Archiv | Oktober 15th, 2026

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Römische Hausaltäre und Heldengeschichten: Kölner Museen laden Kinder in den Herbstferien ein

15 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Der Museumsdienst Köln bietet in den Ferien Workshops und Führungen für Kinder und Jugendliche an. Für fast alle Angebote gibt es noch freie Plätze.

In den Herbstferien können Kinder und Jugendliche in den Kölner Museen selbst aktiv werden. Der Museumsdienst Köln hat gemeinsam mit den städtischen Museen ein Ferienprogramm mit Workshops und Führungen zusammengestellt, bei dem experimentiert, gestaltet und geforscht wird. Nach Angaben der Stadt sind bei fast allen Angeboten noch Plätze frei.

Zwei Beispiele: Am Montag, 19. Oktober, lernen Kinder von neun bis 13 Jahren im Workshop „Lararia – göttlicher Schutz daheim“ die Götter kennen, die im römischen Köln verehrt wurden. Danach bauen sie aus Pappe einen eigenen Hausaltar, ein sogenanntes Lararium, und gestalten ihn nach eigenen Ideen. Der Workshop dauert von 11 bis 14 Uhr und findet im Römisch-Germanischen Museum im Belgischen Haus an der Cäcilienstraße 46 statt.

Im Museum Schnütgen geht es am Freitag, 23. Oktober, um Vorbilder: Beim Workshop „Wer ist dein Held?“ entdecken Kinder von neun bis 13 Jahren Ritter, Mächtige und Heilige in Kunstwerken, schlüpfen in Rollen und spielen Szenen nach. Dabei geht es auch um die Frage, was einen Menschen zum Vorbild macht und ob die Heldinnen und Helden von damals heute noch beeindrucken. Auch dieser Workshop läuft von 11 bis 14 Uhr.

Das komplette Programm mit Terminen, Teilnahmebedingungen und Anmeldung steht im Veranstaltungskalender auf museen.koeln. Anmelden kann man sich dort oder per E-Mail an Service.Museumsdienst@stadt-koeln.de. Für Führungen ist in der Regel keine Anmeldung nötig: Interessierte Kinder bekommen etwa 30 Minuten vor Beginn an der Kasse einen Aufkleber für die Teilnahme. Angaben zu den Kosten enthält die Mitteilung nicht.

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Fußball am Tor auf Kunstrasen

Kinder-Fußballcup am 18. Oktober: Anmeldung auch noch am Turniertag möglich

15 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Beim Turnier „Kommen, kicken, Tore schießen!“ in Hand/Gronau sind Kinder von 8 bis 14 Jahren willkommen – als Team oder allein. Im Anschluss folgt ein einwöchiges Fußballcamp.

Spaß, Fairplay und Teamgeist sollen im Mittelpunkt stehen, wenn am Sonntag, 18. Oktober, ab 10 Uhr wieder der Fußballcup „Kommen, kicken, Tore schießen!“ angepfiffen wird. Gespielt wird auf dem Kunstrasenplatz an der Gustav-Stresemann-Straße in Hand/Gronau, eingeladen sind Kinder zwischen 8 und 14 Jahren.

Anmelden können sich Fünferteams, Schulmannschaften und auch einzelne Spielerinnen und Spieler – ab sofort per E-Mail an khpiesche@gmail.com oder am Turniertag bis 9.30 Uhr direkt am Platz. Wer noch keine Mannschaft hat, bekommt bei der Suche Hilfe vom benachbarten Jugendzentrum Cross der Katholischen Jugendagentur (KJA). Die Teams sollen eine eigene Trainerin oder einen eigenen Trainer mitbringen.

Kinder, die ohne Mannschaft kommen, sollten von einem Elternteil begleitet werden, der während des gesamten Turniers vor Ort bleibt; eine eigene Kinderbetreuung gibt es nicht. Verzehrgutscheine für die Verpflegung stellt die Rheinisch-Bergische Siedlungsgesellschaft (RBS) zur Verfügung. Zuschauerinnen und Zuschauer sind willkommen.

Auf das Turnier folgt ein einwöchiges Fußballcamp für Kinder aus der Umgebung im selben Alter, Vorkenntnisse sind nicht nötig. Es geht um Bewegung, gemeinsame Erlebnisse und neue Kontakte – unabhängig von sozialer oder nationaler Herkunft. „Sport schafft Gemeinschaft, erleichtert gesellschaftliche Teilhabe und wirkt sozialer Isolation entgegen“, sagt Yvonne Holtmann vom Kreissportbund Rheinisch-Bergischer Kreis. Genaue Termine und die Anmeldung für das Camp nennt die Mitteilung nicht.

