschäfte am Kölner Hauptbahnhof leiden massiv unter Bauarbeiten

22 November 2025 von Felix Morgenstern

Seit einer Woche sind zahlreiche Gleise am Kölner Hauptbahnhof wegen umfangreicher Bauarbeiten gesperrt – mit deutlichen Folgen für den Bahnverkehr und die Geschäftsleute im und rund um den Bahnhof. Viele von ihnen verzeichnen erhebliche Umsatzeinbußen und kämpfen mit zusätzlichen Belastungen durch den Baustellenbetrieb.

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Spürbar weniger Kundschaft in den Geschäften

Vor allem in den Ladenlokalen innerhalb des Bahnhofs herrscht derzeit ungewohnte Leere. Mitarbeitende berichten von einer Situation, die sie zuletzt während der Pandemie erlebt haben. Statt des üblichen Gedränges zwischen Regalen und Kassen finden sich nun häufig nur vereinzelt Kundinnen und Kunden in den Geschäften ein. Einige Mitarbeitende verbringen ihre Schichten mittlerweile mit internen Aufgaben – der Publikumsverkehr ist dafür schlicht zu gering.

Zusätzlich belastet der Baulärm den Arbeitsalltag. Da viele Arbeiten direkt über den Ladengeschossen stattfinden, dringen die Geräusche der Baustelle nahezu durchgehend in die Geschäfte.

Gastronomie besonders stark betroffen

Auch in der Gastronomie zeigen sich deutliche Auswirkungen. In einem der gut frequentierten Schnellrestaurants im Hauptbahnhof ist die sonst hohe Nachfrage fast vollständig eingebrochen. Üblicherweise sind die Sitzplätze bereits am Vormittag stark belegt, derzeit jedoch bleiben viele Tische leer. Das Unternehmen rechnet mit Umsatzrückgängen von bis zu 60 Prozent – bei unveränderten Miet- und Fixkosten.

Unpassender Zeitpunkt für Bauarbeiten

Auch andere Händler im Bahnhof sehen die aktuelle Situation kritisch. Insbesondere die Vorweihnachtszeit gilt traditionell als umsatzstarke Phase. Die Einschränkungen treffen daher auf einen besonders ungünstigen Zeitpunkt, da gleichzeitig die Weihnachtsmärkte in der Innenstadt zusätzliche Besucherinnen und Besucher anziehen könnten.

Leichte Vorteile am Bahnhofsausgang – dennoch große Verluste

Etwas besser ist die Lage am Ausgang Breslauer Platz. Dort profitieren Geschäfte davon, dass viele Pendlerinnen und Pendler die S-Bahn nutzen, deren Gleise nicht betroffen sind. Dennoch berichten auch diese Läden von deutlichen Einbußen, die teilweise auf rund 50 Prozent geschätzt werden.

Um die eigenen Beschäftigten zu entlasten, setzen manche Betriebe vorübergehend auf Unterstützung aus Filialen in anderen Städten. Zudem wird darauf geachtet, überschüssige Lebensmittel nicht zu entsorgen: Diese werden am Ende des Tages an die Bahnhofsmission oder die Kölner Tafel weitergegeben.

Geduld gefragt – bis zur Normalisierung des Betriebs

Die Bauarbeiten sollen noch bis zum 24. November andauern. Erst dann wird der Zugverkehr am Hauptbahnhof schrittweise wieder wie gewohnt aufgenommen. Für viele Geschäftsleute bleibt die Hoffnung, dass sich die Lage anschließend rasch normalisiert und die Kundschaft zurückkehrt.

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Queerer Weihnachtsmarkt „Heavenue“ kehrt nach Köln zurück

22 November 2025 von Felix Morgenstern

Nach drei Jahren Pause ist der queere Weihnachtsmarkt „Heavenue Cologne“ wieder auf dem Kölner Friesenplatz eröffnet worden. Schon am frühen Abend herrscht reger Betrieb rund um die bunt beleuchteten Hütten, aus denen die typischen Düfte von Glühwein, Zimt und gebrannten Mandeln strömen. Die Atmosphäre unterscheidet sich deutlich von klassischen Weihnachtsmärkten: Der Ort soll nicht nur ein Treffpunkt für die queere Community sein, sondern auch Schutz bieten und Raum für Begegnung schaffen.

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Ein Ort des Ankommens

Für viele Besucherinnen und Besucher bedeutet der Markt mehr als ein stimmungsvolles Adventserlebnis. So nutzt eine junge Trans-Frau aus Afghanistan ihren ersten Besuch auf einem deutschen Weihnachtsmarkt, um ein Stück Normalität und Sicherheit zu spüren – etwas, das ihr in ihrer Heimat aufgrund der politischen Lage und strikten gesellschaftlichen Normen lange verwehrt blieb. Der farbenfrohe Markt, die Lichter und die Offenheit der Menschen vermitteln ihr ein starkes Gefühl des Ankommens.

Vertraut – und doch anders

Gleichzeitig fällt langjährigen Besucherinnen und Besuchern auf, dass sich der Markt gegenüber früheren Jahren verändert hat. Während der einstige Standort auf der Schaafenstraße stärker als Schutz- und Gemeinschaftsort wahrgenommen wurde, wirkt der Markt am Friesenplatz offener und durchmischter. Das queere Profil ist vorhanden, jedoch nicht mehr so dominant sichtbar wie früher. Manche empfinden diese Entwicklung als Gewinn an Vielfalt, andere als Verlust eines klar erkennbaren „Safe Spaces“.

Bedeutend in Zeiten wachsender Feindlichkeit

Angesichts zunehmender queerfeindlicher Übergriffe in vielen Städten sehen zahlreiche Menschen die Rückkehr der „Heavenue“ als wichtiges Zeichen. Orte dieser Art machen deutlich, wie notwendig Räume sind, in denen queere Menschen ohne Angst sie selbst sein können – unabhängig davon, ob sie seit Jahren in Köln leben oder gerade erst in Deutschland angekommen sind.

Zwischen Glitzer, Gemeinschaft und neuen Perspektiven

Der Markt präsentiert sich mit farbenfrohen Hütten, Lichtinstallationen, einem Glühweinhaus, vielfältigen Streetfood-Angeboten, veganen Snacks und kreativen Getränken. Auch wenn nicht jedes Detail queere Symbolik trägt, entsteht eine besondere Mischung aus festlicher Atmosphäre, Gemeinschaft und offenen Begegnungen.

Für einige Besucherinnen und Besucher ist der Markt ein Stück wiedergefundene Heimat, für andere ein erster Schritt in eine neue Lebensrealität. Gemeinsam erleben sie einen Ort, an dem Vielfalt sichtbar und Gemeinschaft spürbar wird – ein Zeichen für Zusammenhalt in einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen wachsen.

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