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Gewählter Stadtrat der Demokrative14 spielt GLAD-O-POLIS mit der AfD

Gewählter Stadtrat der Demokrative14 spielt GLAD-O-POLIS mit der AfD

11 Juni 2014 von Darian Lambert

GladopolisFabian Schütz, als einziger für die Demokrative14 (D14, früher Kiditiative) in den Stadtrat gewählt, ist bei der AfD-Fraktion als stellvertretender Vorsitzende untergekommen. Andere Mitglieder der Demokrative14 werden für die AfD als Sachkundige Bürger tätig. Klaus Graf, der Bürgermeisterkandidat der D14, ist aus Protest aus der D14 ausgetreten und die D14 stellt ihren „politischen Betrieb“ bis auf Weiteres ein.

 

O Gladbach, O Polis! – Frei nach des alten Römers Cicero kritischem Ausruf „O tempora, o mores!“, „Oh Zeiten, oh Sitten!“, so präsentierte die Demokrative14 ihr zur Denkanregung gedachtes politisches Gesellschaftsspiel „GLAD-O-POLIS“, auf der offiziellen Webseite der Demokrative14. Die kleine Wählergemeinschaft hatte eine wahre Ochsentour hinter sich. In der vergangen Legislauturperiode benannte sie sich von Kidiative um in Demokrative14, nachdem einer ihrer beiden Mandatsträger zu CDU gewechselt war. Ihre Personaldecke konnte sie mit (ehemaligen?) Vertretern der Piratenpartei zeitweilig etwas auffrischen.

Demokrative vor Exodus

Mitspielen oder draußen bleiben war das Motto in „GLAD-O-POLIS“. Im Stadtrat wendet es die D14 nun mit der AfD zum ersten Mal an. Für Klaus Graf den Bürgermeisterkandidat der Demokrative14 ist die Situation ein “No-Go”. Er zieht einen Schlussstrich unter sein politsches Engagement bei D14 und erklärt: “Da ich die von der AfD auf Bundesebene kolportierten “Lösungen” für populistisch und manipulativ halte und ihr Personal für moralisch fragwürdig, habe ich heute Abend den Vorstand über meinen Austritt aus der Demokrative14 informiert.”

Weitere Klüngelkarten fanden Sie bis vor kurzem zum Download auf oben erwähnten Website der ehemaligen D14. Was Sie sonst noch brauchen sind ein Würfel, Geldscheine und Spielsteine.

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Bürgerpartei GL schließt Fraktion mit Linken und AfD zum Beginn der Wahlperiode aus

10 Juni 2014 von Darian Lambert

Inhaltliche Gespräche beginnen

Nachdem die  Bürgerpartei GL mit Ihrem ersten Ratsmitglied Frank Samirae aus dem Stand den Einzug in den Bergisch Gladbacher Stadtrat geschafft hat, beginnen nun intensive Gespräche mit (fast) allen Parteien über Inhalte und Positionen.

Dem Fraktionsvorsitzenden der Partei Die Linke, Ingenieur Thomas Klein stand am vergangenen Montag bereits der erste Ärger mit seinen Genossen ins Haus. Bis in die Nacht ging der Streit offenbar darüber wer in der Fraktion welche Aufgaben übernimmt, für was verantwortlich ist und in welchem Umfang an den Aufwandsentschädigungen beteiligt wird. Auch sein Vorschlag eine Fraktion mit der Bürgerpartei GL zu bilden traf bei den Fraktionsgenossinen Lucie Misini und Catherine Henkel nicht auf Zustimmung.

„Die Bürgerpartei GL ist zur einer Fraktionsgemeinschaft mit den Parteien die Linke und der AFD allerdings nicht bereit“ erklärt Frank Samirae, der Vorsitzende der jungen Partei. „Wir führen mit allen demokratischen Parteien inhaltliche Gespräche. Eine Fraktion mit der Linken und der AfD können wir uns allerdings nicht vorstellen. Über Sachthemen und Inhalte hingegen unterhalten wir uns mit allen Bürgern und daher auch allen Parteien.“ – fasst Samirae zusammen.

