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Wieso wir kein reiches Land mehr sind

Wieso wir kein reiches Land mehr sind

17 Mai 2026 von Frank Samirae

Ein Ökonom seziert den deutschen Sinkflug – und sagt, was zu tun wäre.

Stellen Sie sich ein Flugzeug vor: Die Tragflächen flattern, die Stall-Warnung schrillt – aber der Pilot hat Kopfhörer auf und hört Partymusik. So beschreibt der Ökonom Daniel Stelter in seinem neuen Buch „Absturz“ den Zustand der deutschen Wirtschaft. Im Gespräch mit Spieltheoretiker Prof. Christian Rieck legt er offen, warum unser Wohlstand eine Fata Morgana ist, was die Politik seit zwei Jahrzehnten falsch macht – und wie ein Kurswechsel aussehen müsste. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

1. „Ein reiches Land wie Deutschland …“ – ein Trugbild

Nach der Flüchtlingskrise 2015/16 wurde der Satz zur Politikfloskel: „Ein reiches Land wie Deutschland sollte doch …“ – und dann kam, was gerade gefordert wurde. Stelter widerspricht entschieden. Im Vergleich mit Somalia? Ja, sicher. Im Vergleich mit den Eurozonen-Nachbarn? Mitnichten. Schaut man auf das, worauf es ankommt – das Vermögen der Bürger –, ist Deutschland das Schlusslicht.

Abb. 1 – Median-Nettovermögen privater Haushalte in der Eurozone (gerundete Größenordnungen, EZB-HFCS-Daten).

Das Median-Vermögen eines deutschen Haushalts liegt deutlich unter dem in Italien, Frankreich, Spanien oder Belgien. Wir haben nicht weniger Milliardäre als andere – wir haben eine Mitte und einen Unterbau, denen kaum noch etwas bleibt. Hohe Steuern und Abgaben, ein ausgebauter Sozialstaat und vor allem: kaum Möglichkeiten, Vermögen aufzubauen, weil Wohneigentum politisch erschwert statt gefördert wird.

„Unsere Reichen sind nicht reicher als anderswo. Aber unsere Masse hat nichts.“

2. Die Bilanz des Staates ist tiefrot

Ein Staat ist kein Privathaushalt – aber wenn man ihn wie ein Unternehmen bilanzieren würde, sähe es düster aus, so Stelter. Auf der Aktivseite: verfallende Brücken, marode Schulen, ein heruntergewirtschaftetes Bildungssystem, eine Bahn, die Sprichwort geworden ist. Auf der Passivseite: Versprechen über Versprechen – Renten, Pensionen, Pflege, Gesundheit – ohne dass dafür vorgesorgt worden wäre.

Das Beispiel Grundrente: Eingeführt mit dem Hinweis, das seien „nur ein paar Milliarden“. Jedes Jahr. Steigend. Hochgerechnet über die Lebensdauer der Zusage: hunderte Milliarden Euro Verbindlichkeiten, die nirgends in einer offiziellen Bilanz auftauchen. „Schwarze Null“ feiern, während die Substanz aufgezehrt wird – das war über Jahre die deutsche Praxis.

„Wir leben von der Substanz – und gleichzeitig haben wir politische Projekte gemacht, die viel Wohlstand kosten.“

3. Die „guten Jahre“ waren kein Verdienst

Warum ging es lange so glatt? Zwei externe Faktoren, die mit der deutschen Politik wenig zu tun hatten: Die EZB drückte die Zinsen, was eine Baukonjunktur befeuerte. Und der Euro wertete gegenüber stabilen Währungen massiv ab – ein heimlicher Konjunkturmotor für die exportstarke deutsche Industrie.

Abb. 2 – Der Euro hat seit seiner Einführung 1999 gegenüber dem Schweizer Franken etwa 40 Prozent an Wert verloren. Ein einzigartiger Rückenwind für deutsche Exporteure.

Wer im Lotto gewinnt, sollte sich nicht so verhalten, als gewinne er ab jetzt jeden Monat. Genau das aber tat die deutsche Politik: Sie nahm die guten Jahre als Normalzustand und legte sich teure Projekte zu – Energiewende, Klimaprogramme, ausufernde Sozialleistungen –, als wäre der Rückenwind ewig. Spätestens mit der Wende der EZB-Zinsen, dem Aufstieg Chinas vom Kunden zum Konkurrenten und Trumps Handelspolitik ist diese Rechnung geplatzt.

4. Worauf Wohlstand beruht – und warum alle Säulen bröckeln

Ökonomisch lässt sich Wohlstand auf wenige Faktoren zurückführen: Wie viele Menschen arbeiten, wie produktiv sie es tun, wie viel Energie ihnen zur Verfügung steht, und wie gut sie ausgebildet sind. Stelter sieht in allen vier Bereichen rote Lampen.

Abb. 3 – Vier Säulen, vier rote Karten.

Arbeitskräfte – schrumpfend und falsch angereizt

Die Erwerbsbevölkerung schrumpft demografisch bedingt. Gleichzeitig haben wir das Phänomen der „Lifestyle-Teilzeit“ – und ein Bürgergeld-System, in dem sich Mehrarbeit kaum lohnt. Wer aus dem Bürgergeld in Vollzeit-Arbeit wechselt, zahlt rechnerisch eine Grenzbelastung von rund 85 Prozent. Ein Anreiz, der nicht zur Arbeit, sondern davon weg führt.

Abb. 4 – Was bleibt einem Arbeitnehmer wirklich mehr als einem Bürgergeldempfänger (inkl. Wohnkosten)? In München gerade einmal 2,50 € pro Stunde.

Produktivität – Investitionen stagnieren

Wo Maschinen, Software und Infrastruktur Arbeit produktiver machen, wächst Wohlstand. Doch private Investitionen in Deutschland gehen seit Jahren zurück. Das Potenzialwachstum nähert sich, so die Wirtschaftsweisen, der Null-Linie.

