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Rückzug der Beschlussvorlage für Flüchtlingsunterkunft sorgt für Diskussionen

Rückzug der Beschlussvorlage für Flüchtlingsunterkunft sorgt für Diskussionen

10 Dezember 2024 von Darian Lambert

Die geplante Errichtung einer neuen Flüchtlingsunterkunft auf dem Sportplatz an der Paffrather Straße sorgte im Stadtrat am Dienstag für hitzige Debatten. Die von der Verwaltung vorgelegte Beschlussvorlage wurde schließlich vom Bürgermeister Frank Stein überraschend zurückgezogen. Hintergrund dieser Entscheidung war die Einschätzung des Bürgermeisters, dass die Abstimmung voraussichtlich eine Niederlage für die Verwaltung bedeutet hätte.

Containerdorf statt Sportplatz? – Bürgermeister Stein sucht Ausweg

Umstrittene Planungen

Die Vorlage sah vor, auf dem alten Ascheplatz an der Paffrather Straße eine dauerhafte Unterkunft in Modulbauweise für rund 240 Geflüchtete zu errichten. Diese Maßnahme, die mit Investitionskosten von rund 14 Millionen Euro veranschlagt wurde, war als Reaktion auf die zunehmende Notwendigkeit neuer Unterbringungsmöglichkeiten gedacht. Laut der Verwaltung stehen die Kapazitäten der Stadt bereits kurz vor der Ausschöpfung, und ohne neue Unterkünfte droht mittelfristig die Belegung von Turnhallen.

Doch die Pläne stießen auf Widerstand, sowohl bei den Ratsmitgliedern als auch in Teilen der Öffentlichkeit. Kritiker monierten die hohen Kosten, die langfristige Nutzung des Grundstücks und die Auswirkungen auf den lokalen Sport, da der Ascheplatz derzeit als Parkplatz von Vereinen und Veranstaltern genutzt wird.

Bürgermeister fürchtet Niederlage

Bürgermeister Frank Stein erklärte, dass er sich aufgrund der kontroversen Diskussionen im Vorfeld und offenbar der fehlenden Mehrheit im Rat gezwungen sah, die Vorlage zurückzuziehen.

Konsequenzen und Ausblick

Der Rückzug der Vorlage bedeutet jedoch nicht, dass der Bedarf an Unterkünften weniger drängend ist. Nach Angaben der Verwaltung könnten bis Jahresende alle derzeit verfügbaren Plätze belegt sein. Zudem läuft die Nutzung einiger Mietobjekte Ende 2025 aus, was einen weiteren Verlust von über 120 Unterbringungsplätzen zur Folge hätte.

Der Bürgermeister kündigte an, die Verwaltung werde noch alternative Lösungen prüfen und mögliche Anpassungen an der Planung vornehmen.

Hintergrund

Die Stadt Bergisch Gladbach sieht sich einer steigenden Zahl an Geflüchteten gegenüber, die sie gemäß gesetzlicher Vorgaben aufnehmen muss. Die geplante Unterkunft sollte nicht nur der unmittelbaren Entlastung dienen, sondern auch eine nachhaltige Lösung für die Zukunft darstellen, mit der Möglichkeit, die Gebäude später für andere Zwecke zu nutzen.

Die Diskussion wird in den kommenden Wochen sicherlich weitergehen, während die Verwaltung an einem neuen Vorschlag arbeitet. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten nun ein überarbeitetes Modell, das sowohl die sozialen als auch die finanziellen Bedenken berücksichtigt.

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Neuer Förderschulstandort in Wermelskirchen: Entlastung und Perspektiven für Schüler ab 2025

10 Dezember 2024 von Felix Morgenstern

Ab dem Schuljahr 2025/26 wird Wermelskirchen einen neuen Standort für die Förderschule für geistige Entwicklung bieten. Das Gebäude im Gewerbegebiet an der Burger Straße soll zunächst als Interimsstandort für zehn Jahre angemietet werden und bis zu 100 Schülerinnen und Schüler aufnehmen. Ziel ist es, die bestehenden Förderschulen im Rheinisch-Bergischen Kreis zu entlasten, die in den letzten Jahren steigende Schülerzahlen verzeichnet haben.