Veranstaltet werden Turnier und Camp von der Sportjugend des Rheinisch-Bergischen Kreises, der RBS und der Abteilung Soziale Stadtentwicklung der Stadt Bergisch Gladbach. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der BELKAW, dem Landesjugendring NRW, der RBS und der Stadt.

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Verschiebebahnhof Rathaus: Fünf Bürgeranliegen – keine Entscheidung in der Sache

Verschiebebahnhof Rathaus: Fünf Bürgeranliegen – keine Entscheidung in der Sache

15 Oktober 2026 von Darian Lambert

Schleichverkehr am Herkenfelder Weg, eine gefährliche Querung in Bärbroich, Hitze in der Innenstadt: Bürgerinnen und Bürger haben dem Ausschuss für Anregungen und Beschwerden am Mittwochabend konkrete Probleme und durchdachte Vorschläge vorgelegt. Der grün geführte Ausschuss reichte alles weiter – an Gremien und an eine Verwaltung, die schon mit den Altfällen nicht hinterherkommt.

Sie haben Autos gezählt, Unterschriften gesammelt, eine Skizze angefertigt und Fotos gemacht. Am Mittwochabend saßen Bürgerinnen und Bürger aus Paffrath und Bärbroich im Ratssaal des Bensberger Rathauses und schilderten dem Ausschuss für Anregungen und Beschwerden (AAB), was sie tagtäglich erleben: Durchgangsverkehr vor der Haustür, Beinahe-Unfälle an der Reitanlage, Schulkinder auf gefährlichen Wegen. Mit nach Hause nahmen sie vor allem Aktenzeichen. Alle fünf Bürgeranregungen im öffentlichen Teil wurden weitergereicht – an den Mobilitätsausschuss, an einen Fachausschuss oder direkt in die Verwaltung. Entschieden wurde in der Sache nichts.

Auf einen Blick Wann und wo: Mittwoch, 14. Oktober 2026, 17 Uhr, Ratssaal im Rathaus Bensberg – dritte Sitzung des Ausschusses in der laufenden Wahlperiode.Fünf Bürgeranregungen, fünf Verweisungen: drei an den Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen (AMV), eine an einen Fachausschuss, eine an das Sachgebiet Verkehrslenkung.Abstimmungen: viermal einstimmig, einmal mehrheitlich gegen die Stimmen der AfD (Wassersprühbalken).Einmal gegen die Verwaltung: Beim Herkenfelder Weg wollte die Verwaltung die Anregung zurückweisen – der Ausschuss erteilte stattdessen einen Prüfauftrag.Warteschleife: Ältere Anregungen zur Borngasse und zu den Refrather Grundschulen liegen laut Verwaltung „aufgrund begrenzter personeller Kapazitäten“ weiter unbearbeitet.

Das Muster war an diesem Abend immer dasselbe: Vortrag, ein paar Wortmeldungen, Verweisung. Ausschussvorsitzender Dirk Steinbüchel (Grüne) führte zügig durch die Tagesordnung. Für die fünf Anliegen brauchte der öffentliche Teil rund 40 Minuten – für die Eintrachtstraße blieben knapp zwei. Formal ist das nicht zu beanstanden: Der Ausschuss entscheidet in der Regel nicht selbst in der Sache, sondern gibt Anregungen an die zuständigen Stellen weiter. Umso mehr kommt es darauf an, was dort mit ihnen passiert. Und da macht ein Blick in die Sitzungsunterlagen wenig Hoffnung.

Grafik 1: Wohin die fünf Bürgeranregungen weitergereicht wurden. Quelle: DS 0606–0610/2026, eigene Mitschrift.

Herkenfelder Weg: „Anlieger frei“ – und trotzdem fährt jeder durch

Den größten Raum nahm der Herkenfelder Weg ein. Die schmale Straße zweigt in Katterbach von der Kempener Straße ab, führt durch ein Wohngebiet, durch den Wald und an einer Kleingartenanlage vorbei bis zur Borngasse in Paffrath – dort liegen das Kombibad und die Integrierte Gesamtschule Paffrath (IGP). An beiden Enden stehen seit Jahren Schilder: Durchfahrt nur für Anlieger. Daran hält sich nach Schilderung der Anwohner kaum jemand.

