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2024-11-25 Wahlhelfer gesucht(1)

Vorbereitung auf die Bundestagswahl 2025: Stadt sucht Wahlhelfer

25 November 2024 von Felix Morgenstern

Die Vorbereitungen für eine mögliche vorgezogene Bundestagswahl am Sonntag, den 23. Februar 2025, laufen auf Hochtouren. Das Wahlbüro der Stadt Bergisch Gladbach hat die Wahlhelferplanung gestartet und ruft Bürgerinnen und Bürger zur Mithilfe auf. Neben einem Erfrischungsgeld lockt die direkte Mitwirkung an einem entscheidenden demokratischen Prozess.

Wahlhelfer: Rückgrat der Demokratie

„Obwohl der Termin noch nicht final feststeht, müssen wir vorbereitet sein“, erklärt Frank Bodengesser, Leiter des Wahlbüros. Insgesamt 74 Urnen- und 57 Briefwahlbezirke sind zu besetzen. Wahlhelfer übernehmen zentrale Aufgaben: Sie sorgen für einen ordnungsgemäßen Ablauf in den Wahllokalen, zählen am Abend die Stimmen aus und melden die Ergebnisse an das Wahlbüro. In den Urnenwahlbezirken wird der Tag aufgeteilt, sodass jeweils vier Personen am Vor- und Nachmittag im Einsatz sind, bevor sich das Team zur Auszählung trifft.

Erfrischungsgeld und Schulungen

Für ihre Tätigkeit erhalten Wahlhelfer ein Erfrischungsgeld zwischen 50 und 70 Euro. Auch eine Reserveliste für kurzfristige Einsätze wird erstellt – Personen auf dieser Liste erhalten 30 Euro, auch wenn sie nicht aktiv eingesetzt werden. „Wir freuen uns besonders über Erstwählerinnen und Erstwähler, die die Chance nutzen möchten, hinter die Kulissen eines Wahltages zu blicken“, so Bodengesser. Alle Wahlhelfer werden mit Schulungen und einem Leitfaden bestens auf ihre Aufgaben vorbereitet.

Unterstützung durch Arbeitgeber

Arbeitgeber und öffentliche Dienststellen honorieren den Einsatz häufig mit zusätzlichen Leistungen wie einem Sonderurlaubstag. Interessierte können ihre Wünsche nach einem bevorzugten Einsatzort angeben, die nach Möglichkeit berücksichtigt werden.

Einberufungen ab Januar

Die formellen Einberufungen werden ab dem 13. Januar 2025 verschickt, daher ist es wichtig, dass bis dahin alle Teams feststehen. Wer Interesse hat, kann sich unter der Telefonnummer 02202 – 14 2414 oder per E-Mail an wahlhelfer@stadt-gl.de melden.

Die Stadt Bergisch Gladbach hofft auf eine breite Beteiligung, um den reibungslosen Ablauf der Wahl zu gewährleisten und einen wichtigen Beitrag zur Demokratie zu leisten.

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Nachtragshaushalt: Symptome einer wachsenden Finanzkrise

Nachtragshaushalt: Symptome einer wachsenden Finanzkrise

22 November 2024 von Darian Lambert

Der Doppelhaushalt für 2024 und 2025 war kaum verabschiedet, da präsentiert Stadtkämmerer Thore Eggert bereits einen Nachtragshaushalt für 2025. Dies könnte ein notwendiger Schritt in einem sich wandelnden wirtschaftlichen Umfeld sein – oder ein Zeichen von fehlender Kontrolle über die städtischen Finanzen. Während Eggert die Aktualisierung als freiwillig und vorausschauend darstellt, werfen die präsentierten Zahlen und Entscheidungen einige Fragen auf.

In die Pleite gesteuert: Lange Gesichter bei Gerd Neu und Klaus Waldschmidt (SPD)

Widersprüchliche Signale: Einmal Überschuss, dann Defizit

Die Schlagzeile einer positiven Wendung im Jahr 2023 – ein unerwarteter Überschuss von 3,49 Millionen Euro statt eines Defizits von 17 Millionen Euro – mag erfreuen. Doch dieser Erfolg verblasst schnell angesichts der düsteren Prognosen für 2025: Das geplante Defizit wächst um 3,5 Millionen Euro auf erschreckende 60,5 Millionen Euro. Diese Lücke entsteht bei einem geplanten Ausgabenvolumen von 467 Millionen Euro. Ein Grund zur Sorge, der nach strukturellen Problemen in der Haushaltsführung fragen lässt.