Energie – politisch verteuert und verknappt

Es gibt eine sehr enge Korrelation zwischen Energieeinsatz und BIP pro Kopf. Kein reiches Land der Welt verbraucht wenig Energie – aus dem einfachen Grund, dass Maschinen Energie brauchen. Genau hier hat Deutschland gezielt verknappt und verteuert. Die inländische Stromproduktion ist um rund 20 Prozent gefallen.

Abb. 5 – Inländische Stromproduktion: Wir produzieren ein Fünftel weniger Strom als noch vor wenigen Jahren – und importieren immer mehr.

Bildung – die nächste Generation wird nicht qualifiziert

Während die Zahl der „Einser-Abiturienten“ steigt, weisen PISA und andere Studien dramatische Lücken aus: 45 Prozent der Viertklässler verfehlen die Mindeststandards im Lesen, Schreiben und Rechnen. Bildungsforscher sprechen offen aus, dass diese Kinder ihre Schullaufbahn nicht erfolgreich abschließen werden können – wir produzieren funktionale Analphabeten.

Abb. 6 – Knapp die Hälfte der Viertklässler verfehlt die Bildungsmindeststandards.

Hinzu kommt die Innovationsschwäche: Deutschland ist nicht mehr in der weltweiten Top 10 bei Innovation, schon gar nicht bei Zukunftstechnologien wie KI oder Quantencomputing. Das jüngste DAX-Unternehmen ist SAP – und SAP gibt es seit über 50 Jahren.

5. Die Legende vom kaputtgesparten Staat

Ein zentraler Mythos der politischen Debatte ist: Wir hätten zu wenig investiert, weil die Schuldenbremse zu strikt sei. Stelter rechnet das Gegenteil vor. In den zehn Jahren vor Corona hatte der Bund rund 460 Mrd. € zusätzlich zur Verfügung – aus höheren Steuereinnahmen, Zinsersparnissen durch die Niedrigzinspolitik und sinkenden Arbeitslosenkosten. Investiert wurden davon nur etwa 5 Mrd. €.

Abb. 7 – Geld war da. Es wurde nur nicht investiert – es wurde verkonsumiert.

Statt in Brücken, Schulen und Digitalisierung floss das Geld in laufende Ausgaben, in Wahlgeschenke und – nach Corona – in eine geradezu hemmungslose Subventionspolitik. Die Subventionen des Bundes haben sich seit 2015 mehr als verdoppelt: von 1,5 auf über 3 Prozent des BIP, das sind rund 60 Mrd. € pro Jahr.

Abb. 8 – Subventionen haben sich seit 2015 mehr als verdoppelt. Eine Industriepolitik der Symbolik.

„Wir haben die Schulden gemacht – aber nicht investiert. Und die Reformen, die wir vermeiden wollten, kommen trotzdem.“

6. Zu viele Erben? Nein – zu wenige Aufsteiger

In der politischen Debatte heißt es regelmäßig, Deutschland habe ein Erbenproblem: Etwa 75 Prozent der deutschen Milliardäre seien Erben. Die Frage ist nur: Wo ist das Problem? International liegt der Anteil bei rund einem Drittel. Wir haben nicht zu viele Erben. Wir haben zu wenige Aufsteiger.

Abb. 9 – Die Verteilung zeigt das Problem: Es fehlt an wirtschaftlicher Dynamik.

Das ist ein Symptom für ein Land, in dem Unternehmertum unter Generalverdacht steht und in dem ein erfolgreiches Start-up den Standort wechselt, sobald es absehbar wird, dass es wirklich Geld verdient. Stelter berichtet von Venture-Capital-Gebern, die heute Büros in New York und Kalifornien aufmachen – nicht, um dort zu investieren, sondern um deutsche Gründer dorthin zu begleiten.

7. Warum nicht gegengesteuert wird: Die Realitätsverweigerung

Wenn die Diagnose so klar ist – warum handelt die Politik nicht? Stelters Antwort: Weil ein Großteil der öffentlichen Debatte die Realität nicht anerkennt. Bestseller propagieren Selbstkasteiung („wir müssen leben wie in den 70ern“), Talkshows lassen Energiepolitik fast nur noch von Atomkraftgegnern erklären, und über Wirtschaft wird kaum noch ernsthaft geredet – wenn doch, dann meist über Verteilung, nicht über Schaffung.

Das Bild vom Piloten, der Partymusik hört statt der Stall-Warnung, trifft die Lage genau. Dabei ist der „Kipppunkt“, den Klimaforscher beim Klima beschwören (und der dort wissenschaftlich umstritten ist), bei der Wirtschaft längst da – mittendrin.

„Die Welt lacht sich nicht nur schlapp – sie sagt: Da haben wir das Modell, das nicht funktioniert.“

8. Was zu tun wäre – die Reformagenda

Stelter bleibt nicht bei der Klage. Sein Buch hat ein ganzes Kapitel mit konkreten Vorschlägen. Die wichtigsten im Überblick:

Abb. 10 – Sechs Reformbaustellen für einen ehrlichen Kurswechsel.

Sozialstaat: Negative Einkommensteuer statt 500 Einzelleistungen

Der Bund verteilt heute über 500 verschiedene Sozialleistungen – kein einzelner Beamter überblickt das System noch. Vorschlag: Eine negative Einkommensteuer nach dem Vorbild des US-„Earned Income Credit“. Wer wenig verdient, bekommt vom Staat etwas hinzu – aber auf jeder Stufe lohnt sich Mehrarbeit. Kein 85-Prozent-Sprung, keine Antragsformulare für die Sonnenblende am Kinderwagen. Weniger Bürokratie, mehr Anreize, mehr Würde.