Anwohner Michael S. berichtete im Ausschuss von einer Verkehrszählung zwischen Mai und Ende Juli: Rund 150 bis 200 Autos rollen demnach täglich durch – bei gerade einmal etwa 30 Häusern am Weg. Hinzu kommen laut der Zählung rund 187 Radfahrende am Tag, darunter Schulkinder auf dem Weg zur IGP, außerdem Reiterinnen und Reiter des nahen Reitvereins und am Wochenende viele Spaziergänger. Geschäfte oder Arztpraxen gibt es an der Strecke nicht. Wie gefährlich die Lage ist, zeigte sich am 8. August: Ein Pkw landete im Garten eines Anwohners, der Unfall ist polizeilich erfasst.

„Wenn man hört: 150 bis 200 Autos pro Tag […], dann stimmt da was nicht. Dieser Weg dient zur Abkürzung.“  – eine Anwohnerin im Ausschuss

Grafik 2: Der Herkenfelder Weg in Zahlen. Quelle: Angaben der Petenten und Wortbeiträge in der Sitzung.

Die Verwaltung wollte die Sache eigentlich schnell erledigen. In ihrer Vorlage empfahl sie, die Anregung zurückzuweisen. Poller oder andere „modale Filter“ seien nach einem Landeserlass von 2024 unzulässig, wenn sie nur ein bestehendes Verbot durchsetzen sollen; außerdem gefährdeten sie Radfahrende. Den erhobenen Durchgangsverkehr hält die Verwaltung zwar für „nicht gewollt“, aber für „nicht so stark ausgeprägt“, dass daraus eine erhöhte Gefahr entstehe. Für die Kontrolle sei ohnehin allein die Polizei zuständig. Nach dem Unfall im August und bei bis zu 200 Autos am Tag auf einer Straße mit rund 30 Häusern wirkt diese Einschätzung erstaunlich weit weg vom Alltag am Herkenfelder Weg.

Die Petenten reagierten pragmatisch: Sie zogen die Poller-Forderung zurück und baten darum, den Weg so zu gestalten, dass „Anlieger frei“ tatsächlich eingehalten wird – etwa als eingeschränkte Einbahnstraße nach einem Vorschlag des ADFC oder als Sackgasse. Ein Ausschussmitglied warnte „aus beruflicher Erfahrung“ vor der Einbahnstraße: Ohne Gegenverkehr werde dort erst recht schneller gefahren, sinnvoll sei eine echte Sackgasse. CDU-Ratsherr Friedrich Zapf, selbst Anwohner und Vater von vier Kindern, sprach von Zuständen, die „teilweise ein bisschen schwer zu ertragen“ seien, und nannte Berliner Kissen eine „gängige Lösung“, um das Tempo zu drosseln.

Grafik 3: So funktioniert der Schleichweg zwischen Kempener Straße und Borngasse (schematisch, nicht maßstabsgetreu).

Die Grünen bedankten sich für die Anregung und erinnerten selbst daran, dass nach der Borngasse und der Dellbrücker Straße nun schon die dritte Straße rund um IGP und Freizeitbad in Paffrath im Ausschuss landet – und wollten das Anliegen „zusammen mit der SPD“ in den Mobilitätsausschuss verweisen. Die Verwaltung regte an, daraus einen Prüfauftrag zu machen, und sprach von einem „Spagat“ zwischen dem, was verkehrsrechtlich zulässig, und dem, was politisch gewünscht sei.

Am Ende stand ein einstimmiger Prüfauftrag: Im Mobilitätsausschuss (AMV) sollen Wege gefunden werden, wie „Anlieger frei“ am Herkenfelder Weg durchgesetzt werden kann – von der eingeschränkten Einbahnstraße über Fahrbahnverengungen bis zu Berliner Kissen. Für die Anwohner ist das immerhin ein Teilerfolg gegen eine Verwaltung, die ihr Anliegen komplett zurückweisen wollte. Schneller als jede Planung könnten allerdings Kontrollen kommen: Ein Polizeibeamter im Ausschuss kündigte an, das Thema „morgen direkt“ beim Verkehrsdienst vorzulegen.

Grafik 4: Welche Lösungen für den Herkenfelder Weg auf dem Tisch liegen – und wie es um sie steht.