Investitionen oder unkalkulierbare Risiken?

Ein großer Posten im Nachtragshaushalt sind zusätzliche Investitionen von 18 Millionen Euro für 2025. Unter anderem wird die Unterkunft für Geflüchtete in der Paffrather Straße mit 14 Millionen Euro berücksichtigt. Solche Projekte sind notwendig und richtig, doch bleibt die Frage, ob sie mit der gleichen Klarheit geplant wurden, wie sie nun präsentiert werden. Wie nachhaltig sind diese Ausgaben, und welche Prioritäten werden damit gesetzt?

Grundsteuer: Politische Rhetorik oder Pragmatismus?

Eggert hält an einem einheitlichen Hebesatz für Wohn- und Gewerbeimmobilien fest. Nach der Reform wird dieser 2025 zunächst auf 653 Punkte reduziert, um die sogenannte Aufkommensneutralität zu gewährleisten. Doch bereits ab 2026 steigt der Hebesatz erneut, um 50 Punkte, mit einer zusätzlichen Erhöhung von 25 Punkten, die der Nachtragshaushalt vorsieht.

Eggerts Aussage, diese Erhöhung sei nur durch „politisches Wirken und finanzfokussierte Anträge vermeidbar“, klingt wie ein verklausulierter Appell an den Stadtrat, Einsparungen umzusetzen. Die implizite Botschaft: Ohne harte Einschnitte bleibt die Steuerbelastung der Bürger*innen eine wachsende Last.

Freiwilligkeit oder politisches Kalkül?

Eggert betont, der Nachtragshaushalt sei formal nicht notwendig gewesen, sondern Ausdruck eines „freiwilligen und umfassenden Abbildes“ der Finanzen – besonders im Hinblick auf das anstehende Wahljahr. Doch wie viel davon ist echte Transparenz, und wie viel ist strategische Positionierung?

Während Bürgermeister Frank Stein die Arbeit von Eggerts Team als „grandiosen Erfolg“ lobt, stellt sich die Frage, ob dies nicht eher eine Schönfärberei angesichts eines finanziellen Drahtseilaktes ist. Die Behauptung, dass ein verpflichtendes Haushaltssicherungskonzept weiterhin nicht notwendig sei, mag beruhigend klingen, könnte aber auch auf eine gefährliche Selbstzufriedenheit hinweisen.

Fazit: Wackelige Grundlage für eine stabile Zukunft

Trotz der Beteuerungen bleibt ein schaler Nachgeschmack: Die finanziellen Herausforderungen der Stadt scheinen größer zu sein, als der Nachtragshaushalt es auf den ersten Blick darstellt. Eggerts Team mag gut darin sein, kurzfristige Erfolge zu präsentieren, doch der Blick auf die langfristige Tragfähigkeit der städtischen Finanzen offenbart ein anderes Bild. Ob der Stadtrat die notwendige politische Konsequenz zeigt, um den wachsenden Belastungen entgegenzuwirken, bleibt abzuwarten.

Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen – und für die Bürger*innen der Stadt könnte die finanzielle Belastung in den kommenden Jahren erheblich steigen. Transparenz und Diskussionen im Rat werden entscheidend sein, um das Vertrauen in die kommunale Haushaltsführung zu wahren.

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car factory conveyor workers assembling cars

Kurzarbeit bei Ford in Köln: Mitarbeiter blicken besorgt in die Zukunft

22 November 2024 von Felix Morgenstern

In dieser Woche sind rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ford-Werks in Köln-Niehl in Kurzarbeit. Bis Weihnachten werden insgesamt drei Wochen Produktionspause eingelegt – ein besorgniserregendes Signal für viele Beschäftigte, deren berufliche Zukunft zunehmend unsicher erscheint.

Elektromodelle ohne Abnehmer

Grund für die Kurzarbeit sind die schleppenden Verkaufszahlen der Elektromodelle „Explorer“ und „Capri“. Hikmet Karacay, der seit 2013 bei Ford arbeitet und in der Materialbeschaffung tätig ist, beschreibt die aktuelle Lage ernüchternd: „Anfangs hat man das in der Produktion nicht mitbekommen. Da hat man normal die Stückzahl produziert. Jetzt stehen die hier rum, ohne Abnehmer.“ Die unverkauften Fahrzeuge stapeln sich auf den Werksparkplätzen – ein Sinnbild für die Schwierigkeiten des Unternehmens.