Energiepolitik: Markt statt Plan, Speicher statt Subvention

Schluss mit subventionierten Windrädern im windarmen Süden. Erneuerbare ja – aber zu Marktpreisen, mit echtem Speicherausbau, der den Tag-Nacht-Spread nutzt. Kernkraft als Option neu diskutieren, statt sie aus ideologischen Gründen abzuwürgen, während Frankreich mit Atomstrom Stahl produziert und Rechenzentren ansiedelt.

Politik: Bundestag verkleinern, Term Limits, „Politiker-Führerschein“

Stelter fordert eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Vielfalt im Parlament: weniger Berufspolitiker, mehr Menschen, die einmal selbständig oder sozialversicherungspflichtig außerhalb des öffentlichen Sektors gearbeitet haben. Plus: Term Limits (etwa drei Legislaturperioden), maximal zwei Amtszeiten für Minister und Kanzler. Und: keine staatliche NGO-Finanzierung mehr, die zur Beschäftigungsgarantie für ausscheidende Politiker wird.

Haushalt: 100 Mrd. € Einsparpotenzial

Allein 60 Mrd. € pro Jahr ließen sich aus den verdoppelten Bundessubventionen herausschneiden – das sind keine Steuerprivilegien, sondern direkte Zahlungen, oft für klimapolitische Symbolpolitik. Weitere Einsparungen: weniger NGO-Förderung, weniger Auslandszahlungen in der akuten Krise, ein insgesamt schlankerer Staat.

Vermögen: Bürger zu Eigentümern machen

Großbritannien hat unter Thatcher die staatlichen Wohnungen an die Mieter verkauft – und damit eine Nation von Eigentümern geschaffen. In Berlin gilt heute das genaue Gegenteil: ein Umwandlungsverbot, das verhindert, dass aus Mietern Eigentümer werden. Stelter plädiert für Kreditgarantien des Staates, damit auch normale Haushalte Wohneigentum erwerben können. Wer Eigentum hat, denkt langfristiger – und politisch anders.

9. Was bedeutet das für uns in Bergisch Gladbach?

Die Diagnose Stelters klingt nach Berlin – ist aber bis in jede Kommunalverwaltung spürbar. Wer in Bergisch Gladbach beobachtet, wie Bauprojekte stocken, wie Schulgebäude saniert werden müssen, wie energieintensive Betriebe ihre Standortentscheidungen überdenken, wie Fachkräfte fehlen, der sieht: Die bundespolitischen Weichenstellungen entscheiden über unsere kommunalen Spielräume.

Drei Punkte sind für unsere Stadt besonders relevant:

  • Energiekosten. Wer im Bergischen Land produziert, hat keinen Atomstrom-Vorteil und keine US-Subventionen. Wenn Bundespolitik Energie verteuert, verlieren auch unsere Betriebe.
  • Bildung. Ob unsere Kinder lesen, rechnen und schreiben können, entscheidet sich in den Grundschulen – also an einer Stelle, die wir kommunal direkt mitgestalten.
  • Wohneigentum. Die Frage, ob junge Familien in Bergisch Gladbach Eigentum bilden können, hängt nicht nur an den Grundstückspreisen, sondern an einer Vielzahl bundes- und landespolitischer Hürden – Grunderwerbsteuer, Bauvorschriften, Förderpolitik.

Als Bürgerpartei GL werden wir auch in den kommenden Sitzungen darauf drängen, dass die Stadt mit dem, was sie selbst entscheiden kann, einen nüchternen Beitrag zu mehr Substanz statt Symbolik leistet: solide Haushaltsführung, ehrliche Prioritäten in der Infrastruktur, eine pragmatische Liegenschafts- und Wohnungspolitik.

10. Fazit: Noch ist der Absturz nicht vollzogen

Das Buch heißt „Absturz“, hat aber den Untertitel „So retten wir Deutschland“. Genau das ist die Botschaft. Stelter ist kein Untergangsprophet, sondern ein Warner. Die Tragflächen flattern, die Stall-Warnung schrillt, der Sinkflug läuft – aber wir sind noch nicht aufgeschlagen. Es braucht jetzt einen Kanzler und ein Parlament, die nicht weiterhin die Partymusik aufdrehen, sondern die Warnsignale ernst nehmen.

„Wir können es noch schaffen. Aber wir müssen die Anreize ändern – und die Realität anerkennen.“

Quellen und Hintergrund

Gespräch zwischen Prof. Christian Rieck (YouTube-Kanal „Prof. Rieck“) und Daniel Stelter zum Buch „Absturz – So retten wir Deutschland“. Weitere Werke Stelters u. a. „Das Märchen vom reichen Land“ (2018) sowie der Podcast und Blog „Beyond the Obvious“. Zahlenangaben auf Basis von EZB-HFCS-Daten (Privatvermögen), Bundesfinanzbericht (Subventionen), IQB-Bildungstrend (Schulleistungen) sowie Aussagen Stelters im Gespräch.

Über den Autor Frank Samirae ist Vorsitzender der Ratsgruppe Bürgerpartei GL im Stadtrat Bergisch Gladbach. Der Beitrag fasst zentrale Thesen des Gesprächs zwischen Prof. Christian Rieck und Daniel Stelter zum Buch „Absturz“ zusammen und ordnet sie kommunalpolitisch ein.

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Tankstellen-Mitarbeiter stoppt Räuber in letzter Sekunde – Vier Festnahmen in Burscheid

15 Mai 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

Ein versuchter Raubüberfall auf eine Tankstelle in Burscheid ist am Mittwochabend spektakulär gescheitert. Dank des mutigen Eingreifens eines Mitarbeiters konnten zwei Täter direkt am Tatort überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Insgesamt nahm die Polizei vier Männer vorläufig fest.

Nach Angaben der Polizei betraten gegen 22:20 Uhr zwei maskierte Männer den Verkaufsraum einer Tankstelle an der Höhestraße. Unter Vorhalt eines Pfeffersprays wollten sie Bargeld aus der Kasse erbeuten. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich neben dem Kassierer auch zwei Kunden im Verkaufsraum.

