Archiv | Oktober, 2026

Sonniger Park am Deutschen Platz in Bensberg

Bensberg eröffnet neugestalteten Deutschen Platz mit Parkanlage

12 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Nach rund acht Monaten Bauzeit ist die Grünanlage am Deutschen Platz und Hindenburgplatz in Bensberg wieder zugänglich. Am Freitag, 16. Oktober, wird die umgestaltete Parkanlage offiziell eröffnet. Im Anschluss verschenkt die Stadt 50 Bäume an Grundstückseigentümer in Bergisch Gladbach.

Mehr Platz zum Spielen, neue Sitzgelegenheiten und eine aufgewertete Grünanlage: Der Deutsche Platz und die angrenzende Parkanlage in Bensberg sind nach umfangreichen Bauarbeiten fertiggestellt. Seit dem 5. Oktober ist das Gelände wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Die offizielle Eröffnung findet am Freitag, 16. Oktober 2026, um 14 Uhr gemeinsam mit Bürgermeister Marcel Kreutz statt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen.

Besonders Familien und Kinder sollen von der Neugestaltung profitieren. Der Spielplatz wurde erweitert und bietet neue, teilweise barrierefrei nutzbare Spielmöglichkeiten auf mehreren Ebenen.

50 Bäume für Bergisch Gladbach

Direkt im Anschluss an die Eröffnung beginnt um 14.30 Uhr die Bürgerbaum-Aktion von StadtGrün. Wie bereits 2022 und 2024 stellt die Stadt erneut 50 Bäume kostenlos zur Verfügung. Finanziert werden sie aus Mitteln der Baumschutzsatzung.

Das Angebot richtet sich an Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken in Bergisch Gladbach. Die Bäume sollen im Geltungsbereich der städtischen Baumschutzsatzung gepflanzt werden. Die Ausgabe erfolgt, solange der Vorrat reicht.

Das Ende der Veranstaltung ist gegen 15.30 Uhr geplant. Mitarbeitende der Abteilung StadtGrün stehen währenddessen für Fragen zur neugestalteten Anlage zur Verfügung.

Mehr Aufenthaltsqualität und neue Spielmöglichkeiten

Die Arbeiten wurden im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes Bensberg umgesetzt. Unter dem Leitgedanken „Wechselvolle Geschichte trifft auf Gegenwart“ sollte die bestehende Parkanlage behutsam weiterentwickelt und als öffentlicher Treffpunkt in der Innenstadt gestärkt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Platzfläche am Ehrenmal. Sie soll künftig stärker als Stadtplatz und zentraler Begegnungsort dienen. Dafür wurden die Grundfläche leicht angepasst und die Wegeführung mit zwei geradlinigen Achsen klarer gestaltet. Auch die Zugänge zum Platz und zum oberen Bereich der Grünanlage wurden einladender angelegt.

Helles Betonsteinpflaster, wassergebundene Flächen und neue, stadtklimaverträgliche Baumarten mit lichten Kronen sollen für eine offenere Atmosphäre sorgen und zugleich Schatten spenden.

Neue Bepflanzung und Landschaftsliegen

Auch die Grünflächen wurden umfassend überarbeitet. Stark zugewachsene und überalterte Bereiche wurden zurückgenommen und mit einer vielfältigen Auswahl an Stauden und Gehölzen neu bepflanzt. Darüber hinaus wurde die Allee instand gesetzt.

Auf der östlichen Rasenfläche laden neue Landschaftsliegen künftig zum Verweilen ein. Insgesamt soll die neugestaltete Anlage mehr Möglichkeiten zum Spielen, Erholen und Begegnen bieten und den Deutschen Platz als Teil der Bensberger Innenstadt aufwerten.

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Warnung am Rheinufer in Köln

Niedrigwasser am Rhein: Stadt Köln warnt vor alten Kampfmitteln

12 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Bei sinkendem Rheinpegel werden immer wieder alte Bomben und Munition am Ufer sichtbar. Zwischen August und Anfang Oktober wurden in Köln 33 Kampfmittel geborgen. Die Stadt warnt davor, trockengefallene Flächen zu betreten oder verdächtige Gegenstände anzufassen.

(Symbolbild)

Der niedrige Wasserstand des Rheins bringt in Köln zunehmend alte Kampfmittel ans Tageslicht. Am Rheinufer können dadurch gefährliche Hinterlassenschaften aus vergangenen Kriegen sichtbar werden. Die Stadt Köln ruft deshalb zu besonderer Vorsicht auf und bittet Spaziergänger, Sportler und andere Besucher, verdächtige Gegenstände keinesfalls zu berühren oder selbst zu bergen.

Wie die Stadt mitteilt, gab es zwischen August und Anfang Oktober 2026 insgesamt 45 kampfmittelbedingte Einsätze im Bereich des Rheins. Dabei wurden 53 verdächtige Gegenstände gemeldet oder gefunden. In 33 Fällen handelte es sich tatsächlich um Kampfmittel, in 20 Fällen stellte sich der Verdacht als unbegründet heraus.

Bomben und Granaten am Rheinufer entdeckt

Unter den geborgenen Kampfmitteln waren Spreng- und Brandbomben, Minen, Panzergranaten, Wurf- und Handgranaten sowie verschiedene Munitionsteile. In den meisten Fällen konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf die Gegenstände bergen und abtransportieren.

Einige Funde waren jedoch so gefährlich, dass größere Sicherheitsmaßnahmen erforderlich wurden. Am 6. August wurde in Deutz eine zündfähige Fünf-Zentner-Bombe entdeckt. Am 28. September folgte in Rodenkirchen der Fund einer Zehn-Zentner-Bombe. Beide Fälle machten eine Evakuierung der Bevölkerung notwendig.

Die Zahlen zeigen nach Einschätzung der Stadt, dass freigelegte Kampfmittel bei Niedrigwasser eine ernst zu nehmende Gefahr darstellen.

Stadt gibt klare Verhaltenstipps

Wer sich am Rhein aufhält, sollte auf befestigten und ausgewiesenen Wegen bleiben. Die Stadt rät ausdrücklich davon ab, trockengefallene Bereiche des Flussbettes zu betreten. Dort können alte Kampfmittel liegen, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen, tatsächlich aber gefährlich sein können.

Wer einen verdächtigen Gegenstand entdeckt, sollte folgende Regeln beachten:

  • Nicht berühren oder bewegen: Auch alte oder beschädigt wirkende Munition kann gefährlich sein.
  • Abstand halten: Den Fundort nicht weiter erkunden und andere Menschen in der Nähe warnen.
  • Fund melden: Das Ordnungsamt unter 0221/221-32000 oder die Polizei über den Notruf 110 informieren.
  • Fundort genau beschreiben: Eine möglichst genaue Ortsangabe erleichtert den Einsatzkräften die Suche.

Die Stadt betont, dass die Bevölkerung durch umsichtiges Verhalten dazu beitragen kann, Unfälle zu verhindern. Die Bergung und Sicherung verdächtiger Gegenstände sollten ausschließlich den zuständigen Fachkräften überlassen werden.