Bärbroich: Sicherheit vielleicht ab 2028

In Bärbroich treffen auf der geraden Ortsdurchfahrt der L 289 Autos, Reiter, Spaziergänger, Hunde, Traktoren und Schulkinder aufeinander. Der Antragsteller schilderte eindringlich, wie Beschäftigte und Reiter der Reitanlage am Gut Bärbroich die Straße queren müssen, wie auf dem Hof täglich mit Traktor und Hoflader gearbeitet wird und dass es im Ort bereits zahlreiche Zusammenstöße gegeben habe – mit Hunden, Katzen, Pferden, Kindern, Rad- und Motorradfahrern. Gefährliche Situationen stünden „nahezu an der Tagesordnung“. Er wünscht sich einen Zebrastreifen an der Hofeinfahrt, Tempo 30 statt 50 und vor allem ein Sicherheitskonzept für den ganzen Ort.

Die Verwaltung stellt in ihrer Vorlage selbst fest, dass es entlang der Ortsdurchfahrt bislang keine gesicherte Querung gibt. Vorrangig prüfen will sie zunächst die Bushaltestelle „Am Rothfeld“, an der viele Schulkinder die Straße queren. Eine bauliche Lösung soll aber erst mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt kommen – „vermutlich im Laufe des Jahres 2028“.

Als SPD-Ratsmitglied Jannes Komenda anregte, schon vorher probeweise einen Zebrastreifen zu markieren, bremste der Vertreter der Verwaltung: Ohne geregelte Fußwegeverbindung drohten rechtliche Probleme, nötig seien bauliche Anpassungen, „sonst haben wir nichts Halbes und nichts Ganzes“. Seinen Vorschlag hatte Komenda ohnehin mit dem Nachsatz versehen, man wolle ansonsten „gerne verweisen“. Auch beim Tempo machte die Verwaltung wenig Hoffnung: Messungen hätten im Schnitt rund 45 km/h ergeben, eine ausgesprochene Raserstrecke sei das nach ihrer Einschätzung nicht. Hinter die rechtlichen Voraussetzungen für Tempo 30 setzte der Verwaltungsvertreter „ein kleines Fragezeichen“.

Grafik 5: Tempo an der Ortsdurchfahrt Bärbroich und Zeitplan der Stadt. Quelle: DS 0609/2026, Aussagen der Verwaltung in der Sitzung.

Ein Durchschnittswert sagt allerdings wenig darüber aus, wie schnell die Schnellsten unterwegs sind. Verkehrsplaner schauen dafür üblicherweise auf die sogenannte V85 – das Tempo, das 85 Prozent der Fahrzeuge nicht überschreiten. Diesen Wert nannte die Verwaltung nicht. Immerhin räumte sie ein, dass der Mobilitätsausschuss die Maßnahme im Sofortprogramm zur Deckensanierung durchaus vorziehen könne, und sagte zu, auch eine vorgezogene Markierung zu prüfen. Einstimmig ging die Anregung in den AMV. Ob SPD und Grüne dort für Bärbroich Druck machen, bleibt abzuwarten.

Hitzeschutz: Die Stadt verpasst ihren eigenen Sommer

Gute Idee, aber nicht so – so lässt sich die Haltung der Verwaltung zum Vorschlag eines Bürgers zusammenfassen, bei Hitzewarnungen an der stark versiegelten Mülheimer Straße Sprühbalken aus ausgemusterten Feuerwehrschläuchen aufzustellen. Zu viel Betreuungsaufwand, zu hoher Wasserverbrauch, hygienische Risiken, urteilt die Verwaltung. Stattdessen verweist sie auf ihr eigenes Projekt: sogenannte Nebellanzen, konzentriert auf die Hauptstraße in der Innenstadt – nicht auf die Mülheimer Straße, um die es dem Antragsteller ging. Pikant: Nach eigenen Angaben hätte dieses Projekt „eigentlich schon zu Beginn dieses Sommers“ in die Umsetzung gehen sollen. Der Sommer ist vorbei, laut Vorlage wird die Installation weiterhin geprüft.