Tradition und Unsicherheit

Karacay, der aus einer Familie mit langer Ford-Tradition stammt, spürt die wachsende Unsicherheit unter den Beschäftigten. „Die Leute kommen immer häufiger zu mir, vor allem diejenigen, die gerade eine junge Familie gegründet haben oder finanzielle Verpflichtungen eingegangen sind“, sagt der 31-Jährige, der sich ehrenamtlich in der IG Metall engagiert. Die ständigen Krisen der letzten Jahre haben das Vertrauen in die berufliche Sicherheit erschüttert.

Forderungen an die Politik

Für Karacay ist klar: Eine nachhaltige Verbesserung der Lage erfordert Unterstützung durch die Politik. Er fordert finanzielle Anreize, um die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen anzukurbeln. „Es braucht Prämien für Elektroautos, und die Ladeinfrastruktur muss dringend ausgebaut werden. Ohne diese Rahmenbedingungen sehe ich schwarz für die Autoproduktion in Köln-Niehl“, erklärt er. Auch für das kommende Jahr zeigt er sich wenig optimistisch, dass die Kurzarbeit beendet werden kann.

Die Zukunft der Autoproduktion in Köln

Die Lage bei Ford steht exemplarisch für die Herausforderungen der gesamten Automobilbranche. Der Umstieg auf Elektromobilität, die globale wirtschaftliche Unsicherheit und der schleppende Ausbau der Infrastruktur setzen Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen unter Druck. Wie es mit der Autoproduktion in Köln weitergeht, wird entscheidend davon abhängen, ob Politik und Wirtschaft gemeinsam Lösungen finden können, um den Standort zu sichern und die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zu stärken.

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2024-11-21 Visualisierung Neues Stadthaus_c_ASTOC Architects and Planners GmbH(1)

Neues Stadthaus in Bergisch Gladbach: Fortschritte bei der Planung und Optimierung des Bürgerservices

22 November 2024 von Felix Morgenstern

Die Planungen für das neue Stadthaus der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach schreiten voran und bleiben im Zeitplan. Mit Platz für rund 300 Mitarbeitende sowie einem verbesserten Bürgerservice soll der neue Standort an der Bensberger Straße (ehemaliges AOK-Gebäude) ein modernes und zukunftsorientiertes Verwaltungszentrum werden. Ein Projektzwischenbericht gibt Einblicke in den aktuellen Stand und die Visionen für das Stadthaus.

Fortschritte und Zeitplan

„Das Projekt liegt weiterhin im Zeitplan“, erklärt Melissa Kemmerling aus der Projektsteuerung. Mit der Genehmigung des Bauantrags wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Die Übergabe des Gebäudes an die Stadt ist für Dezember 2025 vorgesehen, der Einzug soll im ersten Halbjahr 2026 erfolgen. Erste sichtbare Arbeiten, wie das Aufstellen eines Bauzauns, sind bereits im Gange.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Das Stadthaus wird nachhaltig gestaltet: Eine Fassadenbegrünung, Photovoltaikanlagen sowie E-Ladesäulen für Dienstwagen und Parkmöglichkeiten für Fahrräder sind geplant. Versiegelungen von Flächen und Baumfällungen konnten vermieden werden.

Neue Arbeitswelten und moderner Bürgerservice

Ein Kernaspekt des Stadthauses ist das Konzept der „Neuen Arbeitswelten“. Flexible Arbeitsbereiche, Desksharing und offene Raumstrukturen sollen die Zusammenarbeit fördern und gleichzeitig eine effiziente Flächennutzung ermöglichen. Unterschiedliche Zonen, von Einzelarbeitsplätzen bis zu offenen Kommunikationsbereichen, stehen den Mitarbeitenden je nach Aufgabe und Präferenz zur Verfügung.

Für die Bürgerinnen und Bürger wird das Frontoffice als zentrale Anlaufstelle dienen. Eine Empfangstheke erleichtert die Orientierung und hilft, die richtigen Ansprechpersonen schnell zu finden. Mit der geplanten „digitalen Sprechstunde“ wird der Bürgerservice um eine innovative, ortsunabhängige Beratungsmöglichkeit erweitert.

Digitalisierung und papierloses Arbeiten

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die digitale Transformation. Mit der Einführung eines Dokumentenmanagementsystems (DMS) wird die Verwaltung künftig papierarm arbeiten können. Das DMS ermöglicht ortsunabhängigen Zugriff auf Dokumente und bildet die Grundlage für das Desksharing-Konzept.