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Unbenannt

Bergisch Gladbach setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

09 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Lesungen, Filmvorführungen, Workshops und Aktionen im Stadtgebiet: Vom 23. bis 27. November beteiligt sich Bergisch Gladbach mit einer Aktionswoche am Internationalen Tag zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen. Bereits Anfang November stehen zwei Veranstaltungen auf dem Programm. Eine neue Orange Bank soll dauerhaft auf das Thema aufmerksam machen.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen sichtbar machen, Betroffene stärken und über Hilfsangebote informieren: Mit diesen Zielen organisiert die Stadt Bergisch Gladbach im November eine Aktionswoche rund um den Internationalen Tag zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November. Das Programm richtet sich an unterschiedliche Altersgruppen und umfasst Veranstaltungen an mehreren Orten in der Stadt.

Jugendliche können sich unter anderem im Jugendzentrum CROSS, im UFO und am kaufmännischen Berufskolleg mit dem Thema auseinandersetzen. Auch das Atelier KLKS und das Kunstmuseum Villa Zanders beteiligen sich. Neben den Selbstverteidigungskursen „You can Fight“ wird in Heidkamp erstmals ein thematischer Yoga-Workshop angeboten.

Die Veranstaltungen sollen Frauen und Mädchen stärken, Möglichkeiten zum Selbstschutz aufzeigen und auf Beratungs- und Unterstützungsangebote in Bergisch Gladbach und im Rheinisch-Bergischen Kreis aufmerksam machen.

Lesung und Informationsabend bereits Anfang November

Noch vor dem offiziellen Beginn der Aktionswoche gibt es zwei Veranstaltungen zum Thema Gewalt und Ausbeutung.

Am 3. November liest die Autorin Asha Hedayati in der Stadtbücherei aus ihrem Buch „Die stille Gewalt“. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch „Keine Gewalt an Frauen“ im Rheinisch-Bergischen Kreis statt.

Am 6. November folgt der Informationsabend „Achtung Loverboys“ in der IGP. Bono Direkthilfe e. V. und die städtische Gleichstellungsstelle informieren dabei über emotionale Manipulation und Ausbeutung, von denen insbesondere Mädchen und junge Frauen betroffen sein können.

Auch die Volkshochschule beteiligt sich am Programm: Am 24. November wird dort der Dokumentarfilm „Girls and Gods“ gezeigt. Darin setzt sich die Regisseurin mit der Rolle von Frauen und Mädchen in den Weltreligionen auseinander.

Orange Fahnen und beleuchtetes Rathaus

Neben den Veranstaltungen soll das Thema auch im Stadtbild präsent sein. Am 23. November werden vor den Rathäusern in Bensberg und Bergisch Gladbach sowie auf dem Zanders-Gelände Fahnen gehisst. Während der gesamten Aktionswoche wird das Rathaus in Bergisch Gladbach orange angestrahlt.

Die Farbe Orange steht international für eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Mit den sichtbaren Zeichen will die Stadt auf das Problem aufmerksam machen und zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung beitragen.

Zweite Orange Bank wird am Zanders-Gelände eingeweiht

Ein dauerhaftes Zeichen kommt am 25. November um 13 Uhr hinzu. Bürgermeister Marcel Kreutz und die Gleichstellungsbeauftragte Judith Klaßen wollen am Ende des Gleisparks auf dem Zanders-Gelände eine zweite Orange Bank im öffentlichen Raum einweihen.

Das Projekt entsteht gemeinsam mit der Allgemeinen Frauenberatungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis, der Opferschutzstelle der Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis und der städtischen Gleichstellungsstelle. Die beteiligten Organisationen werden auf einem Schild an der Bank genannt.

Die Bank soll nicht nur Aufmerksamkeit schaffen, sondern auch auf bestehende Beratungs- und Hilfsangebote hinweisen. Sie steht damit für die Aufforderung, Gewalt nicht zu ignorieren, Betroffene zu unterstützen und ihnen Wege aus gewaltsamen Situationen aufzuzeigen.

Orange Schuhe erinnern an Opfer von Gewalt

Im Rahmen der kreisweiten Aktion „Orange Schuhe gegen Gewalt an Frauen“ werden an der Bank außerdem Schuhe einer Stifterin aufgestellt. Sie symbolisieren Frauen, die Opfer von Gewalt und Femiziden geworden sind, und sollen dazu beitragen, das Thema aus der Unsichtbarkeit zu holen.

Mit der Aktion verbindet der Runde Tisch „Keine Gewalt an Frauen“ auch politische Forderungen. Dazu gehören eine bessere Anpassung der Unterstützungssysteme an den tatsächlichen Bedarf sowie die Forderung, Femizide als strafverschärfenden Umstand anzuerkennen.

Die Aktionswoche soll damit nicht nur informieren, sondern auch deutlich machen, dass der Schutz von Frauen und Mädchen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

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Servieren

Gastro-Löhne im Rheinisch-Bergischen Kreis steigen: Mehr als 195 Euro zusätzlich möglich

09 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Beschäftigte in Restaurants, Hotels und Cafés im Rheinisch-Bergischen Kreis bekommen mehr Geld. Seit Oktober steigen die Tariflöhne zunächst um 2,2 Prozent. Bis 2028 soll das monatliche Plus für Vollzeitkräfte auf mehr als 195 Euro anwachsen. Auch Auszubildende profitieren vom Tarifabschluss.

Wer in der Gastronomie oder Hotellerie arbeitet, kann sich über höhere Löhne freuen. Wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilt, sind die Tariflöhne im Rheinisch-Bergischen Kreis seit Oktober um zunächst 2,2 Prozent gestiegen. Für Vollzeitbeschäftigte bedeutet das laut Gewerkschaft bereits jetzt rund 60 Euro mehr im Monat.

Weitere Erhöhungen sind in den kommenden Jahren vorgesehen. Nach Angaben der NGG steigen die Löhne jeweils im Januar 2027 und 2028 erneut. Insgesamt sollen die Beschäftigten am Ende des Tarifabschlusses mehr als sieben Prozent beziehungsweise über 195 Euro zusätzlich pro Monat verdienen können.

Marc Kissinger von der NGG-Region Köln sieht darin auch einen Zusammenhang mit der gesenkten Mehrwertsteuer in der Gastronomie. Die Steuer auf Speisen in der Gastronomie wurde Anfang 2026 wieder auf sieben Prozent reduziert. Nach Ansicht der Gewerkschaft sollen auch die Beschäftigten von dieser Entlastung profitieren.

Auch Auszubildende bekommen mehr Geld

Von den tariflichen Verbesserungen profitieren ebenfalls Auszubildende im Gastgewerbe. Ihre Ausbildungsvergütung steigt laut NGG ab Oktober um 20 Euro. Eine weitere Erhöhung ist für August 2027 geplant.

Im dritten Ausbildungsjahr soll eine angehende Servicekraft dann monatlich 1.440 Euro erhalten. Damit lägen die Ausbildungsvergütungen in der Gastronomie nach Einschätzung der Gewerkschaft im Vergleich zu anderen Branchen im oberen Drittel.

Die NGG setzt nach eigenen Angaben auf bessere Ausbildungsbedingungen, um die Berufe im Gastgewerbe für junge Menschen attraktiver zu machen.

