Archiv | September, 2023

Notsituation im Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) vorerst geheilt

Notsituation im Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) vorerst geheilt

04 September 2023 von Darian Lambert

In einer überraschenden Wende kehrt der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) Bergisch Gladbach bereits am 4. September in den Regelbetrieb zurück, ein Schritt, der von der städtischen Führung offenbar als Sieg gefeiert wird, der jedoch ernsthafte Bedenken bezüglich der nachhaltigen Lösung der bestehenden Probleme aufwirft. Der hastige Übergang in den Normalbetrieb, weit früher als ursprünglich erwartet, lässt Raum für skeptische Fragen und potentielle Zukunftssorgen.

Während sich Bürgermeister Frank Stein und der Leiter des AWB, David Zenz, in lobenden Worten für die Mitarbeiter ergehen und die Wiederaufnahme des 48-Stunden Sperrmüllservices ankündigen, bleibt ein kritischer Blick auf die Hintergründe dieser scheinbaren Erfolgsgeschichte nicht aus. Der Einsatz von Leiharbeitsfirmen und zusätzlichen Fahrzeugen scheint mehr eine Notlösung zu sein, die das System am Laufen hält, anstatt ein Zeichen für echte Verbesserungen und nachhaltige Veränderungen.

Der Bürgermeister betont die „außergewöhnliche Leistung“ der Mitarbeiter, doch was ungesagt bleibt, ist die tatsächliche Belastung, der das Personal ausgesetzt war und weiterhin ausgesetzt ist. Ist es wirklich lobenswert, die bereits stark beanspruchten Kräfte noch weiter zu belasten, anstatt grundlegende strukturelle Mängel anzugehen, die zu solch einem Personalausfall während der Urlaubszeit führen?

Ebenso löblich wie die Anstrengungen der Mitarbeiter erscheinen mögen, sollte die Stadtspitze nicht vergessen, dass die Belegschaft keine unbegrenzte Ressource ist. Die Abhängigkeit von Leiharbeit und externen Diensten könnte ein alarmierendes Zeichen für tiefere strukturelle Probleme sein, die ohne eine gründliche Überprüfung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen weiterhin bestehen bleiben könnten.

Zenz spricht von einer Erhöhung des Kontingents bis zur Laubzeit im Herbst, eine Aussage, die inmitten der bereits bestehenden Herausforderungen beinahe unverantwortlich erscheint. Die Ausweitung des Serviceangebots, ohne dass eine stabile Grundlage geschaffen wird, könnte das System nur weiter belasten und die Mitarbeiter gefährden.

Der Bürgermeister fordert die Führungskräfte auf, die eingeleiteten Maßnahmen „konsequent umzusetzen“, aber bleibt dabei vage. Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um sicherzustellen, dass solche krisenbedingten Engpässe in Zukunft vermieden werden? Wie wird gewährleistet, dass die Mitarbeiter nicht erneut an ihre Grenzen stoßen?

Inmitten des selbstgefeierten Triumphes über die Rückkehr zum Regelbetrieb bleiben ernsthafte, kritische Fragen bezüglich der Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen und der langfristigen Gesundheit des AWB Bergisch Gladbach unbeantwortet. Die Bürger dürfen hoffen, dass diese Rückkehr keine voreilige Aktion ist, sondern ein wahrer Schritt hin zu einer stabilen und effizienten Abfallwirtschaft, die nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen wird.

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Neuer Aldi-Markt in Heidkamp nimmt Form an: Investor reicht Bauantrag ein

Neuer Aldi-Markt in Heidkamp nimmt Form an: Investor reicht Bauantrag ein

01 September 2023 von Darian Lambert

Die seit Jahren leerstehende Fläche des ehemaligen Netto-Marktes in Heidkamp könnte bald ein neues Gesicht bekommen. Aldi, der Investor des Projekts, hat offiziell einen Bauantrag bei der Stadt eingereicht. Der neue Nahversorger soll neben einem Lebensmittelmarkt auch Wohnungen und eine Tiefgarage beinhalten. Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die Integration des Gebäudes der ehemaligen Milchsammelstelle in leicht veränderter Lage.

Erster Schritt zur Revitalisierung

Dieser wichtige Meilenstein folgt der Zustimmung des Planungsausschusses im Jahr 2022 und markiert den Beginn der Umsetzungsphase des Projekts. Bürgermeister Frank Stein und Ragnar Migenda, der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Klimaschutz, zeigen sich hoch erfreut über die Entwicklungen. „Dies ist ein innovatives und identitätsstiftendes Bauvorhaben, das die Nahversorgung in Heidkamp zukünftig sichern wird“, so Stein.