Als einer der Täter über den Verkaufstresen sprang, reagierte der Mitarbeiter geistesgegenwärtig: Er zog den Mann am Arm, brachte ihn zu Boden und hielt ihn fest. Gleichzeitig gelang es ihm, die Eingangstür zu blockieren, sodass auch der zweite Täter nicht fliehen konnte.

Bis zum Eintreffen der alarmierten Polizeikräfte wurden beide Männer im Verkaufsraum festgehalten. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um einen 20-Jährigen und einen 26-Jährigen aus Grevenbroich. Beide standen nach ersten Erkenntnissen unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln.

Die Polizei stellte außerdem den mutmaßlich als Tatfahrzeug genutzten VW sicher. Die daran angebrachten Kennzeichen waren zuvor gestohlen worden.

Im Zuge der Fahndung trafen Beamte wenig später in der Nähe zwei weitere Männer im Alter von 27 und 28 Jahren in einem Opel an. Das Fahrzeug hatte die Tankstelle kurz zuvor passiert. Die beiden Grevenbroicher wurden als mögliche Mittäter ebenfalls vorläufig festgenommen.

Von allen vier Beschuldigten wurden Mobiltelefone als mögliche Beweismittel sichergestellt. Zudem ordnete die Polizei Blutproben an: sowohl bei den beiden Hauptverdächtigen als auch beim 28-jährigen Fahrer des Opel, der ebenfalls unter Drogeneinfluss gestanden haben soll. Nach bisherigen Erkenntnissen besitzt der Mann zudem keine gültige Fahrerlaubnis.

Der Tankstellenmitarbeiter erlitt bei dem Gerangel leichte Verletzungen und wurde zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Maßnahmen kamen alle vier Tatverdächtigen zunächst wieder auf freien Fuß. Gegen sie wird nun wegen verschiedener Delikte ermittelt.

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Q1 bleibt – Bergisch Gladbach plant neues Jugendzentrum für das Zanders-Areal

15 Mai 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

Die Zukunft des Jugendzentrums Q1 sorgt in Bergisch Gladbach seit Tagen für Diskussionen. Berichte über eine mögliche Auflösung des Q1 hatten bei Bürgerinnen und Bürgern sowie in der Politik für Verunsicherung gesorgt. Nun stellt die Stadtverwaltung klar: Das Q1 soll nicht verschwinden – vielmehr wird gemeinsam an einer grundlegenden Neuausrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit gearbeitet.

Seit Juni 2025 befinden sich die Stadt Bergisch Gladbach, die evangelische Kirchengemeinde und das Q1 in Gesprächen über die Zukunft der Jugendarbeit in der Innenstadt. Ziel sei es, bestehende Angebote weiterzuentwickeln und an die Anforderungen des neuen Quartiers auf dem Zanders-Areal anzupassen.

Im Mittelpunkt stehen dabei der neue „Gleispark“ sowie perspektivisch die „Zentralwerkstatt“, die künftig als sozio-kulturelles Zentrum dienen soll. Dort sollen junge Menschen nicht nur einzelne Freizeitangebote nutzen können, sondern aktiv an der Gestaltung und Aneignung des neuen Quartiers beteiligt werden. Die Stadt betont ausdrücklich, dass die Zentralwerkstatt kein exklusiver Standort für ein Jugendzentrum werden soll. Vielmehr sei eine gemeinschaftliche Nutzung der Räume als Teil einer generationenübergreifenden Quartiersentwicklung vorgesehen.

Ein erster Schritt ist bereits erfolgt: Seit der Eröffnung des Gleisparks am 9. Mai 2026 bietet das Q1 dort offene Angebote für Kinder und Jugendliche an. Parallel dazu wird gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde geprüft, ob zusätzlich ein fester Standort in der Innenstadt geschaffen werden kann.

Die Verwaltung betrachtet die Zukunft des Q1 dabei aus zwei Perspektiven: zum einen als Teil der sozialen Entwicklung des Zanders-Areals, zum anderen im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Beide Bereiche werden innerhalb des Fachbereichs Jugend und Soziales eng miteinander abgestimmt.

Klar ist allerdings auch: Das bisherige Q1 wird in seiner heutigen Form langfristig nicht unverändert bestehen bleiben. Die Stadt macht jedoch deutlich, dass dies keineswegs das Ende der offenen Jugendarbeit in der Innenstadt bedeutet. Stattdessen soll ein modernes, sozialräumlich ausgerichtetes Jugendzentrum entstehen, das den Bedürfnissen junger Menschen im neuen Stadtquartier gerecht wird.

Konkrete politische Beschlüsse zur zukünftigen Unterbringung des Q1 gibt es derzeit noch nicht. Sobald belastbare Konzepte und Rahmenbedingungen vorliegen, will die Verwaltung die weiteren Schritte transparent in die politischen Gremien einbringen.

Die Stadt kündigt an, den Prozess gemeinsam mit allen Beteiligten weiterhin offen und konstruktiv zu gestalten.

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Bergisch Gladbach tritt wieder an: STADTRADELN 2026 startet Ende Mai

13 Mai 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

In Bergisch Gladbach dreht sich ab dem 25. Mai wieder alles ums Fahrrad: Die Stadt beteiligt sich erneut an der bundesweiten Aktion STADTRADELN und ruft Bürgerinnen und Bürger dazu auf, drei Wochen lang möglichst viele Wege klimafreundlich mit dem Rad zurückzulegen.

Bis zum 14. Juni sollen dabei möglichst viele Kilometer gesammelt und CO₂-Emissionen vermieden werden. Ziel der Kampagne ist es, den Radverkehr im Alltag zu stärken und ein Zeichen für nachhaltige Mobilität zu setzen.

„Alle Bürgerinnen und Bürger, Schulen, Vereine, Unternehmen und Institutionen sind eingeladen, mitzumachen und ihre mit dem Rad zurückgelegten Wege zu dokumentieren – egal ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit. Gemeinsam setzen wir auch dieses Jahr wieder ein starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität in Bergisch Gladbach“, erklärt Ragnar Migenda, Erster Beigeordneter der Stadt Bergisch Gladbach.