Rund 4.220 Beschäftigte in der Region

Nach Angaben der NGG-Region Köln arbeiten im Rheinisch-Bergischen Kreis rund 4.220 Menschen in der Hotellerie und Gastronomie. Für sie bringt der Tarifabschluss in den kommenden Jahren weitere Lohnsteigerungen.

Wie stark sich das Plus im Einzelfall auswirkt, hängt unter anderem von der jeweiligen Tätigkeit, der tariflichen Eingruppierung und der Arbeitszeit ab. Die genannten Beträge beziehen sich auf die Angaben der Gewerkschaft.

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Skateboard-Workshop in Bergisch Gladbach: Drei Tage auf dem Board

09 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Skateboard fahren lernen, neue Tricks ausprobieren und die eigene Technik verbessern: In den Herbstferien bietet die Stadt Bergisch Gladbach einen dreitägigen Workshop für Kinder und Jugendliche zwischen acht und 14 Jahren an. Vom 27. bis 29. Oktober können Anfänger und Fortgeschrittene auf dem Zanders-Gelände trainieren.

An drei Tagen dreht sich in Bergisch Gladbach alles ums Skateboard. Jeweils von 10 bis 14 Uhr lernen die Teilnehmenden unter professioneller Anleitung, ihr Board sicher zu beherrschen und ihre Fahrtechnik zu verbessern. Wer bereits Erfahrung hat, kann sich an verschiedenen Rampen und neuen Tricks versuchen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Bei schlechtem Wetter wird der Workshop in eine Halle verlegt. Ein eigenes Skateboard dürfen die Teilnehmenden gerne mitbringen. Ob ein eigenes Board vorhanden ist, kann bei der Anmeldung angegeben werden.

Helm ist Pflicht

Für die Teilnahme ist ein Helm vorgeschrieben. Wer keinen eigenen besitzt, sollte dies bei der Anmeldung mitteilen. Eine begrenzte Anzahl an Leihhelmen steht zur Verfügung. Außerdem empfiehlt die Stadt feste Schuhe, idealerweise Turnschuhe mit stabiler Sohle.

Essen und eine wiederbefüllbare Trinkflasche müssen die Kinder und Jugendlichen selbst mitbringen. Wasser und Obst werden vor Ort bereitgestellt.

Anmeldung erforderlich – nur 25 Plätze

Der Treffpunkt ist an allen drei Tagen an der Pforte des Zanders-Geländes, An der Gohrsmühle 25 in Bergisch Gladbach. Von dort geht die Gruppe gemeinsam zum jeweiligen Veranstaltungsort.

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Kinder und Jugendliche begrenzt. Eine vorherige Anmeldung ist deshalb erforderlich.

Anmeldung per E-Mail: d.schmitz4@stadt-gl.de

Veranstaltet wird der Workshop vom Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt Bergisch Gladbach. Die Finanzierung wird durch das nordrhein-westfälische Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration im Rahmen des Kinder- und Jugendförderplans NRW unterstützt.

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19 Tage alt, dann die Notbremse: Was der Finanzausschuss über die Stadtkasse verrät

19 Tage alt, dann die Notbremse: Was der Finanzausschuss über die Stadtkasse verrät

09 Oktober 2026 von Darian Lambert

Aus dem Rathaus · Finanzausschuss vom 8. Oktober 2026

Der Haushalt 2026 war gerade erst rechtskräftig, da verhängte der Kämmerer schon eine Bewirtschaftungsverfügung. Der Haushalt 2027 kommt erst im März. Die städtische IT war im September zahlungsunfähig und bekommt 1,86 Millionen Euro nachgeschossen – per Tischvorlage. Dazu: ein Museum für 5,5 Millionen, eine Bibliothek für 35 Millionen, eine kaputte Heizung und ein KI-Telefon, das am Montag startet.

Das Wichtigste vorab:

  • Haushalt 2027: Einbringung erst im März 2027 – bis zur Verabschiedung gilt die vorläufige Haushaltsführung
  • Bewirtschaftungsverfügung seit dem 2. September, 19 Tage nach Rechtskraft des Haushalts; eine Haushaltssperre wird geprüft
  • Schulden: seit 2022 rund 85 Prozent mehr, fast 180 Millionen Euro Kassenkredite – was die Zinsen kosten, konnte die Verwaltung nicht sagen
  • Rathaus-IT: im September zahlungsunfähig, jetzt 1,86 Millionen Euro Nachschlag
  • Bergisches Museum: 230.000 Euro Planung freigegeben, Eigenanteil der Stadt bis 2,75 Millionen Euro – während Vereinen 300-Euro-Zuschüsse gestrichen wurden
  • KI-Telefonzentrale: Test startet am Montag
  • Rathaus Bensberg: Heizung kaputt, Entscheidung erst im Dezember

Erst die Notbremse, dann der Haushalt

Am 14. August wurde der Haushalt 2026 rechtskräftig. Am 2. September erließ Kämmerer Thore Eggert eine Bewirtschaftungsverfügung – nach seinen Worten „die kleine Schwester der Haushaltssperre“. Sie gilt bis Jahresende, trifft vor allem die laufenden Ausgaben und legt sich über die Sparregeln, die in den Fachbereichen ohnehin gelten. Investitionen sind ausgenommen, sollen aber ebenfalls kritisch geprüft werden. Ob für die letzten Wochen des Jahres doch noch eine echte Haushaltssperre nötig wird, entscheidet sich nach einer neuen Prognose bis zur Ratssitzung am 13. Oktober.

Und der nächste Haushalt? Kommt später als gewohnt. Den Entwurf für 2027 bringt die Verwaltung erst im März 2027 ein. Bis er beschlossen ist – also voraussichtlich bis weit ins Frühjahr – fährt die Stadt in der vorläufigen Haushaltsführung, laut Eggert „die strengste Form der Bewirtschaftung“: nur noch das Notwendige, im Zweifel abgestimmt mit der Kommunalaufsicht. Die Begründung des Kämmerers ist bemerkenswert offen: Aus fachlicher Sicht sei es nicht vertretbar, fehlende politische Prioritäten durch Annahmen im Haushalt zu ersetzen. Die Politik soll vorher sagen, was gestrichen wird.

Das ist ehrlich. Vorbereitet werden soll das allerdings in einem neuen, informellen Gremium mit dem Arbeitstitel „Ältestenrat plus“. Wer in dem „Plus“ sitzt, blieb offen. Im Ältestenrat selbst sitzt die BÜRGERPARTEI GL nicht; ihren Antrag, die Ratsgruppen zu beteiligen, hat der Rat im März abgelehnt. Wenn die Weichen für den Haushalt dort gestellt werden, dann nicht von allen, die dafür gewählt wurden.

Wie ernst die Lage ist, ließ Eggert nebenbei durchblicken: Bei den großen Gewerbesteuerzahlern fragt er inzwischen jedes Jahr eine Art „Gewinnwarnung“ ab, die mittelständischen Betriebe teilen den Konjunkturoptimismus aus Berlin bisher nicht, und der Kreiskämmerer hat sich wegen der Kreisumlage gemeldet – Millionen, die obendrauf kommen. Thomas Klein, der die BÜRGERPARTEI GL im Finanzausschuss vertritt, warnte davor, Wachstumsprognosen in die Planung einzurechnen: Solche Annahmen gehörten mit größter Vorsicht behandelt.