Gerüchteküche im Rathaus brodelt

Wer mit wem, wann und warum zusammenabreitet und abstimmt, wird in Gespräche zwischen den Ratsparteien nun ausgehandelt. Die Gerüchteküche im Rathaus brodelt munter auf Hochtouren. Doch was dabei herauskommt, das zeigt sich wohl erst in einigen Wochen. Bei der Partei die Linke müssten vor weiteren Gesprächen ein parteiinterner Machtkampf bei den Linken abgewartet werden. – so ein Sprecher der Bürgerpartei GL.

bgl

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Kulturfest in der Keupstraße

09 Juni 2014 von Darian Lambert

Megaevent und Bürgerantrag in Erinnerung an das schreckliche Attentat

Am 9. Juni jährt sich zum zehnten Mal der Nagelbombenanschlag in der Keupstraße. 22 Menschen wurden damals verletzt, manche von ihnen lebensgefährlich. Mit einem dreitägigen Kulturfest unter dem deutsch-türkischen Motto „Birlikte – Zusammenstehen“ erinnert Köln an das schreckliche Attentat der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“.

Höhepunkt soll heute am Pfingstmontag eine sechsstündige Kundgebung an  der Schanzenstraße werden. „Es ist toll, mit welcher Power hier so viele Leute am Start sind“, sagte Udo Lindenberg. Es gehe darum, ein Zeichen gegen die „hirntoten Rechtsradikalen“ und für eine „bunte Republik“ zu setzen. Der Anschlag hätte jeden treffen können.

Gleichzeitig wenden sich Kölner Bürger mit einer Petition an den Stadtrat. Sie beantragen die Umbenennung eines Teils der Keupstraße, in Enver-Şimşek-Straße. Dort war das Nagelbomben-Attentat der NSU 2004. Enver Şimşek war das erste Opfer der NSU-Mordserie der terroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Der Inhaber eines Blumenhandels wurde am 9. September 2000 an seinem mobilen Blumenstand in Nürnberg mit acht Schüssen aus zwei Pistolen niedergeschossen. Zwei Tage später, am September 2000 starb er infolge seiner schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Die Petition wird getragen von Robert Wande dem Vorsitzenden der Junge liberale Köln (Julis), Frank Samirae dem Vorsitzenden der Bürgerpartei GL und Wilfried Obst einem bekannten Kölner Aktivisten.

keup

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Landschaftsverband Rheinland ändert Fördersystem für Kinder mit Behinderung

06 Juni 2014 von Darian Lambert

Eltern müssen ab August erstmals KiTa-Beiträge zahlen

Die Entscheidung des Landschaftsverband Rheinland (LVR), das Fördersystem für Kinder mit Behinderung in den integrativen Kindertagesstätten zu ändern, hat konkret Auswirkung auf ungefähr 70 Familien in Bergisch Gladbach. Denn ab dem 01.08.2014 entfällt die bisherige (freiwillige) Übernahme der KiTa-Beiträge durch den LVR.

Bei einem Pressegespräch am Freitag (06.06.2014) informierten Kämmerer Jürgen Mumdey und der zuständige Abteilungsleiter Johannes Zenz über die Gründe sowie die Folgen der Änderung.