Teilnehmen können alle, die in Bergisch Gladbach wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder Mitglied eines Vereins sind. Ob alleine oder im Team – jede gefahrene Strecke zählt.

Die Anmeldung erfolgt online über die Plattform des STADTRADELN-Wettbewerbs. Unterstützt werden die Teilnehmenden dabei durch die kostenlose STADTRADELN-App. Mit ihr lassen sich die gefahrenen Kilometer per GPS automatisch erfassen und dem jeweiligen Team gutschreiben.

Gleichzeitig liefern die anonymisierten Daten der App der Stadt wichtige Erkenntnisse über das Mobilitätsverhalten der Bürgerinnen und Bürger. Diese Informationen sollen künftig helfen, die Radverkehrsplanung in Bergisch Gladbach weiter zu verbessern.

Mit der Aktion möchte die Stadt erneut möglichst viele Menschen motivieren, das Fahrrad stärker im Alltag zu nutzen – und damit aktiv zum Klimaschutz beizutragen.

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Neue Feuerwache in Refrath: Feuerwehr lädt Bürger erneut zur Diskussion ein

13 Mai 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

Die Planungen für die neue Feuer- und Rettungswache 2 in Refrath gehen in die nächste Phase: Die Feuerwehr Bergisch Gladbach lädt deshalb Ende Mai zu einer weiteren Bürgerinformationsveranstaltung ein. Bürgerinnen und Bürger sollen dabei über den aktuellen Stand des Projekts sowie die nächsten Schritte informiert werden.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 27. Mai 2026, um 18 Uhr im Feuerwehrhaus 10 an der Steinbreche in Refrath statt. Gemeinsam mit dem beauftragten Architekturbüro will die Feuerwehr die aktuellen Planungen für den Neubau vorstellen und erläutern.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte die Feuerwehr zusammen mit der Stadt Bergisch Gladbach in zwei Informationsveranstaltungen über das Vorhaben berichtet. Nun sollen die neuesten Entwicklungen präsentiert und offene Fragen beantwortet werden.

„Uns ist es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger transparent über den aktuellen Sachstand des Projektes zu informieren und die weiteren Planungsschritte nachvollziehbar darzustellen“, erklärt Feuerwehrleiter Jörg Köhler.

Nach der Präsentation haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, mit Vertreterinnen und Vertretern der Feuerwehr sowie der Stadtverwaltung ins Gespräch zu kommen und Fragen zum Projekt zu stellen.

Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist nicht erforderlich. Wer Unterstützung für die Teilnahme benötigt, wird gebeten, dies im Vorfeld mitzuteilen.

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Trickdiebstahl im Discounter: Mutter verfolgt Täter – Polizei nimmt 68-Jährigen fest

13 Mai 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

Nach einem mutmaßlichen Trickdiebstahl in einem Discounter an der Hauptstraße hat die Polizei am Montagnachmittag einen 68-jährigen Mann vorläufig festgenommen. Ein zweiter Tatverdächtiger konnte trotz Fahndung entkommen.

Eine 44-jährige Frau aus Hoffnungsthal war gegen 17 Uhr gemeinsam mit ihren beiden kleinen Kindern einkaufen, als sie an einem Regal von einem unbekannten Mann angesprochen wurde. Kurz darauf bemerkte ihre siebenjährige Tochter, dass ein weiterer Mann offenbar das Portemonnaie aus der Handtasche der Mutter entwendet hatte, die im Einkaufswagen lag.

Die Frau suchte daraufhin den Mann, der sie zuvor angesprochen hatte, und entdeckte ihn im Kassenbereich wieder. Dort sprach sie lautstark auf ihn ein und versperrte ihm mit einem Einkaufswagen den Weg. Nach Angaben der Polizei reagierte der Mann hektisch und wurde gegenüber der Frau handgreiflich, bevor er aus dem Geschäft flüchtete.

Währenddessen hatte die Geschädigte ihren Ehemann informiert. Dieser bemerkte auf einem Parkplatz an der Katharina-Zinnicken-Straße einen verdächtigen Wagen mit ausländischem Kennzeichen. Im Fahrzeug saß bereits ein Mann, während ein weiterer auf das Auto zulief. Der Ehemann verfolgte den Flüchtenden und hielt ihn kurzzeitig am Arm fest. Der Mann riss sich jedoch los und bedrohte ihn, sodass er entkommen konnte. Anschließend stieg der Verdächtige in den wartenden Pkw, der davonfuhr.

Die alarmierte Polizei leitete sofort eine Fahndung ein. Ein Beamter entdeckte das Fahrzeug kurze Zeit später in Forsbach und nahm die Verfolgung auf. Auf dem Höhenweg stoppte der Wagen schließlich. Ein Beifahrer flüchtete zu Fuß in Richtung Bensberger Straße, während der Fahrer ausstieg und auf den Polizisten zuging. Der Beamte forderte ihn auf, sich auf den Boden zu legen. Der Mann kam der Aufforderung nach und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 68-jährigen Mann ohne festen Wohnsitz. Er wurde ins Polizeigewahrsam nach Bergisch Gladbach gebracht.

Der flüchtige Tatverdächtige wird als etwa 50 Jahre alt und von kräftiger Statur beschrieben. Er trug einen schwarzen Vollbart sowie eine graue Mütze, dunkle Oberbekleidung und eine blaue Jeans.

Das gestohlene Portemonnaie der zweifachen Mutter wurde später im Discounter gefunden. Nach Polizeiangaben fehlte nichts, sodass die Frau ihr Eigentum vollständig zurückerhielt.

Die Polizei Rhein-Berg bittet Zeugen, die Hinweise auf den geflüchteten Mann geben können, sich beim Kriminalkommissariat 3 unter der Telefonnummer 02202 205-0 zu melden.

