Wer braucht schon freie Wahlen, wenn man stattdessen einfach politische Mitbewerber wegsortieren kann? Das scheint sich SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt gedacht zu haben, als er beim Wahlausschuss kurzerhand behauptete, die Bürgerpartei GL habe ja gar keine Satzung eingereicht und er könne so die Formalien nicht prüfen. Waldschmidt unterstellte einfach mögliche Fehler und… ZACK – Kandidaten raus!
Ganz so, als ob wir hier in Moskau wären und nicht in Bergisch Gladbach. Dort könnte man politische Gegner schließlich auch ohne lästige Wahlen kaltstellen. Nur dumm: Wir sind eben nicht in Moskau. Und hier gelten ein paar andere Regeln.
🟢 Eine Partei oder Wählergruppe, die in der laufenden Wahlperiode durchgehend im Stadtrat vertreten ist, muss diese Unterlagen bei der Einreichung des Wahlvorschlags NICHT erneut vorlegen.
✅ Konkret bedeutet das:
Die Bürgerpartei GL ist seit der letzten Kommunalwahl 2020 ununterbrochen im Stadtrat von Bergisch Gladbach vertreten. Deshalb ist sie von der Pflicht befreit,
- ihre Satzung,
- ihr Programm und
- den Nachweis eines nach demokratischen Grundsätzen gewählten Vorstands
erneut beizubringen.
Diese Nachweise sind nur für neue oder zwischenzeitlich nicht mehr vertretene Parteien und Wählergruppen erforderlich, nicht aber für bestehende Stadtratsparteien oder Wählergruppen.
Die Bürgerpartei GL kann darüber nur den Kopf schütteln. „Man könnte fast meinen, Herr Waldschmidt hält sich für den Chef einer Moskauer Partei-Inspektion. Bei uns in Bergisch Gladbach braucht man aber keine Polit-Kommissare, die sich einbilden, irgendwen auf Linie zu bringen. Wir haben hier Demokratie — und die Bürgerpartei GL steht fester als seine wackeligen Vorwürfe.“
— Frank Samirae, Bürgerpartei GL.
Dabei hat Waldschmidt offenbar ein besonderes Talent dafür, Projekte zu blockieren. Schon beim Thema Wohnungsnot zeigte er laut GL Aktuell, dass er lieber bremst als löst – ganz zum Nachteil vieler Menschen in der Stadt. (Hier nachzulesen).

Jetzt darf sich erstmal der Kreiswahlausschuss mit diesem kleinen Demokratie-Experiment beschäftigen. Und vielleicht erklärt der ja auch Herrn Waldschmidt nochmal, dass wir in Deutschland sind. Nicht in Moskau.








