Die Stadt Köln hat gemeinsam mit zahlreichen Partnern das neue „Netzwerk Kinderschutz Köln“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche, die von körperlicher oder sexualisierter Gewalt sowie Vernachlässigung bedroht sind, künftig schneller und wirksamer zu schützen.

Zum Auftakt kamen am 17. Juni 2026 rund 50 Fachkräfte im Stadthaus Deutz zusammen. Vertreten waren unter anderem Jugendhilfe, Kindertagesbetreuung, Schulen, Sport, Gesundheitswesen, Justiz und Polizei.
Grundlage für das neue Netzwerk ist das Landeskinderschutzgesetz NRW. Es sieht vor, lokale Strukturen im Kinderschutz systematisch auszubauen. In Köln sollen insbesondere die Schnittstellen zwischen den beteiligten Institutionen verbessert werden, damit Hinweise auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung nicht verloren gehen.
Robert Voigtsberger, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln, betonte, dass Kinderschutz nicht von einer einzelnen Institution gewährleistet werden könne. Entscheidend sei ein möglichst enges Netzwerk, in dem Informationen zuverlässig weitergegeben werden und Hilfen schnell die betroffenen Familien erreichen.
Neben der Reaktion auf akute Krisen soll auch die Prävention eine wichtige Rolle spielen. Durch einen intensiveren Austausch zwischen den beteiligten Stellen sollen Risiken in Familien früher erkannt werden. Betroffene sollen dadurch schneller passende Unterstützungsangebote wie Frühe Hilfen oder Erziehungsberatung erhalten.
Koordiniert wird das Netzwerk von der Stabsstelle Kinderschutz im Kölner Jugendamt. In den kommenden Monaten sollen verschiedene Facharbeitsgruppen ihre Arbeit aufnehmen. Geplant sind unter anderem die Weiterentwicklung lokaler Kinderschutzkonzepte und verbindlichere Regeln für die Zusammenarbeit zwischen Institutionen, wenn Hinweise auf eine Gefährdung des Kindeswohls vorliegen.
Nach den Sommerferien soll zudem ein digitales Informationsangebot freigeschaltet werden. Dort können sich Kinder, Jugendliche, Familien und weitere Interessierte über die Arbeit des Netzwerks und die beteiligten Organisationen informieren.
Das Netzwerk Kinderschutz ergänzt den bereits im Februar vorgestellten Kinderschutzentwicklungsplan der Stadt. Während dieser vor allem die Strukturen und Wirksamkeit des bestehenden Hilfesystems untersucht, konzentriert sich das neue Netzwerk auf die konkrete Zusammenarbeit der beteiligten Akteure. Beide Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Qualität des kommunalen Kinderschutzes langfristig zu verbessern.