„Ziel ist es, bis 2026 allen Bereichen, die ins neue Stadthaus ziehen, die Möglichkeit zu geben, vollständig digital zu arbeiten“, erklärt Thore Eggert, Beigeordneter für Digitalisierung. Ergänzend dazu wird eine digitale Sprechstunde eingeführt, um den Bürgerservice noch flexibler und bürgerfreundlicher zu gestalten.

Zukünftige Nutzung

Die Fachbereiche Sicherheit und Ordnung, Jugend und Soziales sowie weitere Abteilungen wie IT und Wohngeldstelle werden im neuen Stadthaus untergebracht sein. Auch der Personalrat, die Gleichstellungsstelle und die Schwerbehindertenvertretung finden hier Platz.

Das Projekt „Neues Stadthaus“ zeigt, wie moderne Architektur, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammengeführt werden, um sowohl für Mitarbeitende als auch für Bürgerinnen und Bürger eine zukunftsorientierte Verwaltung zu schaffen.

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2024-11-19-rbk-spatenstich-fjr-011(1)

Spatenstich in Rösrath: Glasfaserausbau startet für unterversorgte Gebiete im Rheinisch-Bergischen Kreis

21 November 2024 von Felix Morgenstern

Der Glasfaserausbau im Rheinisch-Bergischen Kreis hat eine wichtige Etappe erreicht: Mit dem Spatenstich in Rösrath wurde die Bauphase des zweiten Bundesförderprojektes offiziell eröffnet. Ziel ist es, in den kommenden zwei Jahren bisher unterversorgte Gebiete mit schnellem Glasfaserinternet auszustatten. Haushalte, Unternehmen und Schulen profitieren von der modernen Infrastruktur, die den digitalen Anschluss sichert.

Ein entscheidender Schritt für die digitale Zukunft

„Heute machen wir einen wichtigen Schritt, damit nun auch die restlichen bisher unterversorgten Bereiche im Kreisgebiet mit hochleistungsfähiger Glasfaser versorgt werden können“, betonte Landrat Stephan Santelmann. Im Rahmen des Projektes werden Gebiete, die bislang weniger als 30 Mbit/s im Download hatten, kostenlos mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet. Insgesamt profitieren 2.200 Haushalte, acht Grundschulen und über 600 Unternehmen in 43 Gewerbegebieten von der Maßnahme.

Bürgermeisterin Bondina Schulze zeigte sich erfreut über den Ausbau in Rösrath: „Der Glasfaserausbau ermöglicht es unseren Bürgerinnen und Bürgern, schon in Kürze die Vorteile einer zukunftssicheren Infrastruktur zu nutzen.“

Finanzierung und Umsetzung

Das Projekt wird durch eine Förderpartnerschaft zwischen Bund, Land und den Kommunen finanziert. Von den Gesamtkosten in Höhe von 36,6 Millionen Euro übernimmt der Bund 50 Prozent, das Land Nordrhein-Westfalen steuert 40 Prozent bei, und die verbleibenden 10 Prozent tragen die beteiligten Kommunen entsprechend der Anzahl der angeschlossenen Haushalte.

Die Umsetzung erfolgt durch die epcan GmbH aus Vreden und die Telekom Deutschland GmbH, die in einem europaweiten Vergabeverfahren den Zuschlag erhielten. „Wir sind stolz darauf, ein Teil dieses Projekts zu sein. Gemeinsam schaffen wir eine digitale Infrastruktur, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird“, erklärte Nils Waning, Geschäftsführer der epcan GmbH.

Zeitplan und Ziele

Die Bauzeit beträgt 24 Monate, mit einem geplanten Abschluss im August 2026. Ziel ist es, über 99 Prozent der Haushalte im Rheinisch-Bergischen Kreis mit mindestens 50 Mbit/s im Download auszustatten. Mit diesem Projekt wird der Kreis zu einem Vorreiter in Sachen Digitalisierung und Standortattraktivität.

Fazit

Der Glasfaserausbau markiert einen wichtigen Meilenstein für den Rheinisch-Bergischen Kreis. Neben einer verbesserten Internetversorgung schafft das Projekt die Grundlage für eine zukunftssichere digitale Infrastruktur, die sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung erhebliche Vorteile bietet.

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Skandal in Bensberg: Stadt Bergisch Gladbach richtet offenbar illegale Fußgängerzone ein!

Skandal in Bensberg: Stadt Bergisch Gladbach richtet offenbar illegale Fußgängerzone ein!