„Eine Notbremse nach 19 Tagen, ein Haushalt, der erst im März kommt, und eine IT, die im September kein Geld mehr hatte – das ist Fahren auf Sicht. Wer jetzt Prioritäten setzen will, muss alle an den Tisch holen und nicht nur die Fraktionen im Ältestenrat“, sagt Frank Samirae, Vorsitzender der Ratsgruppe BÜRGERPARTEI GL.

Schulden: Die Zinsen kennt keiner

Seit 2022 ist die Gesamtverschuldung der Stadt um rund 85 Prozent gestiegen; fast 180 Millionen Euro davon sind Kassenkredite – der Dispo der Stadt. Klein wollte wissen, was das kostet: Wie hoch ist die Zinslast 2026 und 2027? Was bedeutet ein Prozentpunkt mehr? Und wie viel der neuen Schulden seit 2023 ist in Investitionen geflossen, wie viel in den Dispo?

Antwort der Verwaltung: Aus dem Stand nicht zu sagen, man reiche eine Berechnung nach. Bis zur Ratssitzung am Dienstag werde das „nicht komplett“ zu schaffen sein. Dabei hatte ein Ausschussmitglied schon in der vorigen Sitzung genau diese Angaben erbeten; geliefert wurde bisher nur der Schuldenstand. Dass eine Stadt mit diesem Schuldenberg ihre Zinslast nicht beziffern kann, sagt über den Haushalt mehr als jede Prognose.

1,86 Millionen für die IT – per Tischvorlage

Die unangenehmste Nachricht des Abends lag als Tischvorlage auf den Plätzen: Die städtische IT braucht bis Jahresende rund 1,86 Millionen Euro zusätzlich. Der zuständige Abteilungsleiter sagte es ungeschminkt: Im September sei man „zahlungsunfähig“ gewesen; Rechnungen aus laufenden Verträgen ließen sich nur über eine interne Umschichtung bezahlen. Die Gründe: Lizenzen für Fachanwendungen und Support, die statt der üblichen anderthalb bis zwei Prozent plötzlich 15 Prozent teurer wurden; der Microsoft-Rahmenvertrag, für den die Stadt immer mehr Lizenzen braucht, weil immer mehr Beschäftigte digital arbeiten; Leasingraten für ein Speichersystem von 2,2 Millionen Euro; Server für die Virtualisierung der Arbeitsplätze; Ausstattung für das neue Stadthaus; und eine neue Software für das Ordnungsamt, weil die alte zum Jahreswechsel ausläuft. Gedeckt wird das unter anderem mit Geld für Mobilitätsstudien, das in diesem Jahr ohnehin nicht mehr ausgegeben wird – und mit der Gewerbesteuerumlage, die sinkt, weil die Gewerbesteuer einbricht. Ein trauriger Deckungsvorschlag.

Zuständig für die IT ist übrigens der Bürgermeister – das stellte der Kämmerer klar, bevor es ums Geld ging. Wie sich die Digitalisierungskosten in den letzten Jahren entwickelt haben, soll der Hauptausschuss nun in einer Übersicht bekommen. Ein Ausschussmitglied brachte die passende Frage mit: ob die versprochene „Digitalisierungsrendite“ nicht eher eine Umverteilung an die Softwarekonzerne ist.

Die BÜRGERPARTEI GL hat die Vorlage abgelehnt – nicht, weil die IT kein Geld braucht, sondern wegen des Verfahrens: elf Seiten, ausgeteilt am Platz, keine Lesezeit, Abstimmung. Klein erklärte, er sehe sich außerstande, über etwas abzustimmen, das er nicht lesen konnte. Eine Zusage gab es immerhin: Tischvorlagen sollen künftig vorab digital bereitgestellt werden, auch wenn es kurzfristig wird.

Museum: 5,5 Millionen, Deckel 2,75 – und 300 Euro für Vereine

Für die Neukonzeption des Bergischen Museums sollten die Planungsphasen 1 bis 3 freigegeben werden, rund 230.000 Euro. Die Verwaltung braucht den Beschluss bis zum 31. Oktober, sonst verfallen die Fristen für Förderanträge beim Landschaftsverband. Eingebaut sind zwei Bremsen: mindestens 50 Prozent Förderung, sonst wird nicht gebaut, und ein Deckel von 2,75 Millionen Euro für den Anteil der Stadt.

Die SPD wollte sich vor den Haushaltsberatungen nicht festlegen und nur mitgehen, wenn auch die Planungskosten zu 90 Prozent gefördert werden. Aus CDU und Grünen und von der Verwaltung kam Widerspruch: Kommunen im Haushaltssicherungskonzept bekämen höhere Förderquoten, teils bis 90 Prozent, und die Kostenbremse sei ja eingebaut.

Klein setzte den Kontrast: Selbst mit 50 Prozent Förderung bleiben knapp drei Millionen Euro bei der Stadt – einer Stadt, die gerade über eine Haushaltssperre nachdenkt und Vereinen Zuschüsse von 300 Euro gestrichen hat. Sein Vorschlag: erst die marode Elektrik in Ordnung bringen, dann sehen, was Fördermittel hergeben. Die Verwaltung widersprach: Das Projekt stamme aus dem „Museumslabor“ mit Bürgerbeteiligung, und bei einem alten Gebäude sei es mit der Elektrik allein nicht getan. Der Kämmerer räumte ein, dass die 230.000 Euro in Anführungszeichen verschwendet wären, falls die Förderung ausbleibt – dann hieße es eben „Daumen hoch oder Daumen runter“. Beschlossen wurde die Vorlage mit dem Zusatz, dass die Verwaltung sich um möglichst hohe Förderung bemüht. Die BÜRGERPARTEI GL hat sich enthalten.

35 Millionen für eine Bibliothek – und ein Deckel, den noch keiner kennt

Klein stellte die Grundsatzfrage: Wie passen Museum, Bibliothek und die übrigen Investitionsabsichten zu dem Investitionsdeckel, den der Kämmerer ankündigt? Eggerts Antwort: Der Deckel soll Abschreibungen und Zinsen auf ein Maß begrenzen, mit dem die Stadt lange leben kann. Projekte in Kleinstpakete zu zerlegen, helfe nicht – dann würden sie zu laufendem Aufwand und schlügen direkt ins Ergebnis durch. Was unter den Deckel passt und was nicht, entscheiden die Haushaltsberatungen.

Zur Größenordnung: Im integrierten Handlungskonzept steht die neue Stadtbibliothek als „dritter Ort“ mit 35 Millionen Euro brutto, Preissteigerungen eingerechnet. Bei 60 Prozent Förderung blieben 14 Millionen Euro an der Stadt hängen. Das stehe so in der Tabelle der Vorlage, antwortete die Verwaltung auf Kleins Frage. Ob es zusammenpasst, steht da nicht.