Zeitplan und nächste Schritte

Die Planungsabteilung von Aldi teilt mit, dass die Abrissarbeiten voraussichtlich im Herbst beginnen werden. Parallel dazu wird das Baugenehmigungsverfahren eingeleitet. Die neuen Entwicklungen sind ein Lichtblick für die Einwohner von Heidkamp, die seit dem Leerstand des ehemaligen Netto-Marktes keinen zentralen Lebensmittelmarkt mehr haben.

Mehr als nur ein Lebensmittelmarkt

Das Projekt verspricht mehr als nur die Errichtung eines neuen Lebensmittelmarktes. Die zusätzlichen Wohnungen und die Tiefgarage sind Teil eines ganzheitlichen Ansatzes, um den Stadtteil Heidkamp nachhaltig zu entwickeln. Die Integration der ehemaligen Milchsammelstelle zeigt zudem das Engagement, die Geschichte und Identität des Ortes in die Neugestaltung einfließen zu lassen.

Fazit

Die Einreichung des Bauantrags durch Aldi ist ein wichtiger Schritt zur Wiederbelebung des Stadtteils Heidkamp. Mit der Zustimmung der Stadtverwaltung und dem bevorstehenden Start der Abrissarbeiten steht einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Entwicklung nichts mehr im Wege.

Für weitere Informationen und Entwicklungen bleibt abzuwarten, wie sich das Baugenehmigungsverfahren entwickelt und wann die ersten Bagger anrollen. Doch eins ist sicher: Die Zukunft von Heidkamp sieht ein Stück heller aus.

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Bergisch Gladbach in der Klemme: SPD plant drastische Erhöhung der Nebenkosten

Bergisch Gladbach in der Klemme: SPD plant drastische Erhöhung der Nebenkosten

01 September 2023 von Darian Lambert

Klaus Orth (SPD)

Die Stadt Bergisch Gladbach steht mal wieder am finanziellen Abgrund. Nachdem die Parteien versuchten, einen zukunftsfähigen Haushalt und Wege aus der Schuldenfalle zu finden, ließ die SPD die parteiübergreifenden Arbeitsgruppen platzen. Ein altbekannter Trick der Partei soll jetzt aus der Versenkung geholt werden: Die drastische Erhöhung der Grundsteuer.

„Das haben andere auch gemacht“

Klaus Orth, Ex-Bürgermeister und SPD-Mitglied, scheint die Lösung bereits parat zu haben. Sein Verkaufsargument: „Andere Pleite-Städte haben ihre Grundsteuern auch drastisch angehoben.“ Die Grundsteuer wird anteilig auf die Nebenkosten der Mieter umgelegt, wodurch sich die Warmmiete schnell um 30 bis 100 Euro pro Monat erhöhen könnte. Ein schwerwiegender Schlag insbesondere für die Durchschnittsbürger und Mietwohnungsbewohner, die mehrheitlich die Wählerschaft der SPD ausmachen.

Kritik aus den eigenen Reihen

Frank Samirae von der Bürgerpartei GL Bergisch Gladbach beobachtet das politische Trauerspiel seit über einem Jahrzehnt. „Ich stelle immer wieder fest, dass wir es hier im Rat meistens nicht mit Fachleuten zu tun haben, sondern mit Leuten, denen man nicht einmal die Verwaltung eines Mehrparteienhauses zutrauen kann“, so Samirae.

Frank Samirae (BGL)

Parteipolitik und Klüngel vor Vernunft?

Die schweren Vorwürfe wiegen umso mehr, wenn man bedenkt, dass der Rat der Stadt Bergisch Gladbach oft Entscheidungen trifft, bei denen das nötige Fachwissen fehlt. Vorwürfe von Vetternwirtschaft und Missmanagement runden das unschöne Bild ab. Nicht nur die SPD, sondern auch die CDU, die Grünen und teilweise die FDP haben sich in der Vergangenheit schwerer Fehler schuldig gemacht.

Ein schwerer Weg für kleine Parteien

In einer Stadt, in der der politische Klüngel tief verwurzelt ist, haben es kleinere Parteien wie die Bürgerpartei GL schwer, sich Gehör zu verschaffen. Ihre Aktivitäten und Meinungen werden oft übersehen oder absichtlich ignoriert.

Wer zahlt die Rechnung?

Während die großen Parteien auf alten Tugenden und unsoliden Finanzplänen beharren, sind es letztlich die Bürger von Bergisch Gladbach, die die Zeche zahlen müssen. Mit der geplanten Erhöhung der Nebenkosten steigt nicht nur die finanzielle Belastung für die Mieter, sondern auch das Misstrauen in die politischen Akteure der Stadt.

In diesen Zeiten ist eine transparente und zukunftsorientierte Politik mehr gefragt denn je. Ob die SPD mit ihrer Grundsteuer-Strategie auf dem richtigen Weg ist, wird die Zeit – und der Geldbeutel der Bürger – zeigen.

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