„Der LVR möchte, dass künftig jedes Kind mit Behinderung jede KiTa besuchen kann“, erläutert der Abteilungsleiter der Kinder- und Familienförderung, Johannes Zenz. So solle mehr Teilhabe und eine wohnortnahe Förderung ermöglicht werden. Der LVR wird dafür künftig pro Jahr eine Kindpauschale in Höhe von 5.000 Euro für die Kindertagesstätte pro Kind mit Behinderung bereitstellen. In einer offiziellen Mitteilung des Landschaftsverbandes heißt es: „Die Finanzierungskomponenten der derzeitigen LVR-Förderung (Gruppenpauschale, Leitungsfreistellung für kleinere KiTas, Einzelintegration und Elternbeiträge) werden zur Finanzierung der Kindpauschale umgewidmet und entfallen somit ab dem Kindergartenjahr 2014/2015 in ihrer ursprünglichen Form.“
„Die Folge für die Stadt Bergisch Gladbach und die betroffenen Familien ist“, so Stadtkämmerer Jürgen Mumdey, „dass die Eltern ihre Beiträge an uns zahlen müssen“. Dies war seit vielen Jahren nicht der Fall, da der Landschaftsverband die Beitragszahlung an die Kommunen übernommen hat. „Unser Problem ist“, so ergänzt Johannes Zenz, „dass viele Familien von behinderten Kindern die Höhe der Beiträge in der Regel nicht kennen. Denn wir haben zwar das Elterneinkommen abgefragt, die Abrechnung erfolgte aber mit dem LVR. Die Eltern erhielten einen Bescheid aus dem hervorging, dass sie nichts zahlen mussten.“

„Wir möchten die Eltern aber nicht ganz im Regen stehen lassen“, ergänzt Mumdey. Daher soll dem Rat der Stadt Bergisch Gladbach eine Änderung der Elternbeitrags-Satzung vorgeschlagen werden, damit die finanziellen Mehraufwendungen der Eltern, im Umfange der steuerlich anerkannten außergewöhnlichen Belastungen bzw. des entsprechenden Pauschalbetrages vom Einkommen abgezogen werden können.

Von Seiten des LVR wird erläutert, dass mit dem künftigen Förderverfahren Rahmenbedingungen geschaffen werden sollen, die insbesondere die pädagogische Bildungsarbeit stärken. Das neue Förderverfahren hat zudem Auswirkungen auf die therapeutische Versorgung in den Einrichtungen und auf die Übernahme von Verpflegungs- und Fahrtkosten (soweit das bisher noch erfolgte).

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„Denkzettel“ wirbt für mehr Rücksichtnahme beim Parken

02 Juni 2014 von Darian Lambert

Rheinisch-Bergischer Kreis. Menschen mit einer Gehbehinderung sind froh, wenn sie keine langen Wege nehmen müssen. Deshalb gibt es vor öffentlichen Gebäuden wie Behörden, aber auch beispielsweise Supermärkten oder Ärzten immer sogenannte Behindertenparkplätze. Nicht selten werden diese aber von Menschen belegt, die dort nicht parken dürfen. Um diese für das Thema zu sensibilisieren, gibt es jetzt den Denkzettel.
Dies ist ein zweiseitiger Flyer, der mit einem lustigen Cartoon des Künstlers Phil Hubbe und einem kurzen erklärenden Text versehen ist. Künftig wird er an die Autos geklemmt, die fälschlicherweise auf einem Behindertenparkplatz stehen. Dabei fungiert er nicht als Strafzettel. Vielmehr soll der Denkzettel die Fahrer zum Nachdenken anregen und darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, diese Parkplätze für Personen mit einem schweren Handicap frei-zulassen.

Der Denkzettel ist eine Aktion des Rheinisch-Bergischen Kreises in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, Kreisgruppe Rheinisch-Bergischer Kreis, der Verkehrswacht Rheinisch-Bergischer Kreis e.V. sowie den Kommunen Burscheid, Kürten, Leichlingen, Odenthal, Overath und Wermelskirchen. Dort soll er künftig auch verteilt werden und für mehr Rücksichtnahme beim Parken werben.

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Montagsdemos weder links noch rechts?

28 Mai 2014 von Dirk Sonntag

Sehenswert ein youtube-Video von einem Gespräch zwischen Ken Jebsen, einem der Organisatoren der Montagsdemos für Frieden, die aus Protest gegen die einseitige Berichterstattung der Medien über den Ukraine-Konflikt entstanden sind, und Pedram Shahyar, eines der bekannten Gesichter von attac, der die Montagsdemonstrationen mittlerweile unterstützt.