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Sparen hat Folgen – Wuchern hatte sie auch  —  BERGISCH GLADBACH  —  HAUSHALT 2026

Sparen hat Folgen – Wuchern hatte sie auch  —  BERGISCH GLADBACH  —  HAUSHALT 2026

13 Mai 2026 von Darian Lambert

Eine Erwiderung auf das Interview von Kämmerer Thore Eggert vom 12. Mai 2026

Von Frank Samirae, Vorsitzender der Ratsgruppe Bürgerpartei GL

Stadtkämmerer Thore Eggert mahnt im Bürgerportal, das Sparen werde Folgen haben. Das ist richtig. Was er verschweigt: Auch das Wuchern hatte Folgen – und zwar die, die er und seine Vorgänger jetzt durch Streichungen heilen sollen. Wer den Haushalt 2026 ehrlich diskutieren will, muss über beides reden.

Vier Millionen Euro müssen 2026 eingespart werden. 2027 sollen weitere fünf Millionen folgen. Eggert beschreibt die Umsetzung sachlich und differenziert. Daran ist nichts auszusetzen – die Verwaltung setzt um, was der Rat beschlossen hat. Problematisch ist nicht das Was, sondern das Wie der öffentlichen Kommunikation: Der Kämmerer beschreibt ausschließlich die Folgen der Streichung, nicht die Ursachen des Aufwuchses, der die Streichung überhaupt nötig macht. Das ist eine bequeme Diskursverschiebung.

Der „dauerhafte Konsolidierungsprozess“ ist eine Behauptung ohne Belege

Eggert sagt, Bergisch Gladbach befinde sich „seit Jahren in einem dauerhaften Konsolidierungsprozess“ und Aufgaben würden „immer wieder hinterfragt“. Eine im Auftrag der Ratsgruppe Bürgerpartei GL erstellte Strukturanalyse, die 13 Haushaltspläne der Stadt von 2014 bis 2026 mit Vergleichsdaten aus Paderborn, Siegen und Neuss prüft, kommt zu einem anderen Befund: Die Personalkosten der Stadt haben sich von 2014 bis 2026 nahezu verdoppelt – von 55,5 Millionen auf 110,8 Millionen Euro, ein Plus von 99,6 Prozent. In der Hauptphase 2017 bis 2022 wuchs der Stellenplan mit 5,36 Prozent pro Jahr – exakt innerhalb des Korridors, den der britische Historiker C. Northcote Parkinson 1957 für ungebremste Verwaltungsvermehrung empirisch ermittelt hat (5,17 bis 6,56 Prozent). Der Bertelsmann-Bundesschnitt für kommunale Personalmehrung im selben Zeitraum: 2,02 Prozent.

Wer in einer Phase mit dem 2,6-fachen des Bundesdurchschnitts wächst, befindet sich nicht in einem „Konsolidierungsprozess“. Er wächst. Die letzte schriftlich dokumentierte kritische Aufgabenprüfung der Stadt findet sich im Vorbericht zum Haushalt 2014, Seite 19. Seither: nichts mehr. Die Behauptung, Aufgaben würden „immer wieder hinterfragt“, ist eine Beschwörung, kein Befund.

Was Eggert nicht sagt: A16 plus 350 Prozent, A14 minus 28 Prozent

Im Eggert-Interview kommen die Worte „Hierarchiestruktur“, „Fachbereiche“ oder „Schnittstellen“ nicht vor. Genau dort liegt das Problem. Zwischen 2014 und 2026 sind die A16-Stellen – die teuersten leitenden Beamtenpositionen unterhalb der Beigeordneten – von 2 auf 9 gestiegen. Das ist ein Plus von 350 Prozent. Im selben Zeitraum ist die Zahl der A14-Stellen, also der mittleren Sachgebietsleitungen, von 16 auf 11,5 gefallen – minus 28 Prozent. Die Verwaltungsspitze hat sich also vervierfacht, während die operative mittlere Ebene geschrumpft ist. Genau dieses Muster hat Parkinson als ersten Triebmechanismus von Verwaltungswucherung beschrieben: Vorgesetzte vermehren Untergebene, nicht Konkurrenten.

Paderborn, eine Stadt mit 158.000 statt unserer 114.500 Einwohner und sogar stärkerem Bevölkerungswachstum, zeigt in denselben Daten ein völlig anderes Bild: A16 von 5 auf 6 (+20 Prozent), A14 von 14 auf 18 (+29 Prozent). Proportionales Wachstum auf allen Ebenen. Kein Top-Heavy-Effekt. Wachsen ist also nicht das Problem – wir haben ein Strukturproblem, das es in vergleichbaren NRW-Mittelstädten so nicht gibt.

Die Zahl der Reibungspunkte hat sich fast verdreifacht

Aus 8 Fachbereichen 2014 sind 10 Fachbereiche plus 3 Stabsstellen geworden. Die Zahl der möglichen bilateralen Schnittstellen zwischen Organisationseinheiten – nach der Standardformel n × (n–1) / 2 – ist damit von 28 auf 78 gestiegen, ein Plus von 179 Prozent. Jede dieser zusätzlichen Schnittstellen erzeugt nach der Theory of Constraints (Goldratt 1997, Kendall 2003) Koordinationsaufwand, Bad Multitasking, längere Bearbeitungszeiten. Paderborn arbeitet seit über zwölf Jahren mit unveränderten 5 Dezernaten – das sind 10 Schnittstellen, konstant. Wer sich fragt, warum in Bergisch Gladbach trotz wachsendem Apparat Vorgänge länger dauern als anderswo, findet hier eine quantitativ messbare Erklärung.