Parkgebühren: 50 Cent für den Fiskus, der Rest später

Ab 2027 muss die Stadt auf Parkgebühren Umsatzsteuer abführen. Die Verwaltung will die Gebühren deshalb um 50 Cent pro Stunde anheben, damit unterm Strich nichts fehlt – und hatte zugleich eine Debatte über eine Anpassung an die Inflation angestoßen. Die CDU fragte nach den Folgen für Einzelhandel und Gewerbesteuer; die Kämmerei hält sie für sehr gering und fände aus ihrer Sicht auch höhere Gebühren zumutbar. Aus dem Ausschuss kam die Gegenfrage, was Brötchentaste und kostenlose Parktage die Stadt kosten – und die Nachfrage, ob die Kämmerei genauso kritisch hinschaut, wenn der zuständige Beigeordnete Parkplätze in der Innenstadt streicht. Dazu kam keine Antwort. Beschlossen wurde auf Vorschlag des Kämmerers nur der Umsatzsteuer-Ausgleich; wann die Gebühren zuletzt erhöht wurden und was eine Anpassung an die Inflation brächte, soll die Kämmerei zu den Haushaltsberatungen nachliefern.

Straßenreinigung über die Grundsteuer? Die Verwaltung würde die Straßenreinigungsgebühren am liebsten abschaffen und die Kosten über den Grundsteuer-Hebesatz hereinholen – weniger Aufwand, aus ihrer Sicht gerechter. Die CDU sah das anders: Das wäre zwischendurch eine Grundsteuererhöhung, und die Umverteilung produziere Zufallsergebnisse. Kleine Läden zahlten weniger, große Betriebe deutlich mehr, und für das Zanders-Gelände zahlte die Stadt sich selbst, hieß es aus dem Ausschuss. Vertagt in die Haushaltsberatungen; umsetzbar wäre das laut Kämmerer dann frühestens 2028.

KI am Telefon: Montag geht’s los

Nachgehakt hat die BÜRGERPARTEI GL bei ihrem Antrag zur KI-Telefonzentrale. Im Hauptausschuss hatte die Verwaltung erklärt, ein Voicebot werde intern getestet und bald mit echten Anrufen erprobt – im Zwischenbericht zur Digitalisierung stand davon nichts. Klein fragte: Ab wann, für welche Bereiche, was kostet der Test, aus welchem Topf, und woran wird der Erfolg gemessen? Die Antwort: Der Test mit echten Anrufen startet, Stand jetzt, am Montag und läuft zwei Wochen; die Stadt kündigt ihn per Pressemitteilung an. Finanziert wird er zunächst aus dem Digitalisierungsbudget. Kosten, Umfang und Erfolgskriterien will die Verwaltung erst nach dem Test nennen. Wir halten nach: Wartezeiten, nicht angenommene Anrufe, Entlastung der Zentrale – daran muss sich der Bot messen lassen.

Solar auf Schuldächern: 16 Jahre Anlauf, dann Scheibchen

Im Fachausschuss war im April eine Photovoltaikanlage mit 420 Kilowatt auf den Otto-Hahn-Schulen beschlossen worden. Jetzt teilt die Verwaltung mit, dass sie in Abschnitten unter 100 Kilowatt baut – so bleibt sie unter der Schwelle, ab der Strom direkt vermarktet werden muss. Ein Ausschussmitglied rechnete vor: Sinkt die Schwelle mit dem neuen EEG wie geplant auf 25 Kilowatt, ist die Anlage mit dieser Methode 2041 fertig. Fachbereichsleiterin Alexandra Meuthen hielt dagegen: Einen Zeitplan, nach dem alles 2026 fertig wird, habe es nie gegeben; ein erster Abschnitt laufe, die Anlage rechne sich in etwa vier Jahren, und vor der Direktvermarktung scheue man sich nicht. Der Kämmerer ergänzte: Ab einer gewissen Größe gelte die Stadt als Energieversorger, mit allem Regulierungsaufwand, der dazugehört.

Kleins Einwand war grundsätzlicher: Dass sich Solaranlagen auf städtischen Dächern rechnen, sei seit Jahren bekannt – die ersten Anträge dazu seien über 16 Jahre alt. Das umfangreiche Papier der Verwaltung enthalte nichts Neues; die einzige Frage sei, warum das nicht längst passiert ist. Seine Nachfrage, ob die großen Hallendächer nicht auch Warmwasser und Heizung versorgen könnten, verwies die Sitzungsleitung in den Fachausschuss. Vier Jahre Amortisation, 16 Jahre Anlauf: Das ist die Bilanz.

Rathaus Bensberg: Heizung kaputt, Beschluss im Dezember

Im Technischen Rathaus in Bensberg läuft nur noch einer von zwei Heizkesseln – ausgerechnet der, der nur Lastspitzen abfangen sollte. Fachbereichsleiterin Meuthen rechnet täglich mit dem Ausfall. Betroffen sind nicht nur abendliche Ausschusssitzungen, sondern eine dreistellige Zahl von Beschäftigten, die im Kalten sitzen. Im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung eine Gasheizung vorgeschlagen und war damit zurückgepfiffen worden; jetzt legt sie eine Kombination aus Wärmepumpe und Gas vor. Fernwärme käme zu spät, die neuen Komponenten ließen sich später anderswo einsetzen. Entschieden wird im Dezember. Klein: Man hätte auch früher entscheiden können, damit nicht so lange gefroren wird. Ein Jahr Hin und Her hat das Gutachten gekostet. Den Preis zahlen die, die drin arbeiten.

Kurz notiert

Kanalsanierung: Ein Paket von Kanal- und Straßenbauvorlagen – Altenberger-Dom-Straße, Lückerather Weg, Industrieweg, Rosenthaler Weg und weitere – trug die Begründung „größtenteils wasserrechtlich verpflichtend“. Klein wollte wissen, welche Maßnahmen die Stadt wirklich nicht ablehnen kann; wenn es um Millionen geht, reicht „größtenteils“ nicht. Die Leiterin des Abwasserwerks sagte zu, die Formulierung zu präzisieren: Alles, was im Abwasserbeseitigungskonzept steht, sei gesetzlich zwingend. Für den nächsten Abschnitt der Altenberger-Dom-Straße gilt: erst Trinkwasser, dann Kanal, dann Straße – mindestens eine Fahrspur bleibt lange gesperrt.

Jahresabschluss einer städtischen Tochter: Die SPD fragte, warum der Überschuss vorgetragen und nicht an die Stadt ausgeschüttet wird, die auf ein Haushaltssicherungskonzept zuläuft. Aus der Verwaltung antwortete niemand. Abgestimmt wurde trotzdem. Kleins Frage, ob der Wirtschaftsplan der Gesellschaft öffentlich vorgelegt wird, vertagte die Sitzungsleitung.

Wiederbesetzungssperre: Die Übersicht, bei welchen Stellen die Sperre aufgehoben wurde, hatte die Verwaltung im Juli für Oktober zugesagt und im Hauptausschuss auf den nächsten Halbjahresbericht verschoben. Die BÜRGERPARTEI GL fragt schriftlich nach.