Im Ausschuss fand die Idee breite Unterstützung. Ein Ausschussmitglied empfahl allen Zweiflern „eine kleine Reise nach Frankreich“, wo von Paris bis Mülhausen öffentliche Plätze gekühlt würden; ein weiteres berichtete von erfrischenden Erfahrungen in Litauen und Polen. Die Vertreterin des Seniorenbeirats, Hildegard Gitschier-Piepenbrock, nannte kühle „Oasen“ für ältere Menschen „ganz, ganz wichtig“. Die AfD lehnte ab, ihr Sprecher sprach von „Panikmache“ – in der Innenstadt könne man sich schließlich in klimatisierten Geschäften abkühlen. Bodenständig der Einwurf eines weiteren Ausschussmitglieds: Auch Bäume verdunsteten viel Wasser – „und die kosten ein bisschen weniger“.

Mehrheitlich, gegen die Stimmen der AfD, ging das Thema an den zuständigen Fachausschuss; laut Vorlage soll die Stabsstelle Klimaschutz dort ein Konzept vorlegen. Spätestens 2027 muss die Stadt ohnehin liefern: Nach aktuellem Stand wird ein Klimaanpassungskonzept dann zur kommunalen Pflichtaufgabe.

Wasserdurchlässiger Asphalt: Gute Idee, teure Fragen

Ein Bürger forderte, bei künftigen Sanierungen und Neubauten städtischer Fahrbahnen standardmäßig offenporigen, wasserdurchlässigen Asphalt nach niederländischem Vorbild zu prüfen und vorzugsweise einzusetzen – gegen Starkregen und Hitze, für mehr Grundwasser. In einem Zusatzantrag verlangte er, bei Ausschreibungen die Kosten über die gesamte Lebensdauer zu rechnen statt nur den günstigsten Angebotspreis. Die höheren Herstellungskosten beziffert er selbst auf etwa 15 bis 25 Prozent.

Die Verwaltung bremste auch hier. Bei Sanierungen bleibe meist die alte, wasserundurchlässige Tragschicht liegen, eine neue Deckschicht allein mache eine Straße deshalb nicht durchlässig. Infrage komme die Technik nur beim Neubau, etwa von wenig belasteten Wohnstraßen sowie Geh- und Radwegen – und auch dann erst nach Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde des Kreises.

Grafik 6: Warum ein neuer Belag allein nicht versickert – schematisch nach der Stellungnahme der Verwaltung (DS 0608/2026).

Für einen kleinen Lacher hatte SPD-Ratsherr Ingo Schütze schon beim Thema Hitzeschutz gesorgt, als er zu Fragen des Straßenbelags ansetzte – „Du bist beim falschen Tagesordnungspunkt“, korrigierte ihn der Vorsitzende. Beim richtigen Punkt fragte er dann nach Frostschäden und der Gefahr durch Öl und Schmierstoffe. Ein CDU-Vertreter mahnte einen Kostenvergleich an, der Haushalt sei „sehr angespannt“: Hält der Asphalt fünf Jahre oder zwanzig? Die Antwort der Verwaltung fiel ernüchternd aus. Man sei „sehr kostensensibel unterwegs“ und werde vieles nur projektbezogen beantworten können.

„Bitte erwarten Sie nicht, dass wir jetzt für all diese Fragen Antworten finden.“  – der Vertreter der Verwaltung

Einstimmig ging die Anregung in den AMV – als „Denkaufgabe“ für künftige Planungen, wie es aus der Verwaltung hieß.

Eintrachtstraße: Eine Spielstraße, die keine ist

Besonders aufschlussreich ist die Vorlage zur Eintrachtstraße. Ein Anwohner beklagt dort zu schnelle Autos, Elterntaxis, Jugendliche in Microcars und Pendler, die den als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesenen Straßenzug als Abkürzung zwischen Friedrich-Offermann-Straße und Kölner Straße nutzen. Weil der Fußgängerbereich wegen der Enge nicht durch einen Bordstein abgetrennt werden kann, kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Zudem fehlen Parkplätze für Anwohner.

Die Verwaltung räumt ein: Die bauliche Gestaltung der Straße entspricht gar nicht den Anforderungen an einen verkehrsberuhigten Bereich. Nötig sei eine Überplanung, möglichst mit einfachen Mitteln wie Markierungen und mobilen Einbauten. Wie lange das dauert, könne man noch nicht sagen. Zur gewünschten Anwohnerparkregelung findet sich in der Stellungnahme kein Wort.