Der Journalist Paul Schreyer findet es in seinem Artikel auf heise.de absurd, eine Person wie Jebsen als „rechts“ oder „neu-rechts“ zu bezeichnen, wie auch das youtube-Video deutlich mache. Die von Vertretern der Montagsbewegung verkündete Aufhebung von Rechts und Links sei es, die insbesondere Anhänger der Linken zum Widerspruch reize – stelle sie doch deren Selbstbild infrage.

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P+R Parkplatz Duckterath um 100 Plätze erweitert – viel Platz für Pendler

26 Mai 2014 von Darian Lambert

Gleich doppelte Freude bei Pendlern und Anwohnern:

Bereits einen Monat vor geplanter Fertigstellung bietet der beliebte Park and Ride-Parkplatz in Bergisch Gladbach-Duckterath 100 weiteren Fahrzeugen Platz.

Nachdem die Fläche seit Ende März unter der Federführung des Fachbereiches für Umwelt und Technik erweitert wurde, gaben Bürgermeister Lutz Urbach, Stadtbaurat Stephan Schmickler und der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Verkehr Dr. Peter Baeumle-Courth am Freitag (23.05.2014) den zusätzlich geschaffenen Parkraum für die Öffentlichkeit frei.

„Ich darf Ihnen versichern, dass mir diese Maßnahme besonders am Herzen liegt. All diejenigen, die verschiedene Mobilitätsmöglichkeiten intelligent miteiander vernetzen, sollen nicht durch lange Parkplatzsuche auf dem Weg zur Arbeit das Nachsehen haben“, erklärt der Bürgermeister.

Auch Stadtbaurat Stephan Schmickler zeigte sich erfreut: „Es ist ein Gewinn für die Mobilität in unserer Stadt.“

Für die Anwohner bietet die erweiterte Parkfläche nun auch Entlastung: Durch die Aufstockung der Stellplätze entschärft sich die Parksituation in den Anliegerstraßen rund um den P+R Parkplatz an der S-Bahnlinie 11. In der Vergangenheit ging es hier oft eng zu, denn die vorhandene Fläche reichte bei Weitem nicht aus, um die hohe Nachfrage zu decken. Nach der ersten Erweiterung um 85 Plätze und dem nun fertig gestellten Ausbau finden hier genau 302 PKW Platz.
Auch an die Barrierefreiheit und die Mobilität mit dem Fahrrad hat im Rahmen des Ausbaus Berücksichtigung gefunden: insgesamt drei Behindertenparkplätze stehen fortan zur Verfügung. Zudem haben Anreisende mit dem Drahtesel nun mehr Abstellmöglichkeiten. Nachdem die zwei vorhandenen Fahrradabstellanlagen, die 25 Drahteseln Platz bieten, gesäubert wurden, soll noch während der Sommerferien eine zusätzliche Anlage aufgestellt werden. Dadurch finden weitere 18 Fahrräder Platz.

Dr. Peter Baeumle-Courth betont den Nachhaltigkeitsgedanken: „Neben dem automobilen Parken ist es besonders positiv, dass auch an die Radfahrer gedacht wurde. Dies ist ein sinnvoller Baustein für eine Vernetzung der Verkehrsformen.“

Marcel Brenner, Leiter des Bauhofes versicherte, dass Bauhof, Abfallwirtschaftsbetrieb und Bereich Grünfläche alle Anstrengungen unternommen haben, um den Parkplatz herzurichten. Neben neuen Müllbehältnisses, wurdn auch die Grünflächen zurückgeschnitten, sodass sich den Nutzern des Parkplatzes ein aufgeräumtes und sauberes Bild bietet.

Finanziert wurde die insgesamt 193.500 EUR teure Maßnahme (180.000 EUR für den P+R Parkplatz, 13.500 EUR für die Fahrradabstellanlage) zu 90% aus Födermitteln des Nahverkehrs Rheinland, so dass die Stadt einen Eigenanteil von 19.350 EUR leisten muss.

Das Ordnungsamt wird die Parksituation auch weiterhin besonders in den Einmündungsbereichen der Anliegerstraßen im Blick haben.