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Googeln Sie doch selbst – wie das Rathaus eine Ratsanfrage abbügelt

Googeln Sie doch selbst – wie das Rathaus eine Ratsanfrage abbügelt

08 Oktober 2026 von Darian Lambert

Aus dem Rathaus · Hauptausschuss vom 7. Oktober 2026

Seit vier Monaten liegt der Stadtverwaltung eine Anfrage der BÜRGERPARTEI GL zur Führungsebene im Rathaus vor. Die Antwort im Hauptausschuss: Es gibt keine. Dafür den Tipp, im Internet zu suchen. Währenddessen wächst das Haushaltsloch, Beschäftigte warten monatelang auf Verstärkung, und beim Hitzeschutz gibt es Bilder statt Preise.

Das Wichtigste vorab:

  • A-16-Anfrage: komplett abgelehnt – keine Zahlen, keine Fundstelle
  • Ein Einzelratsmitglied nennt den Umgang mit Ehrenamtlichen „respektlos“
  • Haushalt: 13 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer, 7 Millionen mehr Kreisumlage – zusätzlich zum Defizit von rund 50 Millionen Euro
  • Personal: 56 unbesetzte Stellen, sechs Monate Sperre, psychologische Beratung schon im Sommer ausgeschöpft
  • Hitzeschutz: KI-Bilder ohne Preisschild
  • Feuerwehrschule: im März gesperrt, im Oktober entsperrt, nächste Woche geprüft

Eine Anfrage, null Antworten

Worum es geht: Der Stellenplan 2026 weist neun Stellen der Besoldungsgruppe A 16 aus. Das ist die oberste Stufe der Laufbahnbeamten – darüber kommen nur noch Beigeordnete und Bürgermeister. Die BÜRGERPARTEI GL hat am 10. Juni schriftlich gefragt: Welche Funktionen stecken dahinter? Nach welchem Verfahren und wann wurden sie bewertet? Was kosten sie, über die Jahre gerechnet? Und wo ist das aktuelle Organigramm?

Thomas Klein, der die Gruppe im Hauptausschuss vertritt, brachte die Fragen dort vor, wo sie hingehören: bei der Beratung des Personalkostenrahmens. „Sparen ist glaubwürdig, wenn es oben anfängt“, sagte Klein. Namen wolle die Gruppe ausdrücklich nicht wissen. Es gehe um Zahl, Bewertung und Kosten von Leitungsstellen – also um Dinge, die ohnehin in den Stellenplan gehören, den der Rat beschließt.

Die Verwaltung blockte ab. Fachbereichsleiter David Sprenger erklärte, auf die Anfrage gebe es eine „formale Antwort“ – und die bedeute, dass die Verwaltung nicht antworte. Kleins Darstellung sei „falsch“, die Wiederbesetzungssperre treffe Führung und Sachbearbeitung nach fachlichen Kriterien gleichermaßen. Und das Organigramm? Dafür habe er für eine Suchanfrage „ungefähr drei Sekunden“ gebraucht. Wer eine Fachbereichsleitung bekomme, entscheide ohnehin der Hauptausschuss, nachzulesen im Ratsinformationssystem. Zu verbergen habe die Verwaltung nichts.

Drei Sekunden Google – und dann?

Wir haben es ausprobiert. Stimmt: Wer googelt, findet den Verwaltungsgliederungsplan der Stadt (PDF, Stand April 2026: https://www.bergischgladbach.de/verwgliederungsplan.pdfx). Wer dagegen die Suchfunktion auf bergischgladbach.de nutzt, findet: nichts. Null Treffer, für jeden Begriff – sogar für „Bürgerbüro“.

Und der Plan selbst? Zeigt Kästchen: den Bürgermeister, drei Dezernate, zehn Fachbereiche, deren Abteilungen und die Namen der Leitungen. Was er nicht zeigt: welche Stellen mit A 16 bewertet sind, wann und nach welchem Verfahren das zuletzt geprüft wurde, und was diese Ebene die Stadt jedes Jahr kostet. Genau das war die Frage. Ein Organigramm ersetzt keine Zahl.

Über jede einzelne Zahl lässt sich streiten. Nicht streiten lässt sich, wenn gar nicht geantwortet wird. Die Zahlen liegen im Rathaus vor. Dass sie nicht auf den Tisch kommen, ist eine Entscheidung. Wer nichts zu verbergen hat, kann die Tabelle auch liefern.

Die BÜRGERPARTEI GL stellt die drei Kernfragen deshalb noch einmal – auf einer Seite, ohne Namen: Welche Funktionen sind mit A 16 bewertet? Wann und wie wurden sie zuletzt bewertet? Was kosten A 15 und A 16 zusammen pro Jahr? Das Argument „zu umfangreich“ fällt damit weg.

„Respektlos gegenüber dem Ehrenamt“

Unterstützung kam von außerhalb der Gruppe. Ein Einzelratsmitglied erinnerte daran, dass Ehrenamtliche ohne Fraktionsapparat auf Antworten angewiesen sind – es reiche ja schon, zu sagen, wo etwas zu finden sei. Sein Urteil über die Antworten der Verwaltung: „respektlos gegenüber unserer ehrenamtlichen Tätigkeit“. Dem ist wenig hinzuzufügen.

Unten wird gespart. Und oben?

Die Zahlen aus der Mitteilung zum Personalkostenrahmen (Vorlage 0546/2026):

  • 2026 liegt die Stadt trotz aller Maßnahmen rund 1,15 Millionen Euro über dem Personalkostenbudget.
  • Für 2027 liegt die Hochrechnung rund 4,77 Millionen Euro über dem Deckel von 95,9 Millionen Euro.
  • Zum 31. August waren 56 Stellen im Kernhaushalt unbesetzt.
  • Freie Stellen bleiben grundsätzlich sechs Monate gesperrt. Befristete Verträge laufen aus, ihre Zahl sank von 85 auf 77. Beförderungen gibt es nur noch zu zwei Stichtagen. Neue Altersteilzeit: ausgesetzt.

Was das konkret heißt, war in der Sitzung zu hören. In der Verkehrsplanung hat ein Sachgebietsleiter gekündigt – die Stelle bleibt wegen der Sperre vorerst leer. Und die Stunden, die die Stadt extern für psychologische Krisenberatung ihrer Beschäftigten eingekauft hat, waren laut Verwaltung schon im Sommer verbraucht. Belastbare Aussagen dazu, wie es den Beschäftigten geht? Gebe es noch nicht, so die Verwaltung. Der Indikator spricht für sich.

„Wer bei den Menschen spart, die jeden Tag für die Bürgerinnen und Bürger da sind, muss zeigen, dass er oben genauso genau hinschaut. Genau das verweigert die Verwaltung gerade“, sagt Frank Samirae, Vorsitzender der Ratsgruppe BÜRGERPARTEI GL.