19 November 2024 von Gregor Herzfeld

Ein Sturm der Entrüstung fegt durch Bensberg: Die Stadt Bergisch Gladbach hat im Bereich der Schloßstraße eine Fußgängerzone eingerichtet – offenbar ohne jede rechtliche Grundlage. Gewerbetreibende und Anwohner fühlen sich betrogen, während die Stadtverwaltung bisher hartnäckig schweigt. Unsere Redaktion hat mehrfach versucht, eine Stellungnahme von der Pressestelle der Stadt zu erhalten – bislang vergeblich.

Fußgängerzone ohne Ratsbeschluss?

Die Schloßstraße, einst eine belebte Geschäftsstraße, ist durch die neu aufgestellten Verkehrsschilder faktisch für den normalen Verkehr gesperrt. Einfahrt verboten – so lautete zunächst die Anordnung. Nun wird die Straße als Fußgängerzone ausgewiesen, wobei Lieferverkehr nur zu eng begrenzten Zeiten erlaubt ist: Montag bis Samstag zwischen 6 und 11 Uhr. Besonders brisant: Am Donnerstag wird durch den Wochenmarkt ohnehin jeglicher Lieferverkehr unmöglich gemacht.

55 € für den PKW-Besuch der Schloßstrasse verlangt die Truppe von Ordnungsamtschefin Ute Unrau

Doch ein entscheidendes Detail fehlt: Ein Ratsbeschluss! Nach geltendem Recht, insbesondere § 45 StVO sowie den entsprechenden Landesgesetzen, darf eine Fußgängerzone nicht ohne einen formellen Beschluss des Stadtrates eingerichtet werden. Eine solch gravierende Änderung der Verkehrsführung erfordert nicht nur die Zustimmung der politischen Gremien, sondern auch eine gründliche Abwägung der Interessen aller Betroffenen.

Bußgelder trotz fragwürdiger Rechtslage

Als wäre dies nicht genug, hagelt es Strafzettel für die Gewerbetreibenden der Schloßstraße, die trotz der Beschilderung Waren anliefern oder abholen müssen. Anträge auf Ausnahmegenehmigungen wurden von der Stadt kategorisch abgelehnt. Händler wie Frank Samirae, Inhaber eines Computerfachgeschäfts mit starkem Außendienst, sind fassungslos.

„Wie sollen wir unsere Geschäfte betreiben, wenn wir nicht einmal Waren anliefern können? Die Stadt bestraft uns für den Zugang zu unseren eigenen Läden!“ erklärt ein verärgerter Gewerbetreibender.

Schweigen der Verwaltung

Unsere Redaktion hat die Pressestelle der Stadt Bergisch Gladbach mehrfach um eine Erklärung gebeten:

  • Wann wurde ein Ratsbeschluss zur Einrichtung der Fußgängerzone gefasst?
  • Welche Rechtsgrundlage stützt die aktuelle Beschilderung?
  • Warum werden Ausnahmegenehmigungen kategorisch abgelehnt?

Doch die Verwaltung schweigt. Statt Klarheit herrscht Chaos – ein Zustand, der immer mehr Fragen aufwirft.

Politischer Sprengstoff im Rathaus

Besonders brisant: Frank Samirae, selbst Mitglied des Rates der Stadt Bergisch Gladbach, hat offiziell Akteneinsicht in alle Beschlüsse und Rechtsgutachten zu diesem Vorgang beantragt. Sollte sich herausstellen, dass es keinen Ratsbeschluss gibt, wäre dies ein handfester Skandal – ein Beispiel für undurchsichtige Verwaltungsentscheidungen, die auf Kosten von Bürgern und Geschäftsleuten gehen.

„Die Einrichtung einer Fußgängerzone ist keine Kleinigkeit, sondern eine weitreichende Entscheidung, die den gesamten Stadtteil betrifft. Ohne Ratsbeschluss ist das schlichtweg illegal“, so ein Insider aus dem Rathaus, der anonym bleiben möchte.

Wirtschaftlicher Schaden und Vertrauensverlust

Während die Stadtverwaltung sich in Schweigen hüllt, leiden die Gewerbetreibenden. Kunden bleiben aus, Lieferungen sind kaum möglich, und die Knöllchen werden zum teuren Dauerärgernis.
„Wahrscheinlich wollen die wieder nur die Autofahrer abkassieren“ – schimpft eine Bensbergerin laut die das Ordnungsamt bei der Arbeit beobachtet.
Dieser Vorfall wirft ein düsteres Licht auf die Entscheidungsprozesse in Bergisch Gladbach. Die Bürger und Gewerbetreibenden verdienen klare Antworten: Wer hat diese Fußgängerzone angeordnet, und warum gibt es keinen Beschluss des Rates?