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Wahlinformationsveranstaltung heute im Kreishaus

25 Mai 2014 von Darian Lambert

Wer wissen möchte, wie im Rheinisch-Bergischen Kreis heute abgestimmt wurde, der bekommt im großen Sitzungssaal im Kreishaus Heidkamp die Ergebnisse zur Europa- und Kommunalwahl aus erster Hand. Ab 18 Uhr ist der Saal geöffnet, auf zwei Fernsehbildschirmen können TV-Übertragungen verfolgt werden.
Die Ergebnisse, die beim Kreiswahlleiter zusammenlaufen, werden auf einer zusätzlichen Leinwand präsentiert. Außerdem ist es guter Brauch, dass einzelne Kandidaten im Kreishaus vorbeischauen. Wer den Verlauf der Stimmenauszählung im Internet verfolgen möchte, kann dies unter www.rbk-online.de tun. Hier landet man über einen Link direkt auf der Homepage der Citkomm, die einen landesweiten Überblick verschafft, aber auch die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlkreisen übersichtlich aufbereitet.

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Bürgerpartei GL im Interview

24 Mai 2014 von Darian Lambert

frank-samirae-bglFrank Samirae, Vorsitzender der Bürgerpartei GL im Interview zur Kommunalwahl 2014.

Was wäre Ihr erster Gedanke, wenn Sie am 26. Mai als stärkste Ratsfraktion der Stadt Bergisch Gladbach aufwachen? Was würden Sie als Erstes „anpacken“?

Wir haben drei Punkte, welche wir, dann nach einem guten Frühstück direkt angehen werden:

1. Kommunalpolitik gemeinsam mit den Bürgern
Kommunale Politik muss mit den Bürgern gemeinsam entwickelt werden. In Fragen wie z.B. der Investition in Energie und Stadtwerke müssen die Bürger von Anfang an in die Entscheidungsfindung mit eingebunden werden. Wir werden gemeinsam mit der Verwaltung Bürgernähe und Transparenz einführen. Deshalb haben wir uns Bürgerpartei genannt.

2. Erhalt der Schwimmbäder
Das technisch völlig intakte RTB-Schwimmbad soll einen jährlichen Zuschuss von rund 50.000 € erhalten, bis es wieder auf eigenen Füßen steht. Wir sehen Möglichkeiten der Kostensenkung im Innendienst der Verwaltung, die auch für die Sanierung des Schwimmbads Mohnweg genügend Mittel freimachen sollten.

3. Infrastruktur
In Bergisch Gladbach brauchen wir ein zweites Bahngleis für die S-Bahn und nahe gelegene Park & Ride Parkplätze. Wir wollen den Ausbau der Breitband-Internetversorgung in allen Stadtteilen beschleunigen. Eine gute Infrastruktur wirkt sich positiv auf die Wirtschaft und die Bürger aus. Sie wird sich auch im Haushalt positiv widerspiegeln.

Ist Bergisch Gladbach Ihrer Meinung nach eine finanziell solide Stadt?

Bergisch Gladbach ist hoch verschuldet und macht weiter Schulden. Bereits jetzt ist unser Haushalt durch die Zinsbelastung von jährlich 11 Millionen Euro stark beeinträchtigt. Einsparungen sind möglich und nötig. Aber es darf nicht in den Bereichen Kindergärten, Schulen, Sporteinrichtungen, Weiterbildung gespart werden, denn das ist unsere Zukunft. Es stellt kein geeignetes Mittel dar, alle privatisierbaren Bereiche zum Ausgleich des Haushalts zu Lasten der Bürger zu veräußern.

Unser Ziel ist eine schuldenfreie Stadt mit einem stabilen Wirtschaftskonzept. In Bergisch Gladbach werden ca. 50 ha Gewerbeflächen nicht genutzt oder liegen brach. Wir schlagen eine Senkung der Gewerbesteuer vor, um unsere Stadt für neue Unternehmen attraktiver zu machen. Die Summe der Gewerbesteuer wird dadurch steigen.