Der Antragsteller wollte sein Anliegen eigentlich selbst vorstellen, war aber verhindert – und wäre es auch beim nächsten Sitzungstermin gewesen. Also wurde ohne ihn beraten, in rund zwei Minuten. Zwei kurze Wortmeldungen unterstützten den Vorschlag der Verwaltung, einstimmig ging die Anregung an das Sachgebiet Verkehrslenkung. Damit ist das Verfahren im Ausschuss abgeschlossen; das Ergebnis teilt die Verwaltung dem Bürger direkt mit. Ob und wann sich in der Eintrachtstraße etwas ändert, erfährt die Öffentlichkeit so womöglich nie.

Grafik 7: Wie lange der Ausschuss über die einzelnen Anregungen beriet

Die Warteschleife: Was aus früheren Anregungen wurde

Wie es um die Bearbeitung von Bürgeranliegen steht, zeigt der Durchführungsbericht, den die Verwaltung dem Ausschuss vorlegte. Die Anregung der Grundschulen Kippekausen und Frankenforst aus Refrath vom 10. Juni ist im Mobilitätsausschuss „aufgrund begrenzter personeller Kapazitäten“ bis heute nicht behandelt worden; voraussichtlich am 1. Dezember soll es so weit sein. Die Anregung zur Verkehrssituation in der Borngasse vom 7. März wurde aus demselben Grund in der zuständigen Abteilung noch nicht einmal geprüft – mehr als sieben Monate nach Eingang. Der Vorschlag, den Ratskeller im Rathaus Bensberg als Vereinsheim zur Verfügung zu stellen, kommt frühestens am 17. Dezember erneut auf den Tisch; die Anregung gegen ein Bauprojekt im Strundepark soll am 3. Dezember im Planungsausschuss beraten werden.

Grafik 8: Wie lange Bürgeranregungen schon auf eine Antwort warten. Quelle: Durchführungsbericht DS 0604/2026, Vorlagen DS 0606–0610/2026.

Wer in Bergisch Gladbach eine Anregung einreicht, braucht also einen langen Atem: In den dokumentierten Fällen vergehen vom Eingang bis zur nächsten Beratung rund sechs bis zehn Monate – sofern es überhaupt einen Termin gibt. Und die drei neuen Fälle für den AMV landen ausgerechnet dort, wo schon die Anregung der Grundschulen aus dem Juni mangels Personal in der Verwaltung noch nicht behandelt werden konnte.

Wie es weitergeht

Die nächste Sitzung des Ausschusses für Anregungen und Beschwerden ist laut Durchführungsbericht für den 17. Dezember vorgesehen. Wann der Mobilitätsausschuss den Herkenfelder Weg, den Asphalt und Bärbroich aufruft, ist offen. Im Anschluss an den öffentlichen Teil tagte der Ausschuss am Mittwoch nicht öffentlich.

Grafik 9: Angekündigte Termine und Fristen – und was noch ohne Termin ist.

Die Beschlüsse im Überblick

TOPAnregungVorschlag der VerwaltungBeschluss des AusschussesAbstimmung
Ö 6Temporäre Wassersprühbalken (25.06.2026)Stabsstelle Klimaschutz legt dem zuständigen Ausschuss ein Konzept vorVerweisung an den zuständigen Fachausschussmehrheitlich, gegen AfD
Ö 7Modale Filter am Herkenfelder Weg (01.07.2026)ZurückweisungPrüfauftrag: „Anlieger frei“ durchsetzen; Beratung im AMVeinstimmig
Ö 8Wasserdurchlässiger Asphalt (17.07.2026)Überweisung an den AMVVerweisung an den AMV, mit Fragen zu Kosten und Haltbarkeiteinstimmig
Ö 9Verkehrssicherheit Gut Bärbroich (25.07.2026)Verweisung an den AMVVerweisung an den AMV, inklusive der gesammelten Ideeneinstimmig
Ö 10Verkehrsberuhigung Eintrachtstraße (21.08.2026)Prüfung durch Sachgebiet Verkehrslenkung, Verfahren beendetwie vorgeschlageneinstimmig

Quelle: Vorlagen DS 0606–0610/2026; Beschlüsse und Abstimmungsergebnisse laut eigener Mitschrift.