„Pflichtaufgaben“ ist die falsche Erklärung – die Daten zeigen es

Eggert verweist auf Pflichtaufgaben und Tarifsteigerungen. Beides existiert. Aber: Eine Treiber-Zerlegung der Personalkosten 2014–2024 zeigt, dass von dem jährlichen Anstieg von 5,72 Prozent nur 2,51 Prozent auf Tarif und Versorgung entfallen – das ist der unvermeidliche Sockel aus TVöD und Pensionsanpassungen, der in allen Vergleichsstädten zwischen 2,0 und 2,5 Prozent liegt. Die restlichen 3,21 Prozent sind purer Stellenaufwuchs. Pflichtaufgaben erklären den Sockel, nicht den darüberliegenden Mehraufwuchs. Das eine ist Schicksal, das andere ist Entscheidung.

Die Verwaltung wünscht sich konkrete Vorschläge – sie liegen vor

Eggert äußert den Wunsch, „häufiger konkrete Vorschläge“ zu hören, wo Ausgaben reduziert werden könnten. Diese Vorschläge liegen seit Wochen vor und folgen direkt aus der Strukturanalyse:

  • Plafond für A16-Spitzenposten – Rückführung auf den Stand 2018 bis 2030.
  • Zusammenlegung von Fachbereichen statt weiterer Aufsplitterung.
  • Befristung von Fachbereichsleitungen auf fünf Jahre.
  • Wiederbelebung der kritischen Aufgabenprüfung, wie sie 2014 zuletzt durchgeführt wurde.
  • Externe Personalprüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt NRW (gpaNRW) 2026/2027.
  • Begrenzung von Entscheidungsgremien auf unter 20 Mitglieder – die Empirie zeigt, dass Gremien jenseits dieser Größe signifikant ineffizient werden.

Keiner dieser Vorschläge taucht in Eggerts Pressestatement auf. Die Verwaltung diskutiert lieber den Streit über die kurzfristige Reparatur des Strundetalwegs als die strukturellen Ursachen eines verdoppelten Personalbudgets. Das ist nachvollziehbar – aber kein Ersatz für strukturelle Antworten.

Der 50-Millionen-Euro-Elefant im Raum

Eggert erwähnt am Rande, dass das geplante Haushaltsdefizit von rund 50 Millionen Euro durch die Vier-Millionen-Streichung „keine Auswirkungen“ erfährt. Das ist der eigentliche Befund des Interviews. Bergisch Gladbach hat ein strukturelles Defizit, das durch Plafond-Streichungen nicht ansatzweise erreicht wird. Wer dieses Defizit ernsthaft adressieren will, muss an die strukturellen Treiber – an A16-Inflation, Fachbereichs-Vervielfachung und Schnittstellen-Wachstum. Wer das nicht will, kürzt jedes Jahr weiter an Sachkosten, bis Soziales und Feuerwehr nicht mehr funktionieren. Das wird übrigens, wie Eggert zu Recht warnt, „Folgen haben“.

Was die Bürgerpartei vom Rat erwartet

Die Bürgerpartei GL hat den Haushaltsbeschlüssen vom März zugestimmt, weil sie der erste Eingriff seit Jahren waren, der den Stellenautomatismus bremst. Das war ein Anfang, kein Ende. Wir erwarten von der Verwaltung, dass sie zum nächsten Hauptausschuss eine Stellungnahme zu den oben genannten sechs Vorschlägen vorlegt. Wir erwarten von den anderen Fraktionen, dass sie zwischen rhetorischer Bedauerns-Geste („heute gibt es nur Verlierer“) und struktureller Reformbereitschaft endlich unterscheiden. Und wir erwarten von der Öffentlichkeit, dass sie sich die Frage stellt, warum eine Stadtverwaltung mit 1.528 Stellen für 114.500 Einwohner doppelt so viele A16-Posten braucht wie vor zwölf Jahren.

Sparen hat Folgen, sagt der Kämmerer. Das stimmt.

Vier Millionen zu streichen tut weh. Hundert Millionen unkontrolliert wachsen zu lassen, hätte schon vor zehn Jahren wehtun müssen.

Datenbasis und Methodik

Sämtliche Zahlen entstammen einer auf Veranlassung der Ratsgruppe Bürgerpartei GL erstellten Strukturanalyse Bergisch Gladbach / Paderborn / Siegen / Neuss 2014–2026 (Version 3.0, Mai 2026). Datenbasis: 13 Haushaltspläne der Stadt Bergisch Gladbach inkl. Nachtragshaushalt 2025, Stellenpläne Paderborn 2006–2026, Personal- und Organisationsbericht Paderborn 2025, Dezernatsverteilungspläne 2013 und 2025, Beteiligungsberichte und ZEG/IPGL-Wirtschaftspläne. Theoretischer Rahmen: Parkinson 1957; Klimek/Hanel/Thurner, SFI WP 2008-12-055; Goldratt, Critical Chain 1997; Kendall, Project Portfolio Management 2003/2004; Bertelsmann Finanzreport 2025.

Bias-Hinweis: Der Verfasser ist Vorsitzender der Ratsgruppe Bürgerpartei GL im Stadtrat Bergisch Gladbach und hat ein politisches Interesse an Strukturkritik. Die Analyse stützt sich ausschließlich auf Primärdaten der jeweiligen Stadtverwaltungen und ist auf Anfrage einsehbar.

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2026-04-02 Tunnel Gohrsmühle

Wartungsarbeiten im Tunnel Gohrsmühle: Sperrung Anfang April

02 April 2026 von Felix Morgenstern

(Foto: Stadt Bergisch Gladbach)

In Bergisch Gladbach kommt es in der kommenden Woche zu Verkehrsbehinderungen: Aufgrund von Wartungsarbeiten an sicherheitstechnischen Anlagen wird der Tunnel An der Gohrsmühle/Jakobstraße zeitweise gesperrt.

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, ist der Tunnel von Dienstag, 7. April, ab 7 Uhr bis Mittwoch, 8. April, um 16 Uhr in Fahrtrichtung Jakobstraße nicht befahrbar. Der Verkehr in Richtung Gohrsmühle bleibt hingegen durchgehend möglich.