Zukunftssichere Lösung für den Kreis

„Mit diesem Standort schaffen wir ein sicheres Lernumfeld für unsere Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedarfen und stellen die Zukunftsfähigkeit unserer Förderschulen sicher“, erklärt Aggi Thieme, Schuldezernentin des Rheinisch-Bergischen Kreises. Landrat Stephan Santelmann betont die Bedeutung dieses Schrittes: „Wir sichern nicht nur die Bildungsqualität, sondern stärken den Kreis auch als attraktiven Bildungsstandort.“

Die Stadt Wermelskirchen hat den Rheinisch-Bergischen Kreis bei der Standortsuche aktiv unterstützt. Bürgermeisterin Marion Holthaus vermittelte die Immobilie, die durch ihre Größe und Ausstattung für den Schulbetrieb ideal ist. „Die kooperative Zusammenarbeit aller Beteiligten war ein entscheidender Faktor für den Erfolg dieses Projekts“, so Santelmann.

Optimal ausgestattete Räumlichkeiten

Das neue Schulgebäude bietet große Klassenräume sowie Differenzierungs- und Fachräume, die speziell auf die Bedürfnisse der Schüler abgestimmt sind. Gleichzeitig können die bisherigen Förderschulen durch die Entlastung ihre Räumlichkeiten wieder vollständig in ihrer ursprünglichen Funktion nutzen.

Um die Immobilie bis zum Schulstart 2025/26 optimal vorzubereiten, arbeitet der Kreis eng mit der Schulaufsicht, der Stadt Wermelskirchen, den Eigentümern und den Schulleitungen zusammen. „Der Eigentümer wird das Gebäude zeitnah nach unseren Anforderungen ertüchtigen“, erklärt Thieme. Parallel dazu sollen Eltern und Schüler in den Prozess eingebunden werden, um den Übergang reibungslos zu gestalten.

Schulentwicklungsplan in Arbeit

Der neue Standort ist Teil einer umfassenderen Planung zur Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit der Förderschullandschaft im Rheinisch-Bergischen Kreis. Aktuell wird ein Schulentwicklungsplan erstellt, der Schülerzahlen, bestehende Schulstandorte und zukünftige Anforderungen analysiert. Die Ergebnisse sollen Handlungsempfehlungen für die weitere Entwicklung der Schullandschaft liefern und auch die langfristige Planung für den Standort in Wermelskirchen berücksichtigen.

Mit dem neuen Standort setzt der Rheinisch-Bergische Kreis ein wichtiges Zeichen für Inklusion und Bildungsgerechtigkeit und schafft gleichzeitig dringend benötigte Kapazitäten für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen.

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A woman raises her hand in a stop gesture, with her focused features suggesting personal boundaries or a privacy message

Projekt „Edelgard schützt“ erhält Rheinlandtaler für Einsatz gegen Gewalt an Frauen

09 Dezember 2024 von Felix Morgenstern

Das Kölner Projekt „Edelgard schützt“ wurde für sein Engagement zur Sicherheit von Frauen und Mädchen mit dem Rheinlandtaler 2024 ausgezeichnet. Die Initiative, die nach den Übergriffen in der Silvesternacht 2015 ins Leben gerufen wurde, erhielt die Ehrung, die mit 1.000 Euro dotiert ist, für ihren Einsatz, Schutz und Unterstützung für Betroffene sexualisierter Gewalt bereitzustellen.

Schutzorte und mobile Hilfe

„Edelgard schützt“ bietet Frauen und Mädchen in unangenehmen oder bedrohlichen Situationen Schutz und Unterstützung. Über 200 Cafés, Geschäfte, Bars und Clubs in Köln haben sich dem Projekt angeschlossen und fungieren als Schutzorte. Diese sind auf einer interaktiven Stadtkarte verzeichnet und durch Sticker in Schaufenstern leicht erkennbar.

Während Großveranstaltungen wie dem Straßenkarneval ist das „Edelgard-mobil“ im Einsatz – ein Bus, der als mobile Anlaufstelle dient und Betroffenen in akuten Situationen Schutz und Hilfe bietet.