KOMMENTAR Bürger liefern – die Stadt verwaltet Man muss es den Menschen vom Herkenfelder Weg und aus Bärbroich hoch anrechnen: Sie haben gezählt, dokumentiert, fotografiert und sich vor einen Ausschuss gesetzt, um für ihre Nachbarschaft zu werben. Das ist gelebte Demokratie. Bekommen haben sie dafür einen Platz in der Warteschleife. Die Verwaltung wollte den Herkenfelder Weg zunächst ganz abweisen, verpasst beim Hitzeschutz ihren eigenen Zeitplan, vertröstet Bärbroich auf 2028 und räumt ein, dass ihre eigene Spielstraße in der Eintrachtstraße nicht den Vorgaben entspricht. Die Borngasse ist nach sieben Monaten nicht einmal geprüft. Und der grün geführte Ausschuss? Er verweist zuverlässig weiter – Grüne und SPD vorneweg, die das Anliegen vom Herkenfelder Weg am liebsten gemeinsam im nächsten Gremium sahen. Natürlich ist der Ausschuss formal nur eine Durchgangsstation. Gerade deshalb darf er nicht zum Abstellgleis werden. Bürgernähe misst sich nicht an korrekt formulierten Überweisungsbeschlüssen, sondern daran, ob sich vor Ort etwas ändert. Ein Probe-Zebrastreifen, ein paar Berliner Kissen, eine Verkehrskontrolle – das sind keine Jahrhundertprojekte. Und der Hinweis auf fehlendes Personal ersetzt keine Prioritäten: Wer Bürgeranliegen ernst nimmt, arbeitet sie zuerst ab. Für alle, die Bürgernähe nicht nur versprechen, ist das ein klarer Auftrag: dranbleiben, nachfragen, Termine einfordern. Genau dafür ist die Bürgerpartei GL angetreten – mehr Bürgernähe, weniger Aktenkreislauf. Jetzt gilt es, die Verwaltung beim Wort zu nehmen. Ein Kommentar der GL-aktuell-Redaktion
Hintergrund: Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden Nach § 24 der Gemeindeordnung NRW kann sich jede Person schriftlich mit Anregungen und Beschwerden in Angelegenheiten der Gemeinde an den Rat wenden. In Bergisch Gladbach berät darüber der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden. Er entscheidet in der Regel nicht selbst in der Sache, sondern gibt die Anliegen an die zuständigen Ausschüsse oder die Verwaltung weiter. Besetzung: 21 stimmberechtigte Mitglieder – CDU 9, SPD 4, Grüne 4, AfD 2, Volt/Freie Wählergemeinschaft 1, Bürgerpartei GL 1; dazu je ein beratendes Mitglied aus Inklusions- und Seniorenbeirat. Vorsitzender ist Dirk Steinbüchel (Grüne).

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Altenberger-Dom-Straße: Zwei Wochen Vollsperrung für die neue Asphaltdecke

15 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Vom 17. bis voraussichtlich 30. Oktober ist die Altenberger-Dom-Straße zwischen Leverkusener Straße und Ortsausgang Richtung Odenthal komplett gesperrt. Der Verkehr wird in beiden Richtungen über die B 506 umgeleitet.

(Symbolbild)

Für die letzte Bauphase wird die Altenberger-Dom-Straße in den Herbstferien voll gesperrt. Von Samstag, 17. Oktober, bis voraussichtlich Freitag, 30. Oktober, ist der Abschnitt zwischen der Leverkusener Straße und dem Ortsausgang Richtung Odenthal (Zum Scheider Feld) nach Angaben der Stadt nicht befahrbar. In dieser Zeit wird die abschließende Asphaltdecke eingebaut. Auch die Einmündung der Schlebuscher Straße ist gesperrt.

Bis einschließlich Freitag, 16. Oktober, gilt noch die bisherige Einbahnregelung in Richtung Odenthal bis zur Schlebuscher Straße; wer Richtung Köln fährt, wird weiterhin über Schlebusch geleitet. Ab dem 17. Oktober führt die Umleitung dann in beiden Richtungen großräumig über die B 506. Aus Köln kommend beginnt sie an der Kempener Straße, in der Gegenrichtung bereits am Kreisverkehr in Odenthal.

Auch die Buslinien werden an die Sperrung angepasst. Die Verkehrsbetriebe wollen die Änderungen in Kürze auf ihren Internetseiten und an den betroffenen Haltestellen bekanntgeben.

