Der Schock sitzt tief an der Mohnwegschule im Stadtteil Refrath – nur eine Woche nach dem ersten Vorfall hat sich erneut eine Lampenhalterung von der Decke gelöst. Zwar wurde niemand verletzt, doch die Frage nach der Sicherheit der Schülerinnen und Schüler steht nun drängender denn je im Raum. Wie die Stadt Bergisch Gladbach auf Anfrage mitteilt, wurden am Freitagmorgen alle Lampen im Gebäude nochmals überprüft – mit ernüchterndem Ergebnis: Mehrere Halterungen seien nicht ausreichend stabil gewesen. Eine beauftragte Elektro-Fachfirma soll nun dringend nachbessern, am Montag ist eine erneute Bauabnahme durch die Stadt angekündigt. Bis dahin bleibt das Gebäude geschlossen, der Unterricht wird weiterhin ausgelagert.

„Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst und werden die Ferien intensiv nutzen, nochmals alles zu überprüfen und etwaige Mängel umgehend abzustellen“, versichert Thore Eggert, der zuständige Beigeordnete der Stadt.
Doch die Kritik am Umgang mit der Situation wächst – und sie kommt inzwischen nicht nur von Eltern, sondern auch aus dem lokalen Handwerk. Mehrere Refrather Unternehmer und Handwerksbetriebe haben sich bei unserer Redaktion gemeldet und schildern ihre Fassungslosigkeit über die Zustände an der Mohnwegschule. Ein Handwerksmeister berichtet, man habe der Stadt und der Schule mehrfach Hilfe bei Reparaturarbeiten angeboten – teilweise sogar auf eigene Kosten. Ein Unternehmer aus Refrath ging noch weiter: Er bot an, die maroden Schultoiletten vollständig aus eigener Tasche zu sanieren. Doch sämtliche Angebote seien ignoriert oder abgelehnt worden.
Die Kritik geht weiter: Die Firmen, die derzeit von der Stadt für Reparaturen beauftragt werden, seien häufig nicht qualifiziert genug. „Das sind keine guten Fachfirmen, sondern oft Billiglösungen“, so ein ortsansässiger Handwerker. „Das lokale Handwerk wird außen vor gelassen – wir dürfen nicht einmal Kleinstaufträge übernehmen, weil wir offenbar nicht auf der Liste der ‘erlaubten’ Firmen stehen.“
In der Elternschaft wächst unterdessen der Unmut. Einige Eltern haben angekündigt, ihre Kinder künftig nicht mehr in die betroffenen Schulräume zu schicken – zu groß ist das Misstrauen gegenüber den Sicherheitszusagen der Stadt. Die Kommunikation mit der Schule gestaltet sich dabei zunehmend schwierig. Eine direkte Reaktion der Schulleitung liegt bis Redaktionsschluss nicht vor. Schulleiterin I. Moßner verweist in sämtlichen Anfragen auf die Pressestelle der Stadt und vermeidet öffentliche Stellungnahmen.
Was bleibt, ist ein wachsendes Gefühl der Hilflosigkeit – bei Eltern, Kindern und Handwerkern gleichermaßen. Während das Vertrauen in Verwaltung und Schulleitung bröckelt, hoffen viele auf einen echten Neuanfang nach den Osterferien – mit mehr Transparenz, mehr Sicherheit und endlich einem offenen Ohr für die Menschen vor Ort.