Finanzielle Unsicherheit trotz Anerkennung

Trotz der Ehrung steht die Zukunft des Projekts auf unsicheren Beinen. Die Finanzierung für 2025 ist bislang unklar, und die Stadt Köln hat bisher nur 40.000 Euro zugesagt – zu wenig, um die neu gegründete Koordinierungsstelle weiterzuführen. Diese ist jedoch zentral für die Organisation von Helferinnen und Helfern sowie die Professionalisierung des Projekts. Eine Entscheidung über den städtischen Haushalt und damit über die Zukunft von „Edelgard schützt“ wird erst im Februar 2025 erwartet.

Systemischer Handlungsbedarf im Gewaltschutz

Nicht nur „Edelgard schützt“ kämpft mit finanziellen Engpässen. Frauenhäuser und Beratungsstellen bundesweit sind ebenfalls unterfinanziert. Familienministerin Lisa Paus plant ein Gewaltschutzgesetz, das den Schutz von Frauen und Mädchen verbessern und die Finanzierung von Einrichtungen wie Frauenhäusern sicherstellen soll.

„Das Gewalthilfegesetz könnte unsere Arbeit enorm erleichtern“, betont Suna Tanis von der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser NRW. Sie hofft, dass das Gesetz verabschiedet wird, um dringend benötigte finanzielle Mittel bereitzustellen. Der Gesetzesentwurf steht jedoch auf der Kippe, da die Bundesregierung für seine Verabschiedung auf Unterstützung aus der Opposition angewiesen ist.

Ein starkes Zeichen für Betroffene

Die Verleihung des Rheinlandtalers setzt ein wichtiges Zeichen für die Bedeutung von Projekten wie „Edelgard schützt“. Sie zeigen, wie zivilgesellschaftliches Engagement Frauen und Mädchen in Notsituationen zur Seite stehen kann – und wie dringend langfristige Unterstützung durch gesicherte finanzielle Mittel benötigt wird.

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Fronleichnam, Messe vor dem Kölner Dom

Erfolg für Kardinal Woelki im Rechtsstreit gegen Boulevardzeitung

09 Dezember 2024 von Felix Morgenstern

Kardinal Rainer Maria Woelki hat im Streit gegen die Bild-Zeitung erneut vor Gericht gesiegt. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln untersagte der Zeitung, weiter zu behaupten, der Kardinal habe Missbrauchsvorwürfe absichtlich geheim gehalten. Mit dem Urteil ist der Rechtsstreit rechtskräftig beendet.

Hintergrund des Verfahrens

Der Fall dreht sich um Vorwürfe gegen den ehemaligen Sternsinger-Präsidenten Winfried Pilz, der 2019 verstorben ist. Laut Bild-Bericht vom Juli 2022 habe Woelki seit seinem Amtsantritt 2014 bewusst Informationen über Pilz zurückgehalten und damit gegen seine Dienstpflichten verstoßen. Diese Behauptung konnte das Blatt jedoch nicht belegen.

Kardinal Woelki erklärte unter Eid, er habe sich erst im Juni 2022 intensiv mit den Vorwürfen beschäftigt. Vor Woelkis Amtszeit hatte bereits sein Vorgänger, Kardinal Meisner, versäumt, das Bistum Dresden-Meißen über die Vorwürfe gegen Pilz zu informieren. Pilz hatte seinen Ruhestand in diesem Bistum verbracht.

Gericht: Behauptungen unbelegt

Das OLG urteilte, dass die Formulierung der Bild-Zeitung eine verdeckte Behauptung darstellt, für die es keine Beweise gibt. Bereits in erster Instanz hatte das Landgericht Köln die Vorwürfe der Zeitung als unbelegt zurückgewiesen.

Rechtskräftiges Urteil ohne Revision

Mit dem Urteil des Oberlandesgerichts ist der Fall endgültig abgeschlossen. Da der Streitwert bei 20.000 Euro liegt, ist eine Revision vor dem Bundesgerichtshof nicht möglich. Der Sieg vor Gericht stärkt die Position Woelkis in einem ohnehin belasteten Umfeld von Vorwürfen und öffentlicher Kritik.

Der Fall unterstreicht die Bedeutung sorgfältiger Recherche und klarer Beweislage in der Berichterstattung über sensible Themen wie den Umgang mit Missbrauchsvorwürfen in kirchlichen Institutionen.

