Megaevent und Bürgerantrag in Erinnerung an das schreckliche Attentat
Am 9. Juni jährt sich zum zehnten Mal der Nagelbombenanschlag in der Keupstraße. 22 Menschen wurden damals verletzt, manche von ihnen lebensgefährlich. Mit einem dreitägigen Kulturfest unter dem deutsch-türkischen Motto „Birlikte – Zusammenstehen“ erinnert Köln an das schreckliche Attentat der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“.
Höhepunkt soll heute am Pfingstmontag eine sechsstündige Kundgebung an der Schanzenstraße werden. „Es ist toll, mit welcher Power hier so viele Leute am Start sind“, sagte Udo Lindenberg. Es gehe darum, ein Zeichen gegen die „hirntoten Rechtsradikalen“ und für eine „bunte Republik“ zu setzen. Der Anschlag hätte jeden treffen können.
Gleichzeitig wenden sich Kölner Bürger mit einer Petition an den Stadtrat. Sie beantragen die Umbenennung eines Teils der Keupstraße, in Enver-Şimşek-Straße. Dort war das Nagelbomben-Attentat der NSU 2004. Enver Şimşek war das erste Opfer der NSU-Mordserie der terroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Der Inhaber eines Blumenhandels wurde am 9. September 2000 an seinem mobilen Blumenstand in Nürnberg mit acht Schüssen aus zwei Pistolen niedergeschossen. Zwei Tage später, am September 2000 starb er infolge seiner schweren Verletzungen im Krankenhaus.
Im hinteren Gartenbereich eines Einfamilienhauses an der Reuterstraße brannte in der Nacht zum Pfingstmontag eine Gartenlaube in voller Ausdehnung. Das Feuer war bereits auf angrenzende Bäume übergegriffen. Ein Wintergarten und der Giebel eines angrenzenden Wohnhauses wurde bereits durch die Hitze erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Es drohte ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus sowie eine Ausdehnung des Feuers auf weitere Bäume.
Einsatzleiter Walter Tillenkamp setzte von der Reuterstraße aus mehrere Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung ein. Die Kräfte der Feuer- und Rettungswache Süd wurden durch einen Garten von der Hebborner Straße aus zum Schutz der Bäume eingesetzt.
Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Feuers auf weitere Gebäude und Bäume verhindert werden. In der Gartenlaube befanden sich 2 Propangasflaschen, wo bereits das Gas mit einer Flamme ausströmte.
Die Gartenlaube brannte fast vollständig nieder. Der Wintergarten des Nachbarhauses wurde erheblich beschädigt. Die angrenzenden Wohnhäuser können weiterhin bewohnt werden. Personen wurden nicht verletzt.
Der Bergische Weg ist seit Januar 2014 zertifizierter Fernwanderweg und führt durch Bergisch Gladbach. Die erste Bergische Wanderwoche fand Ende Mai statt – Grund genug für die städtische Tourismusförderung, einen nützlichen Beitrag zum Wohlergehen der Wandersleute zu leisten. Damit kleine Unglücke nicht zu Notfällen werden, wurden pünktlich zur Beginn der ersten Bergischen Wanderwoche zwei „Notfallkoffer“ angeschafft, aus denen Fußreisende auch sonntags, wenn die Geschäfte geschlossen sind, Hilfsmittel zur Fortsetzung ihres Ausflugs entnehmen können.
So können Wanderer, deren Füße Blasen geworfen haben, sich mit Pflastern versorgen, oder wer bei einem Sturz eine Schürfwunde davontrug, findet Verbandsstoff zur Erstversorgung. Nicht nur an Notfälle für menschliche Gliedmaßen ist gedacht, sondern auch an Ersatzteile für die Wanderausrüstung: Zum Beispiel lassen sich gerissene Schnürsenkel im Handumdrehen aus der Notfallbox ersetzen. Oder wenn plötzlich der Himmel seine Schleusen öffnet, findet man hier ein schützendes Regencape. Gabriele Malek-Przemus vom Stadtentwicklungsbetrieb AöR, der die Tourismusförderung in Bergisch Gladbach zu seinen Aufgaben zählt, hat die Koffer ausgesucht und zusammengestellt: „Wir finden, ein wenig Notfallvorsorge gehört bei einer attraktiven Wanderregion wie dem Bergischen Land unbedingt dazu. Die Touristen, die zu uns kommen, sollen das Gefühl der Sicherheit haben, dass ein kleines Malheur auf dem Wanderweg nicht zum großen Ärgernis wird.“
Einer der Koffer ist im Bergischen Museum für Handwerk, Bergbau und Gewerbe in Bensberg untergebracht, wo er von der Leiterin Christa Joist gehütet wird. Der zweite Koffer wurde in die Hände von Dr. Sabine Schachtner im LVR-Industriemuseum Alte Dombach gegeben. Also: Ob Bergischer Weg, Geopfad, Strundetal oder Bensberger Schlossweg – der nächste Notfallkoffer ist nicht weit!
