Die Stadt Bergisch Gladbach stellt am Dienstag, 23. Juni, im Bergischen Löwen die Planungsvarianten für den ersten Abschnitt der RadPendlerRoute nach Köln vor – und bittet die Bürgerschaft um Rückmeldungen.
Wie sollen Radpendler künftig zwischen Bergisch Gladbach und Köln vorankommen? Über die Planungen für den ersten Abschnitt der geplanten RadPendlerRoute können Bürgerinnen und Bürger an diesem Dienstag noch einmal mitreden. Die Stadt lädt für den 23. Juni um 17.30 Uhr in den Spiegelsaal des Bergischen Löwen – es ist die dritte und vorerst letzte Informationsrunde zur Hauptroute.
Im Mittelpunkt steht der Streckenabschnitt zwischen der Kölner Stadtgrenze und dem Bereich Refrather Weg beziehungsweise Finanzamt. Auf diesem Stück – es führt über Gierather Straße, Rodemich und Am Rodenbach – hat die Verwaltung die Route in fünf Teilabschnitte gegliedert. Für jeden liegen mehrere Planungsvarianten vor, die der Abend mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen zur Diskussion stellt.
Durch die Entwürfe führt Johannes Füg vom Planungsbüro Fischer Teamplan. Im Anschluss können die Gäste Fragen stellen und sich an den einzelnen Abschnitten gezielt informieren. Wer teilnehmen möchte, soll sich vorab unter www.bergischgladbach.de/radpendlerroute anmelden.
Auf die Resonanz aus der Bürgerschaft legt die Stadt nach eigenen Angaben Wert. „Ihre Hinweise und Eingaben helfen, die städtischen Planungen weiter zu verbessern“, wirbt der Erste Beigeordnete Ragnar Migenda um Beteiligung – Ziel sei eine bestmögliche Lösung für die RadPendlerRoute.
Hinter dem Projekt steht ein interkommunales Vorhaben für das rechtsrheinische Umland: Vier Routen sollen die Region mit Köln verknüpfen. Für Bergisch Gladbach ist eine Hauptroute samt Zubringer nach Bensberg vorgesehen – gedacht als zügige Alltagsverbindung für Radfahrerinnen und Radfahrer. Den Ausbau des Radverkehrs treibt die Stadt seit einigen Jahren voran; erste Verbesserungen seien bereits sichtbar, heißt es aus dem Rathaus. Zugleich gewinne der Umweltverbund aus Rad, Fuß und Bus und Bahn an Bedeutung.
Die Stadt Bergisch Gladbach hebt die Hebesätze für Grundsteuer B und Gewerbesteuer um jeweils 25 Punkte an. Die rückwirkend für 2026 geltenden Änderungsbescheide werden im Juli verschickt.
Die Stadt Bergisch Gladbach passt die Hebesätze für die Grundsteuer B und die Gewerbesteuer an. Der Rat der Stadt hatte die Erhöhung um jeweils 25 Punkte am 24. März 2026 beschlossen; die neue Hebesatzsatzung wurde am 2. April 2026 im Amtsblatt veröffentlicht.
Die entsprechenden Änderungsbescheide sollen im Juli verschickt werden und gelten rückwirkend für das Jahr 2026. „Nach der Veröffentlichung der neuen Hebesatzsatzung im Amtsblatt am 2. April 2026 werden die entsprechenden Änderungsbescheide im Juli verschickt. Die Bescheide gelten rückwirkend für das Jahr 2026″, so Stadtkämmerer Thore Eggert.
Was bedeutet die Anpassung für Steuerpflichtige? Durch die neuen Hebesätze ändern sich die Beträge der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer. Die Nachforderung für 2026 wird nicht sofort in einer Summe fällig: Der zusätzliche Betrag wird auf die noch ausstehenden Zahlungstermine am 15. August und 15. November 2026 verteilt.
Wer möchte, kann die voraussichtliche Änderung schon jetzt selbst berechnen. Grundlage ist der jeweilige Messbetrag, der im Grundsteuer- beziehungsweise Gewerbesteuermessbescheid des Finanzamts ausgewiesen ist und auch im aktuellen Jahresbescheid oder im zuletzt erhaltenen Änderungsbescheid der Stadt aufgeführt wird. Der Messbetrag wird mit dem neuen Hebesatz multipliziert; die Differenz zur bisher festgesetzten Steuer verteilt sich anschließend auf die beiden verbleibenden Zahlungstermine.
Die Grundbesitzabgabenbescheide für 2026 werden vollständig neu berechnet. Dabei kann es vorkommen, dass in den Bescheiden bisherige Werte mit „0″ ausgewiesen werden. Hintergrund ist die technische Darstellung der verwendeten Fachsoftware, die alte und neue Werte gegenüberstellt, um die Änderungen nachvollziehbar zu machen.