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Wohnraumschutzsatzung in Bergisch Gladbach – Guter Ansatz mit Tücken?

Wohnraumschutzsatzung in Bergisch Gladbach – Guter Ansatz mit Tücken?

09 Dezember 2024 von Darian Lambert

Die Stadt Bergisch Gladbach plant die Einführung einer Wohnraumschutzsatzung, die den Wohnungsmarkt schützen und die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen erschweren soll. Nach jahrelangem Anstieg der Kurzzeitvermietungen und wachsendem Druck auf den Wohnungsmarkt soll diese Satzung im Februar 2025 verabschiedet werden. Doch wie effektiv kann diese Maßnahme tatsächlich sein, und welche Nebenwirkungen könnten auftreten?

Ein angespannter Wohnungsmarkt

Bergisch Gladbach wurde bereits 2022 als Stadt mit einem „angespannten Wohnungsmarkt“ eingestuft. Der Bedarf an preiswerten Wohnungen übersteigt das Angebot deutlich, was durch das Handlungskonzept Wohnen der Stadt untermauert wird. Die geplante Satzung soll nun Wohnraum vor Zweckentfremdung schützen, indem unter anderem Kurzzeitvermietungen auf maximal 90 Tage pro Jahr beschränkt und gewerbliche Nutzungen erschwert werden. Angesichts von rund 192 Kurzzeitvermietungen im Stadtgebiet scheint dies ein Schritt in die richtige Richtung zu sein.

Wirksamer Schutz oder Symbolpolitik?

Trotz der guten Absicht bleibt fraglich, ob die Wohnraumschutzsatzung die angestrebte Wirkung entfalten kann. Laut städtischen Daten hat sich die Zahl der Anträge zur Nutzungsänderung von Wohnraum für gewerbliche Zwecke oder Ferienwohnungen in den letzten Jahren zwar erhöht, doch handelt es sich immer noch um eine überschaubare Anzahl. Ein entscheidender Punkt ist die Durchsetzung: Wird die Stadt ausreichend Kapazitäten haben, um Verstöße konsequent zu ahnden?

Potenzielle Nebenwirkungen

Die Satzung könnte jedoch auch unerwünschte Nebeneffekte haben. Eigentümer könnten sich beispielsweise aus Angst vor regulatorischen Hürden entscheiden, leerstehenden Wohnraum nicht zu vermieten, was den ohnehin angespannten Markt weiter verschärfen könnte. Auch die Belastung kleinerer Vermieter, die auf Zusatzeinnahmen aus Kurzzeitvermietungen angewiesen sind, sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Satzung nicht die Lösung

Die Wohnraumschutzsatzung ist ein verzweifelter Versuch, dem angespannten Wohnungsmarkt entgegenzuwirken, aber sie allein wird die Probleme nicht lösen. Langfristig bleibt die Stadt gefordert, zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – sei es durch Neubauprojekte, die Förderung von Genossenschaften oder andere innovative Ansätze. Ohne diese ergänzenden Maßnahmen könnte die Satzung am Ende nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Außerdem schadet die Satzung langfristig der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.

Ob die geplanten Regelungen tatsächlich zum gewünschten Erfolg führen oder lediglich neuen bürokratischen Aufwand schaffen, wird sich erst nach ihrer Einführung zeigen. Klar ist jedoch: Der Wohnungsmarkt in Bergisch Gladbach braucht dringend eine nachhaltige und umfassende Lösung.

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Eine deutsche Steuererklärung für Einkommensteuer wird ausgefüllt.

Änderungen bei Steuer- und Gebührenbescheiden 2025 in Bergisch Gladbach

03 Dezember 2024 von Felix Morgenstern

Die Stadt Bergisch Gladbach informiert über wichtige Änderungen bei den Steuer- und Gebührenbescheiden für das Jahr 2025. Aufgrund der Umsetzung der Grundsteuerreform werden Grundsteuer und Gebühren für Abfallbeseitigung sowie Straßenreinigung getrennt festgesetzt. Dies hat Auswirkungen auf den Versand der Bescheide und die Fälligkeitstermine.