(v.l.) Gabriele Malek-Przemus, Herbert Ommer, Christa Joist vor dem Bergischen Museum
Ein spektakulärer Unfall hat sich in der Nacht zu Donnerstag auf der A4 in Richtung Köln ereignet. Gegen 1.45 Uhr war ein 52-jähriger Porschefahrer in der Ausfahrt Refrath von der Fahrbahn abgekommen.
Das Fahrzeug geriet in die Leitplanke und touchierte ein Brückengeländer sowie einen Ampelmast. Dabei löste sich der Motorblock vom Fahrzeug. Zum Glück ist der Fahrer nur leicht verletzt worden – wegen Verdacht auf Alkohol musste er eine Blutprobe abgeben.
An dem Porsche entstand Totalschaden. Weil Betriebsstoffe ausliefen, war auch die Feuerwehr im Einsatz – die Sperrung der Ausfahrt Refrath dauerte rund neun Stunden.
US-Amerikanischer Besuch im Rathaus Stadtmitte. Am Mittwochvormittag empfing Bergisch Gladbachs 1. Stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Koshofer eine Schülergruppe aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania zusammen mit ihren deutschen Gastgebern. Noch bis zum 22. Juni bleiben die insgesamt 15 Schülerinnen und Schüler und zwei Betreuungslehrer der Partnerschule der Spring Grove Regional High School auf Einladung des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Bergisch Gladbach.
„Ihr seid hier, um Brücken zu bauen, die Welt zu entdecken und Freundschaften zu pflegen“, begrüßte Koshofer die Gäste in Ihrer Rede im Großen Ratssaal und wies auf die Parallelen der wirtschaftlichen Standbeine beider Städte hin; auch in Spring Grove wird fleißig Papier produziert.
Über das Partnersuchforum des Pädagogischen Austauschdienstes haben die Lehrerinnen beider Schulen, Deanna Thatcher von der Spring Grove Regional High School und Svea Freudenstein vom AMG im Frühjahr 2012 zum ersten Mal Kontakt aufgenommen. Schnell wurde klar, dass beide Schulen ideale Partner für einen Austausch im Rahmen des „German-American Partnership Program“ waren. Ein solches Programm ist für alle Beteiligten am Albertus-Magnus-Gymnasium in Bensberg nichts Neues, da es über Jahrzehnte einen sehr erfolgreichen Austausch mit einer High School in Amherst, Massachusetts gab.
Zur großen Freude aller Beteiligten konnten Schülerinnen und Schüler des AMG im Herbst 2013 die neue Partnerschule in den USA besuchen und viele schöne Erfahrungen sammeln. Auch der 16-jährige AMG-Schüler Konstantin Leißner nimmt am Austauschprogramm teil. „Für mich ist und bleibt Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Nach einem New York-Besuch zusammen mit der Familie im Jahr 2010 war für mich schnell klar, dass ich mir die Gelegenheit, im Rahmen eines Austausches auch mal am amerikanischen Familienleben teilhaben zu können, nicht entgehen lasse.“ Auch Schülerin Cora Burgwinkel schwärmt von Ihrem vierwöchigen US-Aufenthalt zusammen mit der AMG-Schülergruppe.
Im Mittelpunkt des Gegenbesuches der US-Amerikaner in Deutschland werden der Unterrichtsbesuch am AMG und das alltägliche Leben in den Gastfamilien in Bensberg und Umgebung stehen. Um diese interkulturelle Begegnung zu fördern und die Sprachkenntnisse der SchülerInnen zu vertiefen, werden die AmerikanerInnen nicht nur am Unterricht auch mit ihren Gastgebern Bergisch Gladbach genau erkunden und kennenlernen.
