Lesungen, Filmvorführungen, Workshops und Aktionen im Stadtgebiet: Vom 23. bis 27. November beteiligt sich Bergisch Gladbach mit einer Aktionswoche am Internationalen Tag zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen. Bereits Anfang November stehen zwei Veranstaltungen auf dem Programm. Eine neue Orange Bank soll dauerhaft auf das Thema aufmerksam machen.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen sichtbar machen, Betroffene stärken und über Hilfsangebote informieren: Mit diesen Zielen organisiert die Stadt Bergisch Gladbach im November eine Aktionswoche rund um den Internationalen Tag zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November. Das Programm richtet sich an unterschiedliche Altersgruppen und umfasst Veranstaltungen an mehreren Orten in der Stadt.
Jugendliche können sich unter anderem im Jugendzentrum CROSS, im UFO und am kaufmännischen Berufskolleg mit dem Thema auseinandersetzen. Auch das Atelier KLKS und das Kunstmuseum Villa Zanders beteiligen sich. Neben den Selbstverteidigungskursen „You can Fight“ wird in Heidkamp erstmals ein thematischer Yoga-Workshop angeboten.
Die Veranstaltungen sollen Frauen und Mädchen stärken, Möglichkeiten zum Selbstschutz aufzeigen und auf Beratungs- und Unterstützungsangebote in Bergisch Gladbach und im Rheinisch-Bergischen Kreis aufmerksam machen.
Lesung und Informationsabend bereits Anfang November
Noch vor dem offiziellen Beginn der Aktionswoche gibt es zwei Veranstaltungen zum Thema Gewalt und Ausbeutung.
Am 3. November liest die Autorin Asha Hedayati in der Stadtbücherei aus ihrem Buch „Die stille Gewalt“. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch „Keine Gewalt an Frauen“ im Rheinisch-Bergischen Kreis statt.
Am 6. November folgt der Informationsabend „Achtung Loverboys“ in der IGP. Bono Direkthilfe e. V. und die städtische Gleichstellungsstelle informieren dabei über emotionale Manipulation und Ausbeutung, von denen insbesondere Mädchen und junge Frauen betroffen sein können.
Auch die Volkshochschule beteiligt sich am Programm: Am 24. November wird dort der Dokumentarfilm „Girls and Gods“ gezeigt. Darin setzt sich die Regisseurin mit der Rolle von Frauen und Mädchen in den Weltreligionen auseinander.
Orange Fahnen und beleuchtetes Rathaus
Neben den Veranstaltungen soll das Thema auch im Stadtbild präsent sein. Am 23. November werden vor den Rathäusern in Bensberg und Bergisch Gladbach sowie auf dem Zanders-Gelände Fahnen gehisst. Während der gesamten Aktionswoche wird das Rathaus in Bergisch Gladbach orange angestrahlt.
Die Farbe Orange steht international für eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Mit den sichtbaren Zeichen will die Stadt auf das Problem aufmerksam machen und zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung beitragen.
Zweite Orange Bank wird am Zanders-Gelände eingeweiht
Ein dauerhaftes Zeichen kommt am 25. November um 13 Uhr hinzu. Bürgermeister Marcel Kreutz und die Gleichstellungsbeauftragte Judith Klaßen wollen am Ende des Gleisparks auf dem Zanders-Gelände eine zweite Orange Bank im öffentlichen Raum einweihen.
Das Projekt entsteht gemeinsam mit der Allgemeinen Frauenberatungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis, der Opferschutzstelle der Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis und der städtischen Gleichstellungsstelle. Die beteiligten Organisationen werden auf einem Schild an der Bank genannt.
Die Bank soll nicht nur Aufmerksamkeit schaffen, sondern auch auf bestehende Beratungs- und Hilfsangebote hinweisen. Sie steht damit für die Aufforderung, Gewalt nicht zu ignorieren, Betroffene zu unterstützen und ihnen Wege aus gewaltsamen Situationen aufzuzeigen.
Orange Schuhe erinnern an Opfer von Gewalt
Im Rahmen der kreisweiten Aktion „Orange Schuhe gegen Gewalt an Frauen“ werden an der Bank außerdem Schuhe einer Stifterin aufgestellt. Sie symbolisieren Frauen, die Opfer von Gewalt und Femiziden geworden sind, und sollen dazu beitragen, das Thema aus der Unsichtbarkeit zu holen.
Mit der Aktion verbindet der Runde Tisch „Keine Gewalt an Frauen“ auch politische Forderungen. Dazu gehören eine bessere Anpassung der Unterstützungssysteme an den tatsächlichen Bedarf sowie die Forderung, Femizide als strafverschärfenden Umstand anzuerkennen.
Die Aktionswoche soll damit nicht nur informieren, sondern auch deutlich machen, dass der Schutz von Frauen und Mädchen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.