Getrennter Versand von Grundsteuer und Gebühren

Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken und Wohnungen erhalten Anfang des Jahres wie gewohnt die Bescheide für Abfall- und Straßenreinigungsgebühren. Die Fälligkeitstermine bleiben unverändert und sind am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November.

Der Versand der Grundsteuerbescheide für 2025 verzögert sich jedoch. Die Stadt kann derzeit nicht genau abschätzen, wann die Bescheide zugestellt werden, da umfangreiche Vorarbeiten und Prüfungen im Rahmen der Grundsteuerreform erforderlich sind. Nach aktuellem Stand ist geplant, die Bescheide im Frühjahr 2025 zu versenden. Die Stadt empfiehlt den Eigentümerinnen und Eigentümern, sich regelmäßig auf der Homepage www.bergischgladbach.de/kommunalsteuern.aspx zu informieren.

Keine neuen Bescheide für Hundesteuer, Gewerbesteuer und Zweitwohnungsteuer

Bereits seit 2023 werden keine jährlichen Steuerbescheide für die Hundesteuer, Gewerbesteuer und Zweitwohnungsteuer mehr verschickt. Die Abteilung Kommunalsteuern hat auf Dauerbescheide umgestellt, um Kosten und Ressourcen zu sparen. Steuerpflichtige erhalten nur dann neue Bescheide, wenn sich Änderungen ergeben, etwa bei der Abmeldung eines Hundes oder bei Änderungen in der Anzahl der Hunde.

Hundesteuer:

  • Die aktuelle Hundesteuersatzung ist seit dem 1. Januar 2023 gültig.
  • Die Hundesteuer wird in zwei Raten fällig: am 1. März und am 1. September.
  • Der Dauerbescheid bleibt gültig, solange sich keine steuerrelevanten Änderungen ergeben.

Formulare für Hundeanmeldung, Hundeabmeldung und SEPA-Mandate können unter www.bergischgladbach.de/kommunalsteuern.aspx abgerufen werden.

Gewerbesteuer und Zweitwohnungsteuer:

  • Gewerbesteuer: Fälligkeiten am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November.
  • Zweitwohnungsteuer: Fälligkeiten am 1. April und 1. Oktober.
  • Auch hier werden 2025 keine neuen Bescheide verschickt, sofern sich keine Änderungen ergeben.

Stadt setzt auf Nachhaltigkeit und Effizienz

Mit der Umstellung auf Dauerbescheide und dem Verzicht auf jährliche Bescheide verfolgt die Stadt das Ziel, Papier- und Portokosten zu sparen sowie den Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, bei Fragen oder Änderungen direkt Kontakt mit der Abteilung Kommunalsteuern aufzunehmen.

Kontakt und weitere Informationen

Für weitere Informationen oder bei Unklarheiten stehen die Mitarbeitenden der Abteilung Kommunalsteuern zur Verfügung. Aktuelle Hinweise und Formulare finden Interessierte auf der städtischen Website unter www.bergischgladbach.de/kommunalsteuern.aspx.

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Bündnisdialog 2024: Rhein-Berg setzt Impulse für familienfreundliche Strukturen

30 November 2024 von Felix Morgenstern

Wie lässt sich der Alltag für Familien besser gestalten? Diese Frage stand im Zentrum des Bündnisdialogs 2024, der kürzlich im Palais der Kulturbrauerei in Berlin stattfand. Michelle Euteneuer, Koordinatorin des Bündnisses für Familie Rhein-Berg, vertrat den Rheinisch-Bergischen Kreis bei diesem bedeutenden Austausch, der von Bundesfamilienministerin Lisa Paus eröffnet wurde.

Austausch mit Bundesministerin und Experten

Die Veranstaltung bot lokalen Bündnissen aus ganz Deutschland die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit der Bundesfamilienministerin zu teilen. Lisa Paus zeigte sich beeindruckt von den kreativen und praxisnahen Ansätzen, die die Bündnisse zur Unterstützung von Familien entwickeln. Dr. Silke Borgstedt, Geschäftsführerin des Markt- und Sozialforschungsinstituts Sinus, beleuchtete in ihrem Vortrag zukünftige Wünsche und Bedürfnisse von Familien. Dabei ging es unter anderem um Themen wie Zeitautonomie in herausfordernden Lebensphasen, die Förderung aktiver Vaterschaft in Unternehmen und die Weiterentwicklung der Kinderbetreuung.