Anliegerinnen und Anlieger der Altenberger-Dom-Straße und der Brahmstraße erreichen ihre Grundstücke während der Vollsperrung nur über den Fahner Weg. Die Grundstückszufahrten selbst sind zeitweise nicht nutzbar: noch bis zum 16. Oktober jeweils von 8 bis 16 Uhr, vom 17. bis 20. Oktober von 7 bis 17 Uhr und vom 21. bis 23. Oktober von 6 bis 17 Uhr – in diesen Tagen werden Haftkleber aufgetragen und die neue Deckschicht eingebaut. Vom 26. bis 30. Oktober folgen jeweils von 8 bis 17 Uhr unter anderem die Fahrbahnmarkierungen.

Im gesperrten Baustellenbereich darf während der Arbeiten weder gefahren noch geparkt werden. So sollen die Beschäftigten geschützt und Schäden an der frischen Asphaltdecke und den neuen Markierungen vermieden werden, erklärt die Stadt.

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Pressemitteilung FHDW Bergisch Gladbach Gladbachs Partnerstädte zu Besuch bei FHDW

Städtepartnerschaften bringen Bergisch Gladbachs Hochschule international voran

15 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Zum 70-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaften hat Bergisch Gladbach Gäste aus mehreren Partnerstädten empfangen. Bei einem Besuch der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) ging es darum, wie aus langjährigen freundschaftlichen Beziehungen neue Kooperationen in Studium und Forschung entstehen können.

Seit 1956 pflegt Bergisch Gladbach Städtepartnerschaften mit Luton in England, Velsen in den Niederlanden und Bourgoin-Jallieu in Frankreich. Zum 70-jährigen Jubiläum kamen Vertreterinnen und Vertreter aus den Partnerstädten nach Bergisch Gladbach. Gemeinsam mit den örtlichen Städtepartnerschaftsvereinen besuchten sie die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW).

Dabei wurde deutlich, dass die internationalen Beziehungen nicht nur Begegnungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, sondern auch neue Perspektiven für Hochschulen und Studierende eröffnen.

Campusleiter Peter Tutt begrüßte die Gäste mit einer Bergischen Kaffeetafel. Bei Waffeln, herzhaften Spezialitäten und Kaffee aus der traditionellen Dröppelminna kamen die Besucher miteinander ins Gespräch. Anschließend stellte Tutt die Hochschule bei einer Präsentation und einem Rundgang vor.

Auch FHDW-Präsident Prof. Dr. Eckhard Koch, der Leiter des Campus Mettmann und der Unternehmenskooperation Mettmann und Bergisch Gladbach, Dr. Alexander Brändle, sowie Karin Carroll-Scott, Leiterin des International Office, waren für den Termin angereist.

Koch erläuterte die internationale Ausrichtung der Hochschule. Seit zwei Jahren verfolge die FHDW eine deutlich internationalere Strategie. Dazu gehörten auch englischsprachige Studiengänge, die ab Herbst beziehungsweise im folgenden Jahr angeboten werden sollen.

Neue Kooperation mit Hochschule in Luton

Ein konkretes Beispiel für die Zusammenarbeit ist die neue Kooperation der FHDW mit der University of Bedfordshire in Luton. Damit erhält die Städtepartnerschaft zwischen Bergisch Gladbach und der englischen Stadt eine zusätzliche akademische Dimension.

Auch mit einem College im litauischen Marijampolė, einer weiteren Partnerstadt Bergisch Gladbachs, arbeitet die Hochschule bereits zusammen. Solche Verbindungen sollen den internationalen Austausch stärken und Studierenden zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.

Das International Office plant bereits weitere Kooperationen. Karin Carroll-Scott nannte als mögliches Modell ein sogenanntes „1-plus-1-Programm“. Dabei könnten Studierende Abschlüsse im Ausland und an der FHDW erwerben, die in beiden Ländern anerkannt werden. Langfristig strebt die Hochschule zudem Doppelmasterabschlüsse mit internationalen Partnern an.

Ehrenamt als Grundlage internationaler Kontakte

Der Besuch machte zugleich deutlich, welche Rolle die Städtepartnerschaftsvereine bei der Pflege internationaler Beziehungen spielen. Durch ihr ehrenamtliches Engagement organisieren sie Begegnungen, halten Kontakte aufrecht und schaffen Voraussetzungen für neue gemeinsame Projekte.

Die Zusammenarbeit mit Hochschulen zeigt, dass die seit Jahrzehnten bestehenden Partnerschaften auch für Bildung und Wissenschaft neue Chancen eröffnen. Aus persönlichen Kontakten können so langfristige Kooperationen entstehen, von denen Studierende und Hochschulen auf beiden Seiten profitieren.

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