Gedenkfeier in Wermelskirchen: Volkstrauertag mahnt zu Frieden und Versöhnung

18 November 2024 von Felix Morgenstern

Unter dem Motto „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“ fand die zentrale Gedenkfeier des Rheinisch-Bergischen Kreises zum Volkstrauertag am Mahnmal im Hüpptal in Wermelskirchen statt. Veranstaltet vom Kreisverband Rheinisch-Bergischer Kreis und dem Ortsverband Wermelskirchen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, wurde mit zahlreichen Redebeiträgen und musikalischen Beiträgen an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert.

Mahnung gegen Hass und Hetze

Friedel Burghoff, Vertreter des Volksbundes, rief in seiner Ansprache dazu auf, die Schrecken von Kriegen nicht zu vergessen. Angesichts von radikalen Strömungen und des Kriegs in Europa sei das Eintreten für Frieden und Zusammenhalt dringender denn je. Bürgermeisterin Marion Holthaus betonte, wie zerbrechlich Frieden und Freiheit seien, und erinnerte an die Verantwortung, diese Werte zu bewahren.

Eindrücke von Zeitzeugen und Flüchtlingen

Zwei Schülerinnen des städtischen Gymnasiums Wermelskirchen berichteten von ihrem Besuch in Auschwitz und unterstrichen die Bedeutung des Erinnerns an die dunklen Kapitel der Geschichte. Victor Dmytruk, ein Geflüchteter aus der Ukraine, teilte seine bewegenden Gedanken und dankte für die Solidarität der Wermelskirchener Bevölkerung. Seine Worte, live von Dorothea Hoffrogge übersetzt, erinnerten eindringlich an die humanitäre Pflicht, Augen und Herzen für die Not anderer offen zu halten.

Landrat Santelmann: „Frieden ist ein Handlungsauftrag“

In seiner Gedenkrede hob Landrat Stephan Santelmann die bleibende Aktualität der Mahnung zum Frieden hervor. „Die Narben vergangener Kriege sind noch immer sichtbar“, erklärte er. Die Arbeit des Volksbundes und das Erinnern an „stumme Kriegsgräber“ seien von unschätzbarem Wert, besonders in Zeiten wachsender politischer Extremismen und internationaler Konflikte.

Santelmann betonte, dass es Aufgabe der jungen Generation sei, die Lehren der Geschichte wachzuhalten. Er unterstrich die Bedeutung von Resilienz und Bildung, um Populismus entgegenzutreten, und appellierte an alle, europäische Werte wie Rechtsstaatlichkeit und Toleranz zu verteidigen.

Erinnerung an lokale und historische Ereignisse

Der Landrat verwies auf historische Ereignisse wie die Landung der Alliierten in der Normandie und den Warschauer Aufstand im Jahr 1944. Diese stünden symbolisch für Mut und Widerstand in dunklen Zeiten. Auch lokale Erinnerungen wie die Bombenangriffe auf Wermelskirchen und Solingen im November 1944 blieben als Mahnung erhalten, entschlossen gegen totalitäres Denken einzutreten.

Abschluss mit Totengedenken und Kranzniederlegung

Pfarrerin Sarah Kannemann leitete das Totengedenken, gefolgt von einer feierlichen Kranzniederlegung durch Landrat Stephan Santelmann, Bürgermeisterin Marion Holthaus und Vertreter der Stadt Wermelskirchen. Die Veranstaltung war ein eindringlicher Appell, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und aktiv für Frieden einzutreten.

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