Positive Bilanz für Rhein-Berg

Michelle Euteneuer betont die Bedeutung des Dialogs: „Der Austausch war inspirierend und zeigt, dass wir mit unseren Projekten in Rhein-Berg bereits auf dem richtigen Weg sind.“ Viele der im Bündnisdialog diskutierten Ideen, etwa die Unterstützung aktiver Vaterschaft oder die bedarfsgerechte Kinderbetreuung, seien im Rheinisch-Bergischen Kreis bereits in der Umsetzung oder Planung.

Das Bündnis für Familie Rhein-Berg

Seit seiner Gründung im Jahr 2019 bringt das Bündnis Partner aus Verwaltung, Wirtschaft und Wohlfahrt zusammen. Ziel ist es, innovative Ansätze zu entwickeln, um Familien zu unterstützen und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Durch Vernetzung und Kooperation entstehen Projekte, die direkt auf die Bedürfnisse von Familien eingehen. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.familie-rhein-berg.de.

Mit seiner Teilnahme am Bündnisdialog setzt das Bündnis für Familie Rhein-Berg ein klares Zeichen: Familienfreundliche Strukturen sind ein zentraler Baustein für eine lebenswerte Zukunft im Kreis – und das Bündnis bleibt engagiert, diesen Weg weiterzugehen.

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Abschied eines „Urgesteins“: Ingelore Zollondz verlässt den Rheinisch-Bergischen Kreis nach über 52 Jahren

30 November 2024 von Felix Morgenstern

Nach mehr als einem halben Jahrhundert im Dienst des Rheinisch-Bergischen Kreises verabschiedet sich Ingelore Zollondz, liebevoll „Inge“ genannt, in den Ruhestand. Zum 30. November 2024 verlässt die 67-Jährige, die als Büroassistenz eine Institution in der Kreisverwaltung war, das Team des Landrats und der Pressestelle. Mit ihrer unverwechselbaren Art, ihrem großen Herzen und enormen Wissensschatz hinterlässt sie eine bleibende Lücke.

Ein Leben für den Kreis

Mit gerade einmal 15 Jahren begann Zollondz ihre Ausbildung beim Kreis. Sie erinnert sich an ihre Anfänge, die geprägt waren von mechanischen Schreibmaschinen und Stenografie-Kursen: „Damals war alles noch analog, von der Schreibmaschine bis zum Pressespiegel.“ Die Digitalisierung begleitete sie über die Jahrzehnte hinweg – von den ersten PCs bis hin zur nahezu papierlosen Arbeit.

Nach einer kurzen, weniger erfüllenden Phase bei der Stadt Köln kehrte sie 1979 wieder zurück zum Kreis: „Das Wir-Gefühl, die Zusammengehörigkeit und die netten Kolleginnen und Kollegen haben den Kreis immer besonders gemacht.“ Mit ihrer Rückkehr begann eine abwechslungsreiche Zeit, in der sie durch ihre Arbeit im Büro des Landrats und bei der Pressestelle tiefe Einblicke in die Organisation erhielt.

Eine beeindruckende Karriere

Ihre Tätigkeit führte sie durch viele Abteilungen, darunter das Straßenverkehrsamt und zuletzt das Vorzimmer des Landrats. Sie war bei zahlreichen Veranstaltungen und Ehrungen dabei und erlebte, wie sich der Kreis veränderte: „Früher kannte ich fast jeden hier – und ich selbst war bekannt wie ein bunter Hund.“

Trotz des Trubels und der Herausforderungen, die ihre Arbeit mit sich brachte, behielt sie stets den Überblick. Sie betonte, dass die abwechslungsreichen Aufgaben und das gute Arbeitsklima nie Langeweile aufkommen ließen: „Wenn ich mich wieder entscheiden könnte, würde ich jederzeit wieder beim Kreis anfangen.“

Neue Freiheit nach dem 1. Dezember

Auf ihre Pensionierung blickt Zollondz mit gemischten Gefühlen: „Es ist schon komisch, nach so langer Zeit aufzuhören.“ Dennoch freut sie sich auf die freie Zeiteinteilung, den nächsten Urlaub und entspanntes Ausschlafen an verschneiten Wintertagen. Auch das erste Rentnertreffen hat sie fest eingeplant: „Ich werde den Kreis und die Kolleginnen und Kollegen zwar vermissen, aber ich freue mich auch auf die neue Lebensphase.“

Mit Ingelore Zollondz geht nicht nur eine langjährige Mitarbeiterin, sondern auch eine Persönlichkeit, die das Leben in der Kreisverwaltung über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt hat.