Über jede frei werdende Stelle entscheidet laut Verwaltung zunächst eine interne Arbeitsgruppe. Ausnahmen von der Sperre soll es nur geben, wenn Sicherheit oder Schutz von Menschen auf dem Spiel stehen – Feuerwehr, Jugendschutz – oder wenn eine Stelle ihr Geld selbst erwirtschaftet; die heiklen Fälle landen beim Verwaltungsvorstand. Wie viele Ausnahmen es seit Juli gab und ob Leitungsstellen darunter waren, sagt die Verwaltung nicht. Dabei hatte sie im Hauptausschuss am 8. Juli einen Sachstandsbericht für die Oktobersitzung zugesagt – darin werde, so die Niederschrift (TOP Ö 5), „auch dargestellt, bei welchen Stellen die Wiederbesetzungssperre aufgehoben worden sei“. In der Vorlage zum Personalkostenrahmen ist daraus eine Vertagung geworden: Die Übersicht kommt erst mit dem nächsten Halbjahresbericht, Begründung: zu kurzer Betrachtungszeitraum. Nur: Wer Ausnahmen zählen will, braucht dafür keinen langen Zeitraum, sondern eine Liste. Die BÜRGERPARTEI GL fragt deshalb im Finanzausschuss am 8. Oktober nach – und erinnert bei der Gelegenheit an die Zusage vom Juli.

Das Loch wird größer

Thomas Klein fragte den Kämmerer, wie hoch das Defizit 2026 und 2027 ausfällt, wann der Rat sich mit dem Haushaltssicherungskonzept befasst und ob Steuererhöhungen geplant sind. Beigeordneter Thore Eggert nannte Eckwerte: 13 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer, mindestens sieben Millionen Euro mehr Kreisumlage – zusätzlich zu den rund 50 Millionen Euro Defizit, mit denen die Stadt ohnehin rechnet. Konkreter wurde es nicht. Ein neues Gremium solle die nächsten Sparmaßnahmen erarbeiten; ob Steuern steigen, sei Sache des Rates – später.

Volt/FWG wünschten sich eine Kurzfassung, die den Sparkurs auch für Menschen ohne Kämmerei-Hintergrund verständlich macht. Die sei in Arbeit, so Eggert – und komme, wenn der Haushalt 2027 beschlossen ist. Verstehen dürfen die Bürgerinnen und Bürger den Sparkurs also hinterher.

Zur Erinnerung: Der Rat hat im März im Haushaltsbegleitbeschluss festgelegt, dass Erhöhungen von Grund- und Gewerbesteuer „zu vermeiden“ sind und nur „als letztes Mittel“ in Frage kommen. Letztes Mittel heißt: Vorher gehört alles auf den Tisch. Auch die Führungsebene.

Hitzeschutz: Bilder statt Preise

Beigeordneter Ragnar Migenda zeigte seine Ideen für eine kühlere Innenstadt: Entsiegelung, mehr Bäume, Verschattung, Nebel- und Kühlelemente. Die Bilder dazu waren KI-generiert, die Bäume darauf größer als in Wirklichkeit – das räumte Migenda selbst ein. Was fehlte: Kosten, Unterhalt, Prioritäten. Mehrere Fraktionen forderten, zuerst ein Budget festzulegen.

Dabei verlangt der Haushaltsbegleitbeschluss ausdrücklich, dass Eigenanteile, Kostenrisiken und Folgekosten „verbindlicher Bestandteil aller Vorlagen“ sind. In dieser Vorlage: nichts davon. Konkret ist bisher nur, dass bis Jahresende 20 bis 21 große Bäume gepflanzt werden, unter anderem vor dem Rathaus. Vorschläge mit Preisschild will die Verwaltung zu den Haushaltsberatungen nachliefern. Wir schauen dann nach, ob das Preisschild dranhängt.

Feuerwehrschule: gesperrt, entsperrt, geprüft – in dieser Reihenfolge

Im März hatte der Rat zwei Stellen der Feuerwehrschule mit Sperrvermerken belegt – so lange, bis die Prüfung der Schule abgeschlossen ist. Jetzt sind die Sperren wieder weg; auf Antrag der SPD wurde darüber öffentlich beraten statt hinter verschlossenen Türen. Die CDU sieht inzwischen keinen Bedarf mehr für die Sperre. Den Zwischenbericht zur Prüfung bekommt der Rechnungsprüfungsausschuss allerdings erst in der kommenden Woche auf den Tisch. Gut für die Feuerwehr. Für die Verlässlichkeit von Sparbeschlüssen weniger.

KI am Telefon: Verwaltung testet schon

Die BÜRGERPARTEI GL hatte einen Antrag für eine KI-gestützte Telefonzentrale eingebracht – für kürzere Wartezeiten und bessere Erreichbarkeit. Die Verwaltung erklärte, ein Voicebot werde intern getestet und solle bald in kleinem Rahmen mit echten Anrufen erprobt werden; die Telefonzentrale werde neu aufgestellt. Der Antrag sei damit „durch Verwaltungshandeln umgesetzt“. Wenn das stimmt, hat der Antrag seinen Zweck erfüllt. Wann der Test startet und was er bringt, fragen wir nach.

Bürgerbegehren Q1: Entscheidung vertagt

Ein Bürgerbegehren will das Q1 am Quirlsberg für die Jugendarbeit erhalten. Der Hauptausschuss fasste keinen Beschluss – die Vorlage der Verwaltung nannte nicht einmal die Frage, über die abgestimmt werden soll. Offene Punkte sollen bis zur Ratssitzung am 13. Oktober geklärt werden. Die Frist für die Unterschriften läuft laut Verwaltung am 23. November ab; ob sie rechtlich haltbar ist, wurde in der Sitzung bezweifelt. Die BÜRGERPARTEI GL unterstützt, dass die Bürgerinnen und Bürger über die Zukunft des Q1 mitentscheiden.

Kurz notiert

Fahrradstraßen: Den Beschluss des Verkehrsausschusses, mit dem die CDU mithilfe der AfD das Fahrradstraßenkonzept gekippt hat, hat der Bürgermeister beanstandet. Die Umsetzung ist ausgesetzt, es folgt die Schleife: Rat am 13. Oktober (Information), Verkehrsausschuss am 1. Dezember, voraussichtlich Rat am 15. Dezember, notfalls Kommunalaufsicht. Erst durchdrücken, dann kassieren, dann monatelang warten.

Straßenbenennung in Gronau: vertagt. Vorher soll der Ältestenrat informell beraten. Dort sitzt die BÜRGERPARTEI GL nicht mit am Tisch – ihren Antrag, die Ratsgruppen zu beteiligen, hat die Ratsmehrheit im März abgelehnt. Vorbesprochen wird also weiter dort, wo nicht alle dabei sind.

Digitalisierung: Welche digitalen Dienste tatsächlich laufen und welche nur geplant sind, reicht die Verwaltung schriftlich nach.

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Einbruch in Pizzeria in Katterbach: Täter erbeutet Bargeld und Getränke

02 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Ein bislang unbekannter Mann ist am späten Dienstagabend in eine Pizzeria an der Altenberger-Dom-Straße in Bergisch Gladbach-Katterbach eingebrochen. Er erbeutete Bargeld im unteren vierstelligen Bereich sowie mehrere Flaschen Alkohol und zwei Gasflaschen. Die Polizei sucht Zeugen.

Nach Angaben der Polizei näherte sich der Mann gegen 23.30 Uhr der Pizzeria und hebelte ein auf Kipp stehendes Fenster vollständig auf. Anschließend gelangte er in die Geschäftsräume, leerte die Kasse und steckte mehrere Alkoholflaschen in einen mitgeführten Rucksack.