Auch die amerikanischen Gäste zeigen sich begeistert von den Vorzügen des Austauschs. „Ich möchte die deutsche Kultur kennenlernen, denn meine Vorfahren sind Deutsche“, freut sich die 15-jährige Hannah Sheffer. Ryan Joel (16 Jahre) sieht den Vorteil, durch den Besuch seine deutschen Sprachkenntnisse aufzubessern. „Ich war letzten Sommer im Rahmen einer zehntägigen Schulreise bereits in Berlin und Weimar. Jetzt möchte ich Deutschland nicht nur als Tourist, sondern auch als Gast in einer Familie erleben.“
Das Programm der US-Amerikaner sieht neben einer Stadt- und Domführung in Köln auch einen Besuch im Haus der Geschichte in Bonn vor. Vom 23. Juni bis 27. Juni schließt sich dann eine Fahrt mit deutschen und amerikanischen Schülern nach Berlin an.
Begleitet wird die amerikanische Schülergruppe von Lehrerin Deanna Thatcher und Lehrer Steven Richards. Seitens des AMG koordinieren die stellvertretende Schulleiterin Annegret Verroul, Lehrerin Svea Freudenstein, Lehrer Dr. Detlef Klein und die Elternvertreterin Andrea Burgwinkel den Schüleraustausch.
Aus der „Städtischen Galerie Villa Zanders“ wird das „Kunstmuseum Villa Zanders“
Seit April 2014 hat die frühere Fabrikantenvilla der Familie Zanders und das heutige Museum in der Bergisch Gladbacher Innenstadt einen neuen offiziellen Namen: Aus „Städtische Galerie“ ist das „Kunstmuseum Villa Zanders“ geworden. Die Umbenennung wurde am 08.04.2014 durch den Rat der Stadt Bergisch Gladbach beschlossen. Seit Mittwoch (28.05.2014) prangt diese Bezeichnung auch auf den Fahnen vor dem historischen Bauwerk.
Als einen der „vielfältigen Gründe für die Umbenennung“ benennt Museumsleiterin Dr. Petra Oelschlägel die Irritationen, die der alte Name ausgelöst hat. „Es bestand die Verwechslungsgefahr mit einer kommerziellen Galerie, in der die ausgestellten Werke erworben werden können. Auch das ausgeschilderte Einkaufszentrum ‚RheinBerg Galerie’ führte so manche Besucher von außerhalb auf ärgerliche Umwege“, ergänzt die Museumschefin.
Das eindeutige Profil und die Aufwertung, mit dem die namentliche Bezeichnung als Museum einhergeht, sind positive Folge der Umbenennung. „Zu Gründungszeiten, in den Achtzigerjahren, gab es noch keinen städtischen Kunstbesitz in einem Umfang, der die Bezeichnung ‚Museum’ nahe gelegt hätte.“, führt Oelschlägel aus und fährt fort: „Heute kann die Stadt mit Stolz auf etwas blicken, das Sie von den umliegenden Kommunen unterscheidet.“ Ausschlaggebend ist die Sammlung zur „Kunst aus Papier“ die mit den Jahren überwiegend durch die Mittel von Kulturstiftungen und privaten Förderern zusammengetragen werden konnte.
Doch auch fernab der Kunst erhofft man sich Vorteile ganz praktischer Natur. „Da die Nutzung des Gebäudes wie zuvor auch Konzerte, Lesungen, Trauungen und Veranstaltungen mit einschließt, besteht nun ebenfalls Klarheit bei den Verhaltensweisen, die in einem Museum vorausgesetzt werden. Werke dürfen nicht einfach berührt oder abgehangen werden“, erläutert die Museumsleitern und ergänzt: „Im Volksmund wird die ‚Villa Zanders’ natürlich die ‚Villa Zanders’ bleiben.“
Bei den meisten Bergisch Gladbacherinnen und Bergisch Gladbachern wird es also keine Verwirrung geben.