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Fiasko der Kinderbetreuungspolitik – Grüne und SPD versagen in Bergisch Gladbach

Fiasko der Kinderbetreuungspolitik – Grüne und SPD versagen in Bergisch Gladbach

27 November 2024 von Darian Lambert

In der Kinderbetreuungspolitik zeigt sich einmal mehr: Die grün-rote Koalition in Bergisch Gladbach hat auf ganzer Linie versagt. Die aktuellen Zahlen zum Stand der Kindertagesbetreuung, veröffentlicht von der Stadtverwaltung, zeichnen ein düsteres Bild über die Situation vor Ort. Trotz eines leichten Vorsprungs in einigen Statistiken gegenüber dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt, bleibt der Ausbau von Kitaplätzen in Bergisch Gladbach unzureichend – und das in einer Zeit, in der Familien dringender denn je auf verlässliche Betreuungsangebote angewiesen sind.

Unzureichende U3-Betreuung trotz Schönfärberei

Mit einer Betreuungsquote von 35,81 % im U3-Bereich liegt Bergisch Gladbach knapp über dem NRW-Schnitt von 32,2 %. Doch diese marginalen Unterschiede sind nichts anderes als Augenwischerei. Von 2.767 anspruchsberechtigten Kindern werden gerade einmal 991 tatsächlich betreut. Selbst innerhalb des Rheinisch-Bergischen Kreises steht die Stadt schlecht da, wo die Quote geringfügig besser bei 34,5 % liegt. Diese Zahlen mögen auf den ersten Blick akzeptabel erscheinen, sind jedoch in keiner Weise ausreichend, um dem steigenden Bedarf der Familien gerecht zu werden.

Ü3-Betreuung: Ein trügerisches Bild

Auch im Bereich der über 3-Jährigen täuschen die Zahlen über die Realität hinweg. Eine Betreuungsquote von 90,24 % mag auf den ersten Blick solide erscheinen, liegt aber kaum über dem landesweiten Schnitt von 90 %. Die Stadtverwaltung lobt sich selbst für diese Zahlen, vergisst dabei jedoch, dass diese Marginalie kein Grund zur Selbstzufriedenheit ist, sondern vielmehr ein Alarmsignal für die völlige Stagnation des Ausbaus.

Kindertagespflege: Flexibilität ohne Substanz

Die Kindertagespflege, die oft als Alternative zu den Kita-Plätzen propagiert wird, zeigt in der Praxis ebenfalls deutliche Schwächen. Mit nur 366 betreuten Kindern ist der Beitrag dieser Einrichtungen zur Entlastung der Betreuungskrise marginal. Dass nur 34,15 % der Tagespflegepersonen über eine pädagogische Ausbildung verfügen, wirft zudem ernste Fragen zur Qualität der Betreuung auf.

Kita-Plätze: Eine verfehlte Planung

Mit 69 öffentlich geförderten Kitas und einer einzigen privaten Einrichtung wirkt die Trägerlandschaft in Bergisch Gladbach auf den ersten Blick vielfältig. Doch hinter dieser Vielfalt verbirgt sich ein gravierender Mangel an Plätzen und langfristiger Planung. Die gesetzlich gedeckelte Schaffung von 45-Stunden-Plätzen und die unzureichende Berücksichtigung steigender Geburtenzahlen lassen keinen Raum für Optimismus. Elterninitiativen und kleinere Träger kämpfen um jeden Platz, während die großen Wohlfahrtsverbände ineffizient agieren.

