In Köln sorgt ein Vorstoß der Stadtverwaltung derzeit für Diskussionen: Die traditionellen „Spielplatz“-Schilder sollen künftig durch den Begriff „Spiel- und Aktionsfläche“ ersetzt werden. Doch Oberbürgermeisterin Henriette Reker bremst die Pläne nun aus.
Symbolbild
Verwaltung wollte inklusivere Bezeichnung
Hintergrund der Idee ist nach Angaben der Stadtverwaltung, dass die bisherigen Bezeichnungen nicht mehr dem erweiterten Gedanken von Inklusion entsprächen. Die Spielplätze dienten schließlich nicht nur Kindern, sondern sollten Begegnungsorte für alle Altersgruppen und Bürger im Veedel sein. Außerdem seien die Designs der aktuellen Schilder veraltet. Rund ein Jahr lang arbeitete die Verwaltung gemeinsam mit einer Designagentur an neuen Konzepten. Kinder und Jugendliche konnten ihre Wünsche bei Befragungen und Workshops auf den Spielplätzen einbringen.
Die Umsetzung hat bisher 38.000 Euro gekostet. Ab Herbst 2025 sollten die neuen Schilder an über 700 Spielplätzen in Köln angebracht werden.
Kritik an den Plänen
Nicht alle können den Sinn hinter dieser Umbenennung nachvollziehen. So meint etwa eine Anwohnerin, dass Spielplätze Spielplätze blieben, egal, wie man sie nenne, und dass die Stadt das Geld besser für wichtigere Dinge ausgegeben hätte.
Reker stellt sich gegen die Neubenennung
Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hält wenig von den Umbenennungsplänen. Sie betonte, dass der Begriff „Spielplatz“ klar und verständlich sei und sie angesichts der großen Herausforderungen, vor denen die Stadt stehe, kein Verständnis dafür habe, dass die Verwaltung ihre Zeit mit der Neugestaltung von Spielplatzschildern verbringe. Reker kündigte an, das Thema am 4. September dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen.
Damit liegt die Zukunft der Bezeichnung nun in den Händen der Politik. Bis dahin bleibt es vorerst beim klassischen „Spielplatz“.
Am Sonntag hat in Köln die große Parade zum Höhepunkt des Cologne Pride stattgefunden. Unter dem Motto „Für Queerrechte. Viele. Gemeinsam Stark.“ zogen rund 60.000 Teilnehmende auf Festwagen oder zu Fuß durch die Innenstadt. Trotz Regens säumten Hunderttausende die Straßen, wenn auch nicht ganz so viele wie die 1,2 Millionen im vergangenen Jahr.
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Gleich zu Beginn der Demo wurde auf der Deutzer Brücke deutlich, dass es nicht nur Grund zum Feiern gibt. Angesichts der aktuellen Lage sprach der Cologne-Pride-Sprecher sinnbildlich davon, der Regen seien die Tränen der queeren Community über die Situation, in der sie sich derzeit befinde. Dennoch zeigten sich die Teilnehmenden bunt, vielfältig und voller Lebensfreude.
Viele Prominente und Institutionen dabei
Zahlreiche Politikerinnen und Politiker nutzten den CSD, um ihre Solidarität mit der queeren Community zu zeigen. Neben Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die zum letzten Mal in ihrer Amtszeit dabei war, reisten auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach, die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann und CDU-Staatsministerin Serap Güler aus Berlin an.
Auch der 1. FC Köln setzte ein starkes Zeichen. Mit dabei waren rund 300 Mitarbeitende und Fans, darunter Präsident Werner Wolf, Geschäftsführer Philipp Türoff, Stadionsprecher Michael Trippel und Spieler wie Kapitän Timo Hübers.
Am Kölner Rathaus wehte die Regenbogenfahne und viele Gruppen, Parteien, Gewerkschaften sowie Unternehmen waren mit Wagen und Fußgruppen vertreten. Die Polizei sprach von 250 Gruppen und 90 Festwagen, die sich durch die Innenstadt bewegten.
Kritik am Bundestag – Solidarität aus Köln
Für Diskussionen sorgte, dass am Deutschen Bundestag in Berlin keine Regenbogenflagge gehisst wurde. NRW-Kulturministerin Ina Brandes erklärte, sie hätte sich dieses Symbol der Unterstützung gewünscht. Auch Karl Lauterbach machte deutlich, dass gerade in Zeiten zunehmender Anfeindungen Solidarität wichtig sei.
Eine kleine Delegation aus Kölns Partnerstadt Rio de Janeiro war ebenfalls beim CSD dabei. Der brasilianische Karnevalsmoderator Milton Reis da Cunha Junior berichtete von schwierigen Bedingungen für queere Menschen in seinem Heimatland, lobte aber die offene und solidarische Atmosphäre in Köln.
Party und Protest auf drei Bühnen
Bereits seit Freitag hatte der Cologne Pride ein 60-stündiges Programm geboten: Auf drei Bühnen gab es Musik, politische Diskussionen, Comedy und Performances. Eine Chillout-Area lud zum Verweilen ein.
Trotz der ausgelassenen Stimmung und farbenfrohen Kostüme stand der politische Protest im Vordergrund. Der Veranstalter ColognePride betonte, dass die Rechte queerer Menschen gerade in diesem Jahr besonders im Fokus stünden. Die Community sieht sich vermehrten Anfeindungen und steigenden Fallzahlen queerfeindlicher Straftaten ausgesetzt.
Polizei mit großem Aufgebot – friedlicher Verlauf
Angesichts der Größe der Veranstaltung war die Polizei mit deutlich mehr Kräften als üblich vor Ort. Einsatzleiter Gregor Eisermann erklärte, dass man den CSD als Symbol für eine offene Lebensweise besonders schützen wolle, da dies nicht ins Weltbild von Extremisten passe. Tatsächlich verlief der Tag weitgehend friedlich. Die Polizei musste hauptsächlich den Verkehr regeln – und lobte die Teilnehmenden für ihre Rücksichtnahme und ihr umsichtiges Verhalten.
Mit dem Christopher Street Day erinnert Köln wie viele andere Städte an den Aufstand in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969. Damals wehrten sich Schwule, Lesben und Transpersonen gegen Polizeigewalt im „Stonewall Inn“ – der Beginn einer weltweiten Bewegung für Gleichberechtigung. In Deutschland gilt der CSD in Köln, neben Berlin, als einer der größten seiner Art.