Um die Einschränkungen möglichst gering zu halten, wird der Verkehr stadtauswärts unterschiedlich geführt: Am ersten Tag erfolgt eine Umleitung über die Gegenfahrbahn, am zweiten Tag bleibt der Verkehr auf der regulären Spur. Somit ist jeweils nur eine Fahrtrichtung von den Maßnahmen betroffen.

Für Autofahrerinnen und Autofahrer, die in Richtung Jakobstraße unterwegs sind, wird eine Umleitung eingerichtet. Diese führt über den Bahnübergang an der Tannenbergstraße und wird entsprechend ausgeschildert.

Die Stadt bittet alle Verkehrsteilnehmenden um Verständnis für die notwendigen Arbeiten, die der Sicherheit im Tunnel dienen.

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ChatGPT Image 1. Apr. 2026, 11_30_52

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Bunte Warnsignale gegen Taschendiebe in Bergisch Gladbach

01 April 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

In der Innenstadt von Bergisch Gladbach sorgt derzeit eine ungewöhnliche Aktion für Aufmerksamkeit: Leuchtende Symbole auf dem Boden der Fußgängerzone sollen Passanten für die Gefahr von Taschendiebstahl sensibilisieren – und entwickeln sich dabei zum echten Hingucker und Gesprächsthema.

Seit Dienstag hat die Kriminalprävention der Polizei Rhein-Berg an rund 20 Stellen farbige Warnhinweise aufgesprüht. Die auffälligen Symbole zeigen ein Warndreieck in Signalfarben und machen auf die Risiken aufmerksam, die insbesondere in belebten Einkaufsbereichen bestehen. Gerade mit Blick auf das bevorstehende Ostergeschäft sind derzeit besonders viele Menschen in der Innenstadt unterwegs.

Zwar ist die Zahl der Taschendiebstähle im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, aus Sicht der Polizei bleibt die Entwicklung jedoch weiterhin unbefriedigend. Umso wichtiger sei es, die Bevölkerung aktiv zu informieren und zu sensibilisieren.

Die Aktion zeigt bereits Wirkung. Während der Sprüharbeiten kamen die Einsatzkräfte mit zahlreichen Passanten ins Gespräch. Viele äußerten sich positiv über die Maßnahme. Ein Besucher aus Kürten-Biesfeld lobte, dass die Aktion sofort für mehr Aufmerksamkeit sorge. Auch andere Bürgerinnen und Bürger betonten, dass die auffälligen Symbole sie direkt zum Nachdenken gebracht hätten – gerade weil Taschendiebstahl im Alltag oft unterschätzt werde.

Auch aus Sicht der Polizei ist die Resonanz ein Erfolg. Stefan Lurz, Leiter des Kriminalkommissariats für Prävention und Opferschutz, zeigte sich zufrieden: Ziel sei es gewesen, Menschen unmittelbar zu erreichen und ins Gespräch zu kommen – genau das sei gelungen. Die vielen Rückmeldungen und spontanen Beratungsgespräche vor Ort unterstreichen demnach den Nutzen solcher niedrigschwelligen Präventionsmaßnahmen.

Die bunten Warnhinweise werden allerdings kein dauerhaftes Stadtbild prägen. Durch Witterungseinflüsse werden sie in den kommenden Tagen nach und nach verblassen. Für einen kurzen Zeitraum aber setzen sie ein deutlich sichtbares Zeichen – und erinnern daran, im Gedränge der Innenstadt besonders achtsam zu sein.

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ChatGPT Image 30. März 2026, 14_01_42

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E-Scooter-Diebstahl eskaliert: Täter bedroht Hausbewohner mit Waffe

30 März 2026 von Felix Morgenstern

(Symbolbild)

Bergisch Gladbach. Ein versuchter Diebstahl eines E-Scooters ist am späten Freitagabend im Stadtteil Bensberg dramatisch eskaliert. Ein 34-jähriger Mann aus Leverkusen soll den Besitzer des Rollers mit einer Waffe bedroht haben, nachdem dieser ihn auf frischer Tat ertappt hatte.

Nach Angaben der Polizei wurde gegen 23:30 Uhr ein Anwohner der Straße Burggraben durch verdächtige Geräusche aus seinem Hinterhof aufgeschreckt. Als er aus dem Fenster blickte, bemerkte er einen Unbekannten, der gerade dabei war, seinen E-Scooter aus einer Gartenlaube zu entwenden. Der Hausbewohner sprach den Mann sofort an, woraufhin dieser den Roller fallen ließ und die Flucht ergriff.

Der Geschädigte nahm die Verfolgung auf und konnte den mutmaßlichen Dieb wenig später einholen. Es kam zu einem Gerangel, bei dem der Bewohner leicht verletzt wurde. Der Täter konnte sich jedoch losreißen und erneut flüchten.

In der Folge eskalierte die Situation: Um seinen Verfolger abzuschütteln, zog der Mann plötzlich eine Schusswaffe und richtete sie auf den Hausbewohner. Dieser brach daraufhin die Verfolgung ab, während der Täter in Richtung Schloss Bensberg flüchtete.

Die alarmierte Polizei leitete umgehend eine Fahndung ein. Kurz darauf konnten Beamte an einer Bushaltestelle im Bereich Wipperfürther Straße / Kardinal-Schulte-Straße einen Verdächtigen stellen, auf den die Beschreibung des Opfers zutraf. In unmittelbarer Nähe fanden die Einsatzkräfte zudem eine sogenannte PTB-Waffe.

Der 34-jährige Tatverdächtige wurde vorläufig festgenommen und zur Polizeiwache gebracht. Aufgrund gesundheitlicher Beschwerden kam er anschließend in ein Krankenhaus. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen Diebstahls mit Waffen und Körperverletzung ermittelt.

Die Polizei prüft derzeit die genauen Hintergründe der Tat.

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