Ein Fazit, das nichts schönredet

Die aktuelle Mitteilungsvorlage für den Jugendhilfeausschuss der Stadt fasst am Ende zusammen, dass die Kinderbetreuungssituation in Bergisch Gladbach „gemessen an den NRW-weiten Daten als gut zu bezeichnen“ sei. Doch diese Aussage ist bestenfalls beschönigend und schlimmstenfalls fahrlässig. Es wird anerkannt, dass der Ausbau weiter vorangetrieben werden muss, doch konkrete Maßnahmen bleiben aus. Die SPD und Grünen, die die Verantwortung für diese missliche Lage tragen, haben offensichtlich keine Strategie, die weitreichenden Herausforderungen der Kinderbetreuung in Bergisch Gladbach zu bewältigen.

Schlussgedanke

Was die Stadt dringend braucht, ist nicht mehr Eigenlob und statistische Kosmetik, sondern eine ehrliche Bestandsaufnahme und entschlossene politische Maßnahmen. Die grün-rote Koalition hat die Gelegenheit verspielt, sich als Treiber für eine familienfreundliche Politik zu positionieren. Die Leidtragenden sind – wie so oft – die Familien, die weiterhin auf einen Platz für ihre Kinder hoffen müssen.

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Ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen: Aktionen im Rheinisch-Bergischen Kreis

26 November 2024 von Felix Morgenstern

Der Rheinisch-Bergische Kreis setzt ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Anlässlich des internationalen „Orange Day“ am 25. November beteiligen sich die Gleichstellungsstelle des Kreises und der Runde Tisch Keine Gewalt gegen Frauen mit einer besonderen Aktion: Eine kreativ gestaltete, orangefarbene Bank tourte durch die Kommunen der Region und soll das Thema Gewalt gegen Frauen in den Fokus rücken.

Die Bank als Symbol

In Bergisch Gladbach, Burscheid, Kürten, Leichlingen, Odenthal, Overath und Rösrath wurde die Bank von Bürgermeisterinnen, Bürgermeistern und zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern genutzt, um ihre Solidarität zu zeigen. Landrat Stephan Santelmann und Mitarbeitende der Kreisverwaltung setzten ebenfalls ein sichtbares Zeichen, indem sie sich fotografieren ließen. „Es ist wichtig, den Betroffenen Mut zu machen und sie zu ermutigen, sich Unterstützung zu suchen. Dieses Thema darf nicht aus der öffentlichen Aufmerksamkeit verschwinden“, betont Landrat Santelmann.

Die gestalteten Bänke mit den Fotografien der Teilnehmenden können bis zum 13. Dezember im Foyer des Bergischen Löwen und in der Stadtbücherei Bergisch Gladbach besichtigt werden. Die Fotos stammen vom Kölner Fotografen Joachim Rieger, der die Aktion im Auftrag des Kreises dokumentierte.

Gewalt gegen Frauen: Eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung

Statistisch gesehen erlebt jede dritte Frau in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt, unabhängig von Bildung oder Einkommen. Ziel der Aktion ist es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen. „Häusliche Gewalt ist keine Privatsache. Unsere Aktionen sollen Betroffene unterstützen und die Gesellschaft zum Hinsehen bewegen“, erklärt Anja Möldgen, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises.

Flagge zeigen gegen Gewalt

Neben der Bank-Aktion werden in allen kommunalen Gebäuden der acht Städte und Gemeinden des Kreises die blauen Fahnen mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“ gehisst. Vor dem Kreishaus in Bergisch Gladbach wird die Fahne vom 25. bis 29. November wehen. Diese Initiative geht auf den Verein „Terre des Femmes“ zurück, der seit 2001 jährlich zum Hissen der Fahnen aufruft.

Hilfsangebote und Hotline

Frauen, die von Gewalt betroffen sind, können sich an regionale Beratungsstellen wenden oder das bundesweite Hilfetelefon unter 08000 116 016 nutzen. Die Hotline bietet rund um die Uhr Unterstützung und Beratung. Weitere Informationen stehen auf der Website des Rheinisch-Bergischen Kreises unter dem Stichwort „Gleichstellung“ zur Verfügung.

Mit diesen vielfältigen Aktionen und Hilfsangeboten macht der Rheinisch-Bergische Kreis klar: Gewalt gegen Frauen darf nicht toleriert werden, und jede Stimme zählt, um dieses Problem anzugehen.

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