v.l.: Museumsleiterin Dr. Petra Oelschlägel, Tina Heuer aus der Museumsverwaltung und Haustechniker Robert Moraal
Bisher läuft der Wahlkampf für die für die junge Bürgerpartei GL sehr gut. Nun setzt der Bensberger Rapper Xzit mit seinem Track „Was läuft falsch in meiner Stadt?“ noch eins drauf. Xzit greift die Punkte auf, die in der Bergisch Gladbacher Politik seiner Ansicht nach falsch laufen. Orientiert hat er sich dabei nicht ausschließlich am Wahlprogramm der Bürgerpartei, sondern gibt seine Meinung wieder. Herausgekommen ist ein feuriger Track, der sich quer durch das Kreisgebiets in über die Sozialen Medien verbreitet. Er hat das Potential für einen Überraschungseffekt bei der Wahl und der Zeit danach zu sorgen. „Die junge Generation zu erreichen haben die etablierten Parteien verschlafen. Wir stehen für eine moderne Politik bei welcher der Jungend und dem Nachwuchs alle Türen offen stehen. Xzit’s Track ist einfach super geworden. Mit den zweienhalb Minuten Rapsong erreicht lokale Politik der Bürgerpartei gezielt unsere jungen Bürger.“ – freut sich Frank Samirae.
Die Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet soll zeitnah modernisiert werden. Dafür machte der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Verkehr am Dienstag (13.05.2014) den Weg frei: Jeweils vier Leitprodukte technischer und dekorativer Leuchten wurden für die europaweite Ausschreibung benannt.
Nachdem im Vorauswahlverfahren die von insgesamt 18 Herstellern vorgeschlagenen Modelle mittels technischer und wirtschaftlicher Kriterien bereits auf je sieben Modelle reduziert werden konnte, gab die Gestaltungskommission, zusammengesetzt aus Vertretern aller Rats-Fraktionen, bei einem Auswahltermin Ende April ihr Urteil ab.
Die gestalterische Bewertung floss in die gesamte Betrachtung mit ein, sodass im Rahmen eines erarbeiteten Punktesystems eine Reihenfolge festgelegt wurde. Die wirtschaftlichen und technischen Daten sowie die gestalterischen Aspekte der besten vier Modelle dienen nun als Orientierung für die Ausschreibung.
Es wurde beschlossen, neben einem technischen Leuchtentyp, der besonders in Hauptverkehrsstraßen zum Einsatz kommen wird, auch zwei unterschiedliche dekorative Leuchten für Wohnviertel anbieten zu lassen: eine klassische LED-Laterne und eine moderne LED-Aufsatzleuchte. In Siedlungsbereichen, in denen man sich städtebaulich verträglich beide Modelle vorstellen kann, sollen die Bürgerinnen und Bürger über den Leuchtentyp entscheiden.
Am späten Montagabend hat Bürgermeister Lutz Urbach (CDU) ein paar Kommentare bei Facebook abgegeben und einen Beitrag eines anderen Users geteilt. Dabei handelte es sich um ein sogenanntes Selfie (Selbstporträt mit dem Handy) von Klaus Graf, einem seiner Mitbewerber um das Bürgermeisteramt. Graf lichtete sich in wilder Pose beim Biertrinken mit einem Freund ab und stellte dies bei Facebook ein. Das Foto hatte Graf in seinem privaten (aber öffentlichen) Facebook-Profil veröffentlicht. Damit löste Urbach eine hitzige Debatte per Facebook in der Gruppe „Politik in Bergisch Gladbach” aus. Die Gruppe wird vom CDU verwandten Bürgerportal „iGL“ geführt (die Betreiber sind jeweils Mitglied von CDU und vermutlich auch FDP) und zählt knapp 700 Mitglieder aus fast Parteien. Viele davon äußerten sich in mittlerweile mehr als 300 Kommentaren. Pro oder contra Urbach, mehr oder weniger sachlich, mit kurzen und langen Kommentaren, mit echten wie verfremdeten Wahlplakaten. Im Internetjargon ein typischer „Shitstorm“, der beiden Kandidaten Lutz Urbach und Klaus Graf massiv schaden könnte. Der Angriff auf die Person eines Mitbewebers, fernab der politischen Themen, war augenscheinlich dazu bestimmt die Seriösität der Mitbewerbers in Frage zu stellen. Gleichzeitig hat aber die Öffentlichkeit wahrgenommen, dass Lutz Urbach hier schmutzigen Stil an den Tag legt. Damit hat in der heissen Phase des Wahlkampfes möglicherweise Amtsinhaber Lutz Urbach seine Seriösität und Sympathie in der Öffentlichkeit verspielt. Bei der Wahl 25. Mai entscheidet darüber der Wähler – wir sind gespannt.