Der Tatverdächtige soll etwa 45 bis 55 Jahre alt sein. Er hatte nach Angaben der Polizei kurze graue Haare und einen grauen Bart. Zur Tatzeit trug er ein schwarzes T-Shirt und eine schwarze Hose.

Neben dem Bargeld und den Getränken nahm der Einbrecher auch zwei Gasflaschen mit.

Die Polizei hat eine Strafanzeige aufgenommen und bittet nun um Hinweise. Gesucht werden insbesondere Zeugen, die am Dienstagabend im Bereich der Pizzeria an der Altenberger-Dom-Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Angaben zu dem beschriebenen Mann machen können.

Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 2 der Polizei Rhein-Berg unter 02202 205-0 entgegen.

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Neuer Erweiterungsbau am AMG in Bensberg eröffnet

02 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Mehr Platz für die Oberstufe: Das Albertus-Magnus-Gymnasium in Bensberg hat einen neuen Erweiterungsbau erhalten. Das zweigeschossige Modulgebäude wurde pünktlich fertiggestellt und ist bereits im Schulalltag im Einsatz. Bei der offiziellen Eröffnung wurde zugleich deutlich, dass weitere Sanierungsentscheidungen für den Schulstandort anstehen.

Am Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) in Bensberg gibt es zusätzliche Räume für den Unterricht. Bürgermeister Marcel Kreutz eröffnete den neuen Erweiterungsbau am Mittwoch, 30. September 2026, gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung, der Schulbau GmbH und der Schulgemeinschaft.

Der zusätzliche Raumbedarf war durch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) und die damit verbundene zusätzliche Jahrgangsstufe entstanden. Die Stadt hatte zugesagt, die benötigten Räume rechtzeitig bereitzustellen. Der neue Modulbau wurde nach Angaben der Stadt zügig fertiggestellt, pünktlich bezogen und wird bereits genutzt.

„Wir haben zugesagt, den benötigten zusätzlichen Raum rechtzeitig zu schaffen. Das ist uns gemeinsam mit allen Beteiligten gelungen“, sagte Bürgermeister Marcel Kreutz bei der Eröffnung. Entscheidend sei, dass das Gebäude rechtzeitig zur Verfügung gestanden habe und von den Schülerinnen und Schülern gut angenommen werde. Ihnen wünschte Kreutz, dass sie die neuen Räume gut für ihren Schulalltag nutzen können und sich dort wohlfühlen.

Zweigeschossiger Modulbau für die Oberstufe

Der Erweiterungsbau verfügt über zwei Etagen mit zusätzlichen Klassen- und Fachräumen. Er wird insbesondere von der Oberstufe genutzt und soll den gestiegenen Platzbedarf am Gymnasium auffangen.

Sebastian Rolko, Geschäftsführer der Schulbau GmbH, hob bei der Eröffnung die Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor. Die schnelle Umsetzung sei dem guten Zusammenspiel der städtischen Fachbereiche, der Planer und der ausführenden Unternehmen zu verdanken.

Schulleiter fordert Klarheit bei weiteren Sanierungen

Schulleiter Rolf Faymonville begrüßte die zusätzlichen Räume und dankte der Schulbau GmbH für die Zusammenarbeit. Zugleich nutzte er die Eröffnung, um auf die noch ausstehenden Entscheidungen zur Sanierung des bestehenden Schulstandorts hinzuweisen.

Die Schulgemeinschaft benötige Sicherheit darüber, wie es mit den anstehenden Arbeiten weitergehe, erklärte Faymonville. Die Schule habe bereits zahlreiche Ideen und Vorstellungen für die Entwicklung des Standorts eingebracht. Nun müsse die Stadt die notwendigen Entscheidungen treffen, ohne den Prozess durch weitere Grundsatzdiskussionen über Schulbauleitlinien zusätzlich zu verzögern.

Der neue Erweiterungsbau könne dabei als Beispiel für einen zügigen Planungs- und Umsetzungsprozess dienen. Für die Schule geht es damit neben den nun verfügbaren zusätzlichen Unterrichtsräumen auch um die Perspektive für die weitere bauliche Entwicklung des AMG.

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Asiatische Tigermücke breitet sich in Köln aus

01 Oktober 2026 von Vladlen Stolz

Inzwischen wurde die Asiatische Tigermücke in sieben Kölner Stadtteilen nachgewiesen. Die Stadt bittet die Bevölkerung, mögliche Brutstätten zu beseitigen und verdächtige Funde zu melden. Eine unmittelbare Gesundheitsgefahr besteht nach derzeitiger Einschätzung nicht.

Feuchtwarmes Wetter hat der Asiatischen Tigermücke in Köln offenbar gute Bedingungen verschafft. Nach Angaben der Stadt wurde die ursprünglich aus Asien stammende Stechmückenart inzwischen in sieben Stadtteilen nachgewiesen. Nun sollen die Kölnerinnen und Kölner dabei helfen, eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Besonders problematisch sind dabei kleinste Wasseransammlungen. Dort können die Weibchen zwischen April und Oktober ihre Eier ablegen. Als mögliche Brutstätten kommen unter anderem Blumentopf-Untersetzer, Gießkannen, Eimer, Regentonnen, Regenrinnen, alte Reifen oder herumliegendes Spielzeug infrage.

Die Stadt empfiehlt deshalb, Gefäße mit Wasser regelmäßig zu leeren, Regentonnen abzudecken und Regenrinnen sauber zu halten. Auch Tiertränken sollten mindestens einmal pro Woche gereinigt werden.

Tigermücke kann auch Krankheiten übertragen

Die Asiatische Tigermücke ist vergleichsweise klein und an ihrer auffälligen schwarz-weißen Musterung zu erkennen. Anders als viele heimische Stechmücken ist sie auch am Tag aktiv. Für Menschen kann sie deshalb besonders lästig sein.

Grundsätzlich kann die Tigermücke Krankheitserreger wie das Dengue-, Zika- und Chikungunya-Virus übertragen. In Deutschland treten entsprechende Erkrankungen bislang vor allem bei Menschen auf, die sich zuvor in betroffenen Regionen aufgehalten haben.

Eine Übertragung durch den Stich einer Tigermücke innerhalb Deutschlands wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts bislang nicht bestätigt. Die Stadt Köln sieht deshalb derzeit keine unmittelbare Gesundheitsgefahr.

Eier können Trockenheit und Frost überstehen

Ein Grund für die Ausbreitungsfähigkeit der Tigermücke liegt in ihren widerstandsfähigen Eiern. Diese haften an den Wänden von Gefäßen und können sowohl Trockenheit als auch Frost bis etwa minus zehn Grad überstehen. Dadurch können sie den Winter überdauern.

Umso wichtiger sei es, potenzielle Brutstätten frühzeitig zu beseitigen. Bereits kleine Mengen stehenden Wassers können der Tigermücke als Brutplatz dienen.

Verdächtige Mücken melden

Wer eine Asiatische Tigermücke entdeckt, kann den Fund dem Kölner Gesundheitsamt melden. Dafür sollten möglichst ein Foto und der genaue Fundort angegeben werden.

Meldungen nimmt das Gesundheitsamt unter tigermuecke@stadt-koeln.de entgegen. Verdächtige Exemplare können außerdem zur Bestimmung an den Mückenatlas geschickt werden.

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