Im November sollen die politischen Gremien über weitere Gutachten für die Severinsbrücke entscheiden. Fest steht schon jetzt: Die Rampen auf beiden Rheinseiten sind nicht mehr zu retten.

Die Severinsbrücke soll von Grund auf instand gesetzt werden – und dafür braucht die Stadt Köln zunächst weitere Fachgutachten. Einen entsprechenden Bedarfsfeststellungsbeschluss legt die Verwaltung den politischen Gremien im November vor. Unter anderem geht es um ein Baugrundgutachten und um Untersuchungen der verwendeten Materialien. Erst mit diesen Ergebnissen sei die Grundlagenermittlung vollständig, auf der die Ausschreibung von Planung und Bau aufbauen soll.
Wie es um den Teil der Brücke steht, der über den Rhein führt, wird noch untersucht. Seit April 2026 messen Sensoren ein Jahr lang, wie die Konstruktion unter dem Verkehr arbeitet. Verlässliche Erkenntnisse für die Entscheidung über das weitere Vorgehen lägen erst nach Ende dieses Monitorings und weiterer Prüfungen am Tragwerk vor, so die Stadt.
Für die Rampen auf der linken und rechten Rheinseite ist die Entscheidung dagegen gefallen. Die abgeschlossenen Nachrechnungen haben ergeben, dass sich eine vollständige Ertüchtigung weder technisch noch wirtschaftlich lohnt; die Rampen müssen durch Neubauten ersetzt werden. Sowohl dort als auch an der Strombrücke haben die Untersuchungen altersbedingte Schäden und rechnerische Defizite gezeigt.
Den Auftrag, das gesamte Bauwerk nachzurechnen, hatte der Rat im November 2019 erteilt; seit 2021 prüft ein Ingenieurbüro die Statik. Die Severinsbrücke verbindet seit 1959 die Altstadt-Süd mit Deutz. Wegen ihres Alters und der hohen Verkehrsbelastung wurde sie in den vergangenen Jahren immer wieder untersucht und instand gehalten. Die Beschlussvorlage ist im Ratsinformationssystem der Stadt Köln abrufbar.