Wir bleiben dran und fordern weiterhin Aufklärung von der Stadtverwaltung. Der Fall der Schloßstraße ist weit mehr als ein Verwaltungsfehler – es ist ein Skandal, der das Vertrauen in die Stadtpolitik nachhaltig erschüttern könnte.

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Überschuldung in Deutschland leicht gesunken – „Angst-Sparen“ als Hauptgrund

19 November 2024 von Felix Morgenstern

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigt der neue „Schuldneratlas“ der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, dass die Überschuldung in Deutschland erneut leicht zurückgegangen ist. Rund 5,6 Millionen Menschen – gut 8 Prozent aller Erwachsenen – gelten derzeit als überschuldet, eine minimale Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch sprechen Fachleute eher von einer stagnierenden Entwicklung.

Sparverhalten durch Unsicherheit verstärkt

Ein wesentlicher Faktor für die sinkenden Zahlen ist das sogenannte „Angst-Sparen“. Creditreform führt diesen Trend auf Unsicherheiten durch globale Krisen wie den Krieg in der Ukraine und die Wirtschaftslage zurück. Die Zurückhaltung beim Konsum sei auch eine Reaktion auf politische Entscheidungen und die Sorge um die Zukunft. Viele Menschen halten ihr Geld zusammen und vermeiden unnötige Ausgaben.

Männer häufiger betroffen – Überschuldung bei jungen Menschen steigt

Besonders auffällig ist, dass Männer mit 10 Prozent Überschuldungsquote deutlich häufiger betroffen sind als Frauen (6 Prozent). Innerhalb der Gruppe der überschuldeten Personen zeigt sich ein weiterer Trend: Während die Gesamtsituation stabil bleibt, geraten vor allem Geringverdiener weiterhin in die Schuldenfalle.

Bei jungen Menschen steigt die Überschuldung erneut an. Verantwortlich dafür könnten laut den Autoren des Schuldneratlas die zunehmende Nutzung von Ratenkrediten und „Buy now, pay later“-Angeboten sein, die den Eindruck vermitteln, finanzielle Belastungen seien leicht tragbar.

Regionale Unterschiede: Ruhrgebiet bleibt Problemzone

Regional betrachtet zeigt sich ein heterogenes Bild. Während die Überschuldung in Ostdeutschland stärker zurückgeht als in Westdeutschland, bleibt das Ruhrgebiet weiterhin ein Schwerpunkt der Problematik. Die strukturellen Herausforderungen der Region spiegeln sich auch in der Schuldnerstatistik wider.

Methodik und Ausblick

Für den „Schuldneratlas“ hat Creditreform anonymisierte Daten aus amtlichen Registern, von Online-Händlern und weiteren Quellen ausgewertet. Aufgrund einer geänderten Methodik seit 2023 sind die aktuellen Zahlen jedoch nicht direkt mit älteren Erhebungen vergleichbar.

Die Ergebnisse zeigen, dass Überschuldung trotz leichter Verbesserungen weiterhin ein ernstes gesellschaftliches Problem bleibt. Vor allem die steigende Verschuldung unter jungen Menschen und in strukturschwachen Regionen erfordert gezielte Maßnahmen, um langfristig Verbesserungen zu erzielen.

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Sleet covering cars and roads in a thin layer of ice, causing slippery conditions as freezing rain continues to fall

Winterwetter in NRW: Rutschige Straßen durch Schnee, Graupel und Laub

19 November 2024 von Felix Morgenstern

Der Winter klopft in Nordrhein-Westfalen an: Regen, Graupel und sogar Schnee prägen aktuell das Wetter. Autofahrer und Radfahrer müssen sich auf rutschige Bedingungen einstellen, und Hausbesitzer stehen in der Pflicht, Gehwege laubfrei zu halten. Der heutige Dienstag brachte schon am Morgen einige Herausforderungen.

Staubildung auf der A59: Aquaplaning und Sichtbehinderungen

Auf der A59 zwischen Duisburg-Walsum und dem Kreuz Duisburg staute sich der Verkehr zeitweise auf bis zu acht Kilometern. Grund dafür war Wasser auf der Fahrbahn, das für Aquaplaning und schlechte Sicht sorgte. Während die Polizei meldet, dass das Wasser mittlerweile abgelaufen sei, bleiben die Straßen rutschig. Weitere Regenfälle werden bis in den Nachmittag hinein erwartet.