Bergisch Gladbach hat so gut wie kein Nachtleben, besonders für Jugendliche ist das ein Problem, sie weichen auf andere Städte aus. Was wollen Sie konkret gegen dieses Problem unternehmen, falls die Bürgerpartei GL einige Mandate bekommt?

Viele Jugendliche und Erwachsene fahren nach Köln, um ihre Freizeit zu gestalten. Auch in diesem Bereich verlieren sie die Identifikation mit unserer Stadt. Eine lebendige Innenstadt,  Kulturzentren und der Betrieb von ein oder zwei Diskotheken im Bereich der Gewerbegebiete, damit Anwohner in der Nachtruhe möglichst nicht belästigt werden. – Wer in Bergisch Gladbach lebt, soll auch gut feiern können. Zudem benötigen die kreativen Menschen aus Musik, bildender Kunst, Fotografie, Theater und anderen kulturellen Bereichen Räumlichkeiten, um sich zu entfalten und zu präsentieren.

Was werden Sie gegen die „Verwilderung“ und das Geschäftssterben in der Innenstadt tun?

Ein zentrales Problem für den Einzelhandel und die Vermieter ist die Kaufkraft. In der Stadt und im Kreis müssen mit modernen Wirtschaftskonzepten mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Wir brauchen Neuansiedlungen, auch im Bereich der Ausbildung. Wenn Universitäten Außenstellen anlegen, dürfen wir nicht leer ausgehen. Wir müssen Erwerbslose mehr fördern. Eine Weiterbildung, um sich fachlich auf einen aktuellen Stand von Wissen und Fertigkeiten zu setzen, kann von den Betroffenen nicht allein gestemmt werden. Viele Menschen in Bergisch Gladbach haben ihre Wurzeln in anderen Regionen oder Ländern. Jeder Bürger, der sich in Bergisch Gladbach einbringen will, muss sich auch einbringen können. Das fängt bei den Kindern, Schülern und Auszubildenden an.

Was fehlt Bergisch Gladbach Ihrer Meinung?

Eine Kommunalpolitik, die der Bürger mitgestaltet, anstatt dass er von ihr verwaltet wird. Es fehlt der Stadt das Bewusstsein, dass Politik gemeinsam mit den Bürgern gestaltet werden muss. Die Kluft zwischen Selbstverständnis der Verwaltung, den verkrusteten und selbstzufriedenen Strukturen der etablierten Parteien und der Lebenswirklichkeit der Bürger ist viel zu groß geworden. Bürgerbeteiligung darf kein Fremdwort in Bergisch Gladbach bleiben.

Die BELKAW beschäftigt die öffentliche Meinung und Diskussion seit geraumer Zeit. Der Stadtrat hat dafür gestimmt, sich mit 49,9 % an der BELKAW zu beteiligen. Was ist die  Position der Bürgerpartei GL dazu?

Es war eine unbesonnene Entscheidung eines fachlich überforderten Stadtrats. 78 Millionen Euro auf Darlehensbasis auszugeben, ohne Entscheidungsgewalt zu haben, ist Blindflug. Für die versprochenen Renditen gibt es keinerlei Garantie, so dass diese Sache später zu einer großen Belastung für die Stadtkasse würde. Zudem soll in veraltete, belastende Energien wie Kohle und Kernkraft investiert werden. Bergisch Gladbach kann Vorreiter sein und in erneuerbare Energien, wie Wasser, Sonne, Erdwärme, Biogas und auch Wind investieren. Dabei ist vorab die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sicher zu stellen. Wer betroffen ist, muss auch mitreden und mitentscheiden können. Wir fordern schon seit geraumer Zeit, dass die Verhandlungsunterlagen offen gelegt werden.

Nun haben wir schon sehr viel über Wirtschaft und Finanzen gesprochen. Macht die Bürgerpartei GL auch etwas Soziales?

Wir setzten uns dafür ein, dass wir weitere städtische Kindergärten bauen. Es kann nicht sein, dass junge Mütter nicht in ihr Arbeitsverhältnis zurückkehren können, weil sie bei der Suche nach einem Kita-Platz nur vertröstet werden. Das gilt nicht nur für alleinerziehende Mütter sondern auch für Väter. In der heutigen ökonomischen Situation müssen in der Regel beide Elternteile arbeiten gehen, um finanziell über die Runden zu kommen und um noch gesichert zu sein, wenn einer den Job verliert. Ferner muss es mehr Fördermöglichkeiten für Schüler geben. Es wäre optimal und auch eine Entlastung für unsere Kassen, wenn jeder Schüler wirklich einen Schulabschluss schafft, egal welcher Herkunft.


Bergisch Gladbach hat viele Partnerstädte, unter anderem auch in Israel und Palästina. Wie werden Sie sich dem Thema der Pflege der Partnerschaften nähern? Haben Sie neue Ideen?

Die Städtepartnerschaften tragen einen wichtigen Teil zu Völkerverständigung und Frieden bei. Hier ist in Bergisch Gladbach bereits viel ehrenamtlich geleistet worden. Wir treten zudem dafür ein, dass jede Schule mindestens eine Partnerschule in einem Land der so genannten Dritten Welt haben sollte, damit das Verständnis gefördert wird, dass wir in einer globalisierten Welt mit gemeinsamen Problemen leben.

Was motiviert die Bürgerinnen und Bürger dazu, Ihre Stimme der Bürgerpartei GL zu geben? Ich stelle mal hypothetisch provokativ fest: Bei den anderen Parteien handelt es sich um etablierte und einschätzbare Parteien. Da weiß man, was man bekommt. Was entgegnen Sie dem?

Bei den Kommunalwahlen bewerben sich diesmal zwölf Gruppierungen. Das ist ein Rekord, der die Abkehr der Gladbacher von den alten Parteien aufzeigt, aber auch ihre Zersplitterung. Wir möchten die Interessen aller Bürger in der Stadt beachten und nicht allein die Interessen von kleineren oder größeren Einzelgruppen bedienen. Die Kommunalpolitik ist gemeinsam mit allen Bürgern zu gestalten. In unserem Team haben wir eine Reihe von Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen. Wir werden uns sachkundig im Stadtrat, im Kreistag und in den Fachausschüssen einbringen und eine konstruktive Zusammenarbeit über alle Parteigrenzen hinweg einfordern. Korruption und Vetternwirtschaft werden wir dabei nicht tolerieren.

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Bensberger Rapper Xzit mischt Wahlkampf auf „Was läuft falsch in meiner Stadt?“

20 Mai 2014 von Darian Lambert

xzit-2Bisher läuft der Wahlkampf für die für die junge Bürgerpartei GL sehr gut. Nun setzt der Bensberger Rapper Xzit mit seinem Track „Was läuft falsch in meiner Stadt?“ noch eins drauf. Xzit greift die Punkte auf, die in der Bergisch Gladbacher Politik seiner Ansicht nach falsch laufen. Orientiert hat er sich dabei nicht ausschließlich am Wahlprogramm der Bürgerpartei, sondern gibt seine Meinung wieder. Herausgekommen ist ein feuriger Track, der sich quer durch das Kreisgebiets in über die Sozialen Medien verbreitet. Er hat das Potential für einen Überraschungseffekt bei der Wahl und der Zeit danach zu sorgen. „Die junge Generation zu erreichen haben die etablierten Parteien verschlafen. Wir stehen für eine moderne Politik bei welcher der Jungend und dem Nachwuchs alle Türen offen stehen. Xzit’s Track ist einfach super geworden. Mit den zweienhalb Minuten Rapsong erreicht lokale Politik der Bürgerpartei gezielt unsere jungen Bürger.“ – freut sich Frank Samirae.

Rapsong als MP3


Rapsong als Youtube Stream

https://www.youtube.com/watch?v=WFaEL33bDd8

 

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