„Diese Darstellung dient ausschließlich der rechnerischen Erläuterung und bedeutet nicht, dass frühere Steuerfestsetzungen aufgehoben wurden. Die bereits festgesetzten und fälligen Beträge zum 15. Februar und 15. Mai 2026 bleiben weiterhin gültig“, erläutert Stadtkämmerer Eggert.
Kurz vor dem Versand der Änderungsbescheide will die Stadt weitere Informationen zu Versand und Bescheiden veröffentlichen. Zudem sollen rechtzeitig Hinweise zu den Zuständigkeiten von Stadtverwaltung und Finanzamt bereitgestellt werden.
Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums setzen Zeichen für lebendige Erinnerungskultur und decken ungelöste NS-Verbrechen in Bensberg auf
Mit der feierlichen Verlegung zweier Stolpersteine vor der Schloßstraße 46–50 wird seit dem heutigen Freitag dauerhaft an die ukrainischen Zwangsarbeiter Konstantin Wladimirow und Walery Winogradow erinnert. Das bemerkenswerte Erinnerungsprojekt basiert auf der zweijährigen, intensiven Forschungsarbeit von Schülerinnen und Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) Bensberg, die im Stadtarchiv zudem auf die Spuren eines bislang unaufgeklärten Kriegsverbrechens stießen.
Die neu verlegten Stolpersteine markieren einen historischen Ort des Leidens: Während des Zweiten Weltkriegs befand sich an der Schloßstraße ein Lager für sogenannte „Ostarbeiter“. Die beiden jungen Ukrainer Konstantin Wladimirow und Walery Winogradow wurden von den deutschen Besatzern aus ihrer Heimat verschleppt und zur Zwangsarbeit gezwungen. Nach dem aktuellen Stand der historischen Recherchen wurden sie im November 1944 von Köln nach Bensberg verlegt. Hier mussten sie für das örtliche Tiefbauamt unter anderem beim Bau von Verteidigungsanlagen schwerste körperliche Arbeit verrichten.
Schüler decken Ungereimtheiten im Stadtarchiv auf
Im Zuge ihrer Recherchen im Stadtarchiv Bergisch Gladbach stießen die Jugendlichen auf die Dokumentation eines erschütternden Ereignisses, das bis heute Fragen aufwirft. Laut dem amtlichen Sterbebuch wurden Konstantin Wladimirow und Walery Winogradow am 22. März 1945 – nur wenige Wochen vor dem Ende des Nationalsozialismus – im Schlosspark Bensberg erschossen. Da zahlreiche Originaldokumente zum Tathergang in den Wirren der Nachkriegszeit verschwanden oder gezielt vernichtet wurden, blieben zentrale Fragen zu den genauen Umständen jahrzehntelang ungeklärt.
Die Schülerinnen und Schüler gaben sich mit den bestehenden Lücken nicht zufrieden. Sie weiteten ihre Nachforschungen auf Unterlagen des Bundesarchivs sowie des NS-Dokumentationszentrums Köln aus und hinterfragten die bislang in der Lokalgeschichte verbreitete Darstellung. Diese stützte sich maßgeblich auf ein einzelnes Dokument aus dem Jahr 1948. Bei der Quellenanalyse entdeckte das Projektteam eine bislang kaum beachtete Zeugenaussage des damaligen Zwangsarbeiters Semjon Gryzak. Seine Schilderungen werfen ein völlig neues Licht auf den Ablauf der Geschehnisse und werfen dringende neue Fragen bezüglich der verantwortlichen Täter auf.
Ausstellung und breites öffentliches Interesse
Direkt im Anschluss an die Verlegung präsentierten die Schüler im Otto-Hahn-Gymnasium eine eigens erarbeitete Ausstellung zu ihren Ergebnissen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie geladene Gäste nutzten die Gelegenheit, sich tiefgehend über die Biografien der beiden jungen Männer sowie über die Rolle des Schlosses Bensberg während der NS-Diktatur zu informieren.
Das Projekt reiht sich nahtlos in das langjährige, erfolgreiche Engagement der Schule für die lokale Geschichtsarbeit ein. Bereits im Jahr 2024 wurde der zuständige Projektkurs mit dem Heimatpreis der Stadt Bergisch Gladbach ausgezeichnet. Im darauffolgenden Jahr 2025 setzten die Jugendlichen mit der Errichtung zweier Informationsstelen im Schlosspark ein weiteres sichtbares Zeichen; diese erinnern seither an die Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NAPOLA) Bensberg sowie an das dortige Außenlager des KZ Buchenwald.
Die neuen Stolpersteine in der Schloßstraße leisten nun einen weiteren, unschätzbaren Beitrag zur Erinnerungskultur vor Ort. Sie holen das Schicksal von Konstantin Wladimirow und Walery Winogradow aus der Anonymität und führen den Passanten täglich vor Augen, dass nationalsozialistische Gewalt und Willkür kein fernes Phänomen waren, sondern mitten im Herzen von Bensberg stattfanden.