Schnee und Schneematsch in höheren Lagen

Im Hochsauerlandkreis fiel in der Nacht noch Schnee. Doch mit dem milden Regenband, das in NRW einzog, schmolz er vielerorts wieder weg. Auf dem Kahlen Asten beispielsweise, wo am Montag noch 11 Zentimeter Schnee lagen, war der Schnee am Dienstagmorgen bereits komplett verschwunden. Im Tagesverlauf sinkt die Schneefallgrenze allerdings wieder auf 200 bis 300 Meter, sodass neue Schneeschauer erwartet werden. Besonders in den Höhenlagen bleibt es winterlich.

Gefährliche Kombination: Laub, Nässe und Sturmböen

Ein besonderes Risiko stellen nasse Straßen und Wege dar, die durch rutschiges Laub noch gefährlicher werden. Hausbesitzer sind in vielen Städten und Gemeinden verpflichtet, die Gehwege vor ihren Grundstücken zu räumen. Ein Versäumnis kann teuer werden, wenn es zu Stürzen kommt.

Die Sturmböen des aktuellen Tiefdruckgebiets verstärken die Gefahr. Windgeschwindigkeiten von bis zu 89 km/h, wie am frühen Morgen auf dem Kahlen Asten gemessen, führen dazu, dass Äste abbrechen oder Bäume umstürzen können. Da viele Bäume noch Laub tragen, ist die Angriffsfläche für den Wind besonders groß.

Frühwinterliches Wetter bis Freitag

Die Temperaturen in NRW bewegen sich heute zwischen 3 und 9 Grad. Glätte durch Schnee, Schneeregen und Graupel kann bis in tiefere Lagen auftreten. Bis Freitag bleibt diese frühwinterliche Wetterlage bestehen. Autofahrer, die noch ohne Winterreifen unterwegs sind, sollten diese schnellstmöglich aufziehen.

Wochenende bringt milderes Wetter

Ab dem Wochenende sind wieder wärmere Temperaturen zu erwarten. Laut Prognosen könnte der Schnee in höheren Lagen wie dem Rothaargebirge ab Sonntag schmelzen. Ein großer Wintereinbruch, wie er zuletzt im November 2005 stattfand, steht in NRW vorerst nicht bevor. Damals türmte sich der Schnee im Münsterland auf bis zu 50 Zentimeter – so viel ist in den kommenden Tagen nicht zu erwarten.

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2024-11-17-rbk-volkstrauertag-fjr-019(1)

Gedenkfeier in Wermelskirchen: Volkstrauertag mahnt zu Frieden und Versöhnung

18 November 2024 von Felix Morgenstern

Unter dem Motto „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“ fand die zentrale Gedenkfeier des Rheinisch-Bergischen Kreises zum Volkstrauertag am Mahnmal im Hüpptal in Wermelskirchen statt. Veranstaltet vom Kreisverband Rheinisch-Bergischer Kreis und dem Ortsverband Wermelskirchen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, wurde mit zahlreichen Redebeiträgen und musikalischen Beiträgen an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert.

Mahnung gegen Hass und Hetze

Friedel Burghoff, Vertreter des Volksbundes, rief in seiner Ansprache dazu auf, die Schrecken von Kriegen nicht zu vergessen. Angesichts von radikalen Strömungen und des Kriegs in Europa sei das Eintreten für Frieden und Zusammenhalt dringender denn je. Bürgermeisterin Marion Holthaus betonte, wie zerbrechlich Frieden und Freiheit seien, und erinnerte an die Verantwortung, diese Werte zu bewahren.

Eindrücke von Zeitzeugen und Flüchtlingen

Zwei Schülerinnen des städtischen Gymnasiums Wermelskirchen berichteten von ihrem Besuch in Auschwitz und unterstrichen die Bedeutung des Erinnerns an die dunklen Kapitel der Geschichte. Victor Dmytruk, ein Geflüchteter aus der Ukraine, teilte seine bewegenden Gedanken und dankte für die Solidarität der Wermelskirchener Bevölkerung. Seine Worte, live von Dorothea Hoffrogge übersetzt, erinnerten eindringlich an die humanitäre Pflicht, Augen und Herzen für die Not anderer offen zu halten.

Landrat Santelmann: „Frieden ist ein Handlungsauftrag“

In seiner Gedenkrede hob Landrat Stephan Santelmann die bleibende Aktualität der Mahnung zum Frieden hervor. „Die Narben vergangener Kriege sind noch immer sichtbar“, erklärte er. Die Arbeit des Volksbundes und das Erinnern an „stumme Kriegsgräber“ seien von unschätzbarem Wert, besonders in Zeiten wachsender politischer Extremismen und internationaler Konflikte.

Santelmann betonte, dass es Aufgabe der jungen Generation sei, die Lehren der Geschichte wachzuhalten. Er unterstrich die Bedeutung von Resilienz und Bildung, um Populismus entgegenzutreten, und appellierte an alle, europäische Werte wie Rechtsstaatlichkeit und Toleranz zu verteidigen.

Erinnerung an lokale und historische Ereignisse

Der Landrat verwies auf historische Ereignisse wie die Landung der Alliierten in der Normandie und den Warschauer Aufstand im Jahr 1944. Diese stünden symbolisch für Mut und Widerstand in dunklen Zeiten. Auch lokale Erinnerungen wie die Bombenangriffe auf Wermelskirchen und Solingen im November 1944 blieben als Mahnung erhalten, entschlossen gegen totalitäres Denken einzutreten.

Abschluss mit Totengedenken und Kranzniederlegung

Pfarrerin Sarah Kannemann leitete das Totengedenken, gefolgt von einer feierlichen Kranzniederlegung durch Landrat Stephan Santelmann, Bürgermeisterin Marion Holthaus und Vertreter der Stadt Wermelskirchen. Die Veranstaltung war ein eindringlicher Appell, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und aktiv für Frieden einzutreten.

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2024-11-14 Heimatpreis(1)

Heimat-Preis 2024: Würdigung des ehrenamtlichen Engagements in Bergisch Gladbach

16 November 2024 von Felix Morgenstern

Am Montagabend ehrte Bürgermeister Frank Stein im Kunstmuseum Villa Zanders herausragende Projekte, die das Leben in Bergisch Gladbach prägen, mit dem Heimat-Preis 2024. Der Preis, der das ehrenamtliche Engagement in der Stadt würdigt, wurde an drei Initiativen verliehen, die durch ihre besonderen Beiträge das Gemeinschaftsgefühl und die Identität der Stadt stärken.

Bürgermeister würdigt Engagement

Bürgermeister Frank Stein lobte die Vielfalt und den Einsatz der Nominierten: „Für uns alle ist Bergisch Gladbach Heimat. Die ausgezeichneten Projekte tragen maßgeblich dazu bei, dass unsere Stadt nicht nur ein Ort, sondern auch ein Gefühl von Heimat ist.“ Besonders erfreut zeigte sich Stein über die gestiegene Zahl der Bewerbungen: Aus 24 eingereichten Vorschlägen wurden die Preisträger ausgewählt – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren.

Die Preisträger 2024

  • 1. Platz: Literaturkurs des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG)
    Der Literaturkurs unter Leitung von Theresa Reusch wurde für das Projekt „DAS NAPOLA ERINNERN“ ausgezeichnet. Die Schüler:innen setzten sich mit der nationalsozialistischen Geschichte des Schlosses Bensberg auseinander und erforschten dessen Nutzung als NS-Eliteschule und Außenlager des KZ Buchenwald. Ihr Ziel ist ein Mahnmal am Schloss. Der Kurs erhielt ein Preisgeld von 2.500 Euro.
  • 2. Platz: DJK-SSV Ommerborn Sand e.V.
    Der Sportverein wurde für sein Engagement zur Förderung von Gemeinschaft und Zusammenhalt ausgezeichnet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, seinen Sportplatz zu einem Ort des Miteinanders zu gestalten. Er erhielt ein Preisgeld von 1.500 Euro.
  • 3. Platz: CityRadio GL
    Das ehrenamtlich betriebene CityRadio GL, das seit 1995 auf Radio Berg sendet, wurde für seine informative und werbefreie Berichterstattung über ehrenamtliches Engagement in der Stadt geehrt. Das Team um Gründer Martin Hardenacke erhielt 1.000 Euro.

Steigendes Interesse und neue Ideen

Die gestiegene Bewerberzahl führte die Stadt auf ein neues Marketingkonzept zurück. Für 2025 sind weitere Innovationen geplant, darunter die Einreichung von Bewerbungsvideos. „Es ist toll zu sehen, wie sich das Interesse am Heimat-Preis entwickelt,“ so Daniela Fobbe-Klemm, Leiterin der Abteilung Kommunikation und Marketing.

Mit den ausgezeichneten Projekten setzte Bergisch Gladbach erneut ein Zeichen für die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement in der lokalen Gemeinschaft. Bürgermeister Stein dankte allen Nominierten und Preisträger:innen für ihren Einsatz und betonte: „Ihr Engagement ist der Grund, warum sich so viele Menschen hier zu Hause